$1(2016-10-17-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (17.10.2016) Heute im Studio: Linda Zervakis Guten Abend, ich begrüße Sie zur tagesschau. $1(2016-10-17-2) Im Irak starteten Regierungstruppen, Peschmergas und Verbündete der Anti-IS-Allianz eine Großoffensive auf Mossul. Die Stadt gilt als Hochburg des IS. Bis zu 4500 Dschihadisten sollen in der strategisch wichtigen Großstadt im Norden sein. Der IS brachte Mossul vor zwei Jahren unter seine Kontrolle. Kurdische Peshmerga-Einheiten rücken vor Richtung Mossul. Bis auf 20 km sollen sie sich herangekämpft haben an die letzte IS-Hochburg im Irak. Aus dem Süden greift die irakische Armee den IS an. Einige Dörfer vor Mossul mussten die Dschihadisten wohl schon räumen. Auch die Angreifer erleiden Verluste. Diese Aufnahme soll die Explosion einer Autobombe zeigen, die ein IS-Selbstmordkommando in die irakische Armee lenkte. Ich erkläre den Beginn der heldenhaften Operation zur Befreiung Mossuls vom IS-Terror. Hoffentlich bald können wir die Rettung Mossuls feiern. Iraks Armee vertrieb den IS bereits aus Tikrit, Ramadi und Falludscha. Auch heute gibt es Erfolgsmeldungen. Doch der eigentliche Kampf um Mossul beginnt erst, sobald die Angreifer vor der Stadt stehen. Etwa 4500 IS-Kämpfer sollen sich da verschanzt haben. Die UN befürchten: In den nächsten Wochen werden bis zu 200.000 Menschen fliehen und müssen versorgt werden. Hilfsorganisationen kritisieren, dass Nahrungsmittelhilfe schon jetzt nicht reiche. Die meisten Organisationen konzentrieren sich auf Mossul. Das hinterließ bei uns einen spürbaren Mangel. Der IS ist im Irak auf dem Rückzug. Jetzt beginnt offenbar die letzte Phase der Rückeroberung von Mossul. Der Kampf dürfte über Wochen gehen. Zur humanitären Situation in Mossul Volker Schwenck live aus Kairo. Schrittweise zieht die irakische Armee den Ring um Mossul enger. Damit wird auch die Versorgung der Zivilbevölkerung schwieriger. Bis zu 1,5 Millionen Menschen sind in Gefahr. Sie könnten Opfer von Bombenangriffen werden. Sollten sie fliehen, werden sie vom IS getötet. Die Terrormiliz ist noch lange nicht besiegt. Im Irak ist der IS aber in der Defensive. An der Offensive auf Mossul beteiligt sich ein Militärbündnis. Ein Überblick über die Akteure: auf tagesschau.de. $1(2016-10-17-3) Die Offensive im Irak war nur am Rande ein Thema bei einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg. Es ging es v.a. um eine Verschärfung von Sanktionen gegen Russland wegen der Bombardierung Aleppos. Zwar sprachen die Minister von möglichen Kriegsverbrechen, weitere Sanktionen wurden aber nicht beschlossen. Am Abend kündigte Russland eine achtstündige Feuerpause für Aleppo am Donnerstag an. Schwere Bomben sollen nachts in Aleppo eingeschlagen sein und Wohnhäuser getroffen haben. Ein Dutzend Menschen starben. Auch die russische Luftwaffe bombardiert Aleppo. Frankreich und Grußbritannien fordern eine härtere Gangart gegenüber Moskau, Assads Verbündeten. Sanktionen sind nicht ausgeschlossen. Wir prüfen alle Möglichkeiten, mehr Druck auszuüben auf das Assad-Regime und seine Alliierten. Es gibt Streit über Sanktionen. Es findet sich keine Mehrheit unter den Außenministern. Es bleibt beim Appell der EU, Luftangriffe auf die syrische Bevölkerung einzustellen. Wir haben diskutiert, ob uns Sanktionen helfen würden mit Blick auf bessere humanitäre Zugänge. Das konnte keiner bejahen. Dass Russland zu einer achtstündigen Feuerpause bereit ist, reicht der EU nicht. Luxemburgs Außenminister Asselborn brachte es auf den Punkt: Man habe keinen Knopf zum Drücken, um Kämpfe zu beenden. Nicht nur beim Syrienkonflikt ist die EU ratlos. Der Streit über Moskau macht auch deutlich: Europa hat keine Strategie im Umgang mit Russland. $1(2016-10-17-4) Für die Supermarkt-Kette Kaiser's Tengelmann werden Fakten geschaffen. Der Eigentümer sucht nach Käufern für einen Teil der Filialen. Zuvor scheiterten alle Bemühungen, eine Zerschlagung abzuwenden. Wirtschaftsminister Gabriel hatte den Verkauf der Kette an Edeka genehmigt. Das wurde auf Betreiben Rewes vom Gericht kassiert. Über eine Aufteilung konnten sich die Supermarkt-Riesen nicht einigen. Heute bietet Kaiser's Tengelmann erste Filialen zum Verkauf an. Das Unternehmen will Pakete schnüren und mehrere Filialen an einen Käufer verkaufen. 8000 der 15.000 Arbeitsplätze sind gefährdet. Ich bin 40 Jahre im Unternehmen, ich kenn nichts anderes. Fällt mir sehr schwer. Bundesweit hat das Unternehmen gut 400 Filialen: Im Großraum Berlin, in Bayern und allein 107 in Nordrhein-Westfalen. Diese 107 werden nun Interessenten angeboten. Eigentlich wollte Edeka Tengelmann komplett übernehmen. Tengelmann-Besitzer Haub will deshalb Edeka Vorrang einräumen. Auch das könnte kartellrechtlich problematisch sein. Wo Edeka in einem Viertel stark ist, wird man Edeka eher untersagen, Filialen und Marktanteile zu kaufen. Wo das nicht der Fall ist, bestehen keine Bedenken. Nach gescheiterten Gespräche zwischen Tengelmann und anderen Handelsketten beschäftigt das Thema erneut die Politik. Kanzlerin und Wirtschaftsminister sind sich in einem einig: Die Unternehmen sollten nichts unversucht lassen, noch eine Einigung herbeizuführen im Interesse der Menschen. Verhandlungen und Verkauf könnten sich über Wochen hinziehen. Die Zukunft der Mitarbeiter ist ungewiss. $1(2016-10-17-5) Bei der Parlamentswahl in Montenegro haben die Sozialisten die absolute Mehrheit verfehlt. Ministerpräsident Djukanovic will Montenegro in die NATO führen - gegen den Widerstand der Opposition. Er ist jetzt auf Koalitionspartner angewiesen. Eine Regierungsbildung gilt als schwierig. Die Wahl galt als Richtungsentscheidung. Wird sich Montenegro enger an den Westen binden oder eher an Russland orientieren? $1(2016-10-17-6) Der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen wurde heute von einer schweren Explosion erschüttert. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben. Weitere sechs wurden schwer verletzt, zwei Personen werden vermisst. In Ludwigshafen hat BASF den Hauptsitz. Auf dem Werksgelände am Rhein arbeiten 40.000 Menschen. Bei Rohrleitungsarbeiten am Landeshafen Nord kam es zur Explosion. Dort werden auch brennbare Flüssigkeiten umgeschlagen. Feuerbälle, eine Hunderte Meter hohe Rauchsäule. Der Grund dafür ist unklar. Gegen 11.30 Uhr kam es zur Explosion bei Arbeiten an einer Versorgungsleitung im BASF-Nordhafen. Welche Stoffe verbrannten, ist noch unklar. Dort werden laut BASF Flüssigkeiten und verflüssigte Gase verladen, eine wichtige Rohstoffversorgung für den Konzern. BASF hat die Produktion stillgelegt, auch die zwei Steamcracker: Herzstücke der Produktionsanlagen, die mit Dampf Rohbenzin aufspalten. Ein wirtschaftlicher Schaden, der irrelevant sei, so der Werksleiter. Mehrere Menschen klagten über Atemwegsbeschwerden. Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben, Türen und Fenster geschlossen zu halten, zur Sicherheit. Bisher sind keine Gefährdungen der Bevölkerung messbar. Umweltmesswagen der BASF sind pausenlos im Einsatz. Wir konnten bisher keine Gefährdung feststellen. Der Brand ist unter Kontrolle. Löscharbeiten werden wohl noch bis in die Nacht andauern. $1(2016-10-17-7) Bundestagspräsident Lammert will sich aus dem Parlament zurückziehen. Er werde bei der nächsten Wahl nicht wieder antreten, schrieb Lammert an seinen CDU-Kreisverband Bochum. Es sei Zeit für einen Wechsel. Lammert gehört dem Bundestag seit mehr als 35 Jahren an. Seit 2005 ist er Bundestagspräsident. $1(2016-10-17-8) In Dresden gingen Tausende für Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit auf die Straße. Mit einem Bürgerfest und Demonstrationen sollte ein Zeichen gegen Pegida gesetzt werden. Die fremdenfeindliche Bewegung beging gestern zweijähriges Bestehen. Laut Bürgermeister Hilbert dürfe die Straße nicht denen überlassen werden, die sie für Rassismus missbrauchten. Dresden ohne Hass und Hetze, stand auf Plakaten der Demonstranten. Sie wollten in der ganzen Stadt zeigen: Sie sind die Mehrheit, ihre Stimmen sind lauter als Pegida. Im Zentrum vereinigten sich die Demonstrationszüge, nahe des Theaterplatzes, an dem sich montags sonst Pegida trifft. Das ist seit zwei Jahren ein schreckliches Bild für Dresden. Mich kränkt die Stimmung gegen Flüchtlinge und die Aufmärsche. Ich möchte zeigen, dass nicht alle Deutschen so denken. Zum Dresdner Bürgerfest auf dem Neumarkt versammelten sich zudem Tausende. Dresden zeig dich, so der Aufruf. Für Ministerpräsident Tillich ist das Bürgerfest Zeichen gegen die Vereinnahmung der Stadt von Pegida. Ob man sie stoppen kann, weiß ich nicht. Man sollte sich bemühen, zur Sachlichkeit zurückzufinden. Mit Pöbelei und Verunglimpfung kommt kein Gespräch zustande. Störungen von Pegida blieben bislang aus. Die Polizei spricht von einem friedlichen Verlauf. $1(2016-10-17-9) Für die Novelle Widerfahrnis erhält Autor Bodo Kirchhoff den Deutschen Buchpreis. In seinem Text verwebe Kirchhoff existenzielle Fragen des Privaten und des Politischen, so die Begründung der Jury. Der Deutsche Buchpreis gilt als wichtigste Auszeichnung der Branche. Er wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Vorabend der Frankfurter Buchmesse verliehen. Gerührt und überrascht war Bodo Kirchhoff bei der Verkündung des Preises. Dabei wurde seine Novelle Widerfahrnis als Favorit gehandelt. Kirchhoff gilt als einer der bedeutendsten Autoren der deutschen Gegenwart. Die Preisverleihung in Frankfurt am Main ist für den Wahlhessen ein Heimspiel. Für mich bedeutet der Preis eine Bestätigung meiner Arbeit, aber auch meines Seins in dieser Stadt. Bodo Kirchhoff ist Grenzgänger. Er lebt in Frankfurt, die Sommer verbringt er am Gardasee. Auch Widerfahrnis spielt in beiden Ländern. Kirchhoff lässt zwei einsame ältere Protagonisten nach Italien fahren. Dort geraten sie in den Trubel ankommender Flüchtlinge. Das Buch beschreibt, was beiden widerfährt, wie sie mit der Flüchtlingskrise an der Küste umgehen. Die Kritik lobte: Kirchhoffs Sprache sei von seltener und traditioneller Eleganz - im Gegensatz zur politischen Debatte. Über eine einfache Geschichte wollte ich eine Sprache finden: Für das, was seit einem Jahr sprachlich immer ungenauer wird, verwilderter und schlagworthafter. Der Deutsche Buchpreis 2016 für Kirchhoff ist deshalb auch ein politisches Statement. Die Anerkennung ist mit 25.000 Euro dotiert. $1(2016-10-17-10) Der VfL Wolfsburg hat sich von Trainer Dieter Hecking getrennt. Damit zog der Klub die Konsequenzen aus dem enttäuschenden Start in die neue Saison. Das Training soll vorerst U23-Coach Ismael übernehmen. $1(2016-10-18-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (18.10.2016) Heute im Studio: Jan Hofer Guten Abend, willkommen zur tagesschau. $1(2016-10-18-2) Nach Beginn der Offensive auf Iraks IS-Hochburg Mossul warnen Hilfsorganisationen vor einer neuen Fluchtwelle. Die irakische Armee kommt bei ihrer Großoffensive auf die IS-Hochburg Mossul schneller voran als erwartet. Das Militär sei seinem Zeitplan voraus, so das US-Verteidigungsministeriums. Die Allianz aus irakischer Armee und kurdischen Peschmergakämpfern rückt mit 30.000 Mann auf Mossul vor. Sie werden u.a. von den USA aus der Luft unterstützt. Die Frontlinie liegt 30 km vor der Stadt. Die Kolonne steht. Beim Sturm auf Mossul wurde heute das Tempo reduziert. Der 2. Tag der Großoffensive: Irakische Soldaten und kurdische Peshmerga-Kämpfer sichern die Geländegewinne von gestern. 20 Dörfer wie dieses seien vom IS zurückerobert worden, der Vormarsch auf Mossul komme planmäßig voran. Das ist ein ziviles Haus, aber die Terrormiliz hat eine Kommandozentrale daraus gemacht. Sie haben von hier aus einen langen Tunnel gegraben. Rauchwolken am Horizont über den Vororten Mossuls. Erstmals meldet sich der IS zu Wort. Über ihren Propagandakanal stellt er dieses Video ins Internet. Alles sei normal in Mossul, so die Botschaft. Es gibt hier keine Probleme, Gott sei Dank. Es ist sicher. Diese Nachrichtenkanäle verbreiten nichts als Lügen. Hilfsorganisationen rechnen damit, dass Hundertausende vor den Kämpfen um Mossul fliehen werden. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF warnt, eine halbe Million Kinder sei extrem gefährdet. Wir befürchten, dass diese Kinder zwischen die Fronten geraten können. Wir wissen, dass sehr wenig Rücksicht auf die Zivilbevölkerung genommen wird in diesem Konflikt. Vorsichtig wolle man vorgehen, heißt es von kurdischer Seite. Einen Sturmangriff auf Mossul werde es nicht geben. Es sei ein Einsatz mit hohem Risiko - für die Kämpfer und auch für die Zivilisten. Im nordirakischen Erbil ist seit 2013 auch das deutsche Technische Hilfswerk stationiert. Es hilft beim Aufbau und Ausbau von Flüchtlingscamps. Auch hier rechnet man mit mehr Flüchtlingen aus Mossul. Erbil liegt 80 Kilometer östlich von Mossul. Dort werden auch die kurdischen Peschmerga von der Bundeswehr mit Ausrüstung versorgt. Zur aktuellen Situation jetzt Alexander Stenzel live aus Erbil: Die irakische Armee und die kurdischen Kämpfer wollen die Stadt nicht vom Westen einnehmen. Die Dschihadisten sollen fliehen fliehen. Vergangene Schlachten zeigten: Die sind zum Äußersten bereit. Und sie würden auch Zivilisten töten. Sie sollen dieses Schlupfloch im Westen haben. Ob diese Strategie funktioniert, wird sich zeigen. Möglicherweise will der IS aber auch nicht alle Kämpfer verlieren. Die Schlacht kann er nicht mehr gewinnen. Aber eventuell lässt er Kämpfer zurück, die Sprengfallen legen, damit sie den Vormarsch der Iraker verlangsamen. Sie sollen keinen schnellen Sieg erzielen. $1(2016-10-18-3) Syriens Armee und Russland setzten heute die Luftangriffe auf Rebellengebiete in Aleppo aus. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte entsprechende Angaben aus Moskau. Russlands Verteidigungsminister Schoigu sagte, eine für Donnerstag angekündigte Waffenruhe solle vorbereitet werden. UN-Hilfsorganisationen reagierten skeptisch. Es fehlten Sicherheitsgarantien für die Rettung von Verletzten oder für Hilfslieferungen. $1(2016-10-18-4) m den Krieg in Syrien soll es auch gehen, wenn morgen der russische Präsident Putin nach Berlin kommt. Das hat Kanzlerin Merkel heute klargestellt und schwere Vorwürfe gegen Russland erhoben: Wegen der Luftangriffe, die Putin in Syrien fliegen lässt. Hauptthema wird der Ukraine-Konflikt sein. Wie beim ersten Treffen vor zwei Jahren werden neben Putin Frankreichs Präsident Hollande und der ukrainische Präsident Poroschenko dabei sein. Nein, die üben nicht für morgen, wenn gleich drei Präsidenten nach Berlin kommen. Das sind die militärischen Ehren für den Präsidenten aus Panama. Morgen erwartet Angela Merkel brisanteren Besuch: Aus Russland, der Ukraine und Frankreich. Es ist das erste Gespräch auf höchster Ebene zum Ukraine-Konflikt seit Monaten. Wir sind nicht so weit, wie wir sein wollten. Es stockt an vielen Ecken. Bei der Frage des Waffenstillstands, politischen, humanitären Fragen ... Einen Durchbruch erwartet weder die Kanzlerin, noch die Opposition - aber doch Fortschritte. Es ist immer besser zu reden, statt mit Sanktionen zu drohen. Das wird dem Konflikt nicht gerecht. Wenn Präsident Putin schon da ist, bleibt das Thema Syrien nicht außen vor. Seit heute Morgen gibt es kaum Angriffe auf Aleppo, für Donnerstag ist eine achtstündige Waffenruhe verabredet. Die Grünen verlangen von der Kanzlerin, Putin zum Waffenstillstand zu drängen. Es braucht mehr Druck auf Putin, um das Bombardement in Syrien zu beenden. Für Merkel liegen alle Optionen auf dem Tisch, bis hin zu Sanktionen. Aber: Vorrang hat, das Leid der Menschen zu lindern. Das wird Thema sein. Wir erwarten keine Wunder, aber Sprechen ist notwendig. Es war lange unklar, ob das Treffen mit Putin stattfindet. Die Haltung der Bundesregierung: Ein Treffen sei nur sinnvoll, wenn es Bewegung im Ukraine-Konflikt gibt. Danach sieht es nicht aus, aber trotzdem kommt Putin. Dahinter steckt auch die Befürchtung, der Gesprächsfaden könnte abreißen. Das gilt auch für das Thema Syrien. Das deutsch-russische Verhältnis vor dem morgigen Treffen in Berlin beleuchten wir in einem Hintergrundbericht auf tagesschau.de. $1(2016-10-18-5) Die UN kündigten eine dreitägige Waffenruhe für den Jemen an. In dieser Zeit sollen Hilfsgüter an die Bevölkerung ausgeliefert werden. Laut UN-Sondergesandtem Sheikh Ahmed sicherten die Bürgerkriegs-Parteien zu, sich an die Feuerpause zu halten. Sie soll in der Nacht zum Donnerstag beginnen. Im Jemen kämpfen schiitische Rebellen gegen Anhänger des sunnitischen Präsidenten. Sie werden von der Militär-Allianz unter saudi-arabischer Führung unterstützt. $1(2016-10-18-6) In großer Runde kamen in Berlin Abgeordnete von SPD, Grünen und Linkspartei zusammen. 100 Parlamentarier wollten Perspektiven einer Zusammenarbeit nach der Bundestagswahl 2017 ausloten, hieß es vor dem Treffen. Rot-Rot-Grün wird in den Parteien inzwischen als Möglichkeit für eine Regierungskoalition auch auf Bundesebene diskutiert. $1(2016-10-18-7) Die EU-Handelsminister konnten sich bei ihrem Treffen in Luxemburg nicht auf eine Unterzeichnung des CETA-Abkommens verständigen. Die Entscheidung über das Freihandelsabkommen der EU mit Kanada wurde vertagt. Einige Mitgliedstaaten haben noch Vorbehalte gegen CETA. Widerstand kommt u.a. aus dem französisch-sprachigen Teil Belgiens. CETA-Kritiker fürchten eine Absenkung der Sozialstandards und Umweltstandards. Befürworter erhoffen sich mehr Wachstum. Sie haben CETA noch nicht abgesegnet. Dennoch haben die Minister wichtige Ergänzungen beschlossen, unter Einbeziehung Kanadas. So auch eine Forderung des Bundesverfassungsgerichts. Demnach soll ein Mitgliedsland aus CETA aussteigen können, auch nachdem das Abkommen vorläufig in Kraft gesetzt wurde. Der Wirtschaftsminister lobt den Vertrag. Dass es keinen Zwang zur Privatisierung gibt, dass Arbeitnehmerrechte geschützt sind. Dass wir nicht gezwungen werden, gentechnisch veränderte Lebensmittel einzuführen. Dass der Verbraucherschutz gesichert ist und dass das Vorsorgeprinzip der EU erhalten bleibt. Das wurde rechtsverbindlich geklärt. Sechs Jahre wurde CETA verhandelt. Zölle sollen wegfallen, Handel erleichtert werden. Kritiker befürchten: Standards bei Arbeitsplätzen und Verbraucherschutz würden gesenkt oder öffentliche Dienstleistungen durch Privatisierungen gefährdet. Mit dieser Kritik verweigerte das belgische Regionalparlament der Wallonie seine Zustimmung. Die braucht die Zentralregierung. Es sind Treffen anberaumt, um die Bedenken zu hören und jeden Punkt zu beantworten. Ich hoffe, wir haben Erfolg. Zur Stunde berät ein Parlamentsausschuss den Vertrag. In der Wallonie sollte eine Einigung möglich sein. Belgien ist erfahren mit Kompromissen. Wenn nicht, wäre das peinlich. Die EU liefe Gefahr, als Verhandlungspartner nicht ernst genommen zu werden. Wegen der massiven öffentlichen Kritik ist CETA in den Augen vieler ein besserer Vertrag geworden. $1(2016-10-18-8) Auch einen Tag nach dem Unglück auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen ist die Situation unübersichtlich. Noch immer wird ein Mensch vermisst. Die Einsatzkräfte kommen nicht direkt an die geborstenen Rohrleitungen. Zwei Feuerwehrleute starben bei der Explosion. Über 20 Menschen wurden verletzt. Der Blick auf den Unglücksort, er ist nur aus der Luft sicher. Ein Schaumteppich soll die Explosionsgefahr im Hafen der BASF eindämmen. Hier starben gestern der Einsatzleiter der Werksfeuerwehr und sein Kollege. Ich möchte deutlich sagen, wie bestürzt wir sind. Sie haben sich als Feuerwehrleute für die Rettung von Menschenleben eingesetzt. Sie waren da, um zu helfen und für sie kam jede Hilfe zu spät. Der Explosionsdruck könnte einen Menschen ins Hafenbecken geschleudert haben. Tauchmannschaften suchen nach dem letzten Vermissten. Klar ist: Einige Verletzte erlitten schwerste Verbrennungen. Sechs davon sind auf der Intensivstation und es steht zum Teil nicht sehr gut um die Menschen. Lösten Arbeiten an einer Rohrleitung die Explosionen aus? Die Staatsanwaltschaft ermittelt zur Unglücksursache. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin macht deutlich: Dass wir den Anspruch haben, dass man offensiv umgeht mit der Aufklärung der Unglücksursache. Die Fahnen in Ludwigshafen wehen auf Halbmast, Trauer in der Stadt. Nach den letzten Luftmessungen wurde eine Gefahrenmeldung für die Anwohner aufgehoben. Fenster und Türen dürfen wieder geöffnet werden. $1(2016-10-18-9) Die massiven Übergriffe in der Silvesternacht beschäftigen nach wie vor die deutsche Justiz. Heute begann vor dem Landgericht Hamburg ein weiterer Prozess. Die Staatsanwaltschaft wirft drei Männern vor, eine 18-Jährige sexuell genötigt zu haben. Laut Anklage sollen sich die Männer aus Marokko, Algerien und dem Iran mit anderen verabredet haben, um Frauen zu bedrängen. Die Verwirrung nutzten sie für Diebstähle. " $1(2016-10-18-10) Ein Bekenntnis zur Meinungsfreiheit und der Warnung vor Nationalismus, damit wurde die Frankfurter Buchmesse am Abend eröffnet. Bis zum Wochenende rechnen die Organisatoren der weltweit größten Buchmesse mit 300.000 Besuchern. Ehrengast ist 2016 der Sprachraum von Flandern und den Niederlanden. Königlicher Besuch auf der Buchmesse. Der niederländische König und das belgische Königspaar vertraten die Gastländer Flandern und die Niederlande. Der gemeinsame Pavillon - ein Ort der Ruhe und der Meditation. Menschen können viel erleben anhand des Erlebens im Kopf, mit dem Lesen, aber auch mit Virtual Reality. Das kann auch Geschichten erzählen. Ganz und gar nicht still: die Reden zur Eröffnung. Menschenrechtsverletzungen und Einschränkung der Meinungsfreiheit in vielen Ländern der Welt, u.a. der Türkei, machen Sorge. Verlesen wurde eine Botschaft der Autorin Asli Erdoan, die in einem türkischen Gefängnis sitzt. ""Hinter Steinen, Beton und Stacheldraht rufe ich: In meinem Land lässt man mit einer unvorstellbaren Rohheit das Gewissen verkommen. Dabei wird gewohnheitsgemäß und wie blind versucht, die Wahrheit zu töten. Ich weiß nicht wie, aber die Literatur hat es immer geschafft, Diktatoren zu überwinden."" Erstmals gibt es für die Besucher eine App. Sie bietet einen Überblick über Stände und Veranstaltungen. Zumindest hier ist die Messe papierlos. " $1(2016-10-18-11) Nun die Wettervorhersage für morgen, Mittwoch, den 19. Oktober. Das Tief von der Nordsee sorgt für wechselhaftes, windiges und kühleres Wetter. Es nistet sich ein. In den kommenden Tagen wird es auf den höheren Bergen winterlich. In der Nacht verlagert sich Regen aus dem Westen und Nordwesten in den Süden und Osten. Am Tag viele Wolken, nur zwischendurch scheint die Sonne. Teilweise regnet oder schauert es. Am häufigsten und kräftig regnet es vom Nordwesten bis in die Mitte. Auch einzelne Gewitter können dabei sein. Wechselhaftes Wetter am Donnerstag, oberhalb von 1000 bis 1200 Metern schneit es. Freitag gebietsweise Regen oder Schauer, einzelne Gewitter. Am Samstag schneit es oberhalb von 800 bis 1000 Metern. $1(2016-10-18-12) Um 22.15 Uhr meldet Caren Miosga sich mit diesen Tagesthemen: Schwieriger Partner Russland - die Erwartungen an Putins Deutschlandbesuch. Und: Qual der Wahl - die Taktiererei der Parteien um das Amt des Bundespräsidenten. Ihnen noch einen schönen Abend. $1(2016-10-18-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (18.10.2016) Heute im Studio: Caren Miosga Guten Abend. $1(2016-10-18-2) Im Irak begann gestern die vielleicht entscheidende Schlacht. Deren Ausgang wird die Ereignisse in Syrien beeinflussen. Erstmals, seit der IS über den Irak hereinbrach, gibt es die Chance, die Terror-Milizen zu schwächen. Damit könnte der Kalifat-Albtraum zusammenbrechen. Noch ist die Millionenstadt Mossul nicht befreit. Aber diesem Ziel kommen kurdische Peschmerga und irakische Armee jeden Tag ein bisschen näher. Unser Team begleitet die Peschmerga. Wir fahren nach Sheikh Amir, 20 km östlich von Mossul. Gestern war der Ort noch IS-Gebiet. Heute haben kurdische Peschmerga die Kontrolle übernommen. Die Einwohner waren schon geflohen, als die Dschihadisten 2014 den Norden des Irak überrannten. Nun ist das kleine Dorf befreit, aber auch weitgehend zerstört. Die Peschmerga schlugen die IS-Terroristen in die Flucht. Oder sie töteten sie mit Luftunterstützung. Dort drüben bombardierten die Jets die Zentrale des IS im Ort. Das war sehr wichtig. Nur mit Luftangriffen war die Schlacht um den kleinen Ort nicht zu gewinnen. Die IS-Kämpfer waren gut vorbereitet. Der General zeigt uns einen der Eingänge eines großen Tunnelsystems. Hier sollen sich die IS-Kämpfer während der Luftangriffe verschanzt und einen Plan entworfen haben. Es gibt viele verbundene Tunnel. Der Plan war: Sie wollten uns über die verschiedenen Ausgänge an verschiedenen Stellen angreifen. Nach den Luftschlägen machten die IS-Kämpfer genau das. Mit Kalaschnikows und Sprengstoffwesten griffen sie die Peschmerga an. In diesem Ort kämpften 23 Dschihadisten bis zum Tod. Das wird kein leichter Krieg. V.a. nicht in Mossul, das ist eine große Stadt. Straßenkrieg ist hart. In dieser Schlacht soll ein Peschmerga getötet worden sein. Der Kampf um Mossul wird noch mehr Tote fordern. Alexander Stenzel ist in Erbil, wo auch die Bundeswehr Peschmerga ausbildet. Was denken die Menschen in Erbil, wie lange dieser Krieg dauern wird und ob es danach einen Frieden geben wird? Auf dem Flug hierher habe ich einen Kurden kennengelernt. Der war sehr skeptisch. Er glaubt, dass der Kampf noch lange dauern wird. Er glaubt auch nicht, dass die Region hier schnell zu Frieden kommen wird. Er ging sogar so weit, dass er demnächst auswandern möchte. Dann lernte ich einen Taxifahrer kennen. Der war nicht so pessimistisch, was das Kurdengebiet angeht. Aber was Mossul angeht. Da treffen unterschiedliche Ethnien und Religionen aufeinander. Und auch unterschiedliche Machtinteressen. Die müssten bei der Befreiung auch unter einen Hut gebracht werden. Um den IS zu besiegen, hat sich eine Koalition aus sehr ungleichen Partnern mit ungleichen Interessen geformt. Kann das denn gutgehen? Die Koalitionen sind sehr brüchig. Die Kurden und die Zentralregierung haben sich in den letzten zwei Jahren immer um Öleinnahmen gestritten. Das führte dazu, dass die Zentralregierung Hilfe für Flüchtlinge und Waffen zurückhielt. Die Peschmerga drohten, an der Offensive nicht teilzunehmen. Der Konflikt wurde durch die US-Druck beigelegt. Aber die Koalition ist sehr fragil. Und auch die Sunniten und Schiiten kämpfen gemeinsam gegen den IS. Aber sie bekriegen sich sonst in diesem Land seit Jahrzehnten. Falls Mossul erobert wird, stellen beide Gruppen Machtansprüche. Der Frieden wird dann wohl nur sehr kurz sein. $1(2016-10-18-3) Russlands Präsident war lange nicht in Berlin. Seit Beginn des Ukraine-Konflikts zog es ihn nicht mehr zu den Deutschen. Die waren es, die ihm die Sanktionen gegen Wirtschaft und Oligarchen miteingebrockt haben. Nun kommt er morgen nach Berlin. Auch wenn sich nicht viel geändert hat - im Gegenteil: Die Welt ist komplizierter und krisenreicher geworden. In der Ost-Ukraine wird weitergekämpft und nun kämpft Putins Armee auch im Krieg in Syrien. Wie soll die Bundesregierung mit einem Mann umgehen, den der französische Präsident wegen der russischen Bombardements in Syrien einen Kriegsverbrecher nennt? Udo Lielischkies berichtet über Putins militärische Muskelspiele. ""Lieber befreundet sein"" steht da drohend, bevor vorgestern die Stationierung russischer Kurzstreckenraketen in Kaliningrad vorgestellt wird. Wir sind gegen die NATO gewappnet, lautet die Botschaft. Putin lässt sein Land seit Monaten auf Konfrontation mit dem Westen einstimmen. Kann es in diesem Klima morgen einen Durchbruch in der Ukraine-Krise geben? Der Krieg im Donbas ist wieder eskaliert, auch unter Beteiligung russischer Waffen und Militärs. Davon ist nicht nur Kiew, sondern sind auch viele westliche Politiker überzeugt. Die Situation: festgefahren. Putin fordert von Poroschenko die in Minsk vereinbarten Schritte: Einen Sonderstatus für die besetzten Gebiete und Lokalwahlen. Poroschenko verlangte heute wieder zunächst ein Ende der russischen Besetzung. Erst dann könnten politische Schritte folgen. Ich kann mir keine freien Wahlen vorstellen in Anwesenheit russischer Truppen. Auch Syrien wird morgen in Berlin Thema sein. Die humanitäre Katastrophe in Aleppo, so Merkel, sei Folge syrischer und russischer Bombardements. Auch hier zeigen die russischen Medien eine andere Sicht. Fotos von Opfern, die die Welt berührten, werden in Frage gestellt. Diese beiden Jungen etwa seien mit Mehl oder Zement bestäubt worden, sagt der Text. Die westliche Darstellung der Situation, so Putin, nicht zuletzt beim Angriff auf einen Hilfskonvoi, solle nur Druck auf Russland erzeugen. Russland wird grundlos aller Todsünden beschuldigt. Aber wir alle wissen, wer den UN-Konvoi getroffen hat - eine der Terror-Organisationen. Die USA wissen das auch. Der Verteidigungsminister verkündete heute einen Bombenstopp als Zeichen des guten Willens. Zivilisten sollen so aus Ost-Aleppo fliehen können. Aber Kämpfer der ehemaligen Al-Nusra-Front müssten endlich die Stadt verlassen. Als weiteres Zeichen für Entschlossenheit zeigt das russische Fernsehen Moskaus einzigen Flugzeugträger auf seinem Weg nach Syrien. Putin handelt militärisch erfolgreich und ist wichtiger Gesprächspartner geworden. Sein Finanzminister Siluanow hat schlechte Nachrichten: Das Geld für eine Modernisierung der Armee reicht nicht, schreiben auch heute die Zeitungen und warnen: Der Militäretat frisst zu viele zivile Projekte, die Industrie-Produktion stagniert trotz aller Kreml-Vorgaben, die finanziellen Reserven schmelzen, und die Bevölkerung wird nervös. Um sie von der Wirtschaftsmisere abzulenken, so Experten, könnte Putin weiter den Konflikt mit dem Westen schüren. Marion von Haaren in Berlin: Wenn Putin nicht einlenken will, wie hoch können denn die Erwartungen an den Besuch morgen überhaupt sein? Schwer zu sagen. In der Regierung überwiegt die Auffassung, dass alles getan werden muss, um mit Putin im Dialog zu bleiben. Kleine Fortschritte müssen erreicht werden, um die humanitäre Lage in Syrien etwas verbessert zu können. Merkel schraubte die Erwartungen aber runter. Man dürfe keine Wunder erwarten. Für Aleppo wäre schon etwas gewonnen, wenn mit Putin die Verlängerung der Waffenruhe erreicht würde. Die Kanzlerin hat auch eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland angesprochen. Was würden Sanktionen in der jetzigen Situation bringen? Für die eingeschlossenen Menschen geht es um eine schnelle Lösung. Weitere Sanktionen haben keine schnelle Wirkung. Sie würden die Eskalation weitertreiben. Das glaubt eine Mehrheit der Bundesregierung. Aber Russland hat auch sein altes Einflussgebiet Syrien teilweise zurückerobert. Es ist kein realistisches Ziel für Europa, zu fordern, dass Assad gehen muss. Europa müsste auf die Türkei einwirken, dass die Rebellen nicht mehr mit Waffen versorgt werden. Die meisten, die dort kämpfen, sind radikal. $1(2016-10-18-4) Angesichts der vielen Konflikte in der arabischen Welt gerät der Bürgerkrieg im Jemen oft in den Hintergrund. Jetzt gibt es für das Land einen Hoffnungsschimmer. Mehr in den Nachrichten. Laut UN wurde für den Jemen eine neue Waffenruhe vereinbart. Sie soll in der Nacht zu Donnerstag in Kraft treten und zunächst für drei Tage gelten. In dem verarmten arabischen Land kämpfen schiitische Rebellen gegen Gruppen, die dem sunnitischen Präsidenten Hadi nahestehen. $1(2016-10-18-5) Die EU-Handelsminister konnten sich nicht auf eine Unterzeichnung des CETA-Freihandels-Abkommens mit Kanada verständigen. Bei einem Treffen in Luxemburg wurde die Entscheidung über das Abkommen vertagt. Widerstand gegen CETA kommt aus dem französisch-sprachigen Teil Belgiens sowie aus Rumänien und Bulgarien. In Belgien befürchten Kritiker Nachteile für die Wirtschaft. Rumänien und Bulgarien fordern von Kanada Visafreiheit für ihre Bürger. $1(2016-10-18-6) Am deutschen Aktienmarkt standen heute die Aktien des Autozulieferers Continental im Fokus. Die mussten gegen den Trend Kursverluste hinnehmen. Die Auto-Industrie ist eine Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft. Sie ist eine tragende Säule des Wohlstandes in diesem Land. Neben den Herstellern spielen die Zulieferer eine große Rolle. Etliche haben Probleme mit Veränderungen und Aufsichtsbehörden, z.B. Continental. Der Zulieferer kassierte seine Ergebnis-Prognose: Wegen hoher Entwicklungskosten und Forschungskosten für die Herausforderungen der Zukunft. Aber auch wegen laufender Kartellverfahren und Produktgewährleistungen. Das drückt auf das Ergebnis und die Stimmung von Anlegern und Investoren. Die hören solche Nachrichten nicht gerne, denn sie sind verwöhnt. In den letzten fünf Jahren legte die Aktie um 220 % zu. Seit Jahresbeginn geht es aber ziemlich bergab. 25 % beträgt das Minus seit Januar, heute sind es - 1,3 %. Nicht nur Anleger reagieren, sondern auch die Experten. Neutral bis rot sehen die Analysten die Aktie. Man sollte aber die Quartalszahlen abwarten. An Fakten lassen sich Kurs, Entwicklung und Ziele eines Unternehmens am besten beurteilen. Der deutsche Aktienmarkt hat sich gut erholt präsentiert. $1(2016-10-18-7) Börsendaten $1(2016-10-18-8) Einen Tag nach der Explosion auf dem Firmengelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen wird noch ein Mensch vermisst. Es handelt sich um das Besatzungsmitglied eines Tankschiffes. Aus Sicherheitsgründen konnten nicht alle Bereiche der Unglücksstelle abgesucht werden. Bei der Explosion starben gestern zwei Mitarbeiter der Werksfeuerwehr. Mehrere Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. $1(2016-10-18-9) Dies war der Moment, in dem Deutschland ein neues Problem bekam. Wer folgt diesem Mann, der da den Saal im Schloss Bellevue verlässt? Es war der 6.Juni, und soeben hatte Joachim Gauck verkündet, er wolle sich keine weitere Amtszeit als Bundespräsident zumuten. Seither läuft die Show der Kandidaten. Schwierig ist die. Der oberste Repräsentant des Landes soll das Volk vertreten, die Parteien präsentieren, aber v.a. Frauen und Männer ihrer eigenen politische Farbe. Auch diesmal scheint der Wille schwach, dem Ritual eines ""Wir finden einen Konsenskandidaten"" zu entrinnen. Über die farbenfrohe Suche nach einem neuen Schlossherren. Wer soll hier bloß einziehen? Deutschland sucht den Bundespräsidenten und wundert sich, wie kompliziert das ist. Gesucht wird hinter verschlossenen Türen im Hinterzimmer. Die Suchenden lassen sich dabei allenfalls durchs Schlüsselloch beobachten. Die Große Koalition will einen gemeinsamen Kandidaten finden. Erfolgreich war sie dabei nicht. Die Chancen, dass es noch gelingt, stünden 50:50, heißt es aus der SPD. Wenn die Gespräche nicht zu einem gemeinsamen Kandidaten führen, wird jede Partei eigene Kandidaten ins Rennen schicken. In der SPD wird für diesen Fall Frank-Walter Steinmeier ins Spiel gebracht. Bei der Union hört man die Namen Wolfgang Schäuble und Norbert Lammert. Aber nur hinter vorgehaltener Hand. Fragt man, wie die tagesthemen heute, nach, kriegt man so was zu hören: Sie stellen manchmal lustige Fragen. Um mit eigenem Parteikandidaten zu gewinnen, brauchen Union und SPD andere Partner. Für die Sozialdemokraten wäre rot-rot-grün eine Option. Steinmeier lehnt die Linke aber ab. Ich will mich nicht zu Namen äußern. Das ist eine Verabredung zwischen uns. Was man aber sagen kann: Ein neues Signal kann nicht heißen, dass jemand von der Regierung zur Bundespräsidentschaft wechselt. Rot-rot-grünes Kennenlerntreffen heute Abend im Bundestag. Für eine Koalition auf Bundesebene wäre ein gemeinsamer Bundespräsident das ideale Startsignal, heißt es hier. Die gemeinsame Kandidatensuche für einen Schlossherrn aber läuft alles andere als ideal. Man denke über Margot Käßmann nach, wurde letzte Woche publik. Käßmann war überrumpelt und lehnte ab. Der Fall Käßmann ist ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Es schadet am Ende allen Beteiligten, wenn Namen öffentlich verbrannt werden. Wenn man ernsthaft jemand durchsetzen will, nennt man jemand intern und nicht öffentlich. Ein Schwarz-grüner oder gar überparteilicher Kandidat? Es wird weiter im Geheimen sondiert und verworfen. Name für Name. Woche für Woche. Joachim Gauck, der amtierende Bundespräsident, hätte das verhindern können. Er hätte nur bleiben müssen""Mehr Mut auf dem Weg zum Bundespräsidenten! Ein Kommentar von Thomas Baumann vom MDR. Ich habe nichts gegen einen Konsenskandidaten, wenn er intelligent, unabhängig, politisch erfahren und parkettsicher ist. Unser Glück: Wir haben in beiden politischen Lagern Frauen und Männer dieses Schlags. Umso ärgerlicher, dass die Parteien seit vier Monaten wie die Katze um den heißen Brei schleichen und sich die Genannten nicht klar äußern. So ist das bei Norbert Lammert, Wolfgang Schäuble und Frank-Walter Steinmeier: Die SPD wird nicht müde, Steinmeier zu preisen. In den Katakomben des Bundestags höre ich: Der will nicht. Wenn's so wäre, warum erklärt er sich nicht? Und wenn er wollte: Warum nominiert ihn seine SPD nicht? So sagen mir die Parteimanager: Aus Rücksichtnahme, weil wir niemanden verbrennen wollen. Nur nicht verlieren also. Als ob es eine Schande wäre, gegen einen Schäuble oder einen Steinmeier den Kürzeren zu ziehen. In Sonntagsreden betont die politische Klasse die Vorzüge des demokratischen Wettbewerbs. Ausgerechnet, wenn es um das höchste Amt geht, scheut sie das Risiko. Und nimmt dabei in Kauf, dass eine zu weit gehende Konsenssuche nach Hinterzimmerpolitik riecht. Wasser auf die Mühlen derer, die uns weismachen wollen, Politik sei ein abgekartetes Spiel. Den Möchtegern-Kandidaten sei gesagt: Ziert euch nicht! Und den Parteimanagern rufe ich zu: Mehr Mut! Schickt eure Besten ins Rennen! Thomas Baumann kommentierte. $1(2016-10-18-10) Behinderte Menschen sollen im Alltag weniger Behinderungen erfahren, mehr selbst entscheiden können, wo sie wohnen oder was sie arbeiten. So schreibt es die UN-Behindertenrechtskonvention vor und auch das Bundesteilhabegesetz. Woran da der Haken ist? Wie fast immer in der Antwort auf die Frage: Was kostet das? Und so fürchten v.a. diejenigen, die auf Helfer angewiesen sind, schlechter versorgt zu werden. Es sind die kleinen Handgriffe, die das Alleinleben für Raul Krauthausen unmöglich machen. Deshalb hat er morgens und abends einen Assistenten. Selbstbestimmt am Leben teilhaben, ist sein Ziel. Selbstbestimmtes Leben bedeutet für mich, dass ich jederzeit entscheiden kann, was ich wann mache. Wann ich ins Bett gehe, wann ich aufstehe, was ich esse, wann ich esse, wo ich esse. Krauthausen befürchtet: Mit dem neuen Bundesteilhabegesetz werden solche Hilfen nur genehmigt, wenn sie mit anderen Behinderten zusammen genutzt werden. Im schlimmsten Fall bedeutet das Heimbetreuung. Um herauszufinden, was das bedeutet, zog Krauthausen in eine Behindertenunterkunft. Er dokumentierte seine Erlebnisse mit versteckter Kamera. Es fühlte sich an, wie ein Leben im Krankenhaus, immer unterschiedliche Menschen in seiner Privatsphäre. Seine Bedürfnisse wurden dem Tagesplan der Pfleger untergeordnet. Alles, was ich machen wollte, hatte ich das Gefühl, im Heim muss ich begründen und darf nicht so oft vorkommen: So was wie nachts um drei einen Joghurt essen oder später ins Bett gehen. Unter diesen Bedingungen arbeiten gehen, wie Krauthausen es tut, undenkbar. Er managt ein kleines Start-up in Berlin. Arbeiten ist ein wichtiger Teil seines selbstbestimmten Lebens. Wir müssen Menschen gewährleisten, dass sie selbst entscheiden können, wie sie leben wollen. Im Bereich Wohnen ist das entscheidend. Denn wir alle möchten entscheiden, wo wir wohnen und wie wir leben. Das Recht haben auch Menschen mit Behinderungen. Für Sozialministerin Nahles ist die Kritik bitter, denn sie kämpft für Verbesserungen. Aber die Vorgaben der schwarz-roten Regierung sind: Das Gesetz darf keine Ausgabewelle auslösen. Insgesamt bedeutet es mehr Verbesserungen als Verschlechterungen. Aber die Angst, durch das Teilen von Assistenten die Selbstbestimmung zu verlieren, ist bei Betroffenen groß. Andrea Nahles hält sie für unbegründet. Es ist vermerkt, dass es zumutbar sein muss. Das wird in einem persönlichen Teilhabeverfahren mit jedem Einzelnen geklärt: Was ist zumutbar und was nicht. Das Problem ist: Die einzige Person, die entscheidet, was zumutbar ist, ist der Sachbearbeiter im Sozialamt. Zu viel musste Krauthausen schon für unzählige Hilfeleistungen kämpfen. Von einer großen Reform hatte er sich wie so viele andere mehr erhofft. $1(2016-10-18-11) Mir sind Bücher, was den anderen Leuten Weiber, Tanz und Kartenspiel. Zitat Ringelnatz. Joachim Ringelnatz war kein selbstverliebter Schöngeist, sondern ein Spaßvogel. Er hatte großen Spaß daran, die schreibenden Schöngeister seiner Zeit hochzunehmen. Mit ihren Büchern treibe er Sport. Und im Gedicht ""Der Bücherfreund"" wusste er die Wälzer ""nach Gold und Lederton zu mischen, dass sie wie ein Bild die Stube schmücken"". Ringelnatz hätte seine Freude gehabt an der heute eröffneten Buchmesse in Frankfurt/Main mit ihren abertausenden Titeln. Wir versuchen uns mit ähnlicher Begeisterung durch den Gabentisch der Verlage zu wühlen. Zehntausende Neuerscheinungen ab morgen auf der Frankfurter Buchmesse. Wie kann man in diesem Überfluss etwas Tolles zum Lesen finden? Da muss Hilfe her. Ein Anruf beim Literaturexperten Denis Scheck. Wie behält der den Überblick? Da hilft alles nichts als selber lesen. Ich lese zwischen 150 und 180 Bücher im Jahr. 90.000 erscheinen. Es muss einem klar sein, man kann nur einen kleinen Ausschnitt davon tatsächlich zur Kenntnis nehmen. Wer jetzt nicht so viel lesen will oder kann, muss auswählen. Aber: Wie? Indem man jemanden fragt, der sich auskennt. Detlef Felken ist Cheflektor. Er erzählt, dass viele Leser Sehnsucht kaufen. Tolle Bücher, die man mal lesen muss, die aber oft zu Hause im Regal enden. Er empfiehlt mir einen Roman. Was Indisches. Wie entdeckt der Fachmann gute Bücher? Manchmal lass ich mich treiben und mache Zufallsentdeckungen. Das ist nicht der schlechteste Weg. Bücher lesen führt zu anderen Büchern. Dann gibt es in Deutschland eine sehr reiche Literaturkritik, vielleicht die beste der Welt. Von der Kritik gelobt wurde dieser Wälzer. Kostet aber 2500 Euro. Das Gesamtwerk des Malers David Hockney trotz der Leichtigkeit der Bilder das schwerste Buch der Messe. Also doch was Holländisches 2016? Irgendwas mit Eierlikör vielleicht. Ich bin verwirrt von der Messe. Auf dem Weg nach draußen treffe ich einen Ex-Buchhändler. Er macht mittlerweile beruflich was anderes. Sein Rat ist aber noch gefragt. Glaubt mir zwar keiner, aber ich lese täglich. Da kommen Kollegen und fragen: Haste mal 'nen Tipp? So einen Tipp will ich jetzt auch. Ganz altmodisch in einem Buchladen in der Frankfurter Innenstadt. Hier stranden viele hilflose Hobby-Leser. Das merkt man im Gespräch. Es gibt einzelne Fragen, die man vorab stellt. Ich frage gerne, was das letzte Buch war, das begeisterte. Danach kann man sich gut orientieren, in welche Richtung das gehen kann. Ein Online-Versand kann das auch, aber nicht so charmant. Ich mache mich ans Schmökern. Christian Krachts Roman Die Toten. Scheint ein guter Tipp zu sein. $1(2016-10-18-12) In der Champions-League spielten heute zwei deutsche Mannschaften. Dortmund musste am 3. Spieltag zu Sporting Lissabon und gewann mit 2:1. Bayer Leverkusen empfing Englands Tabellenführer Tottenham. Leverkusen wollte nach zwei Remis endlich den ersten Sieg. Ob das geklappt hat, berichtet Robert Hunke. Im Oktober vor 30 Jahren bestritt Leverkusen das erste Europapokalspiel. Im 100. Champions-League-Spiel waren die Gäste zuerst besser. Leno hielt den Nachschuss. 0:0 zur Pause. Nach der Pause kam zunächst Chicharito durch. Das Tor zählte aber nicht. Dabei war nicht voll hinter der Linie. Leverkusen in der zweiten Hälfte besser. Sie kamen immer wieder durch die englische Abwehr. Aber sie brachten den Ball nicht ins Tor. Das Unentschieden ist zu wenig für den Bundesligisten. $1(2016-10-18-13) Damit zu Karsten Schwanke, der wunderschönes Herbstwetter im Angebot hat. Aus meteorologischer Sicht durchaus. Ein schönes Tief bewegt sie nach Deutschland. Für die meisten bedeutet das, es wird kälter. Es gibt kaum Sonne und viel Regen. Wir schauen auf das Radar. Am Nachmittag zog die erste Front herein. Sie kommt jetzt in die Mitte Deutschlands. Der Vorschaufilm zeigt: Dieses Tief, das sich von der Nordsee nach Norddeutschland bewegt. Hier bleibt es für drei Tage liegen. Es dreht sich aber immer weiter. Es gibt hier viele Wolken. Die Kaltfront kommt heute Abend. Erreicht dann auch Osten und Süden. In der zweiten Nachthälfte werden im Nordwesten erste Schauer kommen. Die Temperaturen gehen runter. Morgen Vormittag weitere Wolken. Und natürlich auch Regen. In der Mitte kann es auch auflockern. Im Nordwesten neue kräftige Schauer. Es sind auch Gewitter möglich. Am Nachmittag bewegen sich die Schauer bis zum Harz. In höheren Lagen kann auch Schnee dabei sein. Im Nordosten und Südosten haben wir Regen. Die Temperaturen: Der Wind weht entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Temperaturen bewegen sich weiter im mittleren Bereich. Die Weiterentwicklung: Im Süden steigt die Kurve dann wieder an. $1(2016-10-18-14) Hier geht es weiter mit dem Spielfilm Alles inklusive, in dem ein All-inclusive-Urlaub eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Das nachtmagazin meldet sich um 0.40 Uhr. Wir sehen uns morgen wieder. Bis dahin. Tschüss. Copyright Untertitel: NDR 2016 $1(2016-10-19-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. $1(2016-10-19-2) Russlands Staatschef Putin trifft in Berlin Kanzlerin Merkel und die Präsidenten der Ukraine und Frankreichs. Thema ist die Krise in der Ukraine und die Umsetzung der Minsker Friedensvereinbarungen. Später geht es in kleiner Runde um den Krieg in Syrien. Vor dem Treffen hatte Russland sich bereiterklärt, die angekündigte Feuerpause in Aleppo von acht auf elf Stunden auszuweiten. Ein Lächeln für die Kameras, doch die drei müssen noch warten. Der russische Präsident kommt 30 Minuten später. Die Begrüßung ist distanziert. Die Kanzlerin will eine schonungslose Bestandsaufnahme im Ukraine-Konflikt: Warum kommt der Friedensprozess nicht voran? Der deutsche Außenminister dämpft die Erwartungen. Es geht mir nicht darum, schulterklopfend vor den Medien zu stehen. Es geht darum, den Waffenstillstand für die Ukraine stabiler zu machen. Und den Weg offen zu halten zu einer politischen Lösung. Inhaltlich ist weniger zu erwarten, auch im Syrien-Konflikt. Die Regierung verurteilt die russischen Luftangriffe auf Aleppo. Wir haben es mit Wellen von Angriffen des Assad-Regimes gegen Bevölkerung und medizinische Einrichtungen zu tun. Es ist eine katastrophale Situation. Erwarten Sie von diesem Treffen nicht mehr, als dass die Verantwortlichkeiten klar beim Namen genannt werden. Nur eine kurze Feuerpause sei zu wenig. EU-Politiker drohen mit Sanktionen. Putin muss wissen: Wenn durch sein Verhalten in Syrien keine Lösung möglich ist, verändern sich die Sanktionen auch nicht. Noch wird verhandelt. Erst in der Nacht soll es eine Pressekonferenz geben. Zu dem Vierer-Gipfel live aus Berlin Thomas Baumann: Die Kanzlerin und drei Präsidenten konferieren seit einer Stunde. Es gibt noch keine Informationen. Aber es gibt eine Verhärtung der Fronten im Syrien-Konflikt. Die russische Regierung hat weitere Gespräche mit den USA abgelehnt. Die Syrien-Verhandlungen laufen nur über Berlin. Merkel und Steinmeier kommt damit eine hohe Verantwortung zu. Vor dem Syrien-Gespräch ist die Lage in der Ostukraine das Hauptthema. Es gibt Hoffnung für eine stabilere Waffenruhe." $1(2016-10-19-3) Zwei Tage nach Beginn der Offensive auf Mossul meldet die irakische Armee weitere Erfolge: Mehrere Dörfer seien von der IS-Terrormiliz befreit worden. Mossul ist die zweitgrößte Stadt des Irak und die letzte Bastion der Islamisten in dem Land. An der Groß-Offensive beteiligen sich auch kurdische Peschmerga-Kämpfer und Verbündete der Anti-IS-Allianz. $1(2016-10-19-4) Die Bewegung gilt in Teilen als rechtsextrem und gewalttätig: Ein ""Reichsbürger"" schoss bei einer Razzia in Bayern auf Polizisten. Vier Beamte wurden verletzt, einer lebensgefährlich. Das SEK wollte bei dem Jäger (49) Waffen sicherstellen. Gegen ihn wird nun wegen versuchten Mordes ermittelt. Die ""Reichsbürger"" lehnen die Bundesrepublik ab und werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Versteckt aus dem 1. Stock feuerte der Mann ohne Vorwarnung auf die Polizisten, vier Beamte wurden verletzt. Im Auftrag des Landratsamtes sollten sie 30 Waffen einziehen. Dem Mann waren wegen Unzuverlässigkeit die Waffenbesitzkarten und der Jagdschein entzogen worden. Der 49-Jährige wird der ""Reichsbürgerbewegung"" zugerechnet. Hier haben wir eine in Bayern noch nicht gekannte Eskalation. Das bedeutet: Der Verfassungsschutz muss alles, was an ""Reichsbürgern"" in Bayern unterwegs ist, schärfer in den Blick nehmen. Die ""Reichsbürger"" lehnen die Bundesrepublik und ihre Institutionen ab. In ihrer Vorstellung existiert noch das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937. Die Bewegung gilt in Teilen als rechtsextrem. Fachleute warnen vor zunehmender Gewaltbereitschaft. Weil der Rechtsstaat sich stärker mit ""Reichsbürgern"" auseinandersetzt und das Recht durchsetzt. Einige neigen dazu, dann zu Gewalt zu greifen. Wurde die Bewegung bislang unterschätzt? Der extremistische Anteil ist nicht groß, aber vorhanden. Das wird jetzt Anlass sein, zu überprüfen, ob die bisherigen Bewertungen Bestand haben. Die Opposition will, dass sich der Verfassungsschutz mit den ""Reichsbürgern"" befasst. Wer sind die ""Reichsbürger""? Welches Weltbild haben sie? Wie gefährlich ist die Bewegung? Dazu mehr auf tagesschau.de $1(2016-10-19-5) Der Fall des terrorverdächtigen Syrers Al-Bakr und mögliche Versäumnisse der Behörden: Das beschäftigte den Innenausschuss und Rechtsausschuss des Bundestages. Al-Bakr soll Mitglied der IS-Terrormiliz gewesen sein. Er hatte sich vor einer Woche im Gefängnis in Leipzig erhängt. Zuvor war er als nicht suizidgefährdet eingestuft worden. Generalbundesanwalt Frank musste Rede und Antwort stehen. Kritik stand im Raum, er habe die Ermittlungen im Fall Al-Bakr zu spät an sich gezogen. Nach der Sitzung nehmen ihn fast alle in Schutz, bis auf einen. Der Generalbundesanwalt hätte hier einen Fall von besonderer Bedeutung sehen müssen. Es war absehbar, dass es sich um einen Anschlag mit Sprengstoff handeln könnte. Lob gibt es für die Kleinstarbeit des Verfassungsschutzes. Sachsen muss dagegen harsche Kritik einstecken. Es hat Fehler gegeben, die mich fassungslos machen. Die Verantwortung dafür liegen beim Freistaat in Sachsen. Verantwortung für die zunächst missglückte Festnahme und dafür, dass sich Al-Bakr in der JVA Leipzig umbrachte. Die Opposition hat Fragen an den Verfassungsschutz: Könnte der die Polizei künftig nicht früher informieren? Es ist das klare Fazit: Eine kritische Aufarbeitung vom Geheimdienst, von der Kommunikation. Ab wann hätte eine Vorinformation an die Polizei gehen können? Schon sechs Stunden hätten mehr Vorlauf für die Polizei ergeben. Zuletzt überboten sich noch Vorschläge für Konsequenzen: Eine Strafrechtsreform oder zentrale Haftanstalten für Terror-Verdächtige. Heute schrumpfte die Kritik an den Bundesbehörden zusammen. $1(2016-10-19-6) Fünf Jahre nach dem Beschluss zum Atomausstieg billigte das Kabinett das Gesetz zur Entsorgung von Atommüll. Zwischenlagerung und Endlagerung gehen in die Staatsverantwortung über. Im Gegenzug überweisen Vattenfall, E.ON, RWE und EnBW 23,6 Mrd. Euro an einen staatlichen Fonds. Für Stilllegung und Abriss bleiben die Unternehmen verantwortlich. Erforderlich ist noch die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat. $1(2016-10-19-7) Mit einem wegweisenden Urteil hat der Europäische Gerichtshof eine Diskussion über Deutschlands Apothekenmarkt angestoßen. Die Preisbindung verschreibungspflichtiger Medikamente halten die Richter für nicht vereinbar mit EU-Recht. Das beschränke den freien Warenverkehr. Die Preisbindung sei damit nicht mehr auf Versandapotheken im EU-Ausland anwendbar, so das Gesundheitsministerium. Das Urteil werde nun geprüft. Apotheken-Kunden zahlen in Deutschland für verschreibungspflichtige Medikamente überall das Gleiche. Rabatte sind bisher nicht möglich. Nun entschied der EuGH, dass das nicht gilt für Versandapotheken aus dem EU-Ausland. Wir begrüßen dieses Urteil. Parkinsonpatienten als chronisch Kranke können so die finanziellen Belastungen senken. Mit der niederländischen Versandapotheke DocMorris hatte die Parkinsonvereinigung ein Bonussystem vereinbart. Ihre Mitglieder konnten pro Rezept bis zu 5 Euro sparen. Die Richter argumentierten, die EU wolle freien Warenverkehr. Ausländische Versandapotheken könnten nur über den Preis in den Wettbewerb treten. Die Preisbindung in Deutschland gilt aber weiter. Apothekerverbände fürchten die EU-Konkurrenz. Sie suchen sich besondere Leistungen aus, picken die Rosinen aus dem Kuchen. Der bleibt dann übrig für die Apotheken. Wird der Gesetzgeber aktiv, um die Benachteiligung deutscher Apotheken zu beseitigen? Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Preisbindung in Deutschland wird aufgehoben. Das sorgt für Wettbewerb unter den Apotheken. Bisher war das nicht gewünscht. Oder die Preisbindung wird beibehalten, aber der Versandhandel wird verboten. Laut einem Urteil von 2003 ist das denkbar. $1(2016-10-19-8) Nach der Explosion bei BASF in Ludwigshafen stieg die Zahl der Todesopfer wohl auf drei. Taucher bargen die Leiche eines Mannes. Bei ihm handelt es sich möglicherweise um einen vermissten Tankschiff-Matrosen. $1(2016-10-19-9) Die 55.000 Ärzte an Kliniken von Städten, Gemeinden und Kreisen in Deutschland bekommen mehr Geld. Der Tarifabschluss von Marburger Bund und kommunalen Arbeitgebern sieht eine Lohnsteigerung vor. " $1(2016-10-19-10) Journalist und ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt ist in Hamburg mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet worden. Er wurde für seine Verdienste um die Aufdeckung der Doping-Skandale im internationalen Spitzensport geehrt. In der Laudatio hieß es, Seppelt habe mit seinen Recherchen Licht ins Dunkel der Dopingnetzwerke gebracht. $1(2016-10-19-11) Die europäische Raumsonde Schiaparelli ist erfolgreich in die Mars-Atmosphäre eingetreten. Nun warten die Wissenschaftler auf Signale von der Sonde, ob die Landung geklappt hat. Das Manöver ist ein Testlauf für eine gemeinsame Mission der europäischen ESA und der russischen Roskosmos. In vier Jahren soll auf dem Mars ein fahrbarer Roboter abgesetzt werden, der nach Spuren von Leben sucht. Jubel im ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt: Kurz vor 17 Uhr meldet sich der Satellit. Das Abbremsmanöver hat funktioniert, ab jetzt sammelt er Daten. Unklar ist, ob auch das Landegerät heil aufgesetzt hat. Wir warten noch auf Signale. Das ist ein Testgerät, um die Landung auszuprobieren für die Mission in 2020. Man weiß, dass das Abbremsen nach dem Eintauchen in die Mars-Atmosphäre geklappt hat. Ob Schiaparelli aber unbeschadet gelandet ist, wird man erst im Laufe des Abends wissen. Aufschlüsse erwarten wir uns, wenn wir einen Rover absetzen, wir zwei Meter in die Marskruste bohren, um zu gucken, ob es da Leben gibt oder gab. Das ist ist dann der direkte Nachweis. Für 2020 ist mit dem russischen Unternehmen Roskosmos geplant, einen Roboter auf dem Mars abzusetzen. Der soll durch Bohrungen nach Spuren von Leben suchen. Die Wissenschaftler vermuten: Hier könnte sich Wasser befinden, in dem einfache Lebensformen gedeihen können. $1(2016-10-19-12) Lottozahlen - 16 -32 - 33 - 40 - 42 - 43 - Superzahl 5 - Diese Angaben sind wie immer ohne Gewähr. Weitere Gewinnzahlen finden Sie auf Tagesschau.de und im ARD Text auf Tafel 580. $1(2016-10-19-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (19.10.2016) Heute im Studio: Caren Miosga Guten Abend. $1(2016-10-19-2) Manchmal ist es schon ein Erfolg, wenn man verhindert, dass alles noch viel schlimmer wird. Der Satz des deutschen Außenministers zeigt, wie wenig zu erwarten ist vom Gipfel mit Wladimir Putin. Der sitzt seit Stunden in Berlin mit der Kanzlerin, Frankreichs und Ukraines Präsident zusammen. Deprimierend die Lage in der Ukraine: Da schweigen die Waffen immer noch nicht. Und noch deprimierender: Syrien. Die Russen verlängerten die Feuerpause in Aleppo zwar um mickrige drei Stunden. Doch das ist schierer Hohn, da es Tage bräuchte, um Hilfslieferungen in die umkämpfte Stadt zu bringen. Was will der russische Präsident in Berlin? Immerhin: reden. Wenn auch nur mit den Deutschen. Die Stoffbären in Gedenken an die Kinder von Aleppo liegen nahe beim Kanzleramt. Syrische Oppositionelle legten sie dort hin. 140 Kinder sollen seit der letzten Waffenruhe ums Leben gekommen sein. Putin bekam sie nicht zu sehen. Es gab nur eine formelle Begrüßung durch die Kanzlerin. Seit Deutschlands Wiedervereinigung waren die Beziehungen zu Russland noch nie so frostig. Zum Thema Aleppo gab Merkels Sprecher den Ton vor: Es gab Wellen von Angriffen des Assad-Regimes auf Aleppo gegen die Zivilbevölkerung und medizinische Einrichtungen. Es ist eine katastrophale Situation. Erwarten Sie von dem Treffen zu Syrien nicht mehr, als dass die Verantwortlichkeiten beim Namen genannt werden. Doch seit gestern fallen keine Bomben mehr auf Aleppo und die Waffenruhe soll von acht auf elf Stunden verlängert werden. Das kündigte der Kreml an. Für Außenminister Steinmeier ist das der Beweis, dass Befürworter von Sanktionen gegen Russland falsch liegen. Hätten wir das getan, wären wir heute wohl nicht in der Situation, diese Waffenpause von einigen Stunden oder Tagen zu haben. Mit in der Abend-Runde bei Merkel war Ukraines Präsident Poroschenko. Eine schonungslose Bestandsaufnahme der Lage in der Ost-Ukraine soll es geben, denn der Friedensprozess dort stockt. Aber an einigen Orten konnte man die Konfliktparteien entflechten. Wir sind einigermaßen zufrieden mit dem Stand an diesen drei Orten. Das ist ein Hoffnungsschimmer: Dass man an dieser Front bei der Frage eines Waffenstillstands Fortschritte erzielen kann. Die Gespräche dauern noch an bei einem Abendessen im Kanzleramt. Von leichter Kost kann aber nicht die Rede sein. $1(2016-10-19-3) In Berlin verfolgt Thomas Baumann diesen Abend. Ist schon was nach außen gedrungen? Die Pressekonferenz dürfte später erst beginnen. Noch wird über die Ukraine geredet. Es soll um humanitäre Aspekte und Truppenentflechtung gehen. Es geht auch um den Autonomiestatus für Gebiete in der Ostukraine. Konkrete Ergebnisse kennen wir aber noch nicht. Nun soll ja auch über Syrien gesprochen werden. Wie haben wir das zu verstehen? Russland kündigt die Gespräche mit den Amerikanern auf. Und zwar an dem Tag, an dem sie mit Kanzlerin und Außenminister zusammensitzen. Was sagt uns das über die Rolle der Deutschen? Das sagt uns, dass es eine Verschärfung gibt in dem Konflikt. Es ist auch eine Aufwertung des Berliner Treffens. Wenn sich Russlands Außenminister Sergej Lawrow weigert, direkt mit US-Amtskollege Kerry zu sprechen: Dann gibt es nur einen Gesprächskanal. Das ist der über die Bundesregierung, über Berlin, weil auch Frankreich und Großbritannien nicht infrage kommen. Es kommt ganz offensichtlich auf die Bundeskanzlerin und den Außenminister an. Es kommt mehr Verantwortung auf sie zu im Syrien-Konflikt. Die Bundesregierung ließ mich auf Nachfrage wissen, dass alle Verhandlungen in enger Abstimmung mit den USA geschieht. Der scharfe Ton des Regierungssprechers ist auch ein Signal an Putin: Wir lassen uns nicht aus dem westlichen Bündnis herauslösen. $1(2016-10-19-4) Wladimir Putin und warum er reden will. Ein Kommentar von Udo Lielischkies (WDR). Ohne Russland geht es nicht. Dieser vernünftige Satz ist in den letzten zwei Jahren zu einem inhaltsleeren Mantra verkommen. Putin kann in der Ukraine eskalieren, in Syrien bomben und NATO-Ängste schüren. Heute wird wieder geredet, obwohl Putin das Normandie-Format für sinnlos erklärt hat. Angela Merkel ist seine härteste Widersacherin in Europa. Bis zuletzt ließ er sie auf die Zusage warten. Warum ist er jetzt da? Eine These: Putin hat gemerkt, dass er überzogen hat. Seine Bomben auf die Zivilisten in Aleppo waren zu viel. Die USA brachen die Syrien-Gespräche ab, die Briten und die EU reden von Kriegsverbrechen. Die Deutschen sprechen von neuen Sanktionen. Der französische Präsident sabotierte einen Staatsbesuch Putins in Paris. Auf die veränderte Tonlage könnte Putin reagieren. Und in Russland braut sich für ihn ein Sturm zusammen. Das Vertrauen in seine Regierung stürzt laut Umfragen ab und seine Popularität sinkt. Die Lebensumstände der Menschen verschlechtern sich. Sie lassen sich nicht mehr von geschürten Kriegsängsten ablenken. Das setzt Putin unter Druck und macht die Situation gefährlich. Mit ihm zu reden, ist wichtig. Aber die Spielregeln müssen deutlich ausgesprochen werden. $1(2016-10-19-5) Man könnte sie Spinner nennen. Menschen, die die Bundesrepublik ignorieren und sich Reichsbürger nennen. Für sie existiert das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 weiter. Sie stellen sich sogar Pässe aus, mit denen sie aber nichts anfangen können. Die Reichsbürger sind nicht harmlos. Sie drohen nicht nur mit wirren Worten, sondern auch mit Waffen - und schießen. Georgensgmünd bei Nürnberg: Ein Großaufgebot der Polizei sichert den Tatort. Ein Mann (49) eröffnet das Feuer, als die Beamten seine Waffen einziehen wollen. Ein Beamter kämpft ums Leben, drei wurden verletzt. Der Tatverdächtige soll laut Behörden der Reichsbürgerbewegung angehören. Diese Reichsbürger behaupten: Die Bundesrepublik ist kein souveräner Staat, sondern eine GmbH. Gesetze oder Urteile erkennen sie deshalb nicht an. Stattdessen werden Fantasieausweise verbreitet. Begründer der Reichsbürgerbewegung in den 1980ern war der West-Berliner Eisenbahner Wolfgang Ebel: Hier als Reichskanzler auf einer Pseudo-Briefmarke. Ebel starb 2014. Trotz der wachsenden Internet-Präsenz wurden die Reichsbürger lange als skurril, aber ungefährlich belächelt. Szenegrößen wie Norbert Schittke, selbsternannter Chef der Exilregierung Deutsches Reich: Sie fallen immer wieder durch rassistische Äußerungen auf. Sagen wir, die Mutter ist Deutscher, der Vater kommt aus der Türkei. Das ist für die Kultur ein Todesstoß. Im Internet finden sich immer mehr Videos radikalisierter Reichsbürger. Polizisten, Richter oder Gerichtsvollzieher werden beschimpft oder bedroht. Doch die Anzeigen gegen Reichsbürger werden zahlreicher. Derzeit eskaliert die Angelegenheit. Wir hatten letztes Jahr 20 Verurteilungen. Wir registrieren nicht die Zahl der Anzeigen, aber verfolgen aufmerksam, zu wie vielen Verurteilungen es kommt. Es werden sicher mehr werden. Bereits 2015 fand bei Höxter in Nordrhein-Westfalen eine Razzia bei Angehörigen des Freistaates Preußen statt. Reichsbürger wollten sich Waffen beschaffen. Verfassungsschützer sehen zudem eine Nähe von Teilen der Szene zum Rechtsextremismus. Die Ideologie insgesamt, die Reichsbürgerideologie, steht dem Rechtsextremismus sehr nahe. Als Reaktion auf die Schüsse von Georgensmünd wollen die Behörden die Reichsbürger noch genauer unter die Lupe nehmen. $1(2016-10-19-6) Kommt das Ende der Apotheken-Preise? Die deutsche Preisbindung bei Medikamenten auf Rezept wackelt. Mehr dazu in den Nachrichten: Die Regelung beschränke den freien Warenverkehr in der Union in nicht gerechtfertigter Weise, entschied der EuGH in Luxemburg. Die Preisbindung ist damit nicht mehr anwendbar auf meist günstigere Versandapotheken im EU-Ausland. Gleicher Preis ist in Deutschland der Grundsatz für verschreibungspflichtige Medikamente. Die Deutsche Parkinsonvereinigung hatte ein Bonussystem eingeführt mit der niederländischen Versandapotheke DocMorris. Ihre Mitglieder konnten so pro Jahr bis zu 600 Euro sparen. Das ist zulässig, so der Europäische Gerichtshof. Das EU-Prinzip des freien Warenverkehrs fordere: Die Preisbindung darf nicht angewendet werden auf den Versandhandel mit ausländischen Anbietern. Es gebe keine Belege dafür, dass eine Apotheken-Notfallversorgung dadurch nicht mehr gesichert sei. Wir begrüßen dieses Urteil. Parkinsonpatienten als chronisch Kranke können ihre finanziellen Belastungen durch ihre Erkrankung absenken. Für deutsche Apotheken aber gilt die Preisbindung weiter. Apothekerverbände fürchten die ausländische Konkurrenz. Sie suchen sich besondere Leistungen aus, picken sich die Rosinen aus dem Kuchen. Der bleibt übrig für die Apotheken. Wird jetzt der Gesetzgeber aktiv? Er könnte die Preisbindung für Deutschland lockern. Oder er verbietet den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Noch gilt die Preisbindung für deutsche Apotheken. Zu den Auswirkungen auf die Apothekenbranche und den Pharma-Markt Markus Gürne aus der Börse: Medikamente über ausländische Online-Apotheken könnten billiger werden. Die Anbieter außerhalb Deutschlands müssen sich nicht an die Abgabepreise der Pharmafirmen halten. Auch die Aufschläge von bis zu 8,10 Euro pro Packung sind für die ausländischen Anbieter kein Thema. Die Pharmaindustrie gibt sich gelassen. Die Unternehmen warten ab, wie weitreichend das Urteil ist und wie die Politik reagiert. Die Preisgestaltung der Pharmaunternehmen könnte sich auf lange Sicht ändern. Wenn sich die Apotheken-Landschaft durch das Urteil ändern sollte, könnte sich das auswirken auf die Hersteller der Produkte. $1(2016-10-19-7) Börsendaten $1(2016-10-19-8) Die 55.000 Ärzte an Kliniken von Städten, Gemeinden und Kreisen in Deutschland bekommen mehr Geld. Der Tarifabschluss von Marburger Bund und kommunalen Arbeitgebern sieht eine Lohnsteigerung vor. Der Tarifvertrag gilt bundesweit, mit Ausnahme von Berlin und Hamburg. $1(2016-10-19-9) Dass heute Nacht Hillary Clinton und Donald Trump im letzten TV-Duell hier aufeinandertreffen, ist kein Zufall. Im knalligen Las Vegas läuft der schrillste Wahlkampf ums Weiße Haus auf seinen Höhepunkt zu: Eine Debatte, die nach Trumps sexistischen Ausfällen nirgendwo anders stattfinden könnte als in diesem Sündenpfuhl. Viel wichtiger aber dürfte sein, dass der Bundesstaat Nevada, einst fest in republikanischer Hand, heute zu den Swing-States gehört: Sie tendieren mal zu Demokraten, mal zu Republikanern. Um deren Wähler, darunter überdurchschnittlich viele Latinos, müssen Trump und Clinton besonders hart kämpfen. Adele hört sie am liebsten. Morgens auf dem Weg zur Arbeit, abends, wenn sie zurückfährt. Weil ihre Stimme so warm ist, sagt Carmen. This was all you, none of it me You put your hands on, on my body and told me. Adele als Gegengift gegen Farben, Lichter, Lärm von Las Vegas. Das hier ist wie ein Traum. Alle sehen die Casinos, die Hotels, die Lichter. Aber hinter dem Traum arbeiten so viele Menschen. Carmen gehört zu diesen Menschen. Sie macht die Zimmer in einem großen Hotel: Dessen Fenster mit 24-karätigem Gold beschichtet sind, dessen Besitzer seinen Namen ans Dach geschrieben hat. Carmen arbeitet im Trump-Hotel. Heute hat sie eigentlich frei, aber sie hat trotzdem zu tun hier. Carmen ist in der Gewerkschaft. Der Bürgersteig gehört der Stadt, da dürfen sie protestieren. Trump-Angestellte, Reporter - und Carmen. Mr. Trump sagt, dass er Amerika wieder groß machen will. Wir sagen ihm: Fangen Sie doch hier an, geben Sie uns endlich einen Vertrag! Sie wollen einen Tarifvertrag. Trump zahlt pro Stunde 15 Dollar - nicht schlecht, aber drei weniger als die anderen. Es ginge nicht ums Geld. Bei Trump haben sie keinen Kündigungsschutz und weniger Sozialleistungen. In den Hotels arbeiten v.a. Latinas. Alle diese Hände arbeiten für ihn. Unsere Hände sind sein Erfolg. Mehr als 40 Millionen Touristen kamen 2015 nach Las Vegas. Die Stadt ist eine Geldmaschine. Sie liegt in Nevada - klassischer Swing-State: Auf dem Land wählen sie republikanisch, aber in Las Vegas liegen die Demokraten vorn. Das liegt auch an den Latinos: Jeder Dritte hier stammt aus Lateinamerika. Besuch im anderen Lager: Einmal im Monat treffen sich die Republikaner von Las Vegas zum konservativen Abend - mit Hymne und Flagge. Vom Protest der Trump-Arbeiterinnen halten sie wenig. Dies ist ein freies Land. Die Frauen können in seinem Hotel arbeiten, sie können sich auch ein anderes suchen - ihre Entscheidung. Auch Trumps Video mit frauenfeindlichen Aussagen ist Thema. Die Meinung ist einhellig. Ich habe nur davon gehört. Wir sagen alle mal Dinge, die wir nicht so meinen. Ich glaube nicht, dass er Frauen nicht respektiert. Diese Kommentare wurden vor vielen Jahren gemacht. Man muss nur sehen, was Hillary Clinton alles getan und gesagt hat. Ich bin sicher, die Liste ist viel länger. Carmen und Kolleginnen haben eine andere Meinung. Wenn er uns respektierte oder die kleinen Leute, von denen er immer redet, hätte er uns geantwortet. Seit zehn Monaten fragen sie nach dem Tarifvertrag, Trump schweigt. Ich habe zwei Töchter, die sind 19 und 20. Sie dürfen in diesem Jahr beide wählen. Sie sind total aufgeregt und sagen: Mama, klar gehen wir wählen, aber nicht deinen Chef. Noch wenige Wochen bis zur Wahl. Im Swing-State Nevada bleibt es eng: Nach letzten Umfragen liegt Clinton knapp vorn. Um das zu ändern, muss Trump die Latinos für sich gewinnen. Heute Nacht um drei unserer Zeit beginnt die vielleicht entscheidende TV-Debatte in Las Vegas. Sandra Ratzow, das erste Duell hat Trump in den Sand gesetzt. Beim zweiten schien er vorbereiteter, aber aggressiver. Welchen Trump werden wir heute erleben? Wenn es nach Teilen seiner Partei geht, soll er sich präsidial zeigen und auf Inhalte setzen. Er soll Hillary Clinton nicht persönlich attackieren. Aber er hat gesagt, er fühle sich von allen Fesseln befreit, weil sich viele Parteikollegen losgesagt haben. Insofern gehen viele davon aus, dass er noch mal voll auf Attacke setzt und schon die Schuldigen für eine mögliche Niederlage gefunden hat: Korruptes System, korrupte Medien inklusive Hillary Clinton. Clinton muss gar kein Risiko eingehen. Sie liegt in dem Umfragen vorn. Sie soll sich vor allem von ihrer präsidialen Seite zeigen und dass sie eine gute Präsidentin sein kann für alle Amerikaner. Noch 2,5 Wochen bis zur Wahl. Wenn nach diesem Duell einer in den Umfragen führt: Ist es dann gelaufen? Dieser Abend ist eine Zäsur. Noch einmal gibt es die Chance, sich einem Millionenpublikum zu präsentieren. Und vielleicht noch einen neuen Ton in der Kampagne zu setzen. Wenn es gut läuft für Clinton, kann sie positiv auf den 8. November schauen. Andererseits: Im Wahlkampf gab es so viele Überraschungen, dass dafür keiner die Hand ins Feuer legen würde. $1(2016-10-19-10) Zwei Tage nach Beginn der Groß-Offensive auf Mossul spricht die irakische Armee von langsamen Fortschritten. Bei dem Vormarsch seien 18 Dörfer von der IS-Terrormiliz befreit worden, hieß es. In der früher v.a. von Christen bewohnten Stadt Karakosch kam es dagegen laut Al-Jazeera erneut zu Gefechten. Die Stadt war gestern als befreit gemeldet worden. Das irakische Fernsehen zeigte Ministerpräsident Abadi bei einem Truppenbesuch an der Front. Dabei sagte Abadi, der Schutz von Zivilisten habe oberste Priorität. In der zweitgrößten Stadt des Irak sollen sich Tausende IS-Kämpfer verschanzt haben. $1(2016-10-19-11) Fünf Jahre nach dem Beschluss zum Atomausstieg wurde das Gesetz zur Entsorgung von Atommüll auf den Weg gebracht. Der Staat übernimmt die Kosten für die Zwischenlagerung und Endlagerung radioaktiver Abfälle. Im Gegenzug zahlen Vattenfall, E.ON, RWE und EnBW 23,6 Mrd. Euro an einen staatlichen Fonds. Für Stilllegung und Abriss bleiben die Unternehmen verantwortlich. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. $1(2016-10-19-12) Zwei Tage nach der Explosion bei BASF in Ludwigshafen ist die Zahl der Todesopfer möglicherweise auf drei gestiegen. Taucher bargen in einem Hafenbecken am Explosionsort die Leiche eines Mannes. Nun wird geprüft, ob es sich um einen seit dem Unglück vermissten Matrosen eines Tankschiffes handelt. Zwei Männer der BASF-Werksfeuerwehr wurden bei dem Unglück getötet. $1(2016-10-19-13)Im philippinischen Manila kam es bei einer Kundgebung gegen die USA zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Ein Wagen der Sicherheitskräfte fuhr wiederholt in die Menge. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die Proteste richteten sich gegen die Präsenz der US-Armee. $1(2016-10-19-14) Irgendwo da müssen die Marsmenschen sein. Diese Fantasie gibt es, seit der Astronom Schiaparelli Ende des 19. Jahrhunderts Kanäle auf dem Mars entdeckte. Und wo Wasser, da auch Leben. Es war kein weiter Weg bis zum ominösen Bewohner. Aber auch die seriöse Wissenschaft treibt die Frage an: Ist da wer? Heute gab es Besuch von der Erde, eine europäisch-russische Sonde erreichte den Mars. Nicht auf der Suche nach grünen Männchen, aber nach Anzeichen von Leben. Von der Sonde Schiaparelli gibt es vom Mars bisher kein Lebenszeichen. Das letzte Signal kam vor der Landung. Die hatte sich die Raumfahrtagentur ESA in der Animation so vorgestellt. Aber in welchem Zustand ist die Sonde auf dem Mars? Wir wissen noch nicht, was passiert ist. Wenn wir Erkenntnisse darüber bekommen, wissen wir, ob wir richtig liegen für die 2020-Mission. Wir werden auf jeden Fall Erkenntnisse gewinnen. Die Landung sollte ein Test sein für die 2020-Mission. In vier Jahren will die ESA einen Roboter auf den Mars schicken. Der soll im Boden Proben entnehmen und herausfinden, ob es Spuren von Leben gibt. Aber eine gute Nachricht gab es heute: Der gleichzeitig ins All geschossene Satellit TGO ist auf der planmäßigen Umlaufbahn und hat Signale gesendet. Er ist wichtig bei der Suche nach Zeichen für außerirdisches Leben. Der untersucht mit seinen Instrumenten den Mars. Nach Methan sucht oder Wasser auf der Oberfläche. Das sind Zeichen, die auf mögliches Leben hinweisen. Das ist interessant, weil es so was noch nie gab. Methan ist bei der Suche entscheidend. Dass es das Gas auf dem Mars gibt, ist erwiesen. Unklar ist, ob es von Vulkanen oder von Lebewesen kommt. Wir können vom Mars lernen, ob es da draußen noch Leben gibt. Unsere Generation hat die Chance auf Antworten auf diese Fragen, die unser Selbstverständnis revolutionieren würde. Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Wissenschaftler in Darmstadt heute Nacht nicht. Sie hoffen auf ein Lebenszeichen von Schiaparelli. $1(2016-10-19-15) Wir gehen zur Fußball-Champions-League. Borussia Mönchengladbach gewann bei Celtic Glasgow mit 2:0. Bayern München empfing den PSV Eindhoven und wollte nach der Niederlage gegen Atletico Madrid gewinnen. Vieles richtig gemacht, Carlo Ancelotti. Kaum veränderte Aufstellung, aber veränderte Einstellung. Thomas Müller trifft nach einer Ecke von Arjen Robben in der 13. Minute. Die Überlegenheit hält an: Alaba - Kimmich vollendet. Praktisch mit dem ersten Torschuss verkürzen die Niederländer. Im zweiten Durchgang ein munteres Spiel. Neuer bewahrt die Bayern vor dem Ausgleich. Robben auf und davon, Lewandowski goldrichtig - das 3:1. Robben legt nach - ein Sieg zur rechten Zeit. $1(2016-10-19-16) Es gilt noch einen Mann zu ehren, der einen anderen Blick auf den Sport hat. Hajo Seppelt ist Doping-Experte der ARD, seine Enthüllungen liefen auch in den tagesthemen. Heute bekam er den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Glückwunsch! Und auch Armin Wolf möchte ich gratulieren. Der Moderator des Nachrichtenmagazins Zib im ORB wurde ebenfalls mit diesem Preis ausgezeichnet. $1(2016-10-20-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (20.10.2016) Heute im Studio: Linda Zervakis Guten Abend, willkommen zur tagesschau. $1(2016-10-20-2) Unter dem Eindruck der Entwicklungen im Syrienkrieg kamen in Brüssel die EU-Staatschefs und Regierungschefs zu ihrem Gipfel zusammen. Scharf wurden zum Auftakt des Treffens die wochenlangen Luftangriffe auf Aleppo verurteilt. Im Zentrum der Kritik steht Russland, das sich als Verbündeter des Assad-Regimes an den Angriffen beteiligt. Um eine dauerhafte Feuerpause für die Stadt zu erreichen, sind Sanktionen im Gespräch - auch gegen Moskau. Europas Staatschefs wollten heute besprechen, wie man vernünftig mit Russland zusammenarbeiten kann. Doch das Blutvergießen in Aleppo führte vor Beginn des Gipfels zu schärferen Tönen. Die EU droht den Verbündeten Assads mit Sanktionen, wenn die Gewalt in Syrien nicht gestoppt wird. Wir müssen Druck machen, damit die Waffenruhe verlängert wird und Hilfe zu den Menschen gelangen kann. Ich hoffe, dass wir deutlich machen können, dass, was in Aleppo passiert mit russischer Unterstützung, unmenschlich ist. Für das Morden in Syrien macht in Europa kaum noch jemand Präsident Assad verantwortlich. Die Verantwortung wird klar in Moskau gesehen, doch über die Konsequenzen daraus wird noch gestritten. Haben Sanktionen in der Ukraine zu einer Lösung geführt? Die Frager muss man stellen: Ist das nachhaltig? Die britische Premierministerin May machte deutlich: Großbritannien sieht sich in der Sicherheitspolitik weiter an der Seite Europas. Wir brauchen eine starke europäische Haltung angesichts der russischen Aggression. Noch droht Europa nur, denn allen ist klar: Im besten Fall bringen Sanktionen Friedensverhandlungen, im schlechtesten noch mehr Gewalt in Aleppo. Die Syrien-Krise zwingt Europa sich klarzuwerden, ob Russland noch ein Strategiepartner sein kann. Lange hatte die EU darauf gesetzt. Doch nach Ukraine und Syrienkrieg, nach Hacker-Angriffen und Desinformation im Internet heißt es aus Osteuropa: Russland sei kein strategischer Partner mehr, sondern ein strategisches Problem. Um die Rolle Russlands im Syrienkrieg ging es gestern auch in Berlin. Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande nutzten den Ukraine-Gipfel, um auf Präsident Putin einzuwirken. Einen Durchbruch gab es nicht. Nur die Ankündigung Moskaus, die Feuerpause für Aleppo auszudehnen. $1(2016-10-20-3) Anders verliefen die Gespräche über den Konflikt in der Ostukraine. Hier scheint wieder Bewegung möglich. Es waren harte Verhandlungen. Merkel wollte eine offene Aussprache, etwa beim Thema Ostukraine. Dort wird trotz Minsker Abkommen immer wieder geschossen. Wir haben einen Arbeitsprozess besprochen, der viele Facetten hat. Aus ihm heraus muss weiter gearbeitet werden an den Themen Sicherheit und politische Umsetzung. Und, das ist der Fortschritt, an einer Roadmap. Es wurde beschlossen: Das ist eine echte Chance, dass aus dem Waffenstillstand, der immer gebrochen wurde, eine Waffenruhe entstehen kann. Das sind drei konkrete Punkte - mehr als erwartet. $1(2016-10-20-4) Auch beim Thema Syrien Klartext. Frankreich und Deutschland machen Russland für das Sterben in Aleppo verantwortlich. Putin weißt dies zurück. Er stellt eine längere Waffenpause in Aussicht, aber unter Bedingungen: Wir sind bereit, das zu tun, wenn die bewaffneten Gruppen, die es in Aleppo gibt, nicht aktiv werden. Bewaffnete Gruppen, für Außenminister Steinmeier kein Argument, die Waffenruhe in Aleppo nicht zu verlängern. 1000 oder möglicherweise auch 1500 Al-Nusra-Kämpfer: Auch das ist keine Rechtfertigung, um Aleppo in Schutt und Asche zu verwandeln. Merkel will, dass Gespräche zwischen Moskau und Berlin erhalten bleiben. Zwischen den USA und Russland sind die Kontakte beim Thema Syrien abgerissen. Auf Merkel kommt mehr Verantwortung zu im Dialog mit Putin. Die Rolle Europas in der Syrien-Krise wird stärker. $1(2016-10-20-5) Im Irak kommt der Militäreinsatz zur Befreiung der IS-Hochburg Mossul laut Regierung schneller voran als geplant. Wie es von irakischer Armee und kurdischen Peschmerga-Kämpfern hieß, rückten die Streitkräfte aus drei Richtungen auf die Stadt vor. Mossul ist die letzte IS-Bastion im Irak. In Paris berieten heute Vertreter von 20 Staaten über die Zukunft von Mossul. Im Zentrum stand, wie Mossul nach einer Rückeroberung verwaltet werden soll und die Menschen geschützt werden können. Eine Flucht von IS-Kämpfern nach Syrien müsse verhindert werden, so Frankreichs Präsident Hollande. $1(2016-10-20-6) Der Bundesgerichtshof fällte ein wegweisendes Urteil für die Betreuung von Kindern: Gehen Eltern mit Anspruch auf einen Kita-Platz leer aus, können sie Schadenersatz verlangen. Sie können die Kommune für Verdienstausfall haftbar machen, wenn etwa die Stadt die Nachfrage falsch berechnete. Geklagt hatten drei Frauen aus Leipzig, die nicht wie geplant in ihren Beruf zurückkehren konnten. Tobias bekam zunächst keinen Kitaplatz in Leipzig, als seine Mutter ein Jahr nach seiner Geburt wieder arbeiten wollte. Obwohl es einen Rechtsanspruch auf den Platz gibt. Die Architektin musste ihren Berufseinstieg um sechs Wochen verschieben. Man bekommt ein Jahr maximal Elterngeld, zumindest ein Teil zwölf Monate. Danach steht man ohne irgendwas da, ohne finanzielle Möglichkeiten. Claudia Menschel wollte 2000 Euro Verdienstausfall. Das OLG meinten: Der Rechtsanspruch steht dem Kind zu. Schadensersatz für Eltern gehe nicht. Der BGH sah das anders. Bei dem Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz gehe es auch um die Interessen der Eltern. Schadensersatz ist also möglich. Der Gesetzgeber wollte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. Er wollte signalisieren, dass Eltern sich keine Sorgen machen müssen und auch mit Kind ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Der Ausbau der Kitaplätze bleibe eine Herkulesaufgabe, so Vertreter der Kommunen - aber: Wir rechnen nicht mit einer Klagewelle. In der Regel einigen wir uns. Meistens klappt es. Der Bundesgerichtshof hat den Schadensersatzanspruch nur dem Grunde nach bestätigt. Das OLG muss deshalb im Fall Menschel noch prüfen, ob der Stadt Leipzig bei der Kita-Planung Fehler unterlaufen sind. Dass sie zu wenig Geld habe, darauf könne man sich nicht berufen, gaben die Karlsruher Richter mit auf den Weg. $1(2016-10-20-7) Nach dem Angriff eines Reichsbürgers auf Polizisten in Bayern ist ein Beamter gestorben. Der Schütze hatte gestern vier Polizisten verletzt, als sie bei ihm Waffen sicherstellen wollten. Gegen den 49-Jährigen wurde heute Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht an. $1(2016-10-20-8) Acht Monate nach der Messerattacke auf einen Polizisten in Hannover begann der Prozess gegen die mutmaßliche Täterin. Der 16-Jährigen wird vor dem OLG Celle versuchter Mord und die Unterstützung einer Terrorvereinigung vorgeworfen. Die Tat sei eine Märtyrer-Operation für den IS gewesen. Ermittler werten den Angriff als erste Terrortat, die vom IS in Deutschland in Auftrag gegeben wurde. Ein Teenager unter Terrorismusverdacht. Zu Beginn der Verhandlung fragt der Richter die Angeklagte, ob er sie Siezen müsse. Safia und Du reicht, so die Antwort der heute 16-Jährigen. Safia S. hat im Februar einen Polizisten im Hauptbahnhof Hannover niedergestochen. Erstmals steht eine Minderjährige vor Gericht, die laut Anklage im Auftrag des IS handelte. Wir gehen davon aus, dass die Angeklagte durch IS-Mitglieder in Syrien zu der Tat motiviert wurde. Sie wurde von ihnen auch angeleitet. Direkt aus der U-Haft wird Safia S. vorgefahren, ebenso der Mitangeklagte Mohammed K. (20). Er soll von ihren Plänen gewusst und nichts dagegen getan haben. Der Verteidiger des Mädchens weist eine Verbindung zum IS zurück. Es lässt sich nicht belegen, die Akten geben das nicht her. Es ist nicht nachzuweisen. Das behauptet der Generalbundesanwalt, aber das Schöne am Rechtsstaat ist: Man muss Behauptungen nachweisen. Welche Beweise im Prozess vorgelegt werden oder nicht, können Beobachter nicht mehr nachvollziehen. Noch vor Verlesung der Anklage wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Die Begründung des Richters: Die minderjährige Angeklagte müsse vor Bloßstellung geschützt werden. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu zehn Jahre Jugendstrafe. $1(2016-10-20-9) Passagiere der Lufthansa-Tochter Eurowings müssen sich bald auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen. Das Kabinenpersonal könnte ab Montag zwei Wochen lang jederzeit die Arbeit niederlegen, kündigte die Gewerkschaft Ufo an. Konkretes werde noch mitgeteilt. Hintergrund ist ein Streit über die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Sie werden nicht nach dem besseren Lufthansa-Tarifen bezahlt. $1(2016-10-20-10) In der letzten TV-Debatte der US-Präsidentschaftskandidaten hat Donald Trump erneut empörte Reaktionen ausgelöst. Er ließ offen, ob er das Wahlergebnis im Fall einer Niederlage anerkennt oder nicht. Trumps Republikaner distanzierten sich danach von der Aussage. Bis zur Wahl sind es noch knapp drei Wochen. Umfragen zufolge hat Hillary Clinton auch diese Fernsehdebatte gewonnen. Kein Handschlag, kein Augenkontakt, und die bislang inhaltsreichste Debatte. Man stritt über Waffenrecht oder Abtreibung. Trump, besser vorbereitet als sonst, konnte anfangs punkten. Etwa als es um Clintons Familienstiftung ging und mögliche Interessenskonflikte als Außenministerin. Sie sei stolz auf die Stiftung, sagt Clinton, denn sie helfe weltweit Millionen Menschen. Katar, Saudi-Arabien - solche Länder geben Ihnen Geld. Und Sie reden über Frauenrechte? Die werfen Homosexuelle von Dächern, die töten Frauen, die behandeln sie schrecklich. Und Sie nehmen Geld von denen. Doch dann verfiel Trump in alte Muster. Auf die Frage, ob er das Wahlergebnis in jedem Fall anerkenne, wich er aus. Das werde ich sehen, wenn es so weit ist. Ich habe viel Schlechtes erlebt. Die Medien sind korrupt. Auch als der Moderator nachhakte, blieb Trump bei seiner Haltung. Clinton reagierte empört. Er verleumdet unsere Demokratie, mich erschüttert so was. Dass Trumps Andeutung kein Ausrutscher war, wurde heute klar. Ich werde das Ergebnis dieser historischen Wahl akzeptieren. Das sagte er heute beim Wahlkampf in Ohio. Wenn ich gewinne. Doch danach sieht es nicht aus. Clinton führt landesweit. Trumps Geraune über Wahlbetrug wird ihm wenig helfen. Es sorgte in beiden Lagern für Entsetzen. Auch weil manch radikaler Anhänger es als Aufforderung nehmen könnte, nach der Wahl auf die Straße zu gehen. Eine Analyse des TV-Duells finden sie auf tagesschau.de. Der US-Wahlkampf ist zudem Thema bei Monitor heute Abend um 21.45 Uhr. $1(2016-10-20-11) Die europäische Raumfahrtorganisation will 2020 den ersten Rover auf den Mars schicken. Nun hat es beim Testlauf dafür eine Panne gegeben. Die ESA in Darmstadt bestätigt: Der Kontakt zur Marssonde ""Schiaparelli"" sei kurz vor der geplanten ""weichen"" Landung abgebrochen. Noch ist unklar, was sich beim Anflug auf den Mars abgespielt hat. Ein Trägersatellit konnte parallel zum Landeanflug erfolgreich in die Mars-Umlaufbahn einschwenken. $1(2016-10-20-12) Am Montag kehrt Ingo Zamperoni als einer der Hauptmoderatoren zu den tagesthemen zurück. Der 42-Jährige wechselt sich mit Caren Miosga ab. Zamperoni ist den Zuschauern schon als Anchorman bekannt. Bevor er als Korrespondent nach Washington ging, war er Vertretungsmoderator der tagesthemen. Nun tritt er die Nachfolge von Thomas Roth an, der in den Ruhestand ging. $1(2016-10-20-13) Nun die Wettervorhersage für morgen, Freitag, den 21. Oktober. Ein Tief sorgt auch morgen für unbeständiges Wetter. V.a. im Bergland ist es nasskalt. Am Wochenende verlagert sich das Tief Richtung Ostsee. In der Nacht an den Alpen klar. Im Süden, Osten und an den Küsten gebietsweise Regen. Oberhalb von 700 m Schnee. Nur wenige Wolkenlücken, sonst Regen oder Schauer. Am Samstag ähnliches Wetter wie morgen. Am Sonntag Sonne, Wolken, Nebel, an den Küsten Schauer, im Süden und Südwesten Regen. Am Montag Wolken, Nebel, Sonne, im Süden und Westen Regen. $1(2016-10-20-14) Um 22.15 Uhr meldet sich Caren Miosga mit diesen tagesthemen: Rettung in letzter Minute? - Wie die EU um CETA ringt Schülerin im Dienst des IS - der Fall Safia S. $1(2016-10-20-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. $1(2016-10-20-2) Eigentlich hat die EU genug mit sich selbst zu tun. Sie müsste dringend klären, wie der Brexit abläuft, und endlich wieder eine gemeinsame Sprache finden. Aber nun redet man beim Brüsseler Gipfel doch wieder meist über Russland - gestern noch mit Putin in Berlin. Aber nachdem Kanzlerin Merkel und Hollande kaum Erfolg erreichten, waren Putin und seine Politik heute wieder Thema. Immerhin gab es heute Meldungen, wonach Russen und Amerikaner wieder über die Situation in Aleppo reden, anders als angekündigt. Für Europa nur ein leichter Trost. Denn bei der Frage, wie gehen wir mit den Russen um, war die Suche nach einer gemeinsamen Sprache wieder schwierig. Kein Fussel darf zu sehen sein auf dem roten Teppich. Alles sauber und ordentlich für den Auftritt der EU-Regierungschefs. Doch von Ordnung und Routine ist Europa weit entfernt. Der Brexit steht vor der Tür, vor einem Jahr noch undenkbar. Und im Umgang mit Russland scheint die Union ziemlich ratlos. Ist Putin Partner oder Gegner? Für den EU-Parlamentspräsidenten keine einfache Frage: Russland ist 'n wichtiger Partner für die EU. Wir brauchen eine einheitliche Linie zu Russland. Die Unberechenbarkeit russischer Außenpolitik ist ein Problem. Problematisch waren auch die Gespräche mit Putin in Berlin. Im Syrienkonflikt gab es kaum Annäherung zwischen Russland und dem Westen, nur so viel: Moskau zeigt sich bereit, die Waffenruhe in Aleppo zu verlängern. Wir sind bereit dazu, wenn die bewaffneten Gruppen, die es in Aleppo noch gibt, nicht mehr aktiv werden. Mehr Druck auf Moskau fordern viele in Brüssel. Auch Deutschland benennt nun klarer, wer für das Leiden in Aleppo verantwortlich gemacht wird. Ich hoffe, dass wir deutlich machen können: Was in Aleppo passiert mit russischer Unterstützung ist unmenschlich gegenüber der Bevölkerung. Es muss daran gearbeitet werden, einen Waffenstillstand zu bekommen. Darum diskutieren die EU-Mitglieder über Sanktionen gegen Russland, sollten die Luftangriffe auf Aleppo nicht aufhören. In einem ersten Papier steht, dass Europas Staatschefs mit Strafmaßnahmen drohen wollen. Eine Option sind Sanktionen. Wir sind uns noch nicht einig darüber, sie wirklich zu verhängen. Aber sie sind eine Möglichkeit. Ich bin gekommen, um den EU-Rat zu überzeugen, dass wir Druck machen müssen, um die Waffenruhe zu verlängern. Wir müssen Hilfe für die Bevölkerung ermöglichen. In Sachen Syrien steht die britische Premierministerin Seite an Seite mit ihren europäischen Partnern. Auf dem ""Familienfoto"" wird Theresa May noch freundlich geherzt. Beim Abendessen erklärt sie, wie sie raus will aus der europäischen Familie. Der Brexit, der Syrienkrieg, das Freihandelsabkommen CETA - schwierige Themen für einen langen Gipfelabend in Brüssel. Markus Preiß in Brüssel, die EU droht mit neuen Sanktionen. Werden die nun auch beschlossen? Sie will beschließen, dass sie damit drohen will. Sie umzusetzen, ist wohl ein weiter Weg. Europa hat keine gemeinsame Haltung dazu. Italien oder Griechenland drängen drauf, Sanktionen zurückzuführen. Es koste alles viel Geld und bringt wenig. Und das Verhalten von Putin ließe sich so nicht beeinflussen. Man wird befürchten, dass die Gewalt noch mehr eskaliert. Ein anderes Thema auf dem Gipfel ist das Handelsabkommen CETA: Nun blockiert Wallonien den Handelspakt. Kann es noch eine Lösung geben? Dazu ändert sich sehr viel in diesen Minuten. Es gab Anpassungen beim Thema Landwirtschaft. Oder, dass Sozial-und Umweltstandards nicht ausgeübt werden dürfen. Es wird geklärt, ob Änderungen auch für andere Mitgliedstaaten tragbar sind. Morgen könnte das Parlament in der Wallonie noch mal abstimmen. Man sieht, dass die Politik auch sehr lokal sein kann. $1(2016-10-20-3) Was hätte noch kommen können von Donald Trump? Es ging eigentlich nicht absurder. Doch nach dem dritten TV-Duell mit Rivalin Hillary Clinton muss man sagen: Es geht! Trump hat sich noch mal übertroffen. Diesmal nicht nur wie gewohnt seine Kinderstube, sondern mal eben demokratische Prinzipien über den Haufen geworfen. Das Beunruhigende ist nicht mehr, dass ein wohl Größenwahnsinniger die Geschicke des mächtigsten Landes der Welt leiten könnte. Im Moment sieht es nicht danach aus. Es beunruhigt, dass der Unfrieden, den Trumps sät, bei vielen ankommt und noch lange über den 8. November hinaus wirken könnte. Sie streiten, bis die Fetzen fliegen. Mal wieder sorgt eine Bemerkung Donald Trumps für Aufregung. Im dritten TV-Duell gegen Hillary Clinton deutet er erneut den Vorwurf des Wahlbetrugs an. Moderator Wallace will wissen, ob Trump sich zu dem Prinzip bekenne, dass der Wahlverlierer stets den Sieg des Gegners anerkenne. Das werden wir sehen, wenn es so weit ist. Auch auf Nachfrage beharrt Trump darauf, er wolle es spannend halten. Clinton kontert empört. Er verunglimpft unsere Demokratie, ich bin entsetzt. Nach dem Duell eilen die Sekundanten beider Lager vor die Kameras. Es geht um die Deutungshoheit im Fernsehen. Trumps Vize Mike Pence gießt Öl ins Feuer. Trump wird die Wahl anerkennen, denn er wird ja gewinnen. Donald Trump wird US-Präsident. Doch damit lässt sich der Reporter nicht abspeisen. Warum sagt er nicht klar, dass er die Spielregeln unabhängig vom Wahlausgang respektiert? Die meisten Amerikaner beobachten, wie parteiisch die meisten Medien bei dieser Wahl sind. Republikaner werfen US-Journalisten einseitige Berichterstattung vor. Demokraten stellen Trump als politischen Brandstifter an den Pranger. Er manipuliert den Wahlprozess: Er nutzt den Frust vieler über die Wirtschaftslage, unterminiert ihr Vertrauen in die Demokratie. Er versucht, weiße Amerikaner gegen Farbige aufzuhetzen. Wir kennen das. So machen es Faschisten. Sie nehmen all das, um die Demokratie auszuhöhlen. Die Stimmung ist seit Monaten aufgeheizt. Trump-Anhänger und Trump-Gegner sind gewaltsam aufeinander losgegangen. Immer wieder kommt es zu Schlägereien. Im Duell behauptet der Präsidentschaftskandidat der Republikaner: Die Demokraten schicken Leute los, die Schlägereien anzetteln sollen. In Chicago wurden Menschen verletzt, hätten sterben können. Und nun haben wir auf Band, dass sie dahintersteckt. Dieses Amateurvideo eines konservativen Aktivisten soll Trumps Vorwürfe belegen. Der musste allerdings schon mal 100.000 Dollar Strafe zahlen wegen Manipulation eines ähnlichen Videos. Clinton bestreitet die Vorwürfe. Trump macht schon wieder Wahlkampf und Witze über Amerikas Demokratie. Er weiß, seine Fans lieben ihn dafür. Ich werde das Ergebnis dieser Präsidentschaftswahl akzeptieren – wenn ich gewinne. Wir fragen nach bei Ina Ruck in Washington. Was Trump betreibt, nennen viele Kommentatoren politische Brandstiftung. Für wie gefährlich halten Sie das? Beide Lager sind entsetzt. Das hat es so noch nicht gegeben, dass ein Kandidat vor der Wahl das Ergebnis anzweifelt. Das klingt nach einem schlechten Verlierer, die mag man hier nicht. Für die Wahl hat er sich keinen Gefallen getan. Das ist brandgefährlich, das Geraune, das wir hörten. Manche seiner radikaleren Fans könnten das als Aufforderung verstehen, auf die Straße zu gehen. Wenn Trump die Wahl nicht gewinnt, dann bleibt diese Hetze. Auch wenn es einen Trump-Sender geben wird, dann wird es weitergehen. Wenn Sie noch Fragen zur Wahl an unsere USA-Korrespondentin haben, stellen Sie sie gern jetzt im Chat auf Facebok mit Ina Ruck. $1(2016-10-20-4) Der Kampf um Mossul/Irak und was darauf folgen könnte - darüber wurde in Paris beraten. Frankreich und der Irak hatten Vertreter von mehr als 20 Staaten zu dem Treffen eingeladen. Die Teilnehmer berieten darüber, wie Zivilisten geschützt, Hilfsgüter verteilt und die Stadt später verwaltet werden soll. Am Montag hatte die irakische Armee eine Großoffensive gestartet, um den IS aus Mossul zu vertreiben. Laut irakischer Regierung geht der Vormarsch schneller voran als erwartet. $1(2016-10-20-5) Die türkische Luftwaffe griff in Nordsyrien Stellungen der Kurdenmiliz YPG an. Laut Militär wurden bis zu 200 kurdische Kämpfer getötet. Oppositionsnahe Aktivisten sprachen von mindestens elf Opfern. Das syrische Militär kündigte an, Verletzungen seines Luftraums nicht weiter hinzunehmen. Es werde jedes türkische Kampfflugzeug heruntergeholt. $1(2016-10-20-6) Der stockende Friedensprozess in der Ostukraine soll durch einen Fahrplan in Schwung kommen. Darauf verständigten sich die Teilnehmer des Normandie-Formats gestern Abend in Berlin. $1(2016-10-20-7)Damit zu den Börsendaten aus Frankfurt und New York. $1(2016-10-20-8) Besonders gut lief es für die Lufthansa. Dabei hat die Lufthansa mit Problemen zu kämpfen. Da ist die Terrorangst vieler Fluggäste, die lieber in Deutschland urlauben. Gleichzeitig machen die Konkurrenz aus dem Nahen Osten und Billigflieger der Lufthansa zu schaffen. Dazu die Streikgefahr von Piloten, Lotsen, Boden-, Kabinenpersonal etc. Erstaunlich, dass dabei die Zahlen der Lufthansa des 3. Quartals sehr gut waren. Das liegt größtenteils an den Geschäftsreisenden. Das freut das Unternehmen und die, die ihm Geld zur Verfügung stellen. Die Aktie steigt um 7,9 % auf 11,29 Euro. Die Freude sollte man aber gut konservieren, denn die Rahmenbedingungen bleiben schwierig. Vor allem die Billigflug-Debatte ist kompliziert. Sie trifft v.a. Beschäftigte. Die wollen bei Eurowings, der Billigtochter von Lufthansa, eine bessere Bezahlung und stressfreiere Arbeitszeiten. Die Verhandlungen wurden abgebrochen. Ab Montag soll gestreikt werden. $1(2016-10-20-9) Da hatte die Politik aus Elternsicht Wunderbares versprochen. Seit 2008 garantiert ein Gesetz, dass Kinder zwischen ihrem ersten und dritten Geburtstag einen Kitaplatz bekommen. Auch weil Mütter und Väter wieder besser ihrem Beruf nachgehen können. Man kann nicht sagen, dass sich Städte und Kommunen seitdem nicht bemühten. Aber das reicht eben nicht. Denn nach dem heutigen Urteil des Bundesgerichtshofes haben nicht nur die Kleinen das Recht auf eine Kita. Eltern haben Anspruch auf Schadensersatz, wenn es diesen Platz nicht gibt. Mit Schwung geht alles besser. Familie Menschel aus Leipzig genießt den Feierabend. Noch mal rutschen? Tagsüber arbeiten beide Eltern. Als ihr ältester Sohn Tobias ein Jahr alt war, war das ein Problem. Die Stadt Leipzig hatte keinen Kitaplatz für ihn – trotz Rechtsanspruchs. Mutter Claudia musste ihren Wiedereinstieg in den Beruf sechs Wochen verschieben. Die Zeit, die ich nicht arbeiten konnte, bekomme ich nicht zurück. Aber das Gehalt, das mir entging, steht mir zu. Hätte ich den Kitaplatz bekommen, hätte ich arbeiten können und mein Gehalt bekommen wie geplant. Die Architektin verklagte die Stadt Leipzig auf 2000 Euro Verdienstausfall. Doch Stadt und OLG Dresden meinten, der Rechtsanspruch stehe dem Kind zu. Schadensersatz für die Eltern sei unmöglich. Der Bundesgerichtshof sah das anders. Bei dem Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz gehe es auch um die Interessen der Eltern. Schadensersatz ist also möglich. Der Gesetzgeber wollte, dass Beruf und Familie miteinander vereinbar sind. Deshalb signalisierte er den Eltern, es bestehe kein Grund zur Sorge: Auch mit Kind können sie ihrem Berufs nachgehen. Daher sind, wenn Kitaplätze nicht ausreichend zur Verfügung stehen, auch die Erwerbsinteressen der Eltern geschützt. Klägerin Claudia Menschel ist zufrieden. Wichtig ist, dass die Eltern in ihren Rechten bestärkt werden. Das finde ich wichtig. Gewonnen hat Claudia Menschel mit dem Urteil noch nicht. Ihr Fall geht zurück ans OLG Dresden. Das muss prüfen, ob der Stadt Leipzig bei der Kita-Planung Fehler unterlaufen sind. Auch eine klamme Kassen, so die BGH-Richter, können sich die Kommunen nicht berufen. Der Städtebund und Gemeindebund fürchtet keine Klagewelle, weiß aber: Die Kommunen sind in der Pflicht. Das ist noch 'ne Riesenherausforderung. Wir haben 719.600 Plätze und werden 800.000 Plätze brauchen. Es ist schwer, Leute zu finden, Grundstücke. Das bleibt eine Herausforderung. Bei Tobias' kleinem Bruder Benjamin lief es für Familie Menschel schon besser. Er bekam rechtzeitig einen Kitaplatz. Die Mutter konnte nach der Elternzeit wie geplant zurück in den Job. Ein Urteil für Familie und Beruf. Ein Kommentar von Frank Bräutigam vom SWR. Der Anspruch auf einen Kitaplatz ist ein Thema, das allen Beteiligten auf der Seele brennt: Den Familien, die den Spagat zwischen Beruf und Kindern meistern. Den Kommunen, die die Kitaplätze liefern müssen und finanziell unter Druck stehen. Das Urteil sendet ein wichtiges Signal aus: Der Rechtsanspruch steht nicht nur auf dem Papier. Wenn's nicht klappt, kann das finanzielle Folgen haben. Das hält den Druck aufrecht, weil noch nicht alles geschafft ist bei den Kita-Plätzen. Ich finde das Urteil gut. Die Vorinstanz hatte noch gesagt: Den Anspruch auf Betreuung hat laut Gesetz das Kind. Da dürfen die Eltern keinen Schadensersatz verlangen. Das ist zu eng gedacht, man muss das Gesamtpaket sehen. Beim Kita-Anspruch geht es um Kinder und Eltern, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wenn beides vereinbar wird, lindert das Existenzsorgen vieler Familien. Bei Paaren mit Kindern reicht ein Gehalt oft nicht aus zum Leben. Bei Alleinerziehenden wächst das Armutsrisiko enorm. Da ist ein Kitaplatz die Basis für alles. Beim heutigen Ja zum Schadensersatz gibt es auch ein Aber. Es muss geklärt werden, ob man der Kommune Fehler vorwerfen kann. Das hat nichts mit bösem Willen der Richter zu tun, das steht so im Gesetz. Nach dem Motto ""Tut uns leid, die Stadtkasse ist leer"" dürfen sich die Kommunen nicht aus der Affäre ziehen. Das gab Karlsruhe ihnen auf den Weg. Der finanzielle Druck für die Kommunen wird größer. Darum dürfen Länder und Bund sie nicht alleine lassen: Bei dieser zentralen gesellschaftlichen Aufgabe, die allen Beteiligten auf der Seele brennt. Frank Bräutigam kommentierte. $1(2016-10-20-10) Im Februar wollen im Bahnhof Hannover zwei Polizisten eine Jugendliche kontrollieren. Die sticht mit einem Gemüsemesser zu und verletzt einen der beiden lebensgefährlich. War diese Tat eine Terrorattacke, motiviert und angeleitet von den Dschihadisten des IS? Der erste Anschlag in Deutschland, der vom IS beauftragt wurde, um aus der jungen Frau eine Märtyrerin zu machen? Eine juristische Antwort sucht das OLG Celle, vor dem sich die 16-Jährige nun verantworten muss. Und wie viel Verantwortung sie trägt, ist entscheidend: Denn dieses Mädchen wurde von Kindesbeinen an indoktriniert mit einer radikal-islamischen Lehre. Bilder, die einschüchtern. Das Celler OLG ist heute Morgen ein Hochsicherheitstrakt. Es geht um Terror. Aber in diesem Prozess ist vieles anders als bei anderen Islamisten-Verfahren. Der Platz der Angeklagten bleibt leer - solange, bis die Kameras draußen sind. Das Gericht will sie schützen, denn sie ist fast noch ein Kind. ""Wie soll ich Sie anreden?"", fragt der Richter später. ""Gerne mit Safia und Du"", antwortet sie. Sie weiß nicht, wohin mit den Händen. Mit ihr angeklagt: ein Freund, 20 Jahre alt. Er soll gewusst haben, dass sie ein Attentat plante, und hat es nicht angezeigt. Safia S. rammte im Februar einem Polizisten ein Messer in den Hals. Die Anklage ist überzeugt: Sie tat das, weil sie radikalisiert ist und sie tat es im Auftrag des IS. Sie ist angeklagt wegen versuchten Mordes, Körperverletzung und Unterstützung einer terroristische Vereinigung. Wer ist Safia S.? Spurensuche: Schon als Kind besucht sie mit ihrer Mutter diesen Verein in Hannover. Er wird vom Verfassungsschutz als salafistisch eingestuft. Als 7-Jährige tritt sie mit dem Salafisten-Prediger Pierre Vogel auf, wird ein kleiner YouTube-Star. Jahre später flog sie in die Türkei, wollte offenbar ins syrische Kriegsgebiet. Auf dem Handy fanden die Ermittler IS-Propaganda und Chatprotokolle, die nahelegen, dass sie den Polizisten im Auftrag des IS angriff. Das weist ihr Verteidiger zurück. Er will einen Freispruch. In unserer Rechtsordnung ist es nach dem Jugendgerichtsgesetz so, dass sie fähig gewesen sein muss, das Unrecht der Tat einzusehen. Da gibt es nach Aktenlage große Zweifel dran. So zeigte sich die Angeklagte im Internet: Wie andere Jugendliche zwischen Schule, Selfie und Sinnsuche - mitten in der Pubertät. Es scheint im IS eine Propagandaabteilung zu geben, die im Internet die Foren abscannt nach labilen jungen Menschen, die ansprechbar sind für die Ideologie. Wie radikal dachte oder denkt Safia S.? Das muss das Gericht herausfinden. Im Jugendstrafrecht geht es v.a. um den Erziehungsgedanken, nicht um Bestrafung. Im Vollzug wird versucht, den jungen Menschen auf einen Weg zu führen, der mit der Gesellschaft kompatibel ist. Ich denke, bei jungen Leuten sind die Chancen sehr gut. Die Öffentlichkeit ist von nun an von der Verhandlung ausgeschlossen. Das Gericht hat Sorge vor Stigmatisierung des Mädchens, das noch zur Schule geht, aber als Terroristin angeklagt ist. $1(2016-10-20-11) Der Angriff eines ""Reichsbürgers"" auf einen SEK-Beamten in Bayern hatte gestern für Entsetzen gesorgt. Jetzt gibt es traurige Nachrichten. Linda Zervakis. $1(2016-10-20-12) Einer der bei dem Angriff verletzten Polizisten starb am frühen Morgen. Gegen den Schützen wurde Haftbefehl erlassen. Der 49-Jährige hatte gestern vier SEK-Beamte angeschossen, als diese Waffen bei ihm sicherstellen wollten. Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht an. Sie werden von Verfassungsschützern als rechtsextrem eingestuft und beobachtet. $1(2016-10-20-13) Auch am Tag nach der Landung der Mars-Sonde Schiaparelli weiß die Europäische Raumfahrtorganisation ESA noch nicht, was sich beim Marsanflug abspielte. Die ESA hatte gestern Abend den Kontakt zu der Sonde kurz vor der Landung verloren. Sie konnte ihn noch nicht wiederherstellen. Parallel zu diesem Landeanflug konnte aber ein Satellit erfolgreich in die Mars-Umlaufbahn einschwenken. $1(2016-10-20-14) In der Fußball-Europa-League gewann Schalke 04 auch das dritte Gruppenspiel. Die Gelsenkirchener spielten beim russischen Club FK Krasnodar 1:0. Schalkes Trainer Weinzierl bringt sein Personalkarussell auf Touren. Nur beim Torwart und in der Abwehr gibt es keine Veränderungen. Sonst sind alle Positionen neu besetzt. Trotzdem dominieren die Gäste. Meyer mit der ersten Chance. Dann Freistoß Schalke: Konoplyanka zum 1:0 nach elf Minuten. Das erste Tor bei Schalke für den aus Sevilla ausgeliehenen Ukrainer. Nach der Pause Krasnodar druckvoller. Nur die Konsequenz fehlte. Spannend wird es nur noch, wenn die Torhüter mitspielen. Erst patzt Kritsyuk gegen Di Santo, dann hat auch Fährmann bei Schalke Glück. Dann die 90. Minute: Baba mit einem Querschläger - Laborde mit der Chance ... Ein klägliches Finale. Es reicht für Schalke zum Arbeitssieg. Sie führen in ihrer Gruppe deutlich. " $1(2016-10-20-15) Kommen wir zu einem Völkchen, dem oft böse mitgespielt wird. Dabei wohnt es meist in wunderschönen Landschaften, spricht nur halt ein wenig komisch. Die Schwaben bevorzugen eine ausgewogene Nahrung aus einem Monolog von Maultaschen. Sie müssen übelste Witze über sich ergehen lassen, weil sie angeblich so sparsam sind, manche sagen geizig. Dass das erste Wort, das ein neugeborener Schwabe lernt, Bausparvertrag heißt, ist nicht bewiesen. Im gehässigen Berlin müssen sich diese Zugezogenen sogar als überwachungswütige Spießer verhöhnen lassen. Und wie geht man mit diesem Gespött um als Schwabe? Man stellt die Klischees und Gemeinheiten aus. Ja, man kann einen zerbrochenen Porzellanteller flicken, mit Draht und Spucke. Man kann auch eine Brille richten, weniger schön mit Bindfaden. Kann man machen, muss man nicht. Es sei denn, man ist ein Schwabe. Oder? Sparen, Häuslebauen, Kehrwoche machen, Tüftler und Erfinder sein, Spätzleesser sein: Diese Dinge schreiben wir den Schwaben zu. Es ist mit einem Augenzwinkern und nicht so ernst gemeint. Es geht also in der Ausstellung um Klischees über das Volk, das einem Putzlappen schon mal den Namen Frauenfreude verleiht. Das sich einen Namen gemacht hat als Schaffer, Häuslebauer, Kehrwochen-Masochist, kurz: als vermeintlicher Kleingeist. Doch so wird der Schwabe missverstanden – kein Wunder bei dem Dialekt. Wenn nur alle so wären, wie ich sein sollte. Da weiß jemand, dass er seinen eigenen Idealen nicht entspricht. Der bescheidene Schwabe also? Der bescheidene Schwabe. Dabei hat er Großes vollbracht. In all seiner Sonderlichkeit entsprangen seinem sparsamen Geiste große Ideen. Der Fliegenfänger z.B., der Steiffbär, der Büstenhalter, aber auch die Zündkerze und die Flex. Der Schwabe – ein verkanntes Genie mit Hang zum Größenwahn? Doch diese Maschine ist wirklich geflogen und das Ulmer Münster steht noch heute. Müssen wir unser Bild vom Schwaben überdenken? Unbedingt. Das ist eine der Hauptaussagen unserer Ausstellung: Dass das Schwabenbild im Wandel war und im Wandel ist. Im Wandel also – damit kennt sich der Schwabe aus. Aus Alt macht er Neu, aus kaputt - na ja. Irgendwie geht alles, im Notfall mit Draht und Spucke. $1(2016-10-20-16) Damit zu Karsten Schwanke, der hoffentlich nicht zu sparsam mit schönem Wetter ist. Wo käme ich dahin? Ich muss aber lange suchen für schönes Wetter. Ich bin fündig geworden. Das ist in der Mitte der Schweiz. Da ist das Berner Oberland zu sehen. Da war es wolkenlos. Das ist nicht der einzige Ort in Europa mit schönem Wetter. Morgen dominieren aber Regenwolken. Ausnahmen nur in Norwegen. In Bergen gibt es neun Stunden Sonne. Auch im Süden wird es sonnig. Das war das schöne Wetter. Bei uns wird es viel wolkiger. Ein Regengebiet ist im Süden. Ein zweites ist über der Ostsee und zieht Richtung Schleswig-Holstein. Dazwischen ist es trocken und klar. Örtlich Nebel. Morgen Vormittag bleibt es wolkig. Das Regengebiet zieht nach NRW. Im Süden bleiben die Wolken am Alpenrand hängen. Am Nachmittag ist der meiste Regen in der Mitte. Übermorgen ist es in der Mitte und im Norden trüb. Am Sonntag aus Südwesten besseres Wetter. Es wird sonniger nach Nebelauflösung. $1(2016-10-20-17) Weiter geht es mit Ladies Night - Comedy von Frauen, u.a. mit dem Schweizer Duo Hutzenlaub & Stäubli. Bis dahin, tschüss. $1(2016-10-21-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (21.10.2016) Heute im Studio: Susanne Daubner Guten Abend, ich begrüße Sie zur tagesschau." $1(2016-10-21-2) Das Handelsabkommen CETA zwischen der EU und Kanada steht weiter auf der Kippe. Belgien kann dem Vertrag nicht zustimmen: Das Regionalparlament der Wallonie dagegen ist. Zugeständnisse am Rande des EU-Gipfels änderten daran nichts. Kanadas Handelsministerin Freeland brach die Verhandlungen über CETA ab. Ursprünglich war geplant, nächste Woche das Abkommen zu unterzeichnen. Eigentlich ist hier der Ort, wo große Entscheidungen in Europa getroffen werden. Gipfeltreffen, Tag zwei in Brüssel: Die Kanzlerin ist da, die Staatschefs. Die wichtigsten Entwicklungen passierten heute in Belgiens Provinzstadt Namur. Das sagt viel über den Zustand der EU. Gegen 16 Uhr reichte es Kanada. Handelsministerin Freeland brach die Gespräche ab mit der Regionalregierung der Wallonie über das Freihandelsabkommen CETA. Es scheint mir, dass die EU nicht in der Lage ist, einen internationalen Vertrag abzuschließen. Wobei 27 EU-Staaten zustimmen würden. Nur die Wallonie und damit Belgien nicht. Der französischsprachige Süden leidet unter hoher Arbeitslosigkeit. Viele glauben, dass Freihandel zu noch mehr Jobverlusten führt. Konkret forderte die Wallonie Änderungen bei den Schiedsgerichten. Und Garantien gegen Dumping in der Landwirtschaft. Es war eine Zeitfrage. Ich kann nicht dem Parlament sagen, ihr müsst heute oder morgen zustimmen. CETA, ein ambitioniertes EU-Projekt auf der Kippe – wegen Widerstand in einem Regionalparlament. Die Staatschefs und Regierungschefs in Brüssel konnten nur hilflos zuschauen und hoffen auf eine letzte Wendung. Es ist eilig. Wir haben Kanada nächste Woche zu einem Gipfel eingeladen. EU-Handelskommissarin Malmström schrieb auf Twitter: Das ist nicht das Ende des Prozesses. Es ist ein absurdes Bild, das die EU auf diesem Gipfel abgab: Eine Regionalregierung, die direkt mit Kanada verhandelt. 3,5 Mio. Wallonen können einen Vertrag für 500 Mio. Europäer stoppen. Nach dem unentschlossenen Umgang mit Russland gestern wurde heute bei CETA deutlich: Der EU fehlt die Handlungsfähigkeit bei ganz großen Themen. Die Wallonie blockiert das EU-Freihandelsabkommen mit Kanada. Mehr dazu erfahren Sie auf tagesschau.de $1(2016-10-21-3) Der Bundestag hat mit den Stimmen der Koalition die umstrittene BND-Reform beschlossen. Das Gesetz erlaubt dem Bundesnachrichtendienst, Internetknotenpunkte in Deutschland anzuzapfen. So können im Ausland E-Mails und Telefonate überwacht werden. Wirtschaftsspionage wird dem BND verboten, die Überwachung ausländischer Regierungen eingeschränkt. Die Opposition hält die Reform für verfassungswidrig. Die Enthüllungen von Snowden, die NSA-Affäre, das Versagen im Umgang mit dem NSU: Anlass für den Bundestag, die Arbeit der Geheimdienste neu zu regeln. Es darf keinen Tätigkeitsbereich des Dienstes geben, der nicht bestimmt ist durch klare Rechtsgrundlagen. Es darf keinen Bereich geben, der nicht kontrolliert wird durch eine parlamentarische Kontrolle. Gelingen soll das mit folgenden Instrumenten: Die Union ist stolz auf die Reformen. Nennen Sie mir eine Regierung, die ein Gesetz vorgelegt hat für ihren Nachrichtendienst. Nennen Sie mir ein Parlament, das so die Konsequenzen gezogen hätte wie wir. Es gibt keine. Die Reform des BND soll die Arbeit des Auslandsgeheimdienstes regeln. Die Rechte von EU-Bürgern werden besser geschützt, Wirtschaftsspionage ist verboten. Außerdem müssen ... Die Opposition kritisiert die Gesetze. Sie nennen es Reform, wir die Legalisierung massenhafter Grundrechtsverletzung. Das Parlament wird Erfüllungsgehilfe der Geheimdienste. Das halte ich in einem Rechtstaat für unwürdig. Das Gesetz wird scheitern vor dem EuGH und Bundesverfassungsgericht. Deswegen ist das heute ein schlechter Tag für die Arbeit der Geheimdienste, den Bundestag und die Demokratie. Besserer Schutz vor Spionage oder der Einstieg in den Überwachungsstaat: Die Reform polarisiert. $1(2016-10-21-4) Der Bundestag beschloss strengere Regeln zum Schutz von Leiharbeitern. U.a. sollen Leiharbeiter nach neun Monaten den gleichen Lohn erhalten wie Stammbeschäftigte. Zudem sollen sie nur noch höchstens 18 Monate in einem Betrieb eingesetzt werden können. Die Opposition stimmte gegen das Gesetz. Sie befürchtet, dass sich für die Betroffenen wenig ändert. $1(2016-10-21-5) Das Innenministerium erwägt, die Bewegung der Reichsbürger vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Ein Sprecher sagte, so ein Schritt müsse sorgfältig geprüft werden. Der Angriff eines Reichsbürgers auf einen Polizisten in Bayern löste eine Debatte aus über den Umgang mit der Gruppierung. Zudem wurde bekannt, dass es in Bayern und Sachsen-Anhalt womöglich Reichsbürger in der Polizei gibt. Laut den Behörden laufen Disziplinarverfahren. Sie verloren einen Kollegen durch die Tat eines Reichsbürgers. Jetzt zeigt sich, dass in der bayerischen Polizei vier Polizisten der Bewegung angehören sollen. Zwei wurden schon vom Dienst suspendiert. Bayerns Innenminister - überrascht. Für mich ist das unerklärlich. Wenn jemand Polizist sein will, muss er sich voller Überzeugung für diesen Rechtsstaat, diese Demokratie einsetzen. Die Gefahr durch Reichsbürger wurde wohl vielerorts unterschätzt. Die SPD fordert Konsequenzen. Der Todesfall in Bayern zeigt, das sind keine Spinner, sondern Kriminelle. Wir dürfen keine Toleranz zeigen. Waffen gehören nicht in die Hände solcher Staatsfeinde. Unklar ist, wie viele Bürger der Bewegung bundesweit angehören. Das Bundesinnenministerium schätzt eine dreistellige Zahl. Experten glauben, es sind mehr als 1000. Auch über die Zahl der Gewaltbereiten wisse man wenig, so die Opposition. Wir wissen wenig über die Bewaffnung und das Gewaltpotential. Der Bundesverfassungsschutz müsste genauer hinschauen und uns Analysen liefern, wie groß diese Strukturen sind. Nach dem Tod des Polizisten sieht auch Innenminister de Maiziere Handlungsbedarf. Wir haben Anlass genug, mit den Ländern zu prüfen, ob der Verfassungsschutz diese Gruppierungen überprüft. Noch steht nicht fest, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz die Reichsbürger überwachen wird. $1(2016-10-21-6) Das Justizministerium konkretisierte seine Pläne, in der Nachkriegszeit verurteilte Homosexuelle zu entschädigen. Es geht um Urteile aus den Jahren 1949 bis 1969. Die Bundesrepublik und die DDR hatten den Paragrafen 175. Er stellte homosexuelle Handlungen unter Strafe, unverändert übernommen aus dem Nationalsozialismus. Es ist lange her, aber die Zeit prägte sein Leben. Als er 17 war, stand plötzlich die Sittenpolizei vor der Tür. Er wurde verhört, musste Namen nennen von Freunden, die wie er homosexuell waren. Dann das Urteil wegen ""Unzucht mit Männern"". Seitdem gilt er als verurteilter Straftäter. Das soll sich jetzt ändern. Für mich würde das eine Erleichterung bedeuten, dass ich diesen Makel nicht mehr an mir habe. Und auch für alle global, die mit betroffen sind, das waren ja rund 50.000. Neben der Aufhebung der Urteile sollen die Betroffenen finanziell entschädigt werden: Schon lange kämpf Heinz für eine Rehabilitierung. Es galt lange als verfassungsrechtlich bedenklich, per Gesetz ein höchstrichterliches Urteil aufzuheben. Diese Rechtsauffassung hat sich geändert. Das Gesetz war überfällig, weil es ein Signal ist für die Opfer, deren menschenverachtende Urteile endlich aufgehoben werden. Wenige der Opfer leben noch. Es ist ein wichtiges Signal. Nur noch 5000 der Verurteilten leben noch. Doch auch für Verstorbene können auf Antrag die Urteile aufgehoben werden. $1(2016-10-21-7) Der EU-Gipfel verständigte sich mit Blick auf den Krieg in Syrien nicht auf neue Sanktionen. Die Staatschefs und Regierungschefs fordern laut Kanzlerin Merkel: Eine dauerhafte Angriffspause für Aleppo und Zugang für Hilfslieferungen und medizinische Versorgung der Bewohner. Die Lage ist dramatisch. $1(2016-10-21-8) Der UN-Menschenrechtsrat verurteilte die Offensive der syrischen Regierungstruppen und die Terrorakte in Aleppo. Es wurde beschlossen, die Gewalttaten zu untersuchen und mutmaßliche Täter zur Verantwortung zu ziehen. Noch kommen die Hilfskonvois der UN nicht. Diese Bilder von Überwachungskamaras sollen die Feuerpause des russischen Militärs dokumentieren. Noch fehlen den Hilfsorganisationen Sicherheitsgarantien, um mit der Evakuierung der Verwundeten zu beginnen. Die Bedingungen für eine freiwillige Evakuierung Kranker und Verletzter waren nicht gegeben. Auch der UN-Menschenrechtsrat forderte in einer Resolution den sicheren und dauerhaften Zugang der Hilfsorganisationen. Opposition und Assad-Regime hätten Zivilisten in Aleppo angegriffen. Das sagte der UN-Menschenrechtskommissar. Die wahllosen Luftangriffe über dem Osten der Stadt durch die Regierungsarmee sind für die Angriffe verantwortlich. Bombardierte Wohnviertel, Schulen, Krankenhäuser: Es gibt in Aleppo zahlreiche Menschenrechtsverletzungen. Eine Untersuchungskommission soll sie aufarbeiten Großbritannien brachte den Resolutionsentwurf ein. Aus Sicht von Syriens Regierung sind die Vorwürfe Propaganda gegen den Westen. Wir sehen, dass einzelne Länder weiter Terroristen unterstützen. Russland verlängerte die Feuerpause bis Samstagabend. $1(2016-10-21-9) Die Bevölkerung von Aleppo wartet weiter auf Hilfe. Seit einer Woche läuft die Großoffensive der irakischen Armee zur Rückeroberung der Stadt Mossul von der IS-Terrormiliz. Viele Bewohner begaben sich auf die Flucht. Die Vereinten Nationen erheben schwere Vorwürfe. Die bedrängte Terrormiliz habe wohl Hunderte Familien nach Mossul verschleppt. Sie würden als lebende Schutzschilde missbraucht, so das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte. IS-Kämpfer griffen im Gegenzug zur Mossul-Offensive die von Kurden kontrollierte Stadt Kirkuk an. Das Polizeiquartier und öffentliche Gebäude wurden beschossen. Laut Behörden starben mindestens 22 Menschen. Kirkuk liegt 150 km südlich von Mossul und ist wegen der Erdölvorkommen in der Region strategisch wichtig. $1(2016-10-21-10) In der Lutherstadt Wittenberg wurde das neue Panoramabild des Künstlers Yadegar Asisi eröffnet. Eine mittelalterliche Straßenszene tut sich vor dem Zuschauer auf mit Händlern, Spaziergängern, Mönchen. Asisi thematisiert mit seinem Rundbild Luther 1517 mittelalterliches Leben zur Zeit des Kirchen-Reformators. 2017 wird das 500. Jubiläum der Reformation begangen. $1(2016-10-21-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. Heute im Studio: Caren Miosga Guten Abend. $1(2016-10-21-2) Wenn alles so liefe wie heute bei CETA, könnte die EU bald einpacken. Lange wurde gerungen, bis sich 28 Regierungen einig waren, das Handelsabkommen mit Kanada unterschreiben wollten. Nur die Wallonie, eine Region in Belgien, krähte bis zum Schluss. Und sie schaffte es, das Projekt zum Platzen zu bringen. Die Gegend mit dem stolzen Hahn auf der Flagge bereitet Europa Ärger. Kommenden Donnerstag sollte alles unter Dach und Fach sein und der Weg geebnet werden für das umstrittene Handelsabkommen. Doch nun reiste die kanadische Handelsministerin ab und lässt die EU zerrupft zurück. Sie wollte den Wallonen entgegenkommen, CETA retten. Sie bekam: eine Abfuhr. Chrystia Freeland reagierte betroffen. Kanada ist enttäuscht, ich persönlich natürlich auch. Ich habe hart gearbeitet, aber es ist unmöglich. Wir werden zurückkehren. Ich bin sehr traurig, das ist emotional für mich. Das einzig Gute, was ich sagen kann, ist, dass ich morgen bei meinen Kindern bin. Die Wallonen bleiben stur, lehnen CETA so weiter ab. Es ist schwierig für mich, dem Parlament zu sagen, wir müssen sofort entscheiden. Ich habe dafür plädiert, mehr Zeit zu bekommen, aber das ist Kanada nicht möglich. In ihrer Hymne besingen die Wallonen Freiheit und Kampfeslust. Sie besingen auch stolz ihre Industrie. Die Wallonie war in Europa einst führendes Industriezentrum mit Kohle und Stahl. Doch der Reichtum ist vergangen. Vom Niedergang erholte sich die Region nie richtig. 15 % Arbeitslosigkeit, wenig Kaufkraft. Das machte viele skeptisch gegenüber Konzernen und Globalisierung. In solchen Freihandelsabkommen funktioniert immer derselbe Mechanismus: Man verspricht Wachstum und Arbeitsplätze, aber am Ende profitieren die multinationalen Unternehmen. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel wollte man CETA unter Dach und Fach wissen. Ich bestehe darauf, dass wir das Abkommen brauchen. Es ist das beste, das wir je aufgesetzt haben. Wenn wir keines mit Kanada abschließen können, sehe ich nicht, wie wir mit anderen Teilen der Welt eines machen sollen. Es geht um mehr, nämlich darum, ob und wie die EU handlungsfähig ist. Die Wallonen haben wohl nicht nur CETA, sondern der EU einen Schlag verpasst. Markus Preiß, war's das jetzt für CETA? Die kanadische Delegation ist ja nun abgereist. Sie kommt morgen früh sicher nicht wieder. Es gibt aber Stimmen aus dem Parlament, die sagen, das kann doch jetzt nicht das Ende sein. Schwierig wird es nur, wenn man sieht, wie heute im Parlament diskutiert wurde: Da wurden ja viele Punkte in dem Vertrag angezweifelt. Unter anderem die Schiedsgerichte. Es ist schwer, diese Punkte jetzt abzuräumen. Der Gipfel für Donnerstag ist aber noch nicht abgesagt. Was sagt uns das über den Zustand der EU? Es ist erst mal eine große Blamage. So kann es in der EU nicht weitergehen. Die Frage ist nun: Hat man sich diesen Fehler selber eingebrockt? Eigentlich war Europa immer stark in solchen Handelsfragen. Die EU wollte aber diesmal den Vertrag wieder alleine ratifizieren. Nach dem Brexit kam dann aber wieder der Aufschrei, man solle auch mehr auf die anderen Staaten hören. Heute ging auch die Frage an Junker, ob das ein Fehler war. Er sagte, er würde sich nicht für einen Fehler entschuldigen, den man ihm diktiert hat. Vielen Dank. $1(2016-10-21-3) Die Reichsbürger ignorieren unsere Bundesrepublik und unsere Verfassung. Von dieser Gesinnung geht eine Gefahr aus. Das wissen wir spätestens seit den tödlichen Schüssen auf einen Polizisten diese Woche. Nun wurde bekannt, dass einige ""Reichsbürger"" unter denen arbeiten, die sie attackieren. Ausgerechnet da, wo Verfassungstreue ausgenommen wichtig ist, bei der Polizei. Harald S. ist seit Anfang 2016 vom Dienst suspendiert. Er bekennt sich öffentlich zu den Reichbürgern. Gegen den Polizei-Hauptkommissar aus Bayern läuft ein Disziplinarverfahren. In Internetforen äußerte er sich eindeutig zu der Ideologie. Hier wurde höchstrichterlich festgestellt, dass die Weimarer Verfassung nicht außer Kraft ist. Das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 oder so hat noch Bestand. Es wäre noch rechtsfähig, ist nur nicht handlungsfähig. Harald S. war Seminarleiter in einem Fortbildungszentrum. Drei weitere Polizeibeamte in Bayern sollen zu den Reichsbürgern gehören. Auch in Sachsen-Anhalt gibt es vier Fälle. Drei der Polizisten sind suspendiert, beim vierten laufen Untersuchungen. Der Verfassungsschutz hat die Reichsbürger seit 2012 im Visier. Uns sind über die letzten Jahre rund 80 Menschen bekannt, die wir den Reichsbürgern zuordnen können. Von diesem 80 Personen haben wir zu 20 Erkenntnisse, dass es Verbindungen zum Rechtsextremismus gibt. Solche Verbindungen rufen das Bundesamt für Verfassungsschutz auf den Plan. Da entwickelt sich etwas, was zum Rechtsextremismus führt. Aber erst, wenn das bundesweit organisiert wird, kann das Bundesamt die Beobachtung aufnehmen. Nach den tödlichen Schüssen sieht die Deutsche Polizeigewerkschaft eine Beobachtung der Reichsbürger als dringend notwendigen Schritt. Dann haben wir hier Polizisten, die einen Amtseid auf die Bundesrepublik abgelegt haben. Und genau dieses bekämpfen sie in ihrer Fantasie des Reichsbürgertums. Die müssen aus unseren Reihen entfernt werden. Aber ihre Identifizierung ist nicht einfach und es muss rechtsstaatlich zugehen. Das Disziplinarverfahren gegen den Reichsbürger Harald S. läuft noch. Dem Ex-Polizisten droht die Entlassung. $1(2016-10-21-4) Diese Kurve spricht Bände: 1997 gab es in Deutschland 200.000 Leiharbeiter. 2015 sind es bereits 951.000. In 18 Jahren hat sich die Zahl verfünffacht. Fast eine Million Menschen verdienen weniger als die festangestellten Kollegen. Eine Marktwirtschaft, die so gar nicht sozial ist. Und weil viele in diesem Land die soziale Marktwirtschaft rühmen, verabschiedete der Bundestag heute ein Gesetz: Es verspricht gleichen Lohn für gleiche Arbeit, aber nach dem 9. Monat. Endlich eine unbefristete Anstellung wäre sein Wunsch. Alwin Müller ist Elektriker. Seit 20 Jahren hangelt er sich von Job zu Job, fühlt sich von den Wechseln in der Zeitarbeit ausgebrannt. Ihm nützt es wenig, dass ab dem neunten Monat dasselbe Gehalt gezahlt werden soll wie für die Stammbelegschaft. In meiner Realität war das noch nie so. Ich konnte froh sein, dass ich sechs Monate Probezeit über die Bühne bekommen habe. Es gab nichts mit neun oder 18 Monaten in meinem Arbeitsleben. 18 Monate ist die Frist, nach der ein Leiharbeiter-Job künftig enden muss. Ausnahmen sollen möglich sein. Das Gesetz tue niemandem weh und nütze Leiharbeitern nichts, sagt der Arbeitsexperte und Sozialexperte Stefan Sell. Die Neun-Monats-Regelung ist eine Rosstäuscherei. Der große Teil der Leiharbeiter erreicht die neun Monate gar nicht. 50 % verlassen nach drei Monaten die Leiharbeit wieder. Fast eine Million Leiharbeiter gibt es in Deutschland. Für die Wirtschaft sind sie wichtig wegen ihrer Flexibilität. Die Kommunikationswirtin Gärber hat seit März den vierten Job und will die Neun-Monats-Hürde erreichen. Dann würde ich wohl fast das Doppelte verdienen. Allgemein finde ich neun Monate einfach zu lang. Das Gesetz ist das Maximum dessen, was in der Großen Koalition möglich war. Vielen Leiharbeitern wäre mehr geholfen, wenn ab dem ersten Tag den gleichen Lohn bekämen. Alwin Müller gibt aber die Hoffnung auf einen festen Job nicht auf. $1(2016-10-21-5) Der Bundestag verabschiedete ein weiteres Gesetz. Mit den Stimmen der Koalition beschloss er die umstrittene BND-Reform. Die Nachrichten mit Susanne Daubner. Das neue Gesetz erlaubt es dem BND in größerem Umfang als bisher, Internetknotenpunkte in Deutschland anzuzapfen. Das dient der Überwachung von E-Mails und Telefonaten im Ausland. Verboten wird die Wirtschaftsspionage, die Überwachung ausländischer Regierungen wird eingeschränkt. Der Bund beschloss zudem ein Gesetz, das die parlamentarische Kontrolle der deutschen Geheimdienste verbessern soll. Die Opposition kritisierte die Vorhaben. $1(2016-10-21-6) Das Justizministerium hat seine Pläne konkretisiert, in der Nachkriegszeit verurteilte Homosexuelle zu entschädigen. Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor. Männer, die verurteilt wurden nach dem früheren Paragrafen 175, sollen entschädigt werden. Die entsprechenden Urteile sollen per Gesetz aufgehoben werden. Sexuelle Handlungen unter Männern stellte der Paragraph unter Strafe. Endgültig abgeschafft wurde er 1994. $1(2016-10-21-7) Der UN-Menschenrechtsrat forderte wegen der Bombardierungen und Belagerung von Aleppo/Syrien unabhängige Ermittlungen. Das Gremium verurteilte die Offensive der von Russland unterstützten syrischen Regierungstruppen. Mutmaßliche Täter von Kriegsverbrechen müssten strafrechtlich verfolgt werden. Das steht in der Resolution, die das Gremium heute verabschiedete. $1(2016-10-21-8) Im Irak haben IS-Kämpfer Kirkuk angegriffen. Sie beschossen öffentliche Gebäude und das Polizeihauptquartier in der von Kurden kontrollierten Stadt. Laut Behörden wurden 22 Menschen getötet. Die irakische Armee und kurdische Kämpfer rücken weiter auf Mossul vor. Die Stadt wird von IS-Kämpfern gehalten. Die UN werfen den Islamisten vor, Zivilisten zu erschießen oder als Schutzschilde zu missbrauchen. $1(2016-10-21-9) Die Marssonde ""Schiaparelli"" ist bei ihrer Landung auf dem Mars nach Angaben der ESA vermutlich explodiert. Die Sonde sei auf den Planeten mit zu hoher Geschwindigkeit aufgeschlagen. Auf Bildern der NASA ist ein Fleck zu sehen. Dabei soll es sich um Oberflächenmaterial handeln, das beim Aufprall aufgewirbelt wurde. $1(2016-10-22-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. $1(2016-10-22-2) Auch nach dem Abbruch der Gespräche in Brüssel halten Kanada und die EU am Handelsabkommen CETA fest. EU-Parlamentspräsident Schulz sprach am Vormittag mit Kanadas Handelsministerin Freeland und später mit dem wallonischen Regionalregierungs-Chef Magnette. Dieser lehnt das Abkommen ab. Schulz stellte klar: Die Verhandlungen mit Kanada seien nicht gescheitert, die EU müsse ihre Position intern klären. Herzliche Begrüßung am Morgen. Die kanadische Handelsministerin erklärte noch gestern, dass eine Einigung wohl unmöglich sein. Stattdessen frühstückte sie nach vielen Vermittlungsversuchen mit Martin Schulz. Nach sieben Jahren Verhandlung soll CETA noch gerettet werden. Die Verhandlungen sind nicht gescheitert - sondern abgeschlossen. Die EU muss die weiteren Fragen intern klären. Kanada ist bereit zu unterzeichnen. Der Ball ist im Feld Europas. Es muss seine Arbeit zu Ende bringen. Von mehreren Seiten wurde die Kanadierin gebeten, nicht abzureisen. Die Krise ist abgewendet, eine EU-Blamage verhindert - vorerst. Der Rest der Welt schüttelt mit dem Kopf. Dass wir nicht mal ein Abkommen mit Kanada hinbekommen. Das ist kein gutes Zeichen. Der zweite Rettungsversuch. Schulz traf den wallonischen Ministerpräsidenten. Wir haben noch ein paar Probleme unter den Europäern zu lösen. Das werden wir diskutieren. Die Sorge der Wallonen ist: Dass ihre Region zusätzliche Probleme bekommt. Es gibt viele Arbeitslose und eine geringe Kaufkraft. Der Ministerpräsident will u.a. eine soziale Absicherung. Das Abkommen wird nicht mehr verhandelt. Kann die EU den Wallonen entgegenkommen? CETA hat Chancen - aber der Zeitrahmen ist unsicher. Noch hat CETA eine Chance. Was das Freihandelsabkommen zwischen EU und Kanada regeln soll, finden Sie auf tagesschau.de. " $1(2016-10-22-3) Die Bundesregierung stellt 34 Mio. Euro Soforthilfe für die Region Mossul im Nordirak bereit. Mit dem Geld sollen Hilfsgüter verteilt und Flüchtlinge versorgt werden, so Entwicklungsminister Müller (CSU) zur Neuen Osnabrücker Zeitung. $1(2016-10-22-4) US-Verteidigungsminister Carter ist überraschen in Bagdad, um sich über die irakische Offensive auf Mossul zu informieren. Die irakische Regierung sprach nach dem Treffen mit Carter von Fortschritten. In den befreiten Gebieten bei Mossul fahren viele Kleintransporter mit Mobiliar über die Landstraßen. Militär und die kurdische Peschmerga haben in der ersten Woche der Offensive viele Orte befreit. Bewohner, vom IS vertrieben, fahren zurück nun in ihre Dörfer. Sie wollen sehen, was von ihrem Hab und Gut übrigblieb. Wir haben einige Möbel retten können. Eine Hälfte der Einrichtung war noch okay. Aber unser Haus ist zerstört. Befreit heißt nicht, dass die Dörfer bewohnbar sind. Die vom IS besetzten Orte wurden von der US-Luftwaffe und deren Verbündeten bombardiert. Nun suchen sie in ihren Dörfern, ob noch etwas zu retten ist. Es ist nicht viel. Der Herd ist das Wertvollste, was sie bergen können. Als wir 2014 hörten, dass die Dschihadisten kommen, da sind wir geflohen. Wir dachten: Die bleiben nicht lange. Daher haben wir alles zurückgelassen. Kämpfe der kurdischen Peschmerga gegen den IS, 20 km von Mossul entfernt. Das irakische Militär und seine Verbündete rücken immer näher an Mossul heran. Mossul ist nicht nur militärisch bedeutend. Die Stadt ist das Tor zum Nordosten. Die Einnahme ist der Schlüssel, um den Rest des Landes zu befreien. Mossul hat symbolische Bedeutung: Dort hat der IS-Anführer Al-Baghdadi sein Kalifat ausgerufen. Der Verlust der Stadt wäre für den IS ein harter Schlag. $1(2016-10-22-5) In Aleppo hat die von Russland und der syrischen Regierung ausgerufene Feuerpause auch am dritten Tag gehalten. Der Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London wurden keine Angriffe auf den von Rebellen kontrollierten Osten der syrischen Stadt gemeldet. Laut UN verließen aber nur wenige das Kampfgebiet über die humanitären Korridore, wegen fehlender Sicherheitsgarantien. Die Feuerpause sollte am Abend enden. $1(2016-10-22-6) Die Grünen starten mit der Bestimmung der beiden Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl. Bis Januar können Parteimitglieder per Urwahl darüber entscheiden. Für die Doppelspitze gibt es vier Bewerber. Die Fraktionsvorsitzende Göring-Eckardt gilt als gesetzt, da dem Spitzenduo eine Frau angehören muss. Ihr Kollege Hofreiter tritt ebenso an wie Parteichef Özdemir und Schleswig-Holsteins Umweltminister Habeck. Heute beginnen in Hannover die Vorstellungsrunden. Die Grünen sind stolz auf sich. Sie sagen: Wir haben als einzige Partei den Mut, unsere Mitglieder über die Spitzenkandidaten entscheiden zu lassen. Eine Frau, drei Männer und die Frage: Wer steht für welche mögliche Koalition? Der Bundesvorsitzende fordert Gesprächsbereitschaft mit allen anderen Parteien: Für mich als jemandem, dem nachgesagt wird, er könne eher mit den Schwarzen, heißt das: Gerade deshalb muss mit der Linkspartei reden und abtesten, was geht oder nicht. Andere, denen man nachsagt, dass sie für andere Bündnisse sind, müssen es anders rum machen. Das ist die Aufforderung an den einzigen im Rennen, der klar dem linken Parteiflügel zuzurechnen ist: Anton Hofreiter. Der Fraktionsvorsitzende setzt auf grüne Parteithemen: Wir haben die Ideen, wie aus der Kohle rauskommt und die erneuerbaren Energien ausbaut. Wir man rauskommt aus der Massentierhaltung und rein in eine nachhaltige Landwirtschaft, die nicht unsere Lebensgrundlagen zerstört. Ein umstrittenes Thema ist die Besteuerung hoher Vermögen. Die Grünen haben Angst, dass das, wie vor vier Jahren, ein Verlierer-Thema im Wahlkampf sein könnte. 8,4 % damals - das soll sich nicht wiederholen. Wir sind die Partei mit Haltung, die über den Horizont hinausdenkt. Die es schafft, Leute anzusprechen, die nicht immer schon grün gewählt haben. Die nicht selbstverständlich veganen Yoghurt kaufen. Als einzige Frau ist Katrin-Göring Eckart als Spitzenkandidatin gesetzt. Robert Habeck ist ein Neuling in der Bundespolitik. Es geht nicht um mich, es geht um uns. Die Demokratie zerbröckelt gerade. Es muss eine Partei geben, die dafür steht, dass die Werte erhalten bleiben. Das sind nach Lage der Dinge die Grünen. $1(2016-10-22-7) Der Wehrbeauftragte Bartels, beklagt schwere Mängel bei der Ausrüstung bei der Bundeswehr. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er, es sei von allem zu wenig da. Entscheidungen über wichtige Anschaffungen würden in die nächste Legislaturperiode verschoben. Die Sicherheitslage erfordere jetzt die volle Ausstattung für die Bundeswehr - nicht erst in 15 Jahren. $1(2016-10-22-8) In den Unionsparteien mehren sich die Stimmen für eine weitere Kandidatur von Kanzlerin Merkel. CDU-Generalsekretär Tauber sagte der Funke Mediengruppe, eine vierte Amtszeit Merkels sei der Wunsch vieler. CSU-Vize Weber sprach sich im ""Spiegel"" dafür aus, dass die Kandidatur rasch erklärt werde. Merkel selbst äußerte sich nicht zu der Frage. In München hat ein Bündnis aus 60 Vereinen und Verbänden gegen das geplante bayrische Integrationsgesetz demonstriert. Kritiker lehnen den Gesetzentwurf der CSU-geführten Landesregierung ab: Er stelle Zuwanderer unter den Generalverdacht, sich nicht integrieren zu wollen. Vereinzelt kam es bei dem Protest zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. $1(2016-10-22-9) In der Fußball-Bundesliga gewann Berlin das Duell der Überraschungsmannschaften gegen Köln mit 2:1. Hertha BSC verzeichnet den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Nach dem vierten Heimsieg in Folge wird in Berlin weiter gefeiert. Kölns Trainer Stöger verarbeitete auf seine Art die erste Niederlage. Die Hertha in Blau-Weiß war in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft. Die verdiente Führung nach 13 Minuten durch Ibisevic. Es ist sein sechster Saisontreffer. 1:0 ging es in die Pause. Nach dem Wechsel wurden die Kölner stärker. Modeste konnte nach 65 Minuten Minuten ausgleichen. Es war sein achtes Saisontor. Neun Minuten später der Siegtreffer für die Hertha. Schieber verlängerte zu Stark. Der traf aus kurzer Distanz mühelos. Bis in die Schlussphase musste Hertha bangen. Die Kölner waren nah am Ausgleich. Hertha gewann knapp aber leistungsgerecht mit 2:1 und überflügelt die Gäste in der Tabelle. Eine Mannschaft, die über sich hinauswuchs. Sie gewann aber nicht. Das 3:3 sorgte für Gesprächsstoff. Ingolstadt ging in Führung. Dortmund war erschreckend schwach. Nach 24 Minuten das 2:0. Die Zuschauer waren begeistert. Nach dem Seitenwechsel war Dortmund entschlossener. Der Anschlusstreffer. Keine 60 Sekunden später das 3:1 für Ingolstadt. Dortmund kam zurück. Das 2:3 in der neuen 60. Minute. Der Ausgleich fiel in der Nachspielzeit. Dortmund ist drei Partien in Folge ohne Sieg. Die weiteren Ergebnisse des achten Spieltags. $1(2016-10-22-10) Fußballtabelle BerlinKöln 2:1, Ingolstadt-Dortmund 3:3, Leverkusen-Hohenheim 0:3, Drmstadt-Wolfsburg 3:1, Freiburg-Ausburg 2:1, Münschen-Mönchegladbach, Hamburg-Frankfurt 0:3, Leipzig Bremen So, Schalke Mainz So, Bundesliga 8. Spieltag 1. München 7 +14 17, Berlin 8 +5 17, Hoffenheim 8 +6 16, Köln 8 +7 15, Leipzig 7 +7 15, Dortmund 8 +10 14, Frankfurt 8 +5 14, Freiburg 8 -2 12, Mainz 7 +2 11, Mnchengladbach 7 0 11, Leverkusen 8 -1 10, Ausburg 8 -4 8, Darmstadt 8 -7 8, Bremen 7 -9 7, Wolfsburg 8 -6 6, Schalke 7 -4 4, Ingolstadt 8 -10 2, Hamburg 8 -13 2 $1(2016-10-22-11) Sabiwaka heißt das Maskottchen der Fußball-WM 2018 in Russland. Ein fröhlich-kuscheliger Wolf mit großer Sonnenbrille soll gute Laune verbreiten. Im russischen Staatsfernsehen wurde das Maskottchen gekürt. Zuvor hatten Fans im Internet über drei Kandidaten abgestimmt: Eine Katze, einen Tiger und den Wolf. $1(2016-10-22-12) Die Lottozahlen 2 21 26 32 36 48 Superzahl 7 $1(2016-10-22-13) Die Wettervorhersage für morgen, Sonntag, den 23. Oktober. Das Tief, das unser Wetter bestimmte, zieht sich zurück. Norddeutschland hat morgen noch damit zu tun. In der Nacht regnet es dort - vor allem an den Küsten. Sonst meist trocken, mitunter klar. Mancherorts Nebel. Auch am Tag im Norden Schauer. Sonst hält sich der Nebel teilweise zäh. Wo er sich lichtet, neben Wolken sonnige Abschnitte. Im Südwesten kommt am Abend Regen auf. Am Montag im Südosten, anfangs auch an der Ostsee, freundlich. Vom Westen bis in die Mitte zeitweise Regen. Auch am Dienstag im Südosten Lichtblicke, sonst teilweise kräftiger Regen. Am Mittwoch beruhigt sich das Wetter, nur noch einzelne Schauer. $1(2016-10-22-14) Um 23.30 Uhr hat Caren Miosga folgende Tagesthemen: Warmlaufen - die Grünen suchen Ihre Spitzenkandidaten. Und die Samstagsspiele der Fußball-Bundesliga. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. $1(2016-10-22-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (22.10.2016) Heute im Studio: Caren Miosga. Guten Abend zu den tagesthemen. $1(2016-10-22-2) Nach dem Verhandlungsdrama um CETA beginnen wir mit Brüssel. Die Brunnenfigur Manneken Pis steht für den Geist der Revolte und dafür, dass die Städter über sich selbst lachen können. Aber den Politiker ist in Brüssel gerade mehr zum Heulen zumute. Immerhin sind einige Tränen seit gestern getrocknet. Da sah es so aus, als wäre das Abkommen CETA gescheitert. Kanadas Handelsministerin war schon auf dem Weg in Richtung Heimat. Die Ministerin blieb. Aber es blieb bislang im Sinne des Geistes der Revolte - der Widerstand der Wallonie gegen CETA. Teil zwei des Krisenfrühstücks - diesmal mit dem wallonischen Ministerpräsidenten Magnette. Die wallonische Provinz soll doch noch überzeugt werden, CETA zuzustimmen. Eine weitere Krise und Blamage der EU soll verhindert werden. Zuvor sprach Schulz mit Kanadas Handelsministerin Freeland und war zufrieden. Bei den Treffen mit Frau Freeland und Herrn Magnette wurde klar: Beide Seiten wollen eine Lösung. Wer behauptet, CETA sei gescheitert, irrt sich. Der wallonische Ministerpräsident, nicht ganz so optimistisch. Wir haben noch einige Probleme unter uns Europäern zu lösen. Das werden wir diskutieren. Magnette will hohe Umweltstandards, um seine Landwirte zu schützen. Zudem größte soziale Sicherheit für Arbeitnehmer. Erst im September verkündete Baumaschinenhersteller Caterpillar die Schließung seines Standortes bei Charleroi. 2200 Arbeitsplätze gehen verloren. Das Thema bestimmte tagelang die Diskussion. Die Wut war groß, weil Caterpillar zuvor wohl öffentliche Zuschüsse gewährt wurden. Dabei liegt die Arbeitslosigkeit in der Wallonie über 15 %. Der Parlamentspräsident der Wallonie, Andre Antoine, macht aus seiner Ablehnung keinen Hehl. Nach CETA kommt TTIP, danach kommt Japan, China. Dazu sagen wir nein. Wir brauchen klare Regeln. Unsere Verantwortung ist, es die Bürger zu schützen. Wir sind keine Börse. Was muss die EU der Wallonie anbieten, damit sie CETA noch zustimmt? Mehr Geld, Unterstützung für Industrie und Landwirtschaft? Der Handelsvertrag selbst wird wohl nicht mehr verändert. Eine Einigung in den nächsten Tagen wäre eine Überraschung. $1(2016-10-22-3) Niemand kann was dagegen haben, was die Grünen vorhaben. Bei anderen Parteien beschließen nur einige wenige, wer Spitzenkandidat für die Bundestagswahl wird. Dagegen entscheiden bei den Grünen alle, wer die Spitze erklimmt. Mehr Demokratie geht nicht. In einer Urwahl treten drei grüne Männer gegeneinander an. Die Frau ist gesetzt, die drei Männer stellen sich zur Wahl. Das kann man mutig nennen, aber auch halsbrecherisch. Denn einmal oben angekommen, kriegt nur einer die Blumen. Die anderen können tief fallen oder sich schwer verletzen. Angespannt sind sie alle: Cem Özdemir, Robert Habeck und Anton Hofreiter. Alle drei wollen, nur einer wird es werden. Er ist der Profilierteste, hat aber am meisten zu verlieren. Parteichef Özdemir gibt in Hannover den Staatsmann, der als Grüner auch Flüchtlinge und Moslems in die Pflicht nimmt. Ich hätte gerne, dass wir bei manchem muslimischen Funktionär sagen: Wenn du hier glücklich werden willst, gewöhn dich dran, dass Männer und Frauen hier gleiche Rechte haben. Kann er Özdemir aufhalten? Hofreiter ist der einzige Bewerber des linken Parteiflügels. Diese Karte spielt er aus. Das urgrüne Profil müsse sichtbar bleiben und das ginge mit ihm am besten. Wir haben die Ideen, wie man aus der Kohle raus kommt und die erneuerbaren Energien ausbaut. Aus der Massentierhaltung rauskommt und in nachhaltige Landwirtschaft. Robert Habeck kann sich teils nur schwer beherrschen. Für ihn geht es um viel. Eine Rückkehr in die Landespolitik schloss er aus. Er kritisiert die Mitbewerber scharf. Die Grünen seien mit ihnen als Bundesspitzen nicht stark genug aufgestellt. Nicht sagen, das ist mit uns nicht verhandelbar, sonder entlang von Werten die Verhandlungsposition aufzeigen. Wir sind nur erfolgreich, wenn wir nicht nur unsere eigene Suppe kochen. Auch sie ist angesprochen. Katrin Göring Eckardt kann trotzdem gelassen zuhören. Weil keine Frau gegen sie antritt, ist sie als weibliche Spitzenkandidatin gesetzt. Wer am Ende mit ihr das Lachen hat, ist offen, denn die Grüne Basis hat immer wieder bewiesen: Sie ist für Überraschungen gut. $1(2016-10-22-4) Auch bei CDU/CSU bereitet man sich auf den Bundestagswahlkampf vor. Die machen es nicht so spannend. Mehr dazu in den Nachrichten mit Jens Riewa. In den Unionsparteien mehren sich die Stimmen für eine weitere Kandidatur von Kanzlerin Merkel. CDU-Generalsekretär Tauber sagte der Funke-Gruppe, eine vierte Amtszeit Merkels sei der Wunsch vieler. CSU-Vize Weber sprach sich im ""Spiegel"" dafür aus, dass die Kandidatur rasch erklärt werde. Merkel selbst äußerte sich nicht zu der Frage. $1(2016-10-22-5) In München haben Hunderte Menschengegen das geplante Integrationsgesetz der bayrischen Landesregierung demonstriert. Er stelle Zuwanderer unter Generalverdacht, sich nicht integrieren zu wollen. Zu dem Protest hatten mehr als 60 Organisationen aufgerufen. Während der Demonstration gab es Zusammenstöße mit der Polizei. $1(2016-10-22-6) In der syrischen Stadt Aleppo, wird nach dem Ende einer Waffenruhe wieder heftig gekämpft. Die oppositionsnahe syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet von Beschuss und Luftangriffen. Die dreitägige Feuerpause war von Russland und dem Assad-Regime ausgerufen worden. Den UN war es Zeit nicht gelungen, Verletzte und Kranke aus den Rebellenvierteln in Sicherheit zu bringen. Die dafür eingerichteten Korridore seien zu unsicher gewesen. $1(2016-10-22-7) US-Verteidigungsminister Carter ist nach Bagdad gereist, um sich über die irakische Offensive auf Mossul zu informieren. Iraks Regierung sprach von Fortschritten. Auch heute setzten die Truppen ihren Vormarsch auf Mossul fort. Vor knapp einer Woche hatten die Streitkräfte und ihre Verbündeten damit begonnen, die Stadt vom IS zurückzuerobern. $1(2016-10-22-8) Dass Marx ein großer Mann der Weltgeschichte ist, darüber war man sich in gerade in sozialistischen Ländern einst einig. Und wie bleibt ein großer Geist im Gedächtnis? Man überhöht ihn, wie hier Anfang der 70er in Karl-Marx-Stadt. Nun macht der gigantische Kult der Köpfe im Westen Ärger. In Marx' Geburtsstadt hat man eigentlich nichts gegen den Mann. Aber nun soll der Kritiker des Kapitalismus 6,30 Meter groß werden. Der große Sohn der Stadt Trier: Karl Marx. Als Plastikfigur, 1 m groß, gab es ihn schon in Trier. Jetzt soll er in Bronze kommen. Rozalia Wnuk lebt im Trier, engagiert sich für Menschendenkmäler und Kulturdenkmäler. Das großzügige Geschenk aus China zum 200. Geburtstag von Karl Marx will sie so nicht haben. Die Größe erschreckt mich und das undemokratische über uns hinweg gehen. Als ob wir Trierer Bürger kein Mitspracherecht hätten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Koloss ein schöner Anblick ist. Die Statue soll auf den Platz, der nach dem heiligen Simeon benannt ist: Den Simeon-Stift-Platz. Der Religionskritiker Marx und der Heilige? Das ist doch wie Feuer und Wasser. Bis jetzt gibt's den großen Marx nur als Animation. Nee! Warum? Das ist einfach zu riesig. Ich kann nicht verstehen, dass die so 'n Monster konstruiert haben. Wenn China das schenkt, warum nicht. Ziemlich klobig. Fürs Stadtbild ist das nicht geil. Zum Karl-Marx-Geburtshaus in Trier pilgern jährlich Tausende Chinesen. Den 200. Geburtstag ihrer Ikone wollen sie 2018 feiern. Der chinesische Bildhauer Buwei Yang hat die Statue entworfen. Jetzt erfuhr Triers Baudezernent, wie groß die Statue wirklich wird. Die Aufregung versteht er aber nicht. Wir haben einen Dummy gebaut. Von der Größenordnung würde das gut passen. Jetzt kommt der künstlerische Dialog, dass wir eine Form für die kritische Auseinandersetzung finden: Für das Thema Marx und Marxismus. Rozalia Wnuk überzeugt das nicht. Eine kleine Statue in der Nähe des Geburtshauses fände sie passender. Aber nicht auf dem Platz des heiligen Semion. $1(2016-10-22-9) Zum Sport und zur Fußball-Bundesliga. Der FC Bayern hat am Abend locker gegen Mönchengladbach gewonnen und bleibt Spitzenreiter. Die, die dahinter kommen, das sind in dieser Saison andere als sonst. Okka Gundel. Absolut - Leipzig und Hoffenheim sind oben mit dabei. Das ist 'ne Überraschung, Aufsteiger und Fast-Absteiger. Der größte Bayernverfolger ist aktuell Berlin. Die Hertha siegte heute gegen 1. FC Köln, der überraschend ebenfalls oben mitmischt. Die Berliner sind irgendwie nicht aufzuhalten: 17 Punkte nach acht Spieltagen. So was ist noch nie dagewesen in der Hauptstadt. Ähnlich beeindruckend verlief der Saisonstart für die Kölner. Die waren bisher ungeschlagen. Aber heute war der Tag gekommen, an dem man erstmals als Verlierer dastand bzw. dasaß. Peter Stöger hatte schon angemerkt, dass es in Berlin schwer wird, Punkte zu entführen. Am Ende hatte sein Team in Rot etwas Pech. Zweimal ist der Pfosten im Weg, es ist die erste Niederlage des FC seit dem 10. April. Jede Niederlage tut weh. Wir haben den Anspruch, uns oben festzusetzen. In der ersten Hälfte sind die Berliner besser. Das 1:0 durch Ibisevic ist sein 98, Bundesligator. Doch das Team versäumt es, den 2. Treffer nachzulegen. So erzielt in der zweiten Hälfte Modeste den Ausgleich. Sein 8. Saisontor. Die Gastgeber kommen aber zurück. Weiser auf Schieber, der findet Niklas Stark. Er entscheidet die Partie für Hertha, die jetzt auf Platz zwei steht. Es ist schon geil. Natürlich schaut man da drauf. Der Berliner Höhenflug geht weiter: vier Heimspiele, vier Siege. Berlin ist eine Macht. Machtlos ist in seiner zweiten Bundesliga-Saison der FC Ingolstadt. Nach acht Spielen zwei Punkte - und keinem Sieg. Ausgerechnet gegen Borussia Dortmund waren sie dicht dran. Das 3:3 am Ende löste unterschiedliche Gefühle aus. Markus Kauczinski freut sich - trotz Punktverlust. Thomas Tuchel ist sauer - trotz Last-Minute-Punktgewinn. Ingolstadt-Dortmund: Ein Spektakel mit sechs Toren und ohne Sieger. Am Ende ist es ein gerechtes Ergebnis, mit einem glücklichen Spielverlauf für uns. Nach sechs Niederlagen in sieben Spielen startet Ingolstadt frech. Cohen mit dem 1:0 in der 6. Minute. Die Oberbayern bestrafen auswärtsschwache Borussen mit effektiven Standards: Lezcano in der 24. Minute mit dem 2:0 - Pausenstand. Danach erwacht der BVB. Aubameyang verkürzt mit seinem siebten Treffer im achten Spiel. Die Antwort postwendend. Lezcanos zweiter Treffer; Fußballtabelle; Wir bleiben noch beim Fußball und schauen auf die WM 2018. Es ist ein Wolf geworden. Sabiwaka heißt das Maskottchen der Fußball-WM 2018 in Russland. Der fröhliche, kuschelige Wolf mit großer Sonnenbrille soll gute Laune verbreiten. Im russischen Staatsfernsehen wurde das Maskottchen gekürt. Zuvor hatten Fans im Internet über drei Kandidaten abgestimmt: Eine Katze, einen Tiger und den Wolf lässt die Schanzer träumen. In der 69. Minute bringt Ramos Dortmund wieder ran. Pulisics Ausgleich in der Nachspielzeit. Für Dortmund verdient und bitter für weiter sieglose Ingolstädter. Ich weiß, dass auf uns keiner einen Pfifferling setzt. Das macht uns stärker. Wir wissen, dass die Saison lang ist und für uns erst richtig losgeht. Ein spektakuläres Unentschieden, das am Ende keinem hilft; In der Formel 1 ist es weiter ein Zweikampf um den Titel. Nico Rosberg oder Lewis Hamilton: Welcher Mercedespilot behält die Nerven? Beim Qualifying zum Großen Preis der USA in Austin war es Titelverteidiger Hamilton. Er startet morgen von der Poleposition. Rosberg geht von Platz 2 ins Rennen; Bei der Tischtennis-EM in Budapest hat Timo Boll das Halbfinale im Herren-Einzel erreicht. Er setzte sich gegen den Finnen Olah durch und hat Bronze sicher. Titelverteidiger Dimitrij Ovtcharov war schon früh ausgeschieden. Im Damen-Doppel gibt es im Finale morgen ein deutsches Duell. Kristin Silbereisen und Sabine Winter, im Vordergrund, gewannen ihr Duell gegen das Duo aus Ungarn knapp mit 4:3. Auch Shan Xiaona und Petrissa Solja hatten im Halbfinale Mühe gegen das Duo aus Rumänien. Zum zweiten Mal in der EM-Historie spielen zwei deutsche Doppel den Titel unter sich aus. $1(2016-10-22-10) Die Lottozahlen $1(2016-10-22-11) Wie wird das Wetter? Es wird besser, die meisten wird das freuen. Heute gab es Wolkenlücken. Am Bodensee war es lange Zeit schön. Gucken wir auf das Bild: Es war fast die einzige Region. Grundsätzlich waren weite Landesteile bewölkt. Es gab seit Montag dort keine Minute Sonne. Der Nebelmorgen löst sich im Tagesverlauf auf. In der Nacht im Norden ab und zu Regen. Sonst lockert es auf. Es kann sich dicker Nebel bilden. Am Vormittag dicke Nebelsuppe und kompakte Wolken. Im Norden regnet es. Sonst kommt die Sonne gut durch. Am Alpenrand gibt es Föhn. Der Wind ist morgen schwach. In den nächsten Tagen nähert sich ein neues Tief. $1(2016-10-22-12) Hier geht es weiter mit dem Wort zum Sonntag. Die nächste tagesschau informiert sie um 1.25 Uhr. Wir sind morgen um 23.15 Uhr wieder für Sie da. Bis dann. Copyright Untertitel: NDR 2016 $1(2016-10-23-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. Heute im Studio: Jan Hofer. Guten Abend, ich begrüße Sie zur tagesschau. $1(2016-10-23-2) Einen Tag vor der Räumung des Flüchtlingslagers bei Calais kam es dort erneut zu Ausschreitungen. Frankreichs Regierung will die 6000 Menschen auf 160 Aufnahmezentren im ganzen Land verteilen. Die Flüchtlinge aus dem Lager versuchen, als blinde Passagiere in Lkw nach Großbritannien zu kommen. Die Regierung in London sagte eine Einzelfallprüfung für Jugendliche zu, die Verwandte in Großbritannien haben. Koffer werden an die Flüchtlinge verteilt. Ihr Hab und Gut soll hier reinpassen. Ab morgen werden sie in Auffanglager in ganz Frankreich gebracht. Eine Räumung mit Ansage. Die Vorbereitungen laufen. Infoblätter sollen die Flüchtlinge aufklären. Ich habe Asyl in Frankreich beantragt. Ich bin bereit, den Dschungel zu verlassen. Das hier ist nicht gut für unser Leben. Frankreich will den Dschungel, wie Flüchtlinge das Lager nennen, nicht länger dulden. Doch die Meisten wollen nicht weg. Aus Wut und Verzweiflung haben einige letzte Nacht Steine auf den Zaun geworfen, der sie von der Autobahn trennt. Hier fahren die Lkw entlang, mit denen sie nach Großbritannien wollen - nur wenige schaffen das. Der Dschungel ist für viele wie eine Heimat geworden. Trotz Dreck und Schlamm hat sich eine Infrastruktur entwickelt. Ein Französisch-Lehrer übt mit Flüchtlingen den Ernstfall. Bitte, wir wollen zusammenbleiben, er ist mein Freund. Sie können kein Französisch und sollen sich während der Evakuierung verständigen können. Sie wissen nicht, wohin sie verteilt werden. Ihre größte Sorge: Dass sie nicht bei ihren Freunden bleiben können. An einigen Stellen sieht es so aus, als hätten sich einige selbst auf den Weg gemacht. Vielleicht werden sie bei Calais neue Camps bilden und weiter versuchen, nach England zu kommen. $1(2016-10-23-3) Nach dem Ende der Waffenruhe wird in Aleppo wieder gekämpft. Laut der oppositionsnahen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London wurde der Osten der Stadt aus der Luft angegriffen. Die Kriegsparteien sollen sich auch im Zentrum Aleppos Gefechte liefern. Panzer der syrischen Regierung auf dem Vormarsch auf Vororte von Aleppo, die von Rebellen gehalten werden. Bilder des Militärs zeigen: Die Feuerpause ist vorüber. Ein Viertel von Aleppo, offenbar kurz nach einem Luftangriff. Dieses Video luden Assad-Gegner hoch. Es soll neue Angriffe der syrischen Luftwaffe zeigen. ""Da ist eine Frau drin"", ruft dieser Helfer. Die einstige Wirtschaftsmetropole Aleppo in Trümmern: Diese Drohnenbilder sollen vor zwei Tagen während der Feuerpause gedreht worden sein. Sie hier erhielten die letzte Hilfslieferung Anfang Juli. Zivilisten kommen kaum an Trinkwasser. Und wenn, dann ist es verunreinigt. Gestern während Feuerpause: Assad-Gegner demonstrierten. Ihre Botschaft: ""Wir harren in Aleppo aus."" ""Die Stadt wird wieder ergrünen"", skandieren sie in den Trümmern trotz der dramatischen humanitären Lage. 4000 km entfernt in London: Plüschtiere als Protest gegen die Gewalt in Aleppo. Syrer und Briten demonstrieren vor dem Amtssitz der Premierministerin. Ein Zeichen der Solidarität - gerade mit den Kindern von Aleppo. $1(2016-10-23-4) In der Diskussion über das CETA-Abkommen zwischen der EU und Kanada gibt es wohl eine neue Frist: In Brüssel hieß es, EU-Ratspräsident Tusk habe Belgien bis morgen Abend Zeit gegeben. Kann Belgiens Ministerpräsident Michel dann nicht die Zustimmung zu CETA garantieren könne, werde die Abkommens-Unterzeichnung auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie ist für Donnerstag geplant. $1(2016-10-23-5) Nach zehn Monaten politischer Blockade in Spanien steht die Regierungskrise vor dem Ende. Die Sozialistische Arbeiterpartei gab ihren Widerstand gegen eine konservative Minderheitsregierung auf. Ein Parteiausschuss beschloss, sich bei der Abstimmung zu enthalten. Damit wäre der Weg frei für eine weitere Amtszeit von Ministerpräsident Rajoy. Seit letzten Wahl gelang es nicht, eine Regierung zu bilden. $1(2016-10-23-6) Bei der Kandidatensuche für die Bundespräsidentenwahl sprach sich SPD-Chef Gabriel für Außenminister Steinmeier aus. In der ""Bild"" bedauerte Gabriel, dass Steinmeier keine Unterstützung in der Union finde. Es gebe keinen Vorschlag, der an ihn heranreiche. Die Regierungsparteien hatten vereinbart, bis Ende Oktober einen gemeinsamen Kandidaten zu benennen. Der Bundespräsident wird Mitte Februar gewählt. Wird Frank-Walter Steinmeier der nächste Bundespräsident? Im ARD-Bericht aus Berlin hält sich der Außenminister bedeckt. SPD-Chef Gabriel bezeichnete ihn in der ""Bild""als Kandidat. Er könne das Land repräsentieren und hätte Antworten auf Herausforderungen unserer Zeit. Die Suche nach einem gemeinsamen Kandidaten darf nicht dazu führen, dass wir uns auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Und eine Person vorschlagen, die den Parteien gefällt, aber nicht als Persönlichkeit überzeugt. Die Union ist sauer, hoffte auf einen gemeinsamen Kandidaten. Das unkluge Vorpreschen des SPD-Vorsitzenden Gabriel schadet Steinmeier und seiner Partei. Es schadet dem Amt des Bundespräsidenten. Steinmeier jedenfalls will die CDU/CSU nicht unterstützen. Der wäre in der Bundesversammlung auf Stimmen der Grünen und der Linkspartei angewiesen. Mit den Grünen habe Gabriel das noch nicht besprochen. Es hat sich mehrmals herausgestellt, dass Menschen, deren Namen öffentlich in die Debatte geworfen werden, am Ende verbrannt sind. Die Linke will sich entscheiden, wenn die Kandidaten feststehen. Ist jemand für soziale Gerechtigkeit und friedliche Außenpolitik? Für Ausgleich in Deutschland und Europa? Das ist das Kriterium - nicht das Parteibuch. Der Vorstoß setzt CDU/CSU unter Druck, einen Kandidaten zu nennen. Bis zur Wahl im Februar ist nicht viel Zeit. Der oder die müsste überzeugend sein. Eine Niederlage kann sich die Kanzlerin vor der Bundestagswahl kaum leisten. Ein Vorschlag der Großen Koalition scheint so gut wie vom Tisch. $1(2016-10-23-7) Die Publizistin Carolin Emcke (49) nahm in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen. In ihrer Dankesrede rief sie zum Widerstand gegen Hass und Gewalt auf. Emcke wandte sich gegen jegliche Diskriminierung. Verschiedenheit sei kein Grund für Ausgrenzung. Die Verleihung fand vor 1000 geladenen Gästen statt. Kaum jemand denke und berichte so persönlich und ungeschützt über Krieg und Gewalt wie Carolin Emcke. Das sagt der Stiftungsrat des Friedenspreises. Ihre Laudatorin lobt die Beobachtungsgabe der Preisträgerin. Carolin Emcke kann die Dinge so benennen und erzählen, dass das Schweigen, in das sich Gewalt, Grausamkeit und Folter hüllen, durchbrochen wird. Dabei spart Emcke den eigenen Schmerz nicht aus. Ein Essay über die Gewalt der RAF speist sich aus dem Trauma der Ermordung Alfred Herrhausens. Der damalige Chef der Deutschen Bank war ihr Patenonkel. Und wenn sie in einem anderen Buch darüber nachdenkt, wie Begehren entsteht, schließt das ihre Homosexualität mit ein. Schablonen, Normierungen, Gleichmacherei sind ihr zuwider. Wir werden sortiert, in Kollektive verpackt. Alle lebendigen, zarten, widersprüchlichen Zugehörigkeiten werden verschlichtet und verdumpft. Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut, so ihr Credo. Den Kampf gegen Hass und Verachtung dürfe man nicht an die Politik delegieren: Ein politischer Appell der neuen Friedenspreisträgerin. $1(2016-10-23-8) Die Preisverleihung an Carolin Emcke fand zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse statt. Die wurde 2016 von etwa 275.000 Menschen besucht. Am Wochenende hatte der Branchen-Treff auch für Privatleute geöffnet. Insgesamt war die Buchmesse stark politisch geprägt. Als Ehrengast galt dem gemeinsamen Sprachraum Niederlande und Flandern besondere Aufmerksamkeit. 2017 wird Frankreich Gastland sein. $1(2016-10-23-9) In den USA steht eine milliardenschwere Übernahme in der Kommunikationsbranche und Medienbranche an. Der Mobilfunk und Fernsehkonzern AT+T will Time Warner kaufen, für rund 80 Mrd. Euro. Zu Time Warner gehören der Nachrichtensender CNN sowie das Filmstudio Warner Brothers. Wird die Übernahme genehmigt, würde der Konzern über die Herstellung von Inhalten und deren Verbreitung bestimmen. Der Telekommunikationskonzern AT+T war bislang damit beschäftigt, den Konkurrenten Verizon Wireless und T-Mobile die Kunden abzujagen. Der US-Markt, extrem umkämpft. Doch richtig Geld mit den Netzen verdienen andere. V.a. die Anbieter von Filmen und TV-Serien machen satte Gewinne. Für 85 Mrd. Dollar will AT+T nun Time Warner schlucken, inklusive übernommener Schulden für die Rekordsumme von 109 Mrd. Dollar. Welches Kalkül dahintersteckt, fasst AT+T-Chef Randall Stephenson zusammen. Kein Wunder also, dass AT+T schon länger mi dem Kauf von Time Warner liebäugelt. Der Nachrichtensender CNN, Hollywoods Warner Brothers und der Bezahlkanal HBO liefern attraktives Programm. Etwa beliebte TV-Serien wie ""Game of Thrones"". Einem war der Deal sofort ein Dorn im Auge. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner warnt vor einem neuen Monopol. AT+T kauft Time Warner, also auch CNN. Ein Deal, dem ich als Präsident nicht zustimmen werde, weil zu viel Macht konzentriert wird in den Händen zu weniger. Trump fürchtet offenbar mehr Einfluss liberaler Medien. Die US-Wettbewerbshüter sorgen sich um die Verbraucher. Die möglicherweise marktbeherrschenden Stellung des neuen Großkonzerns könnte zu steigenden Preisen führen. Deshalb dürfte die Prüfung dieser Fusion bis weit ins kommende Jahr dauern. $1(2016-10-23-10) Zum Abschluss des 8. Spieltags der Fußball-Bundesliga gewann Schalke gegen Mainz mit 3:0. Das Team von Markus Weinzierl verlässt damit die Abstiegszone. Zuvor siegte bereits Leipzig gegen Bremen mit 3:1. 2 Punkte hinter den Bayern. Leipzig feiert den 2. Tabellenplatz. In der 41. Minute war Bremens gut gestaffelte Defensive erstmals überwunden. Keita umkurvte sechs Bremer inklusive Torwart Wiedwald und erzielte sein 2. Bundesliga-Tor. In der 74. Minute flankte der Ex-Bremer Selke auf Keita. Der köpft zum 2:0 ein. Wiedwald überlupfte der nur 1,72 m große Keita mühelos. Werder wehrte sich. Die Eingabe des eingewechselten Bartels drückt Gnabry zum 2:1 über die Linie - sein 3. Bundesliga-Tor, 76. Minute. Werder versuchte alles, um zum Ausgleich zu kommen, In der 95. Minute war Torhüter Wiedwald am gegnerischen Strafraum. Selke mit dem 3:1 - die Entscheidung. Der Aufsteiger bleibt im achten Spiel ungeschlagen und ist erster Bayern-Verfolger. $1(2016-10-23-11) Bei der Tischtennis-EM in Budapest gewannen Kristin Silbereisen und Sabine Winter den Titel im Doppel. Im Finale besiegten sie ihre Teamkolleginnen Petrissa Solja und Shan Xiaona knapp in sieben Sätzen. Bei den Herren stand Patrick Franziska an der Seite seines dänischen Partners Jonathan Groth im Doppelfinale. Die beiden ließen dem Duo aus Polen keine Chance und holten sich verdient den EM-Titel. Im Einzel musste Timo Boll sein Halbfinale verletzungsbedingt vorzeitig beenden. Deutschlands Ausnahmespieler blieb trotzdem die Bronzemedaille. $1(2016-10-23-12) Gelungener Saisonstart für Felix Neureuther, Rang 3 beim Riesenslalom von Sölden. So gut war er noch nie bei einem Auftaktrennen. Nach dem ersten Durchgang lag der 32-Jährige auf Platz 6. Im zweiten Lauf fuhr er ein beherztes Rennen und schaffte den Sprung aufs Podest. Zweitbester Deutscher: Benedikt Staubitzer aus Mittenwald als 12. Der Sieger: Alexis Pinturault mit seinem 16. Weltcup-Triumph. Er lag sieben Zehntel vor dem Österreicher Hirscher. $1(2016-10-23-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (23.10.2016) Heute im Studio: Caren Miosga Guten Abend. $1(2016-10-23-2) Wenn morgen das Flüchtlingslager im französischen Calais geräumt werden soll, dann ist Hilfe eine Frage der Perspektive. Frankreichs Regierung möchte den Flüchtlingen helfen, die im ""Dschungel"" zu Tausenden seit Monaten und Jahren ausharren. Die Menschen sollen in Aufnahmezentren gebracht werden, wo sie Asyl beantragen können. Doch diese Hilfe wollen die Flüchtlinge nicht. Sie wollen, dass man ihnen hilft, nach Großbritannien zu kommen, weil viele dort Angehörige haben. Solange das nicht geht, wollen sie hier bleiben. Dabei wird ihnen hier nicht geholfen und das Leben ist erbärmlich. Sie leben im Dreck. Sie hausen trotz Kälte in kleinen Zelten. Viele kamen ganz allein nach einer langen Flucht hier an. Jetzt sollen sie ein festes Dach über den Kopf bekommen. Deshalb soll der Dschungel geräumt und die Flüchtlinge auf Frankreich verteilt werden. Die meisten wollen nicht weg. Ich habe niemanden in England oder in Frankreich. Es ist nicht einfach. Mir kann nur noch Gott helfen. Die Vorbereitungen laufen seit Tagen, Koffer werden verteilt. So können die Flüchtlinge ihr weniges Hab und Gut einpacken, bevor sie ab morgen zu den Auffanglagern gebracht werden. Sie wissen nicht, wohin sie verteilt werden. Ihre größte Sorge ist, dass sie nicht bei ihren Freunden bleiben können. Mit einigen Flüchtlingen übt er den Ernstfall. Bitte, wir wollen zusammenbleiben, er ist mein Freund. Sie können kein Französisch und sollen sie sich ein bisschen verständigen können. Es war ein Akt der Verzweiflung, als einige Flüchtlinge Steine auf den Zaun warfen. Der trennt sie von der Autobahn. Hier fahren die Lkw entlang, mit denen sie nach Großbritannien kommen wollen. Wird das Lager mit seiner ganzen Infrastruktur aufgelöst, verlieren viele Flüchtlinge das, was sie manchmal Heimat nennen. Wir können es nicht mehr Dschungel nennen, es ist ein Dorf. Wenn das nicht mehr existiert, sind sie freigegeben zur Menschenjagd. Viele machten sich auf den Weg in die Wälder drum herum. Sie wollen abwarten, neue Camps gründen, wie hier, wenige Kilometer von Calais entfernt. Und sie werden weiter versuchen, nach England zu kommen. $1(2016-10-23-3) Damals war das Fernsehen eine Sensation. In feinem Zwirn versammelte sich die Familie Mitte der 50er vor dem Schirm. Wer einen Film verpasst hatte, der hatte Pech gehabt. Jetzt einen Film verpasst? Ein Klick im Internet - und der Streifen läuft morgens, mittags, abends. Die Moderne frisst die Klassik. Auf dem Weg in die Medienzukunft wird so mancher Konzern in die Röhre gucken. In den USA könnte es Time Warner erwischen. Den würde er Telefonriese und Internetriese AT&T gerne kaufen, um mit Videos und Filmen und deren Verbreitung Geld zu verdienen. Spannende Stoffe, fesselnde Unterhaltung. Mit Erfolgsserien wie Game of Thrones vom Bezahlkanal HBO lässt sich viel Geld verdienen. Kein Wunder, dass neben Zuschauern auch Kommunikationskonzerne wie AT&T nach filmischem Inhalt hungern. Der bringt saftigere Profite als das trockene Geschäft mit Netzen und Leitungen. AT&T-Chef Randall Stephensons Firmenstrategie ist simpel: Diesen Worten folgt die Tat. Für satte 85 Mrd. Dollar will AT&T nun Time Warner schlucken, inkl. Schuldenübernahme sogar die Rekordsumme 109 Mrd. Dollar zahlen. Eine Mega-Fusion. AT&T hatte sich schon die Telefongesellschaft Bell South und den Satelliten-TV-Anbieter DirectTV einverleibt. Time Warner bringt den Nachrichtensender CNN mit, den Bezahlkanal HBO und die Hollywood-Studios Warner Brothers. AT&T-Kunden sollen künftig ihre TV-abos und Filmabos überall und auf allen Geräten abrufen können. Wettbewerbshüter müssen der Verschmelzung der Giganten zustimmen. Die potentiell marktbeherrschende Stellung des neuen Konzerns bereitet auch im Kongress Kopfzerbrechen. Verbrauchern könnten steigende Preise drohen. Ich teile diese Sorgen, wir müssen dem nachgehen. Generell bin ich für viel Wettbewerb und wenig Konzentration, gerade bei Medien. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner warnt vor einem neuen Monopol liberaler Mainstream-Medien. AT&T kauft Time Warner, also CNN. Dem Deal werde ich als Präsident nicht zustimmen. Es wird zu viel Macht konzentriert in den Händen weniger. Am Freitag beflügelten Gerüchte über die Übernahme den Kurs von Time Warner an der New Yorker Börse. Morgen wird sich zeigen, wie die Märkte den Rekordpreis und das Risiko des Deals bewerten. $1(2016-10-23-4) Drei Tage dauerte die Waffenruhe im syrischen Aleppo. Seit gestern Abend liegen Viertel der Stadt wieder unter Beschuss. Die Nachrichten mit Jan Hofer. Beide Kriegsparteien beschießen wohl von den Gegnern kontrollierte Viertel. Laut der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte flogen syrische Truppen oder ihre russischen Verbündeten Angriffe auf Rebellengebiete. Diese Bilder der Opposition sollen von heute sein. Nachprüfbar ist das nicht. Assad-Gegner verbreiteten Drohnenbilder, die vor zwei Tagen während der Waffenruhe gedreht worden seien. Diese Menschen erhielten die letzte Hilfslieferung Anfang Juni. Laut Rebellen hätten sie den Westen der Stadt unter Beschuss genommen. $1(2016-10-23-5) In der Diskussion über das CETA-Abkommen zwischen der EU und Kanada gibt es offenbar eine neue Frist: In Brüssel hieß es, EU-Ratspräsident Tusk habe Belgien bis morgen Abend Zeit gegeben. Wenn Ministerpräsident Michel dann nicht die Zustimmung zu CETA garantiere, werde die Abkommens-Unterzeichnung auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie ist für Donnerstag geplant. $1(2016-10-23-6) In Spanien steht die Regierungskrise nach zehn Monaten politischer Blockade vor dem Ende. Die Sozialistische Arbeiterpartei gab ihren Widerstand gegen eine konservative Minderheitsregierung auf. Ein Parteiausschuss beschloss, sich bei der Abstimmung zu enthalten. Damit wäre der Weg frei für eine weitere Amtszeit von Ministerpräsident Rajoy. $1(2016-10-23-7) Bei der Kandidatensuche für die Bundespräsidentenwahl sprach sich SPD-Chef Gabriel für Außenminister Steinmeier aus. In der Bild bedauerte Gabriel, dass Steinmeier bislang keine Unterstützung in der Union habe. Es gebe keinen Vorschlag, der an ihn heranreiche. Die Regierungsparteien hatten vereinbart, bis Ende Oktober einen gemeinsamen Kandidaten zu benennen. Die Wahl ist Mitte Februar. $1(2016-10-23-8) Die Publizistin Carolin Emcke (49) wurde in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. In ihrer Dankesrede rief sie zum Widerstand gegen Hass und Gewalt auf. Emcke wandte sich gegen jegliche Diskriminierung aufgrund des Glaubens, der Herkunft oder der sexuellen Orientierung. $1(2016-10-23-9) Es ist 60 Jahre her, dass sich ein Land aufbäumte gegen die Einparteien-Herrschaft. Ungarische Studenten verlangten freie Wahlen und - damals ungeheuerlich - den Abzug der sowjetischen Armee. Dieser Traum einer Revolution sollte nur wenige Tage währen. Er wurde von just dieser Armee zerstört. Wenn heute Ministerpräsident Orban diesen historischen Aufstand rühmt, dann glaubt er, die Geschichte auf seiner Seite zu haben. Die Helden von einst und deren Nachfahren sehen das anders. Das, was die Demonstranten damals erstreiten wollten, die Meinungsfreiheit, scheint wieder gefährdet. Vor über 60 Jahren sah Imre Nagy es das letzte Mal: Der von den aufständischen Studenten zum Anführer ernannte damalige Ministerpräsident Ungarns bezahlte seinen Einsatz für Meinungsfreiheit mit dem Leben. Seine Enkelin bewahrt das Andenken an den Reformkommunisten. Die Fünfjährige spielte während des Ungarnaufstandes im Arbeitszimmer ihres Großvaters. Damals sah ich überall Panzer der Sowjets. Es gab so viele Waffen. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Welt verändert. Eine Studentendemonstration löste 23.10.1956 eine Revolte gegen das kommunistische System aus. Die zunächst friedlichen Proteste wurden von Truppen des Warschauer Paktes niedergeschlagen. Mehrere tausend Ungarn starben, 230 wurden hingerichtet. 60 Jahre ist das her. Der Kampf um die politische Deutung entbrannte neu unter der rechtsgerichteten Regierung von Orban. Wir alleine sind die Nachfolger der Revolution von 1956. Wir akzeptieren nicht, dass uns diese Wurzel abgeschnitten wird. Die kommunistische Vergangenheit der Revolutionäre würde Orban am liebsten tilgen. In ganz Budapest finden sich solche Plakate. Aus linken Studenten, die den Kommunismus reformieren wollten, werden rechtsnationale Freiheitskämpfer, die sich für den ungarischen Nationalstaat opferten. Heute demonstrierte die Opposition für Pressefreiheit und Meinungsfreiheit. Imre Nagy Enkelin spricht von Geschichtsfälschung. Es ist eine radikale Veränderung der Vergangenheit, die nach meiner Meinung nicht möglich ist. Das Ganze ist verlogen. Viele linke Veteranen wurden nicht zu den offiziellen Feiern eingeladen. Die Hinterbliebenen trafen sich zum stillen Gedenken. Selbst dem ehemaligen Wohnhaus von Imre Nagy droht die Schließung. Keine Fördergelder für linke Ideale, heißt es inoffiziell. $1(2016-10-23-10) Zum Sport: In der Fußball-Bundesliga ist der 8. Spieltag zu Ende. Die meisten freuen sich über jeden, der dem FC Bayern nahekommt. Damit es spannend bleibt. Aber bei RB Leipzig gibt's gemischte Gefühle, Okka Gundel. Das kann man so sagen. Leipzig ist nicht unbedingt ein Liebling der Liga. In der Fan-Szene ist der ""Brauseclub"" umstritten. Auch weil er reich ist. Allerdings muss man anerkennen, dass der Verein seine Mittel brillant einsetzt. In Leipzig investiert man in junge Talente. Und die wirbeln die Liga richtig auf. Leipzig ist noch ungeschlagen. Mit 18 Punkten aus acht Spielen kam der Aufsteiger in der Liga an. Das bekam heute Werder Bremen zu spüren. Ralph Hasenhüttl kann sein Glück kaum fassen. Der Aufsteiger aus Leipzig ist nach dem Sieg gegen Bremen erster Bayernverfolger. Leipzig von Beginn an dominant. 5. Minute - Poulsen setzt sich robust durch. Gegen Augsburg war ihm der Siegtreffer gelungen. Diesmal scheiterte er an Torhüter Felix Wiedwald. Leipzig feldüberlegen, aber Bremen verteidigte gekonnt. Eine Einzelaktion lieferte in der 42. Minute Naby Keita. Der 15-Millionen-Einkauf aus Salzburg setzte sich gegen fünf Bremer durch und umkurvte Torwart Wiedwald. Sein zweites Bundesligator gegen Werder. In der 74. Minute schob Keita den Ball in den Strafraum. Der eingewechselte Selke flankt auf Keita - das 2:0. Der 21-Jährige aus Guinea ist nur 1,72 m groß. Völlig frei kam er mühelos zu seinem dritten Saisontor. Werder mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen wehrte sich gegen die Niederlage. 76. Minute Manneh, Siegtorschütze gegen Leverkusen, auf den eingewechselten Bartels, Gnabry - nur noch 2:1. Gnabry mit seinem dritten Bundesligator. Bremen mit starker zweiter Hälfte. In der Nachspielzeit eilte Bremens Torhüter Wiedwald in den Leipziger Strafraum. Doch Kaiser konnte den Ball abköpfen. Demme im Mittelfeld und der Rest kein Problem für Selke. 2015 kam er von Bremen nach Leipzig, jetzt sorgte er für das 3:1. Aufsteiger Leipzig bleibt im 8. Bundesligaspiel ungeschlagen. Mit zwei Punkten hinter München ist er der erste Verfolger. Was macht Leipzig so gefährlich für die Bayern? Wann spielen wir gegen Bayern? Am 21.12. In der ersten Halbzeit fehlte etwas der Mut, um den Gegner vor Schwierigkeiten zu stellen. Aber der Ex-Bremer Selke macht alle Bremer Hoffnungen zunichte. Leipzig feiert den 3. Heimsieg in der Bundesliga. Leipzig also durchgestartet in der 1. Liga - von 0 auf 100. Schalke dagegen hatte lange die Handbremse angezogen. Mit neuem Trainer und Manager wollte erst mal nichts gelingen. Dennoch blieb es ruhig beim einstigen Chaosverein. So langsam rollt's jetzt bei den Königsblauen in der Liga. Heute gegen Mainz gab es den 2. Saisonsieg, ein Sieg des Kollektivs. Die Schalker haben wieder zueinander gefunden, emotional und überschwänglich den Tabellenkeller verabschiedet: Kein Grund zum Abheben. Wir haben nur 7 Punkte. Wir dürfen nicht übertreiben und müssen den Ball flachhalten. Wir haben noch nichts erreicht, auch wenn wir heute den Sieg eingefahren haben. Der beginnt mit oft vermisster Spielkultur. Von Goretzka über Di Santos zu Bentaleb. Nach dem ersten überlegten und strukturierten Angriff in der 23. Minute führt Schalke 1:0. Das Tor von Bentaleb wie einstudiert gegen wenig Widerstand. Auch wenn Coach Weinzierl seine Skepsis weiter mit sich trägt. Martin Schmidt bemüht sich, sein Team nach vorne zu treiben. In der 1. Hälfte ist aber bei Mainz weder kopfmäßig noch fußballerisch genügend Energie da. Man hat gemerkt: Schalke will mit Gewalt gewinnen, will den Sieg mehr. Das Gefühl hatte ich schon nach einer halben Stunde. Schalke wirkt hellwach - auch kurz nach der Pause. Schöpf auf Di Santo, eine kluge Drehung, Max Meyer steht richtig - es passt alles zusammen. Auf Schalke kehrt das Lachen zurück. 48 Minuten vorbei. Klug vom Schiedsrichter, Bussmanns Handspiel nicht zu ahnden, sondern das Spiel laufenzulassen, in dem Mainz nur zuguckt. Die Gäste bekommen fast einen Glücksmoment geschenkt. Fährmann spielt einen Abschlag zu Geiss - Cordoba ist dazwischen. Aber der Abschluss ist so wie das ganze Spiel der Gäste. Schalke darf ungezwungen kombinieren und macht das auch. Doppelter Doppelpass von Kolasinac mit Bentaleb, hinein ins Herz der Mainzer in der 62. Minute. Schlicht durch die Beine von Bell ins Netz. Der 2. Treffer von Nabil Bentaleb. Wir haben gut gespielt, unsere Chancen genutzt. Wir waren aufmerksam. Ich bin glücklich, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte. Ein toller Sieg. Markus Weinzierl ist endlich gelöst. Selbst Sportvorstand Christian Heidel, der vorher über 20 Jahre in Mainz war. Ich hab's gut überstanden und bin froh über das Ergebnis. Ein Ergebnis, das Schalke gute Laune bringt. $1(2016-10-23-11) Die Tabelle: Bei der Tischtennis-EM in Budapest gewannen Kristin Silbereisen und Sabine Winter den Titel im Damen-Doppel. Sie besiegten ihre Teamkolleginnen Petrissa Solja und Shan Xiaona in sieben Sätzen. Bei den Herren stand Patrick Franziska mit seinem dänischen Partner Jonathan Groth im Finale. Sie ließen dem Duo aus Polen keine Chance und holten den Europameistertitel. Im Einzel musste Timo Boll sein Halbfinale verletzungsbedingt beenden. Die Nackenverletzung von den Olympischen Spielen war wieder aufgebrochen. Im Hinblick auf die Heim-WM 2017 wollte er kein Risiko eingehen. Deutschlands Ausnahmespieler blieb trotzdem die Bronzemedaille. $1(2016-10-23-12) Nicht am Tisch - aber im Tennis möchte sich Angelique Kerber nach ihrem großartigen Jahr am liebsten selbst die Krone aufsetzen. Beim WTA-Finale in Singapur spielen bis kommenden Sonntag die besten acht Spielerinnen um den WM-Titel. Kerber gewann heute ihr Auftaktmatch gegen die Slowakin Dominika Cibulkova in 3 Sätzen. ARD und ZDF übertragen die Spiele von Kerber live. $1(2016-10-23-13) Der WM-Titel in der Formel 1 könnte dieses Jahr ebenfalls nach Deutschland gehen. Seit Wochen tobt der Zweikampf zwischen den Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton. In Austin holte sich der Brite heute den Sieg. Rosberg fuhr als Zweiter durchs Ziel und liegt in der Fahrerwertung weiter vorn. Die erste entscheidende Phase des Rennens meistert Hamilton. Er gewinnt den Start. Rosberg kann die zweite Position nicht halten. Er fällt zurück. In der Folge gerät Rosberg weiter unter Druck. Verstappen ist schnell. Wenig später unterläuft ihm aber ein Patzer. Er überrascht sein Team und erscheint unaufgefordert zum Boxenstopp. Er verliert wertvolle Zeit. Rosberg bekommt wieder Luft. Verstappen muss aufgrund von Motorproblemen aufgeben, die Abstände der Verfolger sind zu groß. Das Rennen ist gelaufen. Am Ende gewinnt Hamilton vor Rosberg und Ricciardo. Hamilton hält die Titelverteidigung weiter offen. $1(2016-10-23-14) Gelungener Saisonstart für Felix Neureuther (32). Rang drei beim Riesenslalom von Sölden. So gut war er noch nie bei einem Auftaktrennen. Nach dem ersten Durchgang lag er noch auf Platz sechs. Im zweiten Lauf fuhr er beherzt und schaffte den Sprung aufs Podest. Zweitbester Deutscher Benedikt Staubitzer als zwölfter. Der Sieger: Alexis Pinturault. Bei seinem 16. Weltcuptriumpf lag der Franzose sieben Zehntel vor Marcel Hirscher aus Österreich. $1(2016-10-24-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (24.10.2016) Heute im Studio: Thorsten Schröder Guten Abend, ich begrüße Sie zur tagesschau. " $1(2016-10-24-2) Die für Donnerstag geplante Unterzeichnung des CETA-Abkommens zwischen der EU und Kanada ist weiter ungewiss. Belgiens Premierminister Michel scheiterte heute mit seinem Versuch, die Vorbehalte einiger Regionalpolitiker auszuräumen. Nur wenn alle Regionen zustimmen, kann die Regierung unterschreiben und CETA in Kraft treten. EU-Ratspräsident Tusk erklärte, er halte trotz des Widerstands eine Unterzeichnung am Donnerstag für möglich. Das Treffen der Regionalregierungen mit Belgiens Premier dauert nur eine Stunde, als klar war, dass heute nichts mehr geht. Die Fronten verhärtet, keine Einigung in Sicht. Die Regierung der Wallonie und die Regionen Brüssels reagieren negativ. Daher haben wir kein Mandat, CETA zu unterschreiben. Er hat die Hauptrolle: Der wallonische Ministerpräsident Magnette. Die Wallonie hat Zweifel am Handelsabkommen. Magnette bekommt viel Zustimmung von Globalisierungskritikern. Für heute sind die Verhandlungen beendet. Unabhängig der Ereignisse der letzten Woche gibt es eine Verständigung mit Kanada. Aber wir müssen uns in Europa einigen. Das bedeutet, wir müssen uns in Belgien einigen. Es geht um Innenpolitik und einen alten Streit zwischen dem reichen Flandern und der ärmeren Wallonie. Will die EU als handlungsfähiger Partner in einem Abkommen auftreten, dann brauchen wir noch ein, zwei Wochen Zeit. Oder muss es diese Woche durchgedrückt werden? Wir haben die Gefahr des Scheiterns, und Europa macht sich lächerlich. Wenn wir noch Zeit brauchen, sollten wir uns die nehmen. Gleichzeitig twitterte der Präsident des Europarates am Abend: Mit Premierminister Trudeau meinen wir, der Donnerstag wäre noch immer möglich. Wir ermutigen alle, eine Lösung zu finden, es ist noch Zeit. Auf EU-Ebene herrscht Vielstimmigkeit, unter den Belgiern Streit. Da beginnt ein Kampf zwischen Konservativen und Linken, da geht es um Einfluss und Geld. Unter den Wallonen gibt es Vorbehalte gegen CETA, das macht die Sache zusätzlich schwer. $1(2016-10-24-3) Mit massivem Polizeiaufgebot hat Frankreichs Regierung begonnen, das als ""Dschungel"" bekannte Flüchtlingslager zu räumen. Die Aktion, bei der die Menschen im Land verteilt werden sollen, lief weitgehend friedlich an. Das Camp liegt im Osten von Calais. Von dort aus versuchen Flüchtlinge, auf Lkw durch den Eurotunnel oder auf Fähren nach Großbritannien zu gelangen. In dem Lager lebten mehr als 6000 Menschen. Dass die Flüchtlinge in Calais einmal Frankreichs Fahne schwenken, damit hat niemand gerechnet. Der erste Tag der Räumung des Lagers verlief ruhig. Ihr ganzes Hab und Gut passt in einen Koffer. Ab 4 Uhr heute Morgen warten sie in der Schlange, bis sie sich registrieren lassen können. Über 2000 Menschen aus Äthiopien, Eritrea, Afghanistan und dem Sudan sollen das Lager heute verlassen. Für Monate war das Camp ihre Zufluchtsstätte, das erhoffte Sprungbrett nach Großbritannien. Jetzt ist der Traum vorbei. Im ""Dschungel"" gibt es kein gutes Leben. Es gibt hier viele gefährliche Leute. Wir haben keine Chance, nach England zu kommen, darum bleibe ich hier. Sie können wählen zwischen zwei Regionen in Frankreich, dabei kennen viele das Land gar nicht. Sie wählen auf gut Glück. Die farbigen Bändchen zeigen, wohin sie gebracht werden. Als sie im Bus sitzen, ist es ein freudiger Abschied. Sie hoffen, dass nun ein Leben fernab von Dreck und Schlamm beginnt. Frankreich war gut vorbereitet. 1200 Polizisten sind zusätzlich für die Räumung eingesetzt. Die erste Etappe ist geschafft. Sie verlief ruhig und geordnet. So werden wir weitermachen. Hilfsorganisationen glauben, dass etwa 2000 Menschen nicht gehen wollen. Wer nach England will, wird weiter versuchen, nach Calais zu kommen. Es ist nicht das Ende des Camps. Einige halten sich schon in den Wäldern bei Calais versteckt. Bis Ende der Woche soll es den ""Dschungel"" von Calais nicht mehr geben. Zur Räumung des Flüchtlingslagers Mathias Werth aus Calais. Es ist eine enorme logistische Kraftanstrengung. Über 6000 Menschen sollen registriert und verteilt werden. Der erste Tag der Räumung verlief friedlich. Die meisten Menschen wollen selber weg von hier. Die Bedingungen hier in Calais sind unmenschlich. Viele Hunderte Flüchtlinge verstecken sich noch im Lager und in den Wäldern rings um. Sie hoffen, noch nach Großbritannien zu kommen. Hilfsorganisationen warnen, sie werden sich nicht freiwillig räumen lassen. Auch wenn der erste Tag der Räumung ruhig verlief, ist das Problem damit noch nicht bewältigt." $1(2016-10-24-4) 4000 aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge haben heute Sizilien erreicht. Sie wurden in verschiedenen Häfen in Empfang genommen. Rot-Kreuz-Helfer kümmerten sich um die erschöpften Menschen. Laut Internationaler Organisation für Migration kamen 2016 fast 320.000 Flüchtlinge auf dem Seeweg nach Europa. Im Vorjahreszeitraum waren es mehr als doppelt so viele. $1(2016-10-24-5) Im Ringen um die Zukunft von Kaisers Tengelmann soll ein Schlichtungsverfahren die Lösung bringen. Auf Vorschlag von Sigmar Gabriel und ver.di-Chef Bsirske hätten sich Edeka, Tengelmann und Rewe darauf verständigt. Das teilte das Wirtschaftsministerium mit. Als Schlichter ist Altkanzler Schröder vorgesehen. Für die Dauer des Verfahrens soll es keine Übergabe der Filialen an Dritte geben. Altkanzler Schröder als Vermittler in diesem festgefahrenen Streit. Gemeinsam mit dem Wirtschaftssachverständigen Rürup soll er Bewegung in die Sache bringen. Es geht um 16.000 Arbeitsplätze bei Kaisers Tengelmann. Die Lage im Übernahmestreit ist verfahren. Eigentlich sollte die Kette an Edeka verkauft werden. Bundeswirtschaftsminister Gabriel machte das gegen den Widerstand von Kartellbehörden möglich. Doch die Konkurrenten Rewe, Markant und Norma klagten vor Gericht - mit Erfolg. Darauffolgende Gespräche u.a. zwischen Tengelmann-Chef Haub und Rewe-Chef Caparros blieben zunächst ohne Ergebnis. In den letzten Tagen kam Bewegung in die Sache. Norma und Markant zogen ihre Klagen zurück. Jetzt steht nur noch Rewe einer Einigung im Weg. Schröder als Schlichter haben alle Beteiligten akzeptiert. Für die Mitarbeitervertretung von Kaiser's Tengelmann ist die Schlichtung der richtige Weg. Dass diese Aufgabe mit Schröder ein politisches Schwergewicht übernimmt, zeige, wie wichtig der Streit vom Wirtschaftsminister genommen werde. $1(2016-10-24-6) Der SPD-Vorsitzende Gabriel findet bei den anderen Parteien wenig Unterstützung für seinen Vorstoß. Er schlug Außenminister Steinmeier als Nachfolger von Bundespräsident Gauck vor. Grüne und Unionspolitiker stören sich am Vorgehen Gabriels: Er habe den Vorschlag nicht abgesprochen. Der Bundespräsident wird Mitte Februar gewählt. Noch ist Frank-Walter Steinmeier Außenminister. Jetzt hat ihn SPD-Chef Gabriel als Bundespräsident vorgeschlagen, gegen die Verabredung mit der Union. Diese will weiter nach einem gemeinsamen, überparteilichen Kandidaten suchen. Ich verweise auf das vereinbarte Verfahren. Wir tun gut daran, uns daran zu halten. Dass Herr Gabriel jeden Tag einen neuen Namen ausspricht, ist sein Problem. Gabriel habe Steinmeier damit nicht gedient, so Seehofer im ZDF. Es helfe nicht bei der Suche nach einem Bundespräsidenten. Das ist nicht vereinbar mit diesem Amt, dass wir als Parteivorsitzende eine Art Wahlkampf machen. Es muss mit Stil und Würde erfolgen. Darum bewerte ich nicht den Vorschlag von Sigmar Gabriel. Auch die Grünen sind verwundert über Gabriels Vorschlag. Sie sind bereit, weiter nach einem gemeinsamen Namen zu suchen. Für die Linke ist Steinmeier nicht wählbar. Herr Steinmeier ist als Architekt der Agenda 2010 mit verantwortlich für Armut und soziale Spaltung im Land. Wenn ein Minister von der Regierungsbank ins Schloss Bellevue kutschiert wird, ist das nicht das Signal für einen Aufbruch. Noch steht die SPD mit dem Vorschlag alleine da. Die Zurückhaltung der anderen Parteien zeigt, wie schwer es ist, einen Kandidaten zu finden. Bei einer Ablehnung könnte Gabriels Vorstoß nicht nur den Außenminister, sondern auch ihn selbst beschädigen. $1(2016-10-24-7) Die Bundesagentur für Arbeit bestraft ALG-II-Bezieher schärfer, die den Jobcentern wichtige Informationen vorenthalten. Künftig können Versäumnisse bei der Antragstellung mit hohen Geldbußen geahndet werden, bestätigte die Behörde. Etwa, wenn eine Erbschaft verschwiegen wird. Bisher drohten Strafen dann, wenn anerkannte ALG-II-Bezieher Änderungen ihrer Vermögenslage nicht meldeten. $1(2016-10-24-8) In Litauen hat die Parlamentswahl gestern ein überraschendes Ergebnis. Stärkste Kraft wurde der ""Bund der Bauern und Grünen"", eine politisch in der Mitte angesiedelte Kleinpartei. Sie stellte bisher einen Abgeordneten, künftig 54. Damit besetzt die Partei mehr als ein Drittel der Parlamentssitze. Von den regierenden Sozialdemokraten und ihren Koalitionspartnern wandten sich viele Wähler ab. Glückwünsche für einen Überraschungssieger: Saulius Skvernelis wird wohl neuer Premierminister von Litauen. Vor allem ihm, dem parteilosen Spitzenkandidaten, verdankt der Bund der Bauern und Grünen den Sieg. Skvernelis war Polizeichef und kurz Innenminister. Er gilt als Antikorruptionskämpfer. Nun müssen Taten folgen, zum Wohl der Menschen und des Landes. Wir haben die Menschen erreicht. Unsere Arbeit im Wahlkampf war erfolgreich. Jetzt müssen wir diese Pläne auch umsetzen. Höhere Löhne und mehr Arbeitsplätze versprach die Partei, damit weniger Litauer abwandern in reiche EU-Länder. Die Partei setzt auf die politische Mitte, ihr Chef ist der Milliardär Ramunas Karbauskis. 2012 scheiterte die Partei noch an der Fünf-Prozent-Hürde. Jetzt gewann sie ein Drittel der Parlamentssitze. Spitzenkandidat und Parteichef trafen heute die Präsidentin. Sie rief alle Parteien auf, das Vertrauen der Wähler wiederherzustellen. Wir sehen klar, welchen Parteien die Menschen ihr Vertrauen schenken. Die meisten Stimmen bekam die Partei der Bauern und Grünen. Sie muss beginnen, eine Regierung zu formen. Das Ergebnis: ein Protest gegen die Innenpolitik, so Beobachter. Hier versprechen die Gewinner Reformen. Außenpolitisch aber setzen sie auf Kontinuität für Litauen. $1(2016-10-24-9) In Spanien laufen die Vorbereitungen für die Regierungsbildung nach fast einem Jahr politischer Hängepartie. König Felipe konsultierte heute die Vorsitzenden kleinerer Parlamentsparteien. Morgen trifft er die Chefs der großen Parteien, auch den Ministerpräsidenten, den Konservativen Rajoy. Dieser lobte die Entscheidung der Sozialistischen Arbeiterpartei, ihre Blockade aufzugeben und eine Minderheitsregierung zu tolerieren. " $1(2016-10-24-10) Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt worden. Die Urkunde überreichte ihm der Regierende Bürgermeister Müller. Diese erhält Schäuble dafür, dass er sich für Berlin als Hauptstadt des wiedervereinten Deutschland eingesetzt hat. Beim Bonn-Berlin-Umzug hatte er am 20. Juni 1991 eine wegweisende Rede gehalten. $1(2016-10-24-11) Der Ex-DDR-Fußballnationalspieler Reinhard Häfner ist tot. Wie Dynamo Dresden bestätigte, starb er nach schwerer Krankheit in Dresden. Mit dem DDR-Team wurde er 1976 Olympiasieger. Je viermal feierte er mit Dynamo Meisterschaft und Pokalsieg. Auch als Trainer war er erfolgreich. Häfner wurde 64 Jahre alt. $1(2016-10-24-12) Nun die Wettervorhersage für morgen, Dienstag, den 25. Oktober. Eine lange Tiefdruckzone bringt uns teils kräftigen Regen. Norddeutschland profitiert dagegen von hohem Luftdruck. In Küstennähe und im Südosten ist es heute Nacht trocken, regional auch klar. Sonst zieht teils kräftiger Regen von Südwesten nach Osten. Morgen verlagert sich der Regen Richtung Alpen. Im Norden wird es immer freundlicher. Am Mittwoch an den Alpen noch Regen, sonst meist trocken, am freundlichsten weiter im Norden. Donnerstag und Freitag ist es im Norden wolkig und nass, weiter südlich gibt es einen Mix aus Wolken, Nebel und Sonne. $1(2016-10-24-13) Um 22.15 Uhr begrüßt Sie erstmals Ingo Zamperoni aus diesem Studio. Seine Tagesthemen: Chaos um CETA - was die Blockade Belgiens für die EU bedeutet. Fragen an EU-Parlamentspräsident Schulz. Nicht-Willkommen: Reportage aus einem Ort, an den die Flüchtlinge aus Calais gebracht werden. Ihnen einen schönen Abend. Copyright Untertitel: NDR 2016 $1(2016-10-24-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. Herzlich willkommen zur Live- Untertitelung des NDR (24.10.2016) Heute im Studio: Ingo Zamperoni Guten Abend, meine Damen und Herren. Ich freue mich, Sie wieder zu den tagesthemen zu begrüßen. $1(2016-10-24-2) Wie hatte Dante gesagt: Das Gesicht verrät die Stimmung des Herzens. Meines dürfte also offensichtlich sein. Und die der EU-Kommissare in Brüssel auch, aber ins Gegenteil verkehrt. Denn da sind die Gesichter lang, nachdem ein weiterer Versuch, Belgiens Region Wallonie von CETA, zu überzeugen, gescheitert ist. Und nicht nur das: Es gibt eine neue Baustelle in der EU-Hauptstadt. Nun schloss sich die Region Brüssel dem Nein gegen CETA an. Am Donnerstag sollte das Abkommen beim EU-Kanada-Gipfel unterzeichnet werden. Aber jetzt? Waren die Verhandlungen und Nachbesserungen umsonst und es scheitert kurz vor knapp? Das fragen wir den EU-Parlamentspräsidenten Schulz. Vorher erklärt Arnim Stauth, wo wir stehen. Das Wetter passte zumindest für die, die sich den CETA-Vertrag mit Kanada wünschen. Die belgische Fahne steht seit ein paar Tagen für mehr Ärger in Europa. Der belgische Regierungschef musste eingestehen, dass die belgische Provinz ihn und die EU in die Knie zwingt. Die Regierungen der Regionen Wallonie und der in Brüssel haben sich ablehnend entschieden. Sie haben uns kein Mandat erteilt, CETA zu unterschreiben. Er ist der Sieger: Paul Magnette, der sozialdemokratische Ministerpräsident der Wallonie. Er ließ den liberalen Chef der Zentralregierung auflaufen - zur Freude aller Gegner von CETA und TTIP. Das ist doch nicht das Ende der Welt. Es gibt nicht das erste Mal Probleme mit einem Handelsvertrag und es wird eine Lösung geben. Der Sprecher der EU-Kommission ist hilflos. Die EU-Chefs hatten endlos argumentiert und nichts erreicht: Eine Blamage vor den Kanadiern. In diesem Moment brauchen wir Geduld. Die Kommission ist weiter bereit, mit allen notwendigen Mitteln den Einigungsprozess zu unterstützen und zu einem guten Ende zu führen. Die EU-Kommission hielt den Vertrag mit Kanada eigentlich für eine Sache, bei der die nationalen Parlamente nichts zu sagen haben. Sie räumten dann aber Mitsprache ein, unter dem Brexit-Schock. Zufällig gab es heute in Brüssel zumindest einmal was zu lachen. Wir haben heute Gäste aus Kanada - sehr passend, willkommen. Ob die Gäste verstanden haben, warum EU-Politik gerade hier gemacht wird, in der Hauptstadt der Wallonie. Einige sagen ein Scheitern von CETA hätte Fatale folgen für Europa, weit über materielle Verluste hinaus. Der immaterielle Schaden wäre immens. Damit wäre die EU erst mal nicht verhandlungsfähig. Sie würde vom Rest der Welt nicht mehr ernst genommen werden. Hinter der Fassade des EU-Rates in Brüssel hat man die Hoffnung wohl noch nicht aufgegeben. Die Vertragsunterzeichnung am Donnerstag wurde noch nicht abgesagt, in Absprache mit den geduldigen Kanadiern. In Straßburg begrüße ich den Präsidenten des EU-Parlamentes, Martin Schulz. Heute verkündet Ratspräsident Tusk: Eine Einigung bis zum Gipfel am Donnerstag sei noch möglich. Ich weiß nicht, ob bis Donnerstag eine Einigung möglich ist. Das können wir hoffen, aber dass eine Einigung möglich ist, ist sicher. Ich bin nicht so pessimistisch, wie es aus vielen Äußerungen hervorkommt. Was macht Sie so sicher, dass eine Einigung möglich ist? Ich rede mit vielen Leuten, mit den Kanadiern, den Wallonen. Mit der belgischen Regierung, mit der Kommission, mit der Bundesregierung. Der Wille zur Einigung ist vorhanden. Die Fragen der Wallonen berühren viele Menschen, auch viele Regierungen. Darauf finden wir auch 'ne positive Antwort. Ob das in zwei Tagen geht, weiß ich nicht. Aber wichtig ist, dass es geht. Da bin ich nicht sicher. Die Wallonen haben ein Stemmeisen in den Prozess gesteckt. Das seh ich anders. Die Fragen der wallonischen Regierung wurden schon von anderen Regierungen aufgeworfen. Das ist die Frage der Schiedsgerichte. Wie werden sie definiert und zusammengesetzt? Welche Kompetenzen sollen sie haben? Das bewegt uns alle. Das bewegte in Deutschland auch den Konvent meiner Partei. Darauf können wir zufriedenstellende Antworten erarbeiten. Dafür braucht man 'n paar Tage. Ich bin optimistisch, dass wir zu 'nem vernünftigen Ergebnis kommen. Bei CETA wurden viele Zugeständnisse gemacht. Wenn das scheitert, kann die EU sich vom Thema Freihandel ganz verabschieden. Dann setzen andere Normen und Standards. Macht Ihnen das keine Sorgen? Doch. Das ist der Grund, warum ich mich so einschalte. Entweder wir schaffen das, in die Globalisierung Regeln zu bringen, und Europa kann dazu beitragen. Oder wir machen uns international zum Zwerg. Das sollten wir nicht tun. Wir sind in der Schlussphase der Verhandlungen. Die Kanadier sind weit auf uns zugekommen. Diese Probleme jetzt müssen wir selbst lösen, vor allem in Belgien. Es geht um etwas Grundsätzliches. Da kommt es nicht drauf an, ob man nun noch zwei Tage braucht. Hauptsache, wir haben am Ende einen Kompromiss in Europa, den Kanada akzeptieren kann. Das wäre ein großer Erfolg. Ich hab keine Lust am Ende sieben Jahre Arbeit für nichts investiert zu haben. Auch nach meinem Gespräch mit der wallonischen Regierung bin ich sicher, dass wir das schaffen können. Euro-Krise, Flüchtlings-Streit, der Brexit – jetzt CETA. Kriegt die EU nichts mehr hin, weil zu viele nur noch an sich und keiner an Europa denkt? Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich bin ja Europäer. Ich möchte diese Renationalisierungstendenz mit guten Argumenten konterkarieren. Das Europa, das wir bei der Finanzkrise und Flüchtlingskrise sehen, ist das, was uns als Lösung angeboten wird. Alle Propagandisten, die sagen, der Nationalstaat ist wichtiger als die Gemeinschaftsidee produzieren die Lage, in der wir jetzt sind. Für die Lösung der großen Probleme brauchen wir mehr Gemeinschaftsgeist. Herr Schulz, bei all dem Ärger in der EU: Finden Sie es nicht verlockend, den Rufen vieler Genossen hier zu folgen und als Kanzlerkandidat für die SPD anzutreten? Das ist ja heute Ihre erste Sendung und deswegen ist diese Frage sicher eine tolle. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und auch dabei Ihren Schlusssatz zu finden. Ich sehe, das Thema hat keinen Schlusssatz. Vielen Dank. Das Interview haben wir aufgezeichnet. Die EU und das Freihandelsabkommen CETA kommentiert jetzt Markus Preiß vom WDR. Man kann es lächerlich finden, was in den letzten Tagen in Sachen CETA passierte. Doch ganz ehrlich: Es ist beschämend und gefährlich, und das hat nur am Rand mit den Wallonen zu tun. CETA ist eine Geschichte von Verantwortungslosigkeit, von Opportunismus, von Akteuren. Die nehmen jeden taktischen Vorteil mit, auch wenn das Ganze auf der Strecke bleibt. Das gilt für Horst Seehofer und Sigmar Gabriel. Sie riefen im Sommer nach der kleinteiligen Ratifizierung in 42 Länderparlamenten und Regionalparlamenten. Sie wollten sich als Kämpfer für die Bürger profilieren. Sie mussten ahnen, wie sehr das die EU beschädigen könnte. Sie taten es trotzdem. Das gilt für Paul Magnette, den Ministerpräsidenten der Wallonie: Der nutzt CETA vor allem, um der Zentralregierung eins auszuwischen. Und es gilt für Nicht-Regierungsorganisationen, die oft nur verhindern wollen. Früher waren sie das unbestechliche Gewissen der Gesellschaft. Im Fall CETA arbeiteten Berufsaktivisten wie campact mit Ängsten und Unterstellungen wie man es nur von Populisten kennt. Wenn Belgien Nein sagt, ist das zu akzeptieren. So sind die Spielregeln, auf die man sich bei CETA geeinigt hat. Doch aus diesem Debakel sind Lehren zu ziehen: Demokratie lebt davon, dass es Gremien für gewisse Entscheidungen gibt. Der Bundestag fragt auch nicht jeden Kreistag bei einer Rentenreform, und niemand findet das undemokratisch. So muss es wieder in der EU sein: Wirkungsvolle Handelspolitik kann in einem Binnenmarkt nur zentral gemacht werden. Und wir alle müssen wieder Kompromisse lernen. Demokratie lebt davon, dass Mehrheiten akzeptiert werden. Sie bedeutet nicht, dass alles, dem nicht auch der Letzte zustimmt, undemokratisch ist. $1(2016-10-24-3) Über das Mittelmeer flüchten noch immer viele Menschen nach Europa. Die Nachrichten mit Thorsten Schröder. 4000 aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge haben heute Sizilien erreicht. Sie wurden in verschiedenen Häfen in Empfang genommen. Rot-Kreuz-Helfer kümmerten sich um die erschöpften Menschen. Laut Internationaler Organisation für Migration kamen 2016 fast 320.000 Flüchtlinge auf dem Seeweg nach Europa. Im Vorjahreszeitraum waren es mehr als doppelt so viele. $1(2016-10-24-4) Die USA und Russland bemühen sich weiter um ein Ende der Krise in Aleppo. Die Außenminister Kerry und Lawrow verständigten sich darauf, eine Expertengruppe nach Lösungen suchen zu lassen. Nach Ende der dreitägigen Feuerpause wurde heute wieder in Aleppo gekämpft. Die syrische Armee beschoss auch Rebellenstellungen in Süd-Aleppo. $1(2016-10-24-5) Nach fast einem Jahr politischer Hängepartie haben in Spanien die Vorbereitungen für eine Regierungsbildung begonnen. König Felipe konsultierte heute die Vorsitzenden kleinerer Parlamentsparteien. Morgen trifft er die Chefs der großen Parteien, auch den Ministerpräsidenten, den Konservativen Rajoy. Dieser lobte die Entscheidung der Sozialistischen Arbeiterpartei, ihre Blockade aufzugeben und eine Minderheitsregierung zu tolerieren. $1(2016-10-24-6) In Litauen brachte die Parlamentswahl gestern ein überraschendes Ergebnis. Stärkste Kraft wurde der Bund der Bauern und Grünen. Er hatte bisher nur einen Sitz und bekam nun 54 Mandate. Spitzenkandidat Skvernelis kündigte Gespräche für ein Mitte-Links oder ein Mitte-Rechts Bündnis an. Von den derzeit regierenden Sozialdemokraten und ihrer Koalition wandten sich viele Wähler ab. Litauens Präsidentin rief alle Parteien auf, wieder Vertrauen in Regierung und Parlament herzustellen. $1(2016-10-24-7) Für viele der 6000 Flüchtlinge, die im Dschungel genannten Lager von Calais ausgeharrt hatten, begann der Tag mit einem Glücksspiel. Die Migrationsbehörde stellte sie vor die Wahl: Per Fingerzeig auf eine Karte mussten sie entscheiden, in welche Region Frankreichs sie wollten. Obwohl die wenigsten eine Ahnung gehabt haben dürften, wie es dort aussehen würde. Ihr Ziel, Großbritannien, ist durch die Räumung ferner denn je. Über eine Reise in ein unbekanntes Land. Wehmut beim Abschied und strahlende Gesichter im Bus, als sie das Lager von Calais verlassen. Voller Hoffnung fahren sie los, wollen Asyl beantragen in einem der Aufnahmezentren. Etwa in Forges-les-Bains. In dem leerstehenden Kinderheim leben schon Flüchtlinge. Heute kommen weitere aus Calais dazu. Ein Zaun, verschlossene Türen – reden wollen sie nicht mit uns. Gegenüber wohnt Regis Pautrel. Er lebt seit Jahren in der 4000-Seelen-Gemeinde bei Paris. Wir waren gegen das Projekt. Wir haben uns mobilisiert, einen Verein gegründet und eine Bürgerinitiative. Jetzt bin ich der böse Fascho, der gegen die Aufnahme der Flüchtlinge ist. Früh hatten sie den Widerstand organisiert, zu Bürgerversammlungen aufgerufen. Kurz vorher brannte der Dachstuhl des Kinderheims, es gab Wasserschäden. Es schien, als wolle man das Heim unbewohnbar machen. Die Flüchtlinge kommen trotzdem. Kontakt zu denen, die schon da sind, haben oder wollen die Einwohner nicht. Dass jetzt noch mehr kommen, macht ihnen Sorge. Ich habe von ihnen gehört. Das macht Angst. Es sind nur Männer. Das ist ein sexuelles Problem. Sie haben nichts gegen Flüchtlinge sagen sie, aber müssen sie unbedingt zu ihnen kommen? Müssen die Männer in dem alten Kinderheim neben der Schule untergebracht werden? Wenn es Rassismus ist, seine Kinder zu beschützen, verstehe ich nichts mehr. Das ist ein Schutzreflex. Sie fühlen sich missverstanden, nicht informiert, vielleicht auch alleingelassen. So wie die Einwohner hier denken viele Franzosen. Dabei wird Frankreich in den nächsten beiden Jahren nur zusätzlich 30.000 Flüchtlinge aufnehmen. Die müssen untergebracht werden. Nur 40 treffen aus Calais ein und werden im Kinderheim leben. Es ist eine Frage der Absicherung der untergebrachten Personen. Sind sie dort sicher? Sind alle Brandschutznormen und Evakuierungsregeln erfüllt? Bürokratische Vorschriften als letzten Ausweg, um unter sich bleiben zu können. Die Flüchtlinge haben dann zwar ein Dach über dem Kopf, willkommen aber sind sie nicht. Mathias Werth steht in Calais. Dort wurden heute die Flüchtlinge registriert und in Busse gesetzt. Wie viele waren es heute, und gab es Proteste? Das Innenministerium hat heute Nachmittag eine exakte Zahl genannt: 2318 sollen in Frankreich registriert und verteilt worden sein. In den nächsten Tagen wird eine ähnlich hohe Zahl verteilt. Es gab nur wenig Proteste. Man weiß nicht, wer wirklich daran beteiligt war. Es gibt auch unbekannte Aktivistengruppen, die versuchen, Flüchtlinge hier zu provozieren. Sie sollen Zäune und Mülleimer in Brand gesetzt haben. Insgesamt lief aber alles sehr geordnet ab. Wir haben im Beitrag gesehen, dass viele Franzosen Vorbehalte gegen Flüchtlinge haben. Dabei nahm Frankreich bisher nur wenige aufgenommen. Wie kommt das? Wenn es darauf eine eindeutige Antwort gäbe, wäre vieles einfacher. Zum einen gibt es den Front National, der fremdenfeindliche Parolen macht. Es gibt keine Integrationspolitik in Frankreich. Es gibt keine Integrationskurse und Sprachkurse. Es gibt auch keine Flüchtlingseinrichtungen. Das ist ein großes Versäumnis. Es macht diese Menschen zu Menschen zweiter Klasse. Es gibt auch keine medizinische Versorgung. Eine mit Deutschland vergleichbare Flüchtlingspolitik gibt es nicht. $1(2016-10-24-8) In Deutschland gab es heute eine Wendung im Streit um die Zukunft der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann. Eine Schlichtung soll eine Lösung im Konflikt um die Supermarktkette Kaisers Tengelmann bringen. Auf Vorschlag von Wirtschaftsminister Gabriel und verdi-Chef Bsirske hätten sich Edeka, Tengelmann und Rewe darauf verständigt. Das teilte das Wirtschaftsministerium mit. Als Schlichter ist Altkanzler Schröder vorgesehen. Eine Unternehmensaufteilung ist für die Dauer des Verfahrens gestoppt. $1(2016-10-24-9) Die Übernahme des Chip-Anlagenbauers Aixtron durch einen Investor aus China könnte noch scheitern. Wirtschaftsminister Gabriel widerrief die Unbedenklichkeitsbescheinigung. Er will die Übernahmepläne des Investors erneut prüfen lassen. Aus dem Ministerium war von Sicherheitsbedenken die Rede. $1(2016-10-24-10) In den USA melden sich skeptische Stimmen aus der Politik gegenüber den Plänen von AT and T, Time Warner zu übernehmen. Der US-Senat entscheidet über den Verkauf. Er kündigte eine Prüfung an. AT and T-Chef Stephensen ist zuversichtlich, Wettbewerbsbedenken ausräumen zu können. Auch die Anleger beschäftigte das. Mehr dazu von Anja Kohl aus der Frankfurter Börse. Käme der Deal zustande, entstünde ein Gigant, der die Programmvielfalt behindern könnte, so die Kritiker. Schon jetzt ist AT and T groß im Geschäft mit Mobilfunk und Kabelfernsehen. Mit Time Warner kämen TV-Sender dazu wie CNN und HBO, zudem das Studio Warner Bros mit Kinofilmen. Ca. 100 Mrd. Euro wäre AT and T das wert: die teuerste Übernahme des Jahres, größer als der Bayer-Monsanto Deal. AT and T will sich mit Time Warner für die digitale Zukunft rüsten, Internetfirmen wie Netflix und Amazon Prime die Stirn bieten. Sie produzieren Inhalte, die Nutzer gegen Gebühr herunterladen können. Anleger reagieren gespalten. Seit sich die Übernahme anbahnt, gewannen Time-Warner-Aktien 11 %: Den Aktionären wird viel Geld geboten. AT and T-Aktien verloren, weil es für den Konzern teuer würde. Zudem lässt der Gegenwind aus der Politik daran zweifeln, ob das Ganze klappt. $1(2016-10-24-11) Die Börsendaten Dow Jones 8.223 +0,4% Dax 10.761 +0,5% $1(2016-10-24-12) Es gehört zur Tragik von US-Präsident Obama: Er sagte, es gebe keine Schwarzen, keine Weißen, keine Latino- oder asiatischen, nur die Vereinigten Staaten von Amerika. Ausgerechnet unter ihm traten die gesellschaftlichen Spaltungen so deutlich wie lange nicht hervor. Das zeigt sich bei der Präsidentschaftswahl. 2013 kippte der Oberste Gerichtshof ein Gesetz aus Zeiten der Bürgerrechtsbewegung. Das erlaubte dem Justizministerium, in bestimmten Staaten Änderungen im Wahlrecht auf Diskriminierung zu prüfen. Das sei nicht mehr nötig, so die Richter. Es habe sich so viel für Minderheiten getan. Wie Ina Ruck aus North Carolina berichtet: Es reicht nicht, einen schwarzen Präsidenten zu haben. Sonntagvormittag in North Carolina. Hier wird richtig Gottesdienst gefeiert. Psalm 34 geht ab wie die Post. Ich will den Herrn Allzeit preisen ist ihr Lieblingslied. Die Gemeinde ist überwiegend schwarz. Meist predigt der Pastor über alltägliches. Diesmal geht es um Politik. Es steht so viel auf dem Spiel. Unser Wahlrecht und die Krankenversicherung etwa. Wenn wir die falschen Leute wählen, dann helfe uns Gott. Es ist die wichtigste Wahl unserer Generation. Beten für eine gute Wahl. Dabei hat sich noch längst nicht jeder hier als Wähler registriert. Manche sind ehemalige Häftlinge. Wie James etwa. Wenn ihr nur am Rande sitzt und zuguckt, könnt ihr euch später nicht beschweren. Clinton und Trump liegen in North Carolina fast gleichauf. Ich sage Ihnen nicht, wen sie wählen sollen. Ich sage nur, wie es aussieht. Ich versuche, meine Gemeinde darüber aufzuklären, was für sie auf dem Spiel steht. James wohnt nicht weit von der Kirche entfernt. Er mietet sein Haus. Sie leben von der Rente seiner Lebensgefährtin. Ich habe genau hingehört, was Trump gegen Schwarze sagt. Auch gegen übergewichtige Frauen. Trump ist ein Opportunist. Er reitet auf einer Welle. Die war längst vor ihm da, aber er wusste sie zu nutzen. Wenn er sagt, dass er Amerika wieder groß macht, hören die, dass er Amerika weiß macht. Seit letzter Woche kann vorab gewählt werden. Die schwarzen Kirchen haben sich verabredet zum Marsch zum Wahllokal. Erst vor 50 Jahren erkämpften sie sich das Wahlrecht. Manche wählen zum aller ersten Mal. $1(2016-10-24-13) Ob zum Ruhme der Wissenschaft oder doch zu ihrem eigenen ließen Fürsten und Könige einst prachtvolle Bibliotheken errichten. Denn diese Orte standen nicht nur für Bildung und Wissen, sondern auch für Weltläufigkeit und Reichtum. Doch in Zeiten der Digitalisierung und der mobilen Informationen halten manche Bibliotheken für ein überflüssiges Vergnügen. Wie auch den ""Bücherwürfel"" in Stuttgart, zu dessen Bau es vor fünf Jahren Proteste hagelte. Das hat sich geändert, wie wir am Tag der Bibliotheken berichten. * Getragene Musik * Es ist einer der Orte, in dem die Zeit anders zu laufen scheint, wo sich Gedanken neu denken lassen. Wo die Menschen vielleicht mehr in sich ruhen. Einfach, weil das hier so einfach ist. Wunderbar. Die Stimmung hier ist locker. Ich mags hier auch. Es gibt viele Bücher in der Stuttgarter Stadtbibliothek. Vor allem aber gibt es hier Medien - aus Papier und elektronisch. Der Bücherwurm am Bildschirm. Das gedruckte Buch wird fast zur Kulisse. Die Bibliothek digitalisiert und automatisiert selber. Man muss nicht miteinander sprechen, aber man kann. Für mich ist es am schönsten, wenn ich sehe, wie die Menschen dieses Haus nutzen. Wie sie gemeinsam arbeiten und wie sie von der Bibliothek begeistert sind. Von außen unterkühlt. Ein Bücherwürfel aus Beton. Daneben ist Stuttgarts größtes Einkaufszentrum. Hier drinnen kauft sich keiner was, doch jeder nimmt was mit nach Hause. Am Meer sind mehr Leute als auf der Autobahn. So fliegen die Stunden dahin. Selbst wer spät kommt, findet hier noch ein Buch. $1(2016-10-24-14) Wir kommen zum Wetter. Das ist ja so richtiges Lesewetter, oder, Claudia Kleinert? Bleibts so trüb und grau? Ja, morgen ist es gemütlicher, sich mit einem Buch zu verkriechen als draußen rum zu laufen. Nach Nordwesten hin ist es meist trocken. An der Küste ist es wärmer. Wo man die Sterne längere Zeit sehen kann, kühlt es sich aus. Morgen Vormittag starten wir sonnig in den Tag. Insgesamt im Norden eher sonnig. Im Laufe des Nachmittags regnet es in der Südhälfte. Der Wind dazu ist schwach. Die nächsten Tage kommt Hochdruckwetter. Der Nebel löst sich auf. Es bestehen Chancen auf Sonne. Am Donnerstag kommt ein Mix aus Sonne, Wolken und Regen. $1(2016-10-24-15) Hier erzählt Die Story im Ersten jetzt Das Märchen vom sauberen Auto. Um 0.15 Uhr wartet Anna Planken mit dem nachtmagazin auf Sie. Das waren die tagesthemen - das heißt fast. Da war noch was, was wohl viele bewegt hat. Jedenfalls gingen schon eine Menge Vorschläge bei uns ein, vielen Dank. Ich kann dazu nur sagen: Isch 'abe gar keine Schlusssatz. Aber vielleicht kommt irgendwann noch einer. So lang probiere ich in den nächsten Tagen mal ein paar von Ihren aus. In diesem Sinne: Tschüss und bis morgen. Copyright Untertitel: NDR 2016 $1(2016-10-25-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (25.10.2016) Heute im Studio: Susanne Daubner Guten Abend, ich begrüße Sie zur tagesschau. $1(2016-10-25-2) Volkswagen kam bei der Bewältigung des Abgas-Skandals in den USA einen großen Schritt voran. Ein US-Bundesrichter billigte einen Vergleich, mit dem sich VW zur Zahlung von über 13 Mrd. Euro verpflichtet. Der größte Teil dient dem Rückkauf und der Reparatur von knapp 500.000 Dieselautos mit manipulierten Abgaswerten. Auf den ersten Blick ist es nur eine Internet-Mitteilung. Doch für Volkswagen ist es ein wichtiger Schritt raus aus dem Dieselskandal. Heute gab es grünes Licht für den Kompromiss: Der amerikanische Richter nannte die Lösung fair und adäquat. Für Europas größten Autobauer werden 13,5 Mrd. Euro fällig - die höchste Summe, die je ein Autokonzern in den USA zahlen musste. 9,2 Mrd. Euro sind vorgesehen für den Rückkauf der Dieselautos und für Entschädigungen betroffener Besitzer. 4,3 Mrd. Euro fließen in einen Umweltfonds und die Förderung emissionsfreier Fahrzeuge. VW äußerte sich so: Zustimmung kam von der niedersächsischen Landesregierung - als Großaktionär mit Veto-Recht. Dieselgate war eine Zäsur für Volkswagen. Heute arbeitet der Konzern intensiver an seiner Zukunft, gerade in Sachen Elektromobilität und Fahrzeug-Digitalisierung. Das sind Schlüsselthemen der Zukunft. VW kündigte einen Strategiewechsel an: Weg von Verbrennungsmotoren hin zu Elektroautos. Experten sehen auch Folgen für Arbeitsplätze. Man wird nicht Zehntausende Arbeitsplätze infrage stellen. Aber jedes Jahr werden Tausende Arbeitsplätze hinfällig werden. Eine weitere Lösung für VW steht in den USA noch aus: Auch bei den 3-Liter-Motoren von Audi wurde getrickst. Hier gibt es noch keine Lösung. $1(2016-10-25-3) EU und belgische Regierung bemühen sich, noch den Weg freizumachen für das Handelsabkommen CETA. Man hoffe auf eine Lösung, so Belgiens Außenminister Reynders. Es gehe darum, letzte Vorbehalte auszuräumen. Die Wallonie blockiert die Zustimmung Belgiens zu CETA. Der Pakt kann nur in Kraft treten, wenn alle EU-Mitglieder Ja sagen. Die Unterzeichnung ist für Donnerstag vorgesehen. $1(2016-10-25-4) Die Opposition kritisierte erneut die Ausfuhrpraxis von Rüstungsgütern. Anlass ist der Halbjahresbericht, der morgen beraten werden soll. Er weist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Zuwachs aus auf ein Volumen von 4 Mrd. Euro. Grüne und Linke sprachen von einer verheerenden Bilanz des Wirtschaftsministers. Das Ministerium wies die Vorwürfe zurück. Qualität made in Germany - weltweit begehrt, auch bei Waffen. Im ersten Halbjahr gestattete die Bundesregierung Ausfuhren im Wert von 4 Mrd. Euro - so viel wie ein Jahr zuvor. Verzehnfacht wurden Genehmigungen für den Munitionsexport: Fast alles ging in die USA, Wert knapp 270 Mio. Euro. Umstritten: der Export von Kleinwaffen. Laut UNO-Angaben sterben jährlich 200.000 Menschen durch sie. In Deutschland gingen Genehmigungen für den Kleinwaffen-Export zurück: Die Linke fordert ein Umdenken. Deutschland sollte der erste Kriegsdienstverweigerer sein und Waffenexporte zumindest in Krisenregionen einstellen. Wirtschaftsminister Gabriel kontert: Die Regierung habe die strengsten Rüstungsexportgesetze geschaffen, die es je bei uns gab. Das reicht den Grünen nicht. Die strengen Kriterien aus den Rüstungsexportrichtlinien müssen stärker gesetzlich verankert werden. Die Regierung muss sich nicht nur in Sonntagsreden daran halten, sondern auch in ihren Entscheidungen. Das Wirtschaftsministerium schlägt einen anderen Weg ein: Überprüfung vor Ort, ob Waffen so eingesetzt werden wie vereinbart. Und Konsultationen mit Vertretern der Wirtschaft sowie von Kirchen und Amnesty International. Als Folge könnte ein strenges Rüstungsexportgesetz entstehen. $1(2016-10-25-5) Verteidigungsminister aus westlichen Staaten beraten über das Vorgehen gegen die IS-Terrormiliz. Laut US-Verteidigungsminister Carter solle nach dem nordirakischen Mossul auch Raqqa (Syrien) vom IS zurückerobert werden. Die Vorbereitungen dafür liefen. Die Offensive auf Mossul begann vor gut einer Woche. Sie rücken von drei Seiten auf Mossul vor. Die letzte IS-Bastion im Irak - von Truppen der Anti-IS-Koalition umstellt. Kämpfe um die Stadt haben noch nicht begonnen. Bis zu 6000 IS-Kämpfer sollen sich dort aufhalten. Am Nachmittag trafen sich zwölf Verteidigungsminister der Anti-IS-Koalition. Es geht um Zeit nach dem Fall von Mossul. Eröffnung durch den französischen Präsidenten. Ziel ist es, den Krieg gegen den IS zu gewinnen. Wir sind politisch entschlossen und militärisch bereit. Zwei wichtige Akteure fehlten: die Türkei und der Irak. Der Irak lehnt ab, das sich die Türkei am Einsatz beteiligt. Kein grundsätzliches Problem für Frankreich. Die Stärke der Koalition muss weitergehen. Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass nach dem Sieg das virtuelle Kalifat weiterbesteht. Aber der Kampf werde auch in den Koalitionsländern geführt. Priorität ist der Schutz unserer Heimatländer, daher müssen wir die Netzwerke und Finanzquellen vernichten. Nach Mossul werde die syrische Stadt Raqqa befreit. Die Vorbereitungen dazu hätten begonnen. Der IS sei noch nicht gefallen, aber er schwanke. $1(2016-10-25-6) Bei einem Anschlag auf eine Polizeischule gab es in Pakistan 60 Tote und über 100 Verletzte. Es geschah nachts in der Provinzhauptstadt Quetta. Bewaffnete Angreifer drangen bis zu einem Schlafsaal vor. Die IS-Terrormiliz bekannte sich zum Anschlag. Am Ende sprengen sich die Attentäter im Schlafsaal in Luft. Viele Polizeischüler sterben, sie waren als Geiseln genommen worden. Attentäter hatten die Schule gestürmt, wollten so viele Menschen wie möglich töten. 600 Polizeischüler waren da auf dem Gelände. Einige fliehen auf das Dach, springen in Sicherheit. Die Angreifer kamen in unsere Baracke, feuerten in die Menge, wir rannten. Ich konnte mich nach oben retten. Spezialkräfte brauchten Stunden, um den Angriff zu beenden. Es wird befürchtet, dass die Opferzahlen weiter steigen. Der IS behauptet, hinter dem Anschlag zu stecken. Er veröffentlichte ein Foto, das die Attentäter zeigen soll. Er droht mit weiteren Anschlägen. Pakistan macht eher die Taliban verantwortlich. Sie sind stark in der Provinz, in der auch Quetta liegt. Die Region gilt als Rückzugsraum für Terroristen. Die Verletzen wurden heute von Premierminister Sharif besucht. Die Regierung kündigte an, den Terror entschlossen zu bekämpfen. Bislang aber ohne Erfolg. $1(2016-10-25-7) Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft der türkischen Polizei Folter von Gefangenen vor. Im heute veröffentlichten Bericht dokumentiert sie mehrere Fälle. Inhaftierte sollen geschlagen und sexuell missbraucht worden sein. Nach dem Putschversuch Mitte Juli wurde der Ausnahmezustand erklärt und Vorschriften zum Schutz Gefangener außer Kraft gesetzt. Kurz nach dem Putschversuch im Juli: Polizisten führen Soldaten mit Tritten ab. Schon damals mahnen Beobachter, die Türkei müsse rechtsstaatlich vorgehen. Nun gibt es gegen Polizisten neue Misshandlungsvorwürfe. Taylan Kulacoglu wurde festgenommen. Er soll E-Mails von türkischen Regierungsmitgliedern veröffentlicht haben. Er bestreitet das und klagt über massive Übergriffe während der Untersuchungshaft. Ich wurde verprügelt. Oft wurde ich auf den Kopf geschlagen. Archivbilder eines Polizeipräsidiums in Istanbul. Aussagen zu Übergriffen hielt Human Rights Watch fest - ohne Namensnennungen. Darunter Knüppelschläge und sexuelle Misshandlungen. Irritierend sind Vergewaltigungsdrohungen. Drohungen, Angehörige zu vergewaltigen, wenn Betroffene nicht aussagen. Die neuen Dekrete würden Übergriffe befördern, so Human Rights Watch. Verdächtige dürfen fünf Tage ohne Anwalt festgehalten werden. Mustafa Yeneroglu ist Abgeordneter der Regierungspartei AKP. Er fordert von Human Rights Watch konkretere Angaben. All diesen Fällen wird klar nachgegangen. Solche, die Folter begehen, Gewalt gegenüber Menschen begehen, die in staatlicher Obhut sind, werden zur Verantwortung gezogen. Kulacoglu will konkrete Angaben gemacht haben, doch der Arzt in der U-Haft habe diese nicht protokolliert. Es dürfte schwierig sein, die Misshandlungen zu beweisen. $1(2016-10-25-8) Obwohl sich weniger Flüchtlinge auf den Weg nach Europa machen, sterben immer mehr beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren. Nach UNO-Angaben ertranken 2016 mindestens 3740 Menschen, fast so viele wie im gesamten Vorjahr. Das liege an der gefährlichen Route von Libyen nach Italien, sowie überfüllten, seeuntauglichen Booten. Im Flüchtlingslager in Calais begannen Behörden, die Behelfsunterkünfte abzureißen. Am zweiten Tag der Räumung des ""Dschungels"" erklärten sich über 1000 Flüchtlinge zur Abreise bereit. Damit verließ etwa die Hälfte der 6500 Bewohner das Lager und wurde auf Aufnahmezentren in Frankreich verteilt. Die Flüchtlinge waren nach Calais gekommen, um Großbritannien erreichen zu können. $1(2016-10-25-9) In Spanien kann der Vorsitzende der konservative Volkspartei, Rajoy, eine Minderheitsregierung bilden. Er nahm heute den Auftrag dafür von König Felipe an. Zuvor hatte der Chef der Sozialisten bestätigt, seine Partei werde die Regierungsbildung nicht blockieren. Damit kann Spanien nun wieder regulär regiert werden. $1(2016-10-25-10) Spezialkräfte der Polizei rückten heute zu Anti-Terror-Razzien in fünf Bundesländern aus. Wie hier im thüringischen Suhl wurden in Hamburg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern Wohnungen durchsucht. Dabei ging es um Terrorismus-Finanzierung. Im Zuge der Aktion wurde ein Tschetschene befragt. Er steht im Verdacht, sich der IS-Terrormiliz anschließen zu wollen. Der Mann ist wieder auf freiem Fuß. $1(2016-10-25-11) Banken dürfen für ""geduldete Kontoüberziehungen"" keine Mindestpauschale mehr erheben. Das entschied der Bundesgerichtshof. Er gab Verbraucherschützern Recht, die gegen die Deutsche Bank und die Targobank geklagt hatten. Es ging um Klauseln für Überziehungen, die über den Dispokredit hinausgehen. Die Richter sahen in der Pauschale eine Benachteiligung der Kunden. $1(2016-10-25-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. Heute im Studio: Ingo Zamperoni. Guten Abend, ich begrüße Sie zu den tagesthemen. $1(2016-10-25-2) Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Das dachte der Volkswagen-Konzern wohl. Er legte so viel Geld auf den Tisch wie noch kein Autobauer zuvor. Wenigstens reichten die 13,4 Mrd. Euro, um im VW-Abgas-Skandal einen Prozess zu vermeiden. Der hätte neben langer Ungewissheit wohl höhere Kosten verursacht. Wenn die US-Justiz eins nicht leiden kann, dann Vertuschungsversuche, wie sie VW beging. Der zuständige Richter billigte den Vergleich. Amerikaner, die die letzten Jahre einen abgasgeschönten 2-Liter-Diesel von VW kauften, können einen Geldregen erwarten. Deutsche Dieselfahrer fühlen sich ausgebremst. Er wird diesen Diesel-Wagen nicht los. Ein Gericht ließ Uwe Schoop abblitzen. Der Ordner ist gut gefüllt. Aber aus der Kaufrückabwicklung wegen arglistiger Täuschung wurde bisher nichts. Von VW nur ein Brief mit dem Hinweis, er dürfe den Wagen einschränkungslos weiter nutzen. Wir schauen in die Röhre. Die Amerikaner werden saftig entschädigt für den Betrug, den VW anzettelte. Der Betrug kann ja nur von oben kommen. Ich glaube nicht, dass das Leute unten gemacht haben. So was geht nur mit Vorstandsgenehmigung. Dies ist ein VW-Kunde in den USA. Uwe Schoop würde ihn einen Kunden erster Klasse nennen. Tausende Amerikaner dürfen wählen: Wagen von VW teuer zurückkaufen lassen oder Reparatur und bis zu 10.000 Dollar Entschädigung. Ein US-Richter stimmte dem Vergleich zu. VW zahlt 13,5 Mrd. Euro: Heute in einem Berliner Loft: VW stellt sein Digital Lab vor. Irgendwas mit Apps, Mobilitätsdienstleistungen. Anders als geplant, kam nicht mal der Bundesverkehrsminister. VW-Chef Müller müht sich merklich, alles positiv zu bewerten. Für uns ist es ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Wir sind sehr zufrieden damit. VW sei finanziell glimpflich davongekommen, findet der Wissenschaftler. Gerade in den USA habe VW sehr das vermeintlich grüne Image gepflegt. Dort wie auch in Europa sei der Ruf nachhaltig beschädigt. Man glaubte früher, die machen das, was sie sagen. Das war nicht der Fall. Insofern ist das schon tragisch. Man muss sehr schnell reagieren. Die Art der Reaktion ist alles andere als sinnvoll. Lieber um die Kunden kümmern, ist der Rat. Um verärgerte Kunden wie Uwe Schoop, die immer mit knallharten VW-Anwälten zu tun haben. Und nicht zu sehr auf Imagepflege mit Elektroautos setzen. An das grüne Gewissen bei VW glaubt Schoop sowieso nicht mehr. Ich glaube, sie wollen überleben. Das können sie mit dem Diesel nicht. Sie sagen sich: Wir müssen mitziehen, wir müssen elektrisch fahren. Er zieht in die nächste Instanz und sagt, den Diesel wird VW noch zurücknehmen müssen. Wie in den USA. Die Einigung im VW-Skandal in den USA kommentiert Thorsten Hapke vom NDR. Ist das gerecht? Wer in den USA einen VW mit Betrugsmotor fährt, bekommt viel Geld. Er glaubte einem Werbeversprechen, das VW nicht einhielt. VW-Diesel sind nicht so sauber, wie suggeriert wurde. Die Entschädigung erhalten aber nur US-Kunden - alle anderen gehen leer aus. Ist das gerecht? Das fragt auch, wer den Fall General Motors kennt. Zündschlösser, die Motoren während der Fahrt ausgehen ließen, kosteten vermutlich 124 Menschen das Leben. Zehn Jahre ignorierte GM das Problem. Vor einem Jahr musste GM 900 Mio. Dollar Strafe zahlen, ein Bruchteil der 15 Mrd., die VW aufbringen muss. Ein Verstoß gegen Umweltauflagen ist in den USA teurer als ein Verstoß mit Todesfolge. Es steckt viel Ungerechtigkeit in dem heutigen Kompromiss. Es geht eben nicht um Gerechtigkeit. VW muss deshalb viel bezahlen, weil der Konzern US-Behörden mit Arroganz an der Nase herumführte. VW erkauft Rechtssicherheit im bedrohlichsten Feld der Auseinandersetzung: Bei den Klagen von US-Verbrauchern. Andere juristische Risiken sind weniger gefährlich. Kunden außerhalb der USA genauso zu entschädigen, würde VW in den Ruin treiben. So nimmt man in Kauf, dass die sich als Kunden zweiter Klasse fühlen. Ist das gerecht? Das kann man nicht mit Ja beantworten. Aber welcher andere Kompromiss wäre es? VW bekommt die Chance zum Neuanfang. Diese muss das Unternehmen jetzt nutzen. $1(2016-10-25-3) Was passiert hinter türkischen Gefängnismauern? Seit dem Putschversuch im Juli liegt vieles im Dunkeln. Präsident Erdogan regiert mit Notstands-Verordnungen, immer noch gilt der Ausnahmezustand. Über 35.000 Menschen wurden wegen des Aufstands verhaftet. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erhebt heftige Anschuldigungen gegen die Regierung: Im Schatten des Putschversuchs habe sie das Recht außer Kraft gesetzt und Misshandlung und Folter Tür und Tor geöffnet. Schwere Vorwürfe gegen die türkische Polizei. Taylan Kulacoglu sagt, er sei in der Untersuchungshaft misshandelt worden. Er wurde festgenommen, weil er E-Mails von Regierungsmitgliedern veröffentlich haben - das bestreitet er. Ich wurde verprügelt. Oft haben sie mir auf den Kopf geschlagen. Folter und Misshandlungsvorwürfe in der Türkei. Kurz nach dem Putschversuch tauchen Bilder von misshandelten Soldaten auf. Und von Menschen, die beim Abführen getreten werden. Damals fordern Beobachter Ankara auf, rechtsstaatlich zu ermitteln. Nun gibt es neue Vorwürfe. Archivbilder des Polizeipräsidiums in Istanbul. Aussagen zu Übergriffen hier hielt Human Rights Watch teils ohne Namensnennung in einem Bericht fest. Beschrieben werden Schläge und sexuelle Misshandlungen. Irritierend sind Vergewaltigungsdrohungen. Und Drohungen, Angehörige zu vergewaltigen, wenn Betroffene nicht aussagen. Neue Dekrete würden Übergriffe befördern, so Human Rights Watch. So dürfen Verdächtige fünf Tage ohne Anwalt festgehalten werden. Der Präsident eines oppositionellen Anwaltsverbandes glaubt: Die nun aufgezeigte Fälle sind nur die Spitze des Eisbergs. Das ist Folter mit System. Wir haben Angst, das geht nach dem Ausnahmezustand so weiter. Man braucht nicht glauben, dass es nur Personen trifft, die am Putsch teilnahmen. Sicherheitskräfte neigen zu so einem Verhalten. Ist einmal die Kontrolle verloren, besteht für jeden Festgenommenen die Gefahr der Folter. Mustafa Yeneroglu ist Abgeordneter der Regierungspartei AKP und Vorsitzender des parlamentarischen Menschenrechtsausschusses. Er fordert von Human Rights Watch konkretere Angaben. All diesen Fällen wird klar nachgegangen. Solche, die Folter begehen, Gewalt gegenüber Menschen begehen, werden zur Verantwortung gezogen. Kulacoglus Fall zeigt, wie kompliziert das sein kann. Er will konkrete Angaben gemacht haben. Doch der Arzt in der Haft habe diese bewusst nicht protokolliert. Es dürfte schwierig sein, die Misshandlungen zu beweisen. $1(2016-10-25-4) In Deutschland starteten Spezialkräfte der Polizei heute Anti-Terror-Razzien. Mehr dazu in den Nachrichten. Die Aktionen fanden in Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Bayern und Thüringen statt. Es geht um Terrorismus-Finanzierung. Suhl - einer der Orte, an denen 400 Beamte heute zeitgleich Wohnungen und eine Unterkunft durchsuchten. Die Staatsschutzabteilung des LKA Thüringen führte ein Ermittlungsverfahren im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Es ging um den Verdacht der Terrorismusfinanzierung und der versuchten Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat. Hauptverdächtiger: Ein 28-Jähriger Tschetschne mit russischem Pass. Er soll geplant haben, sich dem IS in Syrien anzuschließen. Er und 13 weitere werden der Terrorismusfinanzierung verdächtigt. Laptops, Handys, USB-Sticks und Bank-Unterlagen wurden beschlagnahmt. Ein konkrete Anschlagsgefahr habe es nicht gegeben. " $1(2016-10-25-5) In Pakistan sind bei einem Angriff auf eine Polizeischule über 60 Menschen getötet worden. Nach Behördenangaben töteten die Attentäter nachts einen Wachmann und stürmten mit Sturmgewehren und Sprengstoff in die Schlafsäle. Auch die Attentäter starben beim Angriff. Die IS-Terrormiliz bekannte sich zu dem Anschlag. $1(2016-10-25-6) Verteidigungsminister aus westlichen Staaten beraten über das Vorgehen gegen die IS-Terrormiliz. Laut US-Verteidigungsminister Carter solle nach dem nordirakischen Mossul auch das syrische Raqqa zurückerobert werden. Die Vorbereitungen dafür liefen. Die Offensive auf Mossul begann vor gut einer Woche. $1(2016-10-25-7) Das ist die Perspektive von Piloten, die Europas größten Flughafen ansteuern. Mit an Bord jedes Jahr über 70 Mio. Passagiere. London-Heathrow platzt aus allen Nähten. Die zwei Startbahnen und Landebahnen sind so gut wie ausgelastet. Davon können Anwohner ein Lied singen. Künftig müssen sie lauter singen, um sich Gehör zu verschaffen. Denn die britische Regierung gab heute grünes Licht für eine dritte Bahn. Nach der Brexit-Verunsicherung sehen viele das als Signal für Großbritanniens Zukunft. Doch der Gegenwind flaut nicht ab. * Flugzeugmotoren * Sie schlafen nicht. Sie filmen - ihren täglichen Albtraum: Every day. Every minute. Seit Jahren kämpfen Anwohner gegen den Lärm. Vor allem gegen ihr größtes Schreckgespenst: Eine dritte Startbahn des Flughafen Heathrow. All das Filmen, all das Kämpfen. Nichts hat es geholfen. Nach Jahrzehnten der Diskussion, welcher Flughafen ausgebaut werden soll: Nun entscheidet sich London für die kontroverseste Variante: Es geht darum, die richtige Entscheidung für das gesamte Königreich zu treffen. Neue Verbindungen zur Welt zu schließen. Zu zeigen: Wir sind offen für Geschäfte in Post-Brexit-Zeiten. Die Entscheidung für Heathrow ist auch ein Zeichen an die Wirtschaft. Sie sieht den Standort Großbritannien seit dem Brexit-Votum mit Skepsis. Die Botschaft: Die Insel soll DIE globale Handelsnation bleiben. 61 Mrd. Pfund könnte der Ausbau der britischen Wirtschaft bringen. Auf Englands einziger Teeplantage in Cornwall herrscht Vorfreude: Eine dritte Startbahn ist gut für den Export der Luxusmarken, die im Südwesten Englands produziert werden. Wir können noch schneller noch besser Kunden erreichen. Den Lärm hat man in Cornwall nicht, den überlässt man der Hauptstadt. 800 Häuser müssen abgerissen werden. Unterstützt werden die Pläne nicht mal vom gesamten Kabinett. Boris Johnson, Brexiter und Ex-Londoner Bürgermeister ist gegen die Heathrow-Erweiterung. Wie wird London dann aussehen? New York ist die Stadt der Hochhäuser, Paris ist die Stadt der Lichter. Und London soll die Stadt der Flugzeuge sein? Dass das Projekt durchgeführt wird, glaubt Johnson auch nicht. Erst muss noch das Parlament zustimmen. Dann sind da noch die Klagen der Anwohner, die nicht schlafen können. Sie machten heute vorm Parlament ordentlich Lärm. Neben dem Brexit hat die Regierung nun noch ein Großprojekt zu bewältigen. $1(2016-10-25-8) Welche Tücken intelligente Maschinen bergen: Davor warnte schon der Science-Fiction-Klassiker 2001 - Odyssee im Weltraum. Astronaut Dave Bowman stellte entsetzt fest, wie sich der Bord-Computer HAL gegen ihn wandte: Öffne das Schleusentor. Tut mir leid, das kann ich nicht. Dabei demonstrierten in Star Wars die treuen Begleiter C3PO und R2D2: Künstliche Intelligenz mit menschlich-sympathischer Seite kann nützlich sein. Und in der Serie ""Knight Rider"" sahen wir, Künstliche Intelligenz kann auch zu Emotionen fähig sein. Etwas Rücksichtnahme hätte ich schon verdient! Damals Science Fiction - vieles davon ist heute keine ferne Spinnerei mehr. Das zeigten auch die Münchner Medientage. Kanzlerin Merkel fordert mehr Transparenz bei der Verwendung von Algorithmen. Über verschwimmende Grenzen zwischen Mensch und Maschine. Dieser Roboter kann alleine ein Regal zusammenbauen, er fängt sogar einen Ball. Künstliche Intelligenz (KI) steckt nicht nur in solchen Prototypen. In der Industrie 4.0 werden Algorithmen eingesetzt, um etwa Lagerhaltung zu optimieren. Erforschung und Anwendung von KI ist längst zum Wettlauf der Industrie geworden. Die Internetgiganten Google, Microsoft oder Amazon bilden eine Art Interessensgemeinschaft. Wir haben Grundprinzipien erarbeitet zum Einsatz der KI in der Praxis. Eines der Prinzipien ist, dass KI nur zum Wohle der Gemeinschaft eingesetzt werden sollte. Die US-Konzerne wollen so Vertrauen schaffen, die Gesellschaft auf die Technologie vorbereiten. Denn Computer, die immer schlauer werden, machen Menschen auch Angst, so Zukunftsforscher Flessner. Wir sind in Zukunft nicht mehr alleine, es steht uns eine andere Intelligenz gegenüber. Die kommt nicht von einem anderen Planeten, sondern aus unseren IT-Labors. Wir müssen wir uns daran gewöhnen, dass wir uns in Zukunft mit unserem Toaster unterhalten können. Ob Toaster oder Waschmaschine - bald könnte jedes Haushaltsgerät mit KI ausgestattet sein. Halten deutsche Unternehmen mit den US-Giganten mit? Ja, sagt Prof. Wahlster. Es sei eine Konkurrenz auf Augenhöhe, so der KI-Pionier. Beim Autonomen Fahren haben deutsche Unternehmen mit Abstand die meisten Patente. In wenigen Jahren werden wir ein Robotertaxi besteigen, das uns fährt, wohin wir wollen, ohne Fahrer. Das kommt als Nächstes. Die Software erkennt die Umgebung und entscheidet, was gefährlich ist. Es ist zu beobachten, dass durch KI nicht nur körperliche Arbeit erleichtert wird. Sondern jetzt auch geistige Arbeit. KI kann kreativ sein. Auf der Internetseite Fussifreunde.de werden Vorberichte für Fußballspiele von einer Software geschrieben. Dahinter stecken Algorithmen: Sie kombinieren Ergebnisse und Redewendungen zu einem Text - in Sekundenschnelle. So ein Roboterjournalist kann viele parallele Medienstränge in Echtzeit analysieren. Aber einen guten Leitartikel, den kann ich mir mit der heutigen Technik noch nicht vorstellen. Noch nicht - aber die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Entscheidend sei dabei, so die Forscher: Software, die Denken nachahmt, braucht auch ethische Grundsätze. Darüber müssen wir reden. Ranga Yogeshwar, ARD-Wissenschafts-Journalist: Wenn die Möglichkeiten grenzenlos scheinen, was kommt auf uns zu? Das wissen wir alle nicht. Wir stehen am Anfang einer Entwicklung. Die kann sehr weit gehen. Am Ende stellt sich irgendwann die Frage: Wer programmiert wen? Das sieht man nicht nur bei technischen Apparaten. Künstliche Intelligenz sagt unser Verhalten vorher und kann möglicherweise künftig sogar unser Verhalten bestimmen. Wie schnell wird das kommen? Es geht rasend schnell. Man sieht das bei autonomen Fahrzeugen. Das ist nur ein Bruchteil der Entwicklung. Auf der anderen Seite sind die Fortschritte der Software-Schmieden. Es ist Software da, die selbstständig lernt. Zum Beispiel bei Google. Da gibt es rasante Fortschritte, die uns oft nicht bewusst sind. Nehmen Sie mal ein Handy: Die Spracherkennung ist viel besser geworden. Wenn man einen Text schreibt, ahnt die Software bereits, was man schreiben möchte. Das macht vielen auch Angst. Was ist dran an Horror-Szenarien, dass sich die Künstliche Intelligenz irgendwann gegen uns wendet? Die tiefere Frage ist: Wer ist derjenige, der die KI besitzt? Bei dieser Entwicklung kommt es zu einer Verdichtung von Macht. Das erleben wir heute schon bei Google oder Facebook. Da gibt es keinen Wettbewerber mehr, sondern nur noch einen. Der wohnt meist jenseits des Atlantiks. Diese Konzentration führt dazu, dass die Unternehmen gigantisch reich werden. Und sie bekommen Einfluss in fast alle unsere Lebensbereiche. Das ist zu hinterfragen. Wir brauchen klare Leitlinien, wie weit man da gehen darf. Es ist einerseits faszinierend, aber wenn die Entwicklung so weitergeht, könnte sie beängstigend enden. Intelligente Maschinen nehmen uns zunehmend Arbeit ab oder weg. Werden wir alle arbeitslos? Es geht nicht nur um stumpfsinnige Arbeit wie Fließbandtätigkeiten. Es geht viel weiter: Heute nehmen schon Röntgenärzte bei der Untersuchung von Bildern Algorithmen. Es werden auch Berufe infrage gestellt, die eine Menge Intelligenz besitzen. In Zukunft wird es irgendwann also weniger Arbeit geben. In der Gesellschaft der Zukunft brauchen wir dann eine Art neuen Vertrag. Es kann nicht sein, dass Maschinen übernehmen und eine Minderheit von Menschen reich wird und der Rest schaut zu. Einen neuen Vertrag und eine Diskussion dazu brauchen wir. Danke, Ranga Yogeshwar. $1(2016-10-25-9) Wir kommen noch mal zu Kurznachrichten. Banken dürfen keine pauschalen Gebühren erheben, wenn der Dispokredit überzogen wird, entschied der Bundesgerichtshof. Damit setzten sich Verbraucherschützer durch. Bei der Deutschen Bank waren zum Klagezeitpunkt vierteljährlich 6,90 Euro fällig. Bei der Targobank 2,95 Euro im Monat auch bei kurzfristigen Überziehungen mit Kleinbeträgen. $1(2016-10-25-10) Deutsche Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft. Der ifo-Geschäftsklimaindex kletterte auf den höchsten Wert seit 2,5 Jahren. Mehr von Anja Kohl. Der Optimismus deutscher Unternehmer scheint unerschütterlich. Nichts tat ihm Abbruch: Weder die Unwägbarkeiten um die Zukunft einer deutschen Bank noch der Brexit oder die US-Wahl mit einem möglichen Präsidenten Trump. Deutsche Besonderheiten gaben den Ausschlag: Niedrigzinsen führten zum Bauboom. Die Stimmung im Baugewerbe ist auf Rekordhoch. Der Arbeitsmarkt brummt, die Einkommenslage ist gut. Dem Handel geht es so gut wie nie zuvor. Aus vielen Ländern, u.a. China, kommen wieder mehr Aufträge. Das hebt die Stimmung der Industrie. Der Wirtschaftsaufschwung steht auf starken Fundamenten. Die Unternehmer beurteilen die Lage besser. Für die nächsten Monate sind sie noch optimistischer. Anlass für Anleger, auf einen Jahresendspurt zu spekulieren. 15 % gewann der DAX in vier Monaten. Aufs Jahr gesehen stehen noch keine nennenswerten Kursgewinne. Erst jetzt entscheidet sich, ob es ein gutes Aktienjahr wird $1(2016-10-25-11) Die Börsendaten: Der Deutsche Aktienindex schloss beinahe unverändert bei 10.757 Punkten, der Dow Jones in New York verlor und stand zu letzt bei 18.196 Zählern. $1(2016-10-25-12) Die Tennis-Weltranglisten-Erste Angelique Kerber gewann in Singapur beim Saisonfinale auch ihr zweites Match. Angelique Kerber hat beste Chancen, beim WTA-Finale ins Halbfinale einzuziehen. Gegen Simona Halep zeigte Kerber phasenweise ihr bestes Tennis und hatte nach 1:22 Stunden Matchball. Der Videobeweis musste her: Haleps Ball im Aus, Kerber siegt mit 6:4 und 6:2. Übermorgen kann sie mit einem Sieg gegen die Amerikanerin Keys den Halbfinaleinzug perfekt machen. $1(2016-10-25-13) Refugees welcome. Vor einem Jahr kamen Hunderttausende Flüchtlinge in Deutschland an. Viele entdeckten ihr Herz für Verfolgte. Sie wollten helfen, brachten Essen, Kleidung, auch Plüschtiere für die Kleinen vorbei. Dann kam der Alltag - da wars mancherorts nicht weit her mit der Willkommenskultur. Vorbehalte brachen hervor. Doch die Begegnung mit den realen Menschen kann helfen, die Klischees zurechtzurütteln. Das zeigt auch diese neue Kino-Komödie: Willkommen bei den Hartmanns. Es gibt immer ein paar Schafe unter den Schwarzen ... Als Schwarze unter den Schafen ... Das fängt ja gut an. Eigentlich will Richard Hartmann keinen Flüchtling im Haus. Widerwillig beugt er sich seiner Frau. Diallo zieht ein. Islamisten vertrieben ihn aus Nigeria. Willkommen bei den Hartmanns! Angelika Hartmann kämpft mit dem Rotweinpegel. Sohn Philip kämpft um Deals mit Chinesen. Chirurg Richard kämpft mit dem Alter und Tochter Sophie kämpft mit den Ansprüchen des Vaters. Ich bin keine 15, verdammt! Nicht so schreien mit die Papa! Bisschen Respekt, ist alte Mann. Die Familie findet wieder zu sich selbst, weil der Flüchtling direkt die Wahrheiten anspricht. Gruppenbild mit Flüchtling bei der Premiere. Den Diallo spielt Eric Kabongo - eigentlich ein bestens integrierter belgischer Staatsbürger. Schaffen wir das? Die Gretchenfrage wird nicht am Roten Teppich entschieden, aber beantwortet. Wir werden es schaffen. Es wird schwieriger als gedacht. Ich war skeptisch, es ist nicht mein Lieblingssatz. Its possible. Klischees kleben oft an Komödien, diese spielt mit ihnen. Vieles an Deutschland ist Diallo noch fremd. Die Hartmanns sind fürsorglich, klären ihn auf. In Deutschland ist es okay, schwul zu sein. Okay. Aber ich nicht schwul! Kein Problem. Geht auch. Willkommen bei den Hartmanns trifft nicht immer, aber oft den richtigen Ton. Im Stil von Fack ju Göhte sagt diese Komödie: Fack ju Flüchtlingskrise. Willkommen in Deutschland, Diallo. Ab nächster Woche im Kino. $1(2016-10-25-14) Bleibt noch das Herbstwetter. Wir wird es denn morgen? Es wird ziemlich neblig. Mit Glück kriegen wir auch noch etwas Sonne. Heute war auch kaum ein Durchgucken. Diese Faktoren begünstigen Nebel: Wenn wir morgen Früh schon eine Wolkenlücke haben, löst sich der Nebel früher auf. Auch wenn Bewegung in den Wind kommt, wird es schön. Am Donnerstag gibt es auf alle Fälle Sonne pur in den Hochlagen. In der Nacht breitet sich der Nebel erst mal aus. Wo es heute schon neblig war, verdichtet er sich. Am Vormittag gibt es erst mal Nebel. Es gibt aber auch erste Wolkenlücken. Nachmittags gibt es Chancen auf längere sonnige Abschnitte. Wo und wann genau, kann leider niemand sagen. Auch die nächsten Tage sehen kaum anders aus. Es gibt Nebel und Hochnebel, Freitag auch Sprühregen. $1(2016-10-26-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. $1(2016-10-26-2) Millionen Menschen in Deutschland sind von Altersarmut bedroht, so das Ergebnis der Bundesregierung in ihrem Alterssicherungsbericht. Ohne Eigenvorsorge müssten sich viele wegen des sinkenden Rentenniveaus auf einen Ruhestand ohne ausreichende Absicherung einstellen. Ein erhebliches Risiko bestehe für Geringverdiener. Der Bericht wird alle vier Jahre erstellt. Wer wenig verdient, muss im Alter kleine Brötchen backen - finanziell gesehen. Das wissen die meisten Arbeitnehmer. Der neue Alterssicherungsbericht formuliert es deutlicher: Ohne mehr private Vorsorge landen viele Geringverdiener in Altersarmut. Diesen Handlungsbedarf sehe ich seit Längerem. Ich werde im Herbst ein Rentenkonzept vorlegen. Das greift diese Fragen auf: Die Stabilisierung der gesetzlichen Rente. Wir brauchen eine Perspektive über 2030 hinaus. Die Opposition hält Nahles vor, zu wenig getan zu haben. Den Hinweis, Geringverdiener sollten privat vorsorgen, nennt die Linke zynisch und schlägt vor: Gegen Altersarmut würde eine solidarische Mindestrente von 1050 Euro helfen. Das geht. In Österreich funktioniert das. Der Bericht zeigt, wie ungleich die Rente verteilt ist: Männer erhalten im Schnitt pro Monat 600 Euro mehr als Frauen. Die Rentner-Lobby fordert Frauen auf, sich frühzeitig mit dem Problem auseinanderzusetzen. Die Rente ist ein Spiegel Ihrer Erwerbsbiografie. Der schmeichelt nicht. Gerade Frauen müssen sich klarmachen: Längere Unterbrechungen sind für die Rente schädlich. Um Altersarmut zu verhindern, will Ministerin Nahles das Absenken des Rentenniveaus stoppen. Dazu müsste der Rentenbeitrag steigen oder der Finanzminister Steuergeld zuschießen. $1(2016-10-26-3) Der gesetzliche Mindestlohn wird zwei Jahre nach seiner Einführung erstmals angehoben. Er steigt ab 2017 von 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde. Wer Vollzeit arbeitet, erhält damit gut 54 Euro brutto mehr im Monat. Die Mindestlohn-Kommission aus Vertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften hatte die Erhöhung empfohlen. Das Kabinett verabschiedete die Verordnung. $1(2016-10-26-4) Die Verhandlungen in Belgien über das Freihandelsabkommen CETA sind in einer entscheidenden Phase. Die Regierung in Brüssel und Vertreter der Wallonie haben einige Kompromisse erzielt. Ein endgültiges Ergebnis gibt es noch nicht. Damit steht die für morgen geplante Unterzeichnung des Abkommens zwischen der EU und Kanada weiter infrage. Das wallonische Regionalparlament hatte sich gegen CETA ausgesprochen und so ein Ja Belgiens verhindert. Nur wenn alle EU-Mitglieder zustimmen, kann CETA unterschrieben werden. Zum Stand der Gespräche Markus Preiß aus Brüssel: Die Verhandlungen sind unterbrochen. Juristen prüfen die Einigung, die offenbar gefunden wurde. Belgien lehnt private Schiedsgericht ab. Streitigkeiten sollen vor nationalen Gerichten geklärt werden. Belgien möchte einen Handelsgerichtshof. Belgien möchte die Landwirtschaft schützen. Es möchte Nachteile für belgische Landwirte prüfen. Belgien behält sich das Recht vor, neu zu verhandeln, wenn dies der Fall ist. Das macht die Zustimmung für andere Staaten schwierig. Um 21 Uhr trifft man sich wieder $1(2016-10-26-5) Innenminister de Maiziere will mehr Videoüberwachung und dazu das Datenschutzgesetz ändern. Privaten Betreibern soll es erleichtert werden, Kameras zu installieren. Es geht v.a. um Plätze und Einrichtungen, die von vielen genutzt werden wie Einkaufszentren oder Sportarenen. Das Innenministerium begründete das Vorhaben mit erhöhter Terrorgefahr. Mehr Videoüberwachung für mehr Sicherheit: Das Innenministerium will öffentliche Überwachung erleichtern und ausweiten. Auch als Lehre aus dem Terroranschlag von Ansbach und dem Amoklauf in München. Der angekündigte Gesetzentwurf ist in der Ressortabstimmung. Er wird von Sicherheitspolitikern aus Union und SPD unterstützt. An Orten, wo sich viele Menschen versammeln: In Einkaufszentren, bei Sportereignissen oder Musikereignissen. Dort kann Videotechnik zum Einsatz kommen zur Verhinderung terroristischer Anschläge. Betreiber von Einkaufszentren, Großparkplätzen oder Veranstaltungssälen: Sie müssen Videoüberwachung beim Landesdatenschutz-Beauftragten genehmigen lassen. Diese sollen bei der Prüfung die Sicherheit stärker gewichten als Datenschutz und weniger Anträge ablehnen können. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte warnt: Es würde zu erheblichen Eingriffen in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Wenn Gesichter durch Datenbanken laufen und Personen erkannt werden würden. Elektronischen Gesichtserkennungs-Systeme sind erst in der Erprobungsphase. Aber Datenschützer fürchten, dass das Gesetz ihren Einsatz vorbereitet und erleichtert. $1(2016-10-26-6) Was ist den Bürgern wichtig? Dazu startete die Regierung 2015 eine groß angelegten Umfrage. Von April bis Oktober wurde in 200 Bürgerdialogen diskutiert, was Lebensqualität bedeutet. Heute verabschiedete das Kabinett den Bericht dazu. Er geht auf eine Vereinbarung im Koalitionsvertrag zurück, Politik stärker an Werten und Zielen der Bürger auszurichten. Rostock im Sommer 2016: Die Kanzlerin trifft auf das palästinensische Mädchen Reem. Es ist wohl das bekannteste Bild des Dialogs. Migration nur eins von vielen Themen. Merkel und ihre Minister nahmen an 50 Gesprächsrunden teil. Sie wollten herausfinden, wie Bürger Lebensqualität definieren. Von Gesundheitsfragen und Fragen, wie man im ländlichen Raum gut leben kann. Bis zu Fragen der Breitbandausstattung oder Einkommensgerechtigkeit. Diese Fragen halten Bürger für wichtig für ihre Lebensqualität. Eine weitere Erkenntnis: Die Menschen sorgen sich um den sozialen Zusammenhalt. Ein Beispiel: der Hass im Netz. Es gibt immer mehr fremdenfeindliche Postings. Die Veranstaltungen fanden von April bis Oktober 2015 statt. Der Bericht ist eine Momentaufnahme. Danach kochten neue Themen hoch. Fragen der inneren Sicherheit und der Terrorbekämpfung. Die sind in den letzten Monaten in den Vordergrund gerückt. Man kann davon ausgehen: Zu einem anderen Zeitpunkt wären andere Themen stärker nach vorne gerückt. Es liegt an den Ministerien, Wünsche und Sorgen der Bürger zu berücksichtigen. Die Frage: Was wird daraus? Die Antwort: Schweigen. $1(2016-10-26-7) Passagiere der Lufthansa-Töchter Eurowings und Germanwings müssen sich morgen auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen rief die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo zu einem 24-stündigen Streik auf. Betroffen sind die Flughäfen Stuttgart, Düsseldorf, Köln, Dortmund, Hannover, Hamburg und Berlin. Eurowings will am Abend einen Sonderflugplan im Internet veröffentlichen. Ufo fordert bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld für das Kabinenpersonal. $1(2016-10-26-8) Die 28 NATO-Verteidigungsminister haben sich in Brüssel getroffen, um ihren Kurs in der Sicherheitspolitik abzustecken. Bei den zweitägigen Gesprächen geht es u.a. um den Krieg in Syrien, den Kampf gegen den IS und den Umgang mit Russland. Als Reaktion auf die Krim-Annexion sollen vier Bataillone mit bis zu 4000 Soldaten in Polen und dem Baltikum stationiert werden. Danke Deutschland. Der NATO-Generalsekretär ist zufrieden, dass die Bundeswehr den litauischen Militärverband anführen wird: Von 1000 Soldaten, die dort zusätzlich stationiert werden, sollen bis zu 600 aus Deutschland kommen. Diese Stärke ist angemessen für ein defensives aber klares Zeichen: Ein Angriff auf ein Land ist ein Angriff auf alle 28. Die Truppenstationierung sei eine Reaktion auf Moskaus militärische Bedrohung, sagen Generäle. Die letzten Entwicklungen nahe der NATO-Ostgrenze beunruhigen Generalsekretär Stoltenberg. Russland erhöht die Zahl nicht angemeldeter Militärmanöver. Zudem brachte Moskau im Oktober atomwaffenfähige Kurzstreckenraketen nach Kaliningrad. Nach Litauen soll zudem schweres militärisches Gerät verlegt werden wie Schützenpanzer und Panzerabwehrraketen. Mit der Stationierung von 4000 zusätzlichen NATO-Soldaten trägt das Bündnis dem Schutz der Mitglieder Rechnung. Dadurch könnte sich der Konflikt mit Russland verschärfen. Moskau sieht diese Stationierung als Provokation. Die Fronten sind verhärtet. $1(2016-10-26-9) In Mittel-Italien hat es ein starkes Erdbeben gegeben. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 5,4 und waren in Rom zu spüren. Das Zentrum des Bebens lag in der Nähe von Perugia. Angaben über Schäden oder Opfer liegen nicht vor. Italienischen Medien zufolge soll die Stromversorgung teilweise zusammengebrochen sein. $1(2016-10-26-10) Wie entwickelt sich die Arbeitswelt in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung? Was bedeutet das für Menschen und Gesellschaft? Dem geht die ARD-Themenwoche Zukunft der Arbeit nach, in Spielfilmen, Dokumentationen, Radio und Ratgeber-Sendungen. Und mit Dossiers im Internet. Start ist am Sonntag. Der Blick in die Zukunft ist technisch. Virtuelle Realität am Arbeitsplatz - eines der Themen des Digitalcamps zum Auftakt der ARD-Themenwoche. 200 junge Leute diskutieren die Zukunft der Arbeit, was das für sie bedeutet. Mehr Freiheit und Unabhängigkeit. Alles wird schneller. Unsicherheit und flexible Arbeitsmodelle. Alle diese Aspekte greift die ARD-Themenwoche auf. Dokumentationen über die Veränderung von klassischen Berufsbildern, über die Gerechtigkeit von Bezahlung. Der Film ""Tod eines Managers"" über den psychischen Druck am Arbeitsplatz und der Tatort ""Echolot"". In dem spielt künstliche Intelligenz eine Rolle. Die Zukunft der Arbeit - für die ARD ein vielseitiges Thema. Unsere Arbeitswelt verändert sich. Das hat Risiken: Dass wir überflüssig sind. Aber es hat die Chance, dass wir bessere Arbeitsbedingungen haben. Wie sollen wir umgehen mit der technischen Entwicklung? Konkurrent oder Kollege? Beim Digitalcamp hat die Arbeitsministerin Gelegenheit, ihre Vorstellungen zu äußern. Wir brauchen eine Weiterbildungs-Offensive. Wir brauchen ein Recht auf Weiterbildung - in der Praxis. Die Erkenntnisse des Digitalcamps werden ins Programm einfließen, in TV-Talkshows und im Radio, ab Sonntag in der ARD-Themenwoche. $1(2016-10-26-11) Die Lottozahlen: 11 15 18 43 44 45 Superzahl 6 $1(2016-10-26-12) Morgen meist hoher Luftdruck. Oft zähe Nebelfelder. Im Norden viele Wolken und etwas Regen. Weiter südlich nachts oft neblig trüb. Morgen im Norden wolkenverhangen und etwas Regen. Sonst vielerorts Nebel oder Hochnebel, später regional Sonne, v.a. im Südwesten und an den Alpen. Am Freitag Sonne v.a. über Hochlagen des Südens, sonst vielerorts bedeckt, in der Nordosthälfte etwas Regen. Am Wochenende oft trüb. Im Nordosten und in der Südwesthälfte abseits zäher Nebelfelder auch Sonne. $1(2016-10-26-13) Verhandeln bis zur letzten Minute. Den neuesten Stand der CETA-Gespräche erfahren Sie von Ingo Zamperoni in den tagesthemen. Gegen 21:35 Uhr in der Halbzeit des Pokalspiels Bayern gegen Augsburg. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Copyright Untertitel: NDR 2016 $1(2016-10-26-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (26.10.2016) Heute im Studio: Ingo Zamperoni Guten Abend, ich begrüße Sie zu diesen kurzen tagesthemen. " $1(2016-10-26-2) Was für ein Schachern und Pokern in Brüssel. Dort fühlen sich Kritiker des europäisch-kanadischen Freihandelsabkommens CETA im Aufwind. Seit sich die belgischen Region Wallonie und Brüssel kurz vor der Unterzeichnung quergestellt haben, verhandeln Vertreter der EU und Belgiens mit rauchenden Köpfen. Vor dem EU-Kanada-Gipfel morgen wollen sie von CETA retten, was noch zu retten ist. Sie scheinen den Widerständigen entgegenzukommen. Markus Preiß in Brüssel, da bleibt kaum Zeit. Soll das noch was werden bis morgen? Kanada hat sich vor zehn Minuten geäußert. Die Handelsministerin sagte: Wenn es etwas zu unterschreiben gibt, sind wir da. Hinter uns sitzen die Vertreter der belgischen Regionen. Es könnte sein, dass es eine Einigung gibt. Was sind die wichtigsten Punkte, die die belgischen CETA-Gegner rausgeholt haben? Belgien legt Wert darauf, dass Landwirte geschützt werden. Und, ob es Nachteile bei einzelnen Produkten gibt. Belgien lehnt Schiedsgerichte ab. Es soll ein Handelsgericht für CETA geben. Das hat die USA in den TTIP-Verhandlungen abgelehnt. $1(2016-10-26-3) Schlecht ausgerüstet, aufgerieben im Anti-Terror-Kampf, die Überstunden häufen sich: Frankreichs Polizisten sind frustriert. Viel gravierender ist, dass viele die Angst gepackt hat, ihren Job auszuüben. Es häufen sich die Fälle, dass Polizisten angepöbelt, bedroht und angegriffen werden. Heute haben sie deshalb wieder mit Schweigemärschen protestiert. ""Angriff auf die Polizei - Bürger in Gefahr."" Mit diesem Schlachtruf gehen die Polizisten auf die Straße. Wir sind nicht genug Leute und haben keine Mittel. Unsere Kollegen riskieren täglich ihr Leben. Wir haben die Nase gestrichen voll. Vor knapp drei Wochen begannen die Proteste. Jugendliche setzten Polizeiautos in Brand und verletzten Polizisten schwer. Seitdem gehen sie auf die Straße, meist nachts und vermummt. Sie fühlen sich alleingelassen vom Staat: Mehr Aufgaben, härtere Arbeitsbedingungen, mehr Gewalt gegen Polizisten. Seit Beginn der Terroranschläge haben sie laut Gewerkschaften 18 Mio. Überstunden angehäuft. Frankreich ist weiter im Ausnahmezustand, die Terrorwarnstufe unvermindert hoch. Unsere Wut staut sich seit Jahren an. Wir wollen Schutz und Anerkennung. Wir brauchen bessere Ausrüstung und mehr Personal. Sie sollen bewachen und schützen. Doch sie sagen: Wir können nicht mehr. $1(2016-10-26-4) In Deutschland sind Millionen Menschen im Altersarmut bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesregierung in ihrem neuen Alterssicherungsbericht. Die Nachrichten mit Jan Hofer. Ohne Eigenvorsorge müssten sich viele wegen des sinkenden Rentenniveaus auf einen Ruhestand ohne ausreichende finanzielle Absicherung einstellen. Ein erhebliches Risiko bestehe v.a. für Geringverdiener. Der Alterssicherungsbericht wird alle vier Jahre vom Arbeitsministerium erstellt. $1(2016-10-26-5) Passagiere der Lufthansa-Töchter Eurowings und Germanwings müssen sich morgen auf Flugausfälle einstellen. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen rief die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo zum 24-stündigen Streik auf. $1(2016-10-26-6) Mittel-Italien ist erneut von schweren Erdbeben erschüttert worden. Die erste Erdstoß mit der Stärke 5,4 war noch in Rom zu spüren. Ein zweiter soll eine Stärke von mehr als 6 erreicht haben. Das Zentrum des Bebens lag bei Perugia. Angaben über Opfer liegen bislang nicht vor. $1(2016-10-26-7) Französischen Behörden haben das Flüchtlingslager bei Calais für geräumt erklärt. Laut ihren Angaben zündeten Migranten zuvor leer stehende Hütten an. Tausende hatten in dem Lager vergebens gehofft, über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen. $1(2016-10-26-8) Was hinter den Mauern dieses Hauses passiert sein soll, übertrifft die schlimmsten Alpträume – und war für die Opfer real. Ein Paar soll Frauen per Kontaktanzeige dorthin gelockt, wie Sklaven gehalten, misshandelt und einige zu Tode gequält haben. Seit heute stehen die beiden mutmaßlichen Täter vor Gericht. Während die Angeklagte im Paderborner Landgericht ihr Gesicht verdeckt, zeigt sich ihr Ex-Mann offen den Kameras. Mord durch Unterlassen wirft die Staatsanwaltschaft dem Paar aus Höxter vor. Mit solchen Anzeigen suchte das Paar seine Opfer. In ihrem Haus hätten sie die Frauen misshandelt, um ihren Willen zu brechen. Mit Tritten, Schlägen, Verbrühungen und Gift hätten sie die Frauen traktiert. Einige waren nächtelang angekettet. Zwei Frauen starben an Schwäche, zwei konnten entkommen. Unklar ist, warum die Täter durch Zufall entdeckt wurden, obwohl das Paar mit seinen z.T. kahlrasierten Opfern spazieren ging. Das Gericht muss klären, ob einer der Angeklagten der Haupttäter ist. Der Angeklagte beschuldigt seine Ex-Frau. Sie sagt, dass beide verantwortlich seinen. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich mit anschließender Sicherungsverwahrung. $1(2016-10-26-9) Das Wetter wird morgen meist neblig und trüb, vereinzelt Nieselregen. Im Westen ab und zu Sonne. $1(2016-10-26-10) Hier geht es weiter mit Bayern gegen Augsburg. Das waren die tagesthemen. Ich habe das Meinige getan, tun Sie das Ihre. Copyright Untertitel: NDR 2016 $1(2016-10-27-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. Heute im Studio: Judith Rakers Guten Abend, ich begrüße Sie zur tagesschau. $1(2016-10-27-2) Der Abschluss des CETA-Abkommens zwischen der EU und Kanada ist nun in greifbarer Nähe. Auch Belgien will dem Freihandelsabkommen nun zustimmen. Die Regierung einigte sich mit den Regionalregierungen. Die anderen EU-Staaten müssen die belgischen Sonderwünsche akzeptieren, bevor das Abkommen unterzeichnet werden kann. Ursprünglich sollte der Vertrag heute besiegelt werden, die Zeremonie war abgesagt worden. Er ist Held der CETA-Gegner: Paul Magnette, Ministerpräsident der Wallonie. Tagelang hatte er um den Freihandelsvertrag gestritten. Doch heute morgen kam er entspannt zu den Verhandlungen. Kurz später stimmt Magnette CETA zu – und damit Belgien. Viel sei erreicht worden. Welche Welt wollen wir? Eine mit oder ohne Regeln? Wir wollen den Markt regeln, unsere Bürger schützen. Dafür haben wir gekämpft und man hat auf uns gehört. In seiner Zusatzerklärung zu CETA besteht Belgien darauf: Es darf keine privaten Schiedsgerichte geben, keine Gen-Lebensmittel und keine Nachtteile für Belgiens Bauern. Schon nachmittags gaben die anderen EU-Staaten grünes Licht für diese Forderungen. Belgiens Premier Michel war zufrieden, dass sein Land wieder mitredet. Wir haben verabredet, dass die belgischen Parlamente noch mal ihre Position ausdrücken: bis Freitag, 12 Uhr abends. Belgien sagt ja – auch Magnette: Vor der EU-Kommission demonstrierten CETA-Kritiker: Der Vertrag nutze nur Konzernen, Jobs seien gefährdet. Die EU in schlechtem Licht: Nicht nur am Gebäude hinterließ der Streit Spuren. Es gibt in der Bevölkerung ernst zu nehmende Sorgen, was die Handelsverträge anbelangt. Darauf gehen wir ein. Dies führt zu verzwickten Situationen wie zuletzt. Viele CETA-Kritiker hatten gehofft, dass die Wallonie den Vertrag zu Fall bringt. Dass sie es nicht tat, begründeten Verhandlungsteilnehmer damit, dass man mit CETA hohe Standards setze. Kein künftiges Abkommen könne dahinter mehr zurück - auch keines mit den USA. $1(2016-10-27-3) Wirtschaftsminister Gabriel reagierte erleichtert auf das Ende des CETA-Streits in Belgien. Er freue sich darüber, dass der Weg für Europa und Kanada freigemacht worden sei. Nach den Verhandlungen wird in Berlin nun über Konsequenzen diskutiert. Es war Frühsommer. Kanzlerin Merkel und Kanadas Premier Trudeau gaben sich ein Küsschen. Ahnten sie, wie schwer es um CETA wird? Im Wirtschaftsflügel der CDU schiebt man die Schuld auf die eigene Koalition. Man hätte den unseligen Geist nationaler Entscheidung aus der Flasche gelassen: Es ist ein Drama. Es kann nicht sein, nachdem Europa verhandelt hat, dass alle nationalen Parlamente noch einmal korrigieren. Entweder Europa oder nationale Parlamente. Die SPD steht hinter der Entscheidung Gabriels, CETA nicht Brüssel zu überlassen. Man habe unterschätzt: Dass die Menschen sich dafür interessieren, wie Freihandel gestaltet wird. Es geht nicht nur darum, Märkte zu öffnen, sondern faire Regeln zu haben. Für Umweltstandards, auch für demokratische Rechte. Man wird nie wieder versuchen, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Die Linke wertet den Krach als Erfolg. Die Opposition habe sich Gehör verschafft: Dieser Prozess ist ein Sieg der Demokratie, das hat Belgien gezeigt. Das Bewusstsein ist bei vielen Menschen geschärft, was dort passiert ist. Das sehen die Grünen genauso. CETA sollte nicht gerettet werden. Auch das Gezerre das jetzt stattgefunden hat, macht das Abkommen nicht besser. Es ist ein Abkommen, das wir ablehnen, weil es in die Kommunen rein regiert und den Rechtsstaat schwächt. Die Diskussion, was Europa und was Mitgliedsstaaten entscheiden sollen, geht auch in Berlin weiter. $1(2016-10-27-4) Im Mordfall Peggy gibt es evtl. doch keine Verbindung zur NSU-Terrorzelle. Die DNA-Spur könnte auf eine Ermittlungspanne zurückgehen. Es geht um Gen-Material des mutmaßlichen Terroristen Böhnhardt, das am Fundort von Peggys Leiche nachgewiesen wurde. Die Ermittler räumten ein, dass bei der Spurensicherung verunreinigte Instrumente benutzt worden sein könnten. Peggy war 2001 verschwunden. Erst in diesem Jahr wurden ihre sterblichen Überreste gefunden. Den ganzen Sommer über durchsuchten Polizisten immer wieder das Waldstück bei Rodacherbrunn. Dort wurde die Leiche von Peggy (9) gefunden. Vor zwei Wochen meldeten Ermittler den Fund einer DNA-Spur des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt bei der Leiche. Die Spur wurde aber eventuell durch die Ermittler dorthin gebracht. Es haben sich Anhaltspunkte ergeben. Eine Tatortgruppe der Polizei war mit beiden Fällen befasst. Sie haben teils dasselbe Spurensicherungsgerät verwendet. Die Tatortgruppe in Thüringen benutzte vermutlich dieselben Geräte. Darunter einen Zollstock wie schon 2011. Damals untersuchte dieselbe Gruppe in Eisenach das ausgebrannte Wohnmobil der NSU-Terroristen. Verschiedene Medien hatten heute schon über die mögliche Verunreinigung berichtet. Es ist wichtig, dass solche Geräte penibel behandelt werden. So eine Übertragung von fremder DNA an einen anderen Tatort ist der Albtraum. Ich rätsele selber, wie das sein kann. Auch, weil zwischen den beiden Fällen fünf Jahre liegen. Die Ermittler sind noch nicht ganz sicher, sie fürchten aber, dass das passiert ist. Die mögliche Verunreinigung soll nun geklärt werden. Wird sie geklärt, ist eine Verbindung zwischen dem NSU und dem Mordfall Peggy unwahrscheinlich. $1(2016-10-27-5) Die rechtsextreme NPD scheiterte vor dem EuGH mit einer Beschwerde gegen den deutschen Staat. Die Partei argumentierte: Sie werde in Deutschland als verfassungswidrig stigmatisiert und in ihren Rechten beschnitten. Die Richter wiesen die Beschwerde zurück: Der NPD stünden ausreichend Rechtsmittel zur Verfügung. Gegen die Parteiläuft ein Verbotsverfahren vor dem BVerfG. $1(2016-10-27-6) Ein Streik des Kabinenpersonals legte heute den Flugbetrieb der Lufthansa-Töchter Eurowings und Germanwings lahm. Hunderte Verbindungen wurden gestrichen, betroffen waren etwa 44.000 Passagiere. Bei beiden Airlines sind die Tarifverhandlungen festgefahren. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO fordert mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Düsseldorf, Hamburg, Köln - überall das gleiche Bild. Schlangen an den Schaltern von Eurowings und Germanwings. Obwohl der Streik angekündigt war, kamen viele an die Flughäfen, um Flüge umzubuchen. Von 550 geplanten Flügen wurden etwa 400 ersatzlos gestrichen. Der Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft UFO und Eurowings und Germanwings schwelt seit Jahren: Wir haben eine Schlichtung aller offenen Vertragsthemen angeboten. Wir können Teilzeitprobleme jederzeit lösen. Alles ist kein Grund für Streik, daher der Appell: Zurück an den Verhandlungstisch. Danach sieht es nicht aus. Bei einer Kundgebung vor der Eurowings-Firmenzentrale klagten die Streikenden: Über schlechte Bezahlung, fehlende Altersvorsorge und Einschüchterungsversuche. Mitarbeiter werden angerufen und bedroht, zur Arbeit zu kommen. Wenn man so weitermacht, müssen sich unsere Gäste auf mehr Streiks einstellen. Für kommende Woche sind zwei weitere Streiktage angekündigt. Morgen soll der Flugbetrieb normal laufen." $1(2016-10-27-7) Das Kinderhilfswerk UNICEF verurteilt die Bombardierung einer Schule in der syrischen Provinz Idlib. Wurde sie absichtlich angegriffen, wäre dies ein Kriegsverbrechen, so UNICEF-Generaldirektor Lake. Bei Luftangriffen auf das Dorf Haas starben gestern 28 Menschen, darunter 22 Kinder, die vor einem Schulgebäude versammelt waren. Unklar ist, wer für den Angriff verantwortlich ist. Russland wies jede Beteiligung zurück. Die Provinz Idlib wird von teils radikalislamischen Rebellen kontrolliert. $1(2016-10-27-8) Zwei Jesidinnen aus dem Irak erhalten den Sacharow-Preis des EU-Parlaments. Nadia Murad und Lamija Adschi Baschar waren von der Terrormiliz IS verschleppt und versklavt worden. Auf ihrer Flucht wurde Baschar durch eine Mine schwer verletzt. Seither machen die beiden Frauen auf die Verfolgung ihrer Glaubensgemeinschaft durch den IS aufmerksam. $1(2016-10-27-9) Die Erdbeben, die gestern Italien erschütterten, zerstörten viele Gebäude. Tausende Menschen sind obdachlos. Anders als im August, als fast 300 Menschen starben, konnten sich Einwohner diesmal in Sicherheit bringen. Erneut waren Kleinstädte 230 km nordöstlich von Rom betroffen, v.a. in Macerata. Die Schäden in der Provinz Macerata, wo das Epizentrum des Erdbebens war, sind erheblich. Am Nachmittag besuchte Premier Renzi die Region. Er versprach umgehend 40 Mio. Euro an Nothilfe für den Zivilschutz und erklärte: Italien sei niedergeschlagen, aber werde nicht aufgeben. Gestern Abend verursachten zwei Beben in vielen Dörfern schwere Schäden. Viele Häuser und Kirchen stürzten ein. Doch die Region hatte Glück: Bislang gibt es offiziell nur einen Toten und einen Verletzten. Die Einwohner der Region übernachteten in Notunterkünften. Viele sind nun obdachlos. Hilfsorganisationen helfen vor Ort mit dem Notwendigsten. Wenn es zu keinem neuen Beben kommt, könnte die Region mit dem Schrecken davongekommen sein. $1(2016-10-27-10) Der Schauspieler Manfred Krug ist tot. Er starb - wie heute bekannt wurde - bereits letzten Freitag mit 79 Jahren. Krug war einer der beliebtesten Schauspieler der DDR. 1977 ging er in den Westen, aus Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Mit TV-Serien wie Auf Achse sowie als Tatort-Kommissar Stoever wurde er auch dort Publikumsliebling. Liebling Kreuzberg - das war Manfred Krug. Der eigenwillige Rechtsanwalt - eine seiner großen Fernsehrollen. Oder Paul Stoever, der Kommissar aus dem NDR Tatort. Etwas schräg, ein bisschen raubeinig, aber menschlich. Aufwachen. Nur fünf Minuten. Seine Karriere begann in der DDR. Von der Schauspielschule flog er vor dem Abschluss wieder runter, wegen disziplinarischer Probleme, so der offizielle Grund. Rollen bekam er trotzdem, auch die in ""Spur der Steine"". Nach drei Tagen wurde der Film aus den Kinos genommen und in der DDR verboten. Der Brigadier ist zu aufmüpfig, weil er sagt, was er denkt, so wie Krug selbst. Ich bin der Liebe. 1976 unterschreibt Krug die Protesterklärung gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Krug bekommt Teilberufsverbot und zieht die Konsequenzen: Er geht mit Frau und Kindern in den Westen. Mit der DDR hab ich mein Publikum verlassen. Das kriegt man nicht alle Tage geschenkt. Doch Krug schaffte es. Er startete eine neue westdeutsche Karriere. Er behauptete, er könne nur sich selbst spielen. Damit hat er es weit gebracht, bis in die Herzen der Zuschauer in ganz Deutschland. Zum Tod von Manfred Krug zeigt das Erste heute einen Nachruf um 22.45 Uhr. Eine Bilderstrecke gibt es auf tagesschau.de. $1(2016-10-27-11) Angelique Kerber hat beim WTA-Finale der besten acht Tennisspielerinnen erstmals in ihrer Karriere das Halbfinale erreicht. Die Weltranglistenerste ist damit nur knapp vom dritten großen Titel in diesem Jahr entfernt. Angelique Kerber bleibt beim WTA-Finale in Singapur weiter die dominierende Spielerin. Sie zieht ohne Matchverlust ins Halbfinale ein. Ich freue mich auf mein Match am Samstag. Es ist einfach eine gute Leistung, was ich bisher hier gezeigt hab. Kerber, die schon vor ihrem letzten Gruppenspiel fürs Halbfinale qualifiziert war, zeigte heute ihr gewohnt aggressives Tennis. Sie ließ der US-Amerikanerin Keys praktisch keine Chance. Bereits nach einer Stunde und einer Minute hatte Kerber Matchball. Am Ende war's ein souveräner 6:3 und 6:3 Erfolg. Im Halbfinale trifft Kerber am Samstag entweder auf die Tschechin Pliskova oder die Polin Radwanska. $1(2016-10-27-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (27.10.2016) Heute im Studio: Ingo Zamperoni Guten Abend, ich begrüße Sie zu den tagesthemen. $1(2016-10-27-2) Und er bewegte sich ... nicht. Justin Trudeaux blieb zu Hause. Denn nur um in Brüssel beim Kaffee zusammenzusitzen, dafür war dem kanadischen Premierminister die Zeit zu schade. So verflogen die Hoffnungen, den EU-Kanada-Gipfel noch stattfinden zu lassen, um das CETA-Abkommen zu unterzeichnen. Abgeblasen ist das Projekt aber noch nicht. Belgiens Regionen Wallonie und Brüssel sind offenbar zufrieden mit den Nachbesserungen - sie gaben grünes Licht. Auch die Kanadier akzeptieren die Änderungen. Doch was heißt das? Mit Ruhm bekleckert hat sich die EU nicht. Darüber spreche ich gleich mit Kommissionschef Juncker. Die Journalisten melden die Einigung. Wenn auch zu spät, kann Belgien CETA zustimmen. Wenn auch die anderen Mitgliedsstaaten akzeptieren, wäre der Handelsvertrag unterschriftsreif. Der wallonischen Ministerpräsident hat sich in vielen Punkten durchgesetzt. Welche Welt wollen wir? Wir wollen die Marktregeln, wir wollen Bürger schützen. Das hat sich gelohnt. Magnette wurde zur Galionsfigur der Freihandelskritiker. Das geschah durch einen Kompetenzstreit, obwohl CETA lange nicht beachtet wurde. Das kann nur verstanden werden in Zusammenhang mit der populistischen TTIP-Kampagne. Vorher gab es keine Kritik an dem Abkommen. CETA wurde erst ein Thema, als die Anti-TTIP-Debatte losging. CETA und TTIP, die beiden Abkommen, standen zusammen in der Kritik. Dann mischte sich die nationale Politik ein. Handelspolitik war stets EU-Angelegenheit. Europa hat 500 Million Einwohner, hat Einfluss, kann Interessen durchsetzen: Verhandelt von der EU-Kommission. Aufgrund einer juristischen Analyse der Sachlage ist die Kommission zu der Auffassung gelangt: Dies wird nicht ein gemischtes Abkommen. Über CETA sollen nur die EU-Institutionen entscheiden. Einige Länder wollten es anders. Ein Grundsatzstreit. CETA ist ein Vertrag, der nicht gut ist. Er greift tief in die Demokratie ein. Ich kann verstehen, dass die Wallonen etwas ändern wollen. Andererseits kann es nicht sein, dass der Rat der EU-Mitgliedsländer auf die Entscheidung einer Region angewiesen ist. Das Ergebnis war in den letzten Tagen zu sehen. Die kleine Wallonie blockiert ein Abkommen. Es kann Jahre dauern, bis CETA in allen Parlamenten abgesegnet wird. Die einen feiern das als Sieg der Demokratie. Die anderen fragen, wer Europa noch ernst nimmt. $1(2016-10-27-3) Guten Abend, Herr Juncker. Guten Abend. Sie wollten CETA heute unterzeichnen. Stattdessen mussten Sie Kanada über Tage hinhalten. Jetzt kommt Regierungschef Trudeau gar nicht. Haben Sie sich nicht blamiert? Wen meinen Sie mit ""Sie""? Die EU insgesamt und die Kommission. Die Kommission ist nicht schuld daran, dass es nicht früher zu einem Ergebnis kam. Die Schwierigkeiten liegen innerhalb Belgiens, die mussten beigelegt werden. Ich bedaure, dass der Gipfel heute nicht stattfand. Das ist ein diplomatisches Unding. Es ist aber nicht die Schuld der Kommission. Aber Europa insgesamt hat sich doch jetzt als Handelspartner blamiert? Ich denke nicht, dass wir hier gehobene Staatskunst gezeigt haben. Es wurde beschlossen, dass alle nationalen und regionalen Parlamente hier mit abstimmen und entscheiden. Daher war es vorauszusehen, dass es zu Verspätungen kommen könnte. Das hatten wir auch Kanada erklärt. Deswegen wollten Sie ja CETA erst ohne Beteiligung der nationalen Parlamente beschließen. Dann haben Sie nachgegeben - sehen Sie das heute als Fehler an? Ich habe diese Woche schon einmal gesagt: Fehler, zu denen ich von anderen gezwungen wurde, werde ich nicht nach-kommentieren. Wir hatten vorgeschlagen, dass dieser Vertrag nur von der EU zu ratifizieren wäre. Vom Ministerrat und vom EU-Parlament. Kurz nach der Brexit-Abstimmung waren viele Kollegen der Auffassung, dass nationale Parlamente mitentscheiden sollen. Das wurde eingeleitet. Sie ahnten, dass es so ausgehen würde. Aber das ist doch das Problem: OHNE mehr Beteiligung der Bürger gibt es mehr Widerstand, MIT mehr Beteiligung gibt es nur kleinste gemeinsame Nenner. Wie wollen Sie Europa handlungsfähig machen? Es ging darum, deutlich zu machen, dass die Bürger ein Mitspracherecht erhalten. Dass dies zu Verspätungen führt, war absehbar. Wir werden künftig überlegen müssen, wenn wir solche Verhandlungen führen. Ab Tag eins werden wir trennen: Was fällt in europäische Zuständigkeit und was muss nationalen Parlamenten überlassen sein. Ist das die Lehre, dass man die anderen gleich beteiligt und nicht im letzten Augenblick? Was heißt im letzten Augenblick? Nach sieben Jahren Verhandlungen geschah das auf den letzten Metern. Das ist wohl wahr, aber es liegt daran, dass sich nach dem Brexit-Votum die Ansichten änderten. Der Vertrag liegt eigentlich vor. Bei Handlungsverträgen gibt es eine exklusive EU-Kompetenz. Aber weil man klagt, dass Brüssel zu viele Zuständigkeiten hat, kam es mal auf einen Versuch an: Wie es denn ginge, wenn nicht nur das EU-Parlament zustimmen müsste. Und ist dieser Versuch gelungen? Der Versuch war holprig. 27,5 Mitgliedsstaaten hatten zugestimmt. Nur die Wallonie hat Bedenken angemeldet, die wir sehr ernst genommen haben. Wir haben hier eine Ausnahme gemacht und uns intensiv um die Zustimmung der wallonischen Regierung bemüht. Flüchtlingskrise, Brexit, CETA - die EU steht auf vielen Feldern blamiert da. Haben Sie etwas falsch gemacht, als Europa, als Kommission? Die Antwort darauf fällt länger aus. Wir haben Fehler gemacht, klar. Problem ist, dass Mitgliedsstaaten, die zustimmen, Entscheidungen nicht umsetzen können, das ist das eigentliche Problem. Vielen Dank für das Gespräch. Das Gespräch haben wir aufgezeichnet. $1(2016-10-27-4) Die Kontroverse um CETA kommentiert jetzt Marion von Haaren vom WDR. Es ist ein guter Tag - für Europa und seine Handelspolitik. Denn CETA ist ein besseres Abkommen geworden. Nur das zählt. Erst recht für ein Abkommen, das Jahrzehnte gültig sein soll. Mit CETA gibt es einen Vertrag, der erstmals öffentlich diskutiert wurde. Ein Handelsvertrag, der vieles von seiner Unklarheit erst durch Bürgerprotest verlor. Gabriel und Seehofer entschieden intuitiv richtig, als sie erklärten: CETA ist nicht allein Brüsseler Sache, es gehört auch vor den Bundestag. Das BVerfG drang zudem auf eine Ausstiegsklausel, für den Fall, dass CETA gegen deutsches Recht verstößt. Wer von ""Größenwahn"" der Wallonen spricht oder von EU-Blockade: Der hat die Vertrauenskrise vieler Bürger in die EU-Institutionen nicht verstanden. Wer sich sorgt, die EU sei eine lahme Ente, sollte nachfragen, ob und in wieweit das EU-Parlament bei Handelsabkommen mitsprechen darf. Der sollte sich fragen, warum solche Verhandlungen hinter verschlossenen Türen stattfinden. Der sollte in Protokollen nachlesen, wer mitreden darf und wer nicht. Und auch: Welche Folgen Handelsbeziehungen auf unser Zusammenleben haben. Damit es ein guter Tag für Europa und die Demokratie wird, gehören weitere EU-Verträge auf den Prüfstand. Etwa Verträge mit afrikanischen Staaten. Für die Folgen einer ausbeuterischen Handelspolitik zahlen am Ende auch wir. Marion von Haaren kommentierte." $1(2016-10-27-5) Bei Eurowings und Germanwings brach der Flugbetrieb durch Streik des Kabinenpersonals weitgehend zusammen. Mehr dazu in den Nachrichten. Hunderte Verbindungen wurden gestrichen, betroffen waren 44.000 Passagiere. Bei beiden Lufthansa-Töchtern sind die Tarifverhandlungen festgefahren. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO fordert mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Gibt es keine Einigung, soll kommende Woche zwei Tage gestreikt werden." $1(2016-10-27-6) Die Erdbeben in Mittel-Italien gestern Abend richteten Zerstörungen an und machten Tausende obdachlos. Die Regierung sprach von einem Wunder, dass es keine Toten gebe. Das Epizentrum lag bei Visso in der Region Marken. Bei einem Beben ähnlicher Stärke im August starben fast 300 Menschen. $1(2016-10-27-7) An den Börsen gab es heute wenig Bewegung. Der Dax schloss mit 10.717 Punkten, der Dow Jones Index mit 18.170. $1(2016-10-27-8) Überraschend gut fiel die Quartalsbilanz der Deutschen Bank aus. Die Quartalsbilanz verschafft der Deutschen Bank eine Atempause. Sie beruhigt auch die Nerven der Aktionäre. Statt eines erwarteten Verlustes von 600 Mio. Euro, erzielte die Bank einen Gewinn. Denn die Banker hatten ein gutes Händchen im Handel mit Anleihen. Doch drohende Strafen hängen weiter über der Bank. Mit dem US-Justizministerium verhandelt sie, um die Forderung von 13 Mrd. Euro wegen fauler Geschäfte zu drücken. Eine Einigung zieht sich hin. Es drohen Schadenersatzprozesse von US-Kunden. Zudem drohen Strafen wegen Geldwäschegeschäften in Russland, Strafen wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen. Dies sind nur die größten Brocken von 7000 Rechtsstreitigkeiten. Unklar ist auch das künftige Geschäftsmodell. Kunden zogen zuletzt Milliarden von ihren Konten ab. Dies habe sich normalisiert, so die Bank. Es ist auf jeden Fall ein Weckruf. $1(2016-10-27-9) Es ist die letzte IS-Hochburg im Irak, die Regierungskräfte und kurdische Peschmerga im Visier haben: Mossul. Sie vermelden Etappensiege und treiben den IS offenbar in die Enge. Doch auch viele Einwohner der Stadt und der umliegenden Dörfer sind in Bedrängnis geraten. Sie flüchten vor Bomben, aber auch vor möglichen Vergeltungsaktionen. Tausende sind in Flüchtlingslagern gestrandet. Doch auch dort herrschen Misstrauen und Angst. Für ein Flüchtlingscamp unüblich: Viele bewaffnete Sicherheitskräfte beobachten die Menschen, denn sie haben einen Verdacht. Alle Männer rasierten sich die Salafisten-Bärte ab, als sie in dieses Camp kamen. Es sind irakische Sunniten, die im IS leben wollten oder mussten, und dort gilt Bart-Pflicht. Wer hier den Bart gerne abrasierte oder es nur tat, um sich zu tarnen, das versuchen diese Offiziere herauszufinden. Sie fürchten, dass sich Anhänger des IS unter die Flüchtlinge mischen. Der Verdacht ist begründet, weiß dieser Sunnit aus Baschika. Als der IS in unseren Ort kam, hatten viele Angst, aber wenige waren geflohen. Einige haben die IS-Kämpfer freudig begrüßt. Feindesland unterwandern, indem sich IS-Terroristen als Flüchtlinge tarnen, könnte eine neue Taktik der Dschihadisten sein. Denn der IS steht militärisch unter Druck. Der Sturm Mossuls ist die größte Militär-Operation im Irak seit 2003. Die irakische Regierung will Mossul dem IS entreißen. Fällt die Stadt, ist dies der Anfang vom Ende des Kalifats, das der Extremist Al-Bagdadi 2014 in Mossul ausrief. Es ist die Gründungsstadt des Kalifats, von ideologischem Wert. Werden die IS-Terroristen verjagt, zerbricht in Dschihadisten-Kreisen der Ruf ihrer Unbesiegbarkeit. Der IS verliert an Attraktivität. Sunniten, die nun in die Camps ins Kurdengebiet flüchten, litten unter der IS-Herrschaft. Nicht nur unter drakonischen Strafen. Wir waren hungrig. Die ließen uns nicht zur Schule gehen. Es gibt noch schlimmere Vorwürfe. Der IS soll die Kinder zum Kämpfen gezwungen haben. Der IS hat versucht, die Kinder ideologisch zu beeinflussen. Einige Kinder hat der IS genommen. Ich habe einen Jungen kämpfen gesehen, der war ca. zehn Jahre alt. Auch wenn der IS zurückgedrängt ist, bleiben Misstrauen und Angst vor den Dschihadisten. $1(2016-10-27-10) Welche Kontroversen es bringen kann, eine Moschee zu bauen, das haben rheinaufwärts schon die Nachbarn in Köln erlebt. Dennoch will der Bürgermeister von Monheim den Bau von zwei Moscheen zulassen - und fördern. In Form von Bauland. Die Kontroverse ließ nicht auf sich warten. Doch unkonventionelle Wege sind sie in Monheim gewohnt von ihrem Bürgermeister. Der mischt mit einer neuen Jugendpartei den Stadtrat auf. Daniel Zimmermann ist erst 34, aber schon seit sieben Jahren Bürgermeister. Zimmermann ist Gegenwind gewohnt, aber bleibt zuversichtlich. Das Thema ist heikel. Vier Stunden verteidigt Bürgermeister Zimmermann seinen Plan. Zwei islamische Gemeinden bekommen von der Stadt 850.000 Euro - für bessere Grundstücke. Das sind Hinterhof-Moscheen. Ich möchte zeigen, sie sind gleichberechtigte Teile der Stadtgesellschaft. Dazu gehört ein geeignetes Grundstück. Ein ungewöhnlicher Vorschlag in einer ungewöhnlichen Stadt. Monheim ist seit ein paar Jahren schuldenfrei. Auch ein Verdienst des Bürgermeisters. Er war mit 27 jüngster Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen. Er wurde mit fast 95 % wiedergewählt. Seine Pläne spalten die Monheimer. Ich finde das richtig gut. Unsere ausländischen Mitbürger, die ja auch schon Monheimer sind, sollte man einbeziehen. Ich würde sagen: nein. Wofür was verschenken? Im Stadtrat steht Zimmermanns Partei hinter dem Plan für die Moscheen. SPD, Grüne, FDP und CDU - alle sind dagegen. Wir haben bei einer Gemeinde das Problem, dass wir mit der DITIB-Deutschland einen Vertrag abschließen wollen. Da sind wir grundsätzlich gegen. Andere fahren ihre Konzepte mit der DITIB zurück. Denn DITIB-Deutschland wird von türkischen Behörden kontrolliert. Der Monheimer Verein gehört zur DITIB, abhängig sei er aber nicht. Von DITIB bekommen wir nur den Imam bezahlt. Sonst sind wir von DITIB unabhängig. Gegenwind kommt auch von woanders: Im Netz wird zum Protest aufgerufen, an die private Mail-Adresse des Bürgermeisters. Bei einer Versammlung konfrontieren die Menschen ihn mit Fragen, stimmen aber mehrheitlich für seinen Plan. Wer ist der Meinung, diese beiden Gemeinden sollen hier ihren Platz finden? Den Plan hat nun der Stadtrat beschlossen. Man kann nicht Rücksicht darauf nehmen, dass Teile der Gesellschaft eine islamfeindliche Einstellung haben. Zum Glück sind diese Leute nicht in der Mehrheit. Eine Sicherheit hat die Stadt aber in den Vertrag geschrieben: Die islamischen Vereine müssen sich an das Grundgesetz halten. Sonst gehen die Grundstücke zurück an die Stadt. $1(2016-10-27-11) Die Meldung vor zwei Wochen klang unglaublich. Die sterblichen Überreste des vermissten Mädchens Peggy hatte ein Pilzsammler diesen Sommer in einem Thüringer Wald gefunden. Daran seien auch DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Böhnhardt entdeckt worden. Seitdem diskutierten Ermittler über mögliche Verbindungen zwischen rechtsextremen und pädophilen Kreisen. Doch seit heute gibt es einen peinlichen Verdacht: Böhnhardts DNA könnte durch einen Polizei-Zollstock an den Fundort gelangt sein. Es ist eine Panne – die so nicht passieren darf. Wirft sie doch Fragen nach der Ermittlungsarbeit auf. Ist sie sorgfältig genug? Heute morgen berichteten erste Medien über die mögliche Verunreinigung der DNA-Probe des NSU-Terroristen Böhnhardt. Sie wurde bei der Leiche von Peggy (9) gefunden. Es ist wichtig, dass solche Geräte penibel behandelt werden. Eine Übertragung von fremder DNA ist ein Albtraum für Ermittler. Ich rätsele selber, wie es sein kann, gerade weil fünf Jahre zwischen den Fällen liegen. Vor zwei Wochen wurde die DNA von Böhnhardt bei Peggys Leiche gefunden. Da wies die Staatsanwaltschaft bereits darauf hin, dass die Spur noch geprüft werden müsse. Eine Verbindung der Fälle NSU und Peggy sei nicht eindeutig nachzuweisen. Sie beharrt auf Aufklärung, wie die DNA an den Fundort kam. Daneben laufen Zeugenvernehmungen, um den Weg der Spur, deren Sicherung und Bearbeitung lückenlos zu überprüfen. Diese Aufklärung ist im Fall Peggy besonders wichtig. Zuviel ging seit ihrem Verschwinden schief. Der erste Prozess im Jahr 2004 um einen Mord ohne Leiche blamierte die Ermittler. Das Wiederaufnahmeverfahren endete mit Freispruch. Das Schicksal Peggys aber blieb bis zum Fund ihrer Leiche unklar. Ich kann jeden verstehen, der an der Polizeiarbeit zweifelt. Aber die Polizei sagt selbst, man sei bei der Aufklärung und noch nicht sicher. Sollte sich die DNA-Verunreinigung bestätigen: Dann ist eine Verbindung zwischen den beiden Fällen unwahrscheinlich. Es bliebe eine weitere Ermittlungspanne in zwei großen Kriminalfällen. $1(2016-10-27-12) Die rechtsextreme NPD scheitere vor dem EuGH mit einer Beschwerde gegen den deutschen Staat. Noch einmal Kurznachrichten. Die NPD argumentierte, sie werde stigmatisiert und in ihren Rechten beschnitten. Die Straßburger Richter wiesen dies zurück: Der Partei stünden ausreichend Rechtsmittel zur Verfügung. Gegen die NPD läuft ein Verbotsverfahren vor dem BVerfG. $1(2016-10-27-13) Den Sacharow-Preis des EU-Parlaments erhalten zwei Jesidinnen aus dem Irak, die nun in Deutschland leben. Nadia Murad und Lamija Adschi Baschar waren vom IS verschleppt worden. Auf ihrer Flucht wurde Baschar durch eine Mine schwer verletzt. Seither machen beide Frauen auf die Verfolgung ihrer Glaubensgemeinschaft durch den IS aufmerksam. $1(2016-10-27-14) UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon fordert eine unabhängige Untersuchung des Luftangriffes auf das Dorf Haas in Syrien. Dabei wurde gestern eine Schule getroffen - 28 Menschen wurden laut UNICEF getötet, zumeist Kinder. Die USA und Frankreich machen die syrische Regierung oder Russland verantwortlich. Moskau weist eine Beteiligung zurück. $1(2016-10-27-15) Beim Saison-Finale der besten acht Tennisspielerinnen in Singapur erreichte Angelique Kerber zum ersten Mal das Halbfinale. Damit steht sie kurz vor dem dritten großen Titel in diesem Jahr. Angelique Kerber bleibt beim WTA-Finale in Singapur weiter die dominierende Spielerin. Sie zieht ohne Matchverlust ins Halbfinale ein. Ich freue mich auf mein Match am Samstag. Es ist einfach 'ne gute Leistung, was ich bisher hier gezeigt hab. Kerber, die schon vor ihrem letzten Gruppenspiel fürs Halbfinale qualifiziert war, zeigte heute ihr gewohnt aggressives Tennis. Sie ließ der US-Amerikanerin Keys praktisch keine Chance. Bereits nach einer Stunde und einer Minute hatte Kerber Matchball. Am Ende war's ein souveräner 6:3 und 6:3 Erfolg. Im Halbfinale trifft Kerber am Samstag entweder auf die Tschechin Pliskova oder die Polin Radwanska. $1(2016-10-27-16) Alles geht einmal zu Ende Und mit Ihnen war ess wunderschön, sang einst Manfred Krug. Er war eine Schauspiel-Legende und musizierte leidenschaftlich Jazz, Chansons, Schlager. Der Vielseitige war in beiden deutschen Staaten beliebt. Eine gesamtdeutsche Bilderbuchkarriere. Nun wurde bekannt: Manfred Krug ist letzten Freitag gestorben, mit 79 Jahren. # Denn wir hatten einander auserwählt # Singen konnte er, sprechen sowieso. Manfred Krug war Multitalent. Beliebter Schauspieler und Jazzsänger. Kantig, eigensinnig, liebenswert. Aufwachen. Waren nur fünf Minuten. Geboren in Duisburg, ging es für den jungen Krug mit dem Vater in die DDR. Krug lernte Stahlschmelzer, wollte Schauspiel studieren. Doch die Hochschule schmiss ihn raus: Disziplinarische Schwierigkeiten, hieß es offiziell. Der Karriere tat das keinen Abbruch. Das Publikum mochte den kantigen Krug. Legendär im Film ""Spur der Steine"". Ich bin der Liebe. Wieder funkte ihm die DDR dazwischen. Der Film wurde verboten. Zu aufmüpfig, zu freigeistig. Krug und die DDR, diese Beziehung war kompliziert. Als er 1976 gegen Wolf Biermanns Ausbürgerung protestierte, bekam er Berufsverbot. Krug ging mit Frau und Kindern in den Westen. Mit der DDR habe ich mein Publikum verlassen. Das kriegt man nicht alle Tage geschenkt. Auch in der neuen Heimat fand er sein Publikum, in der Serie ""Auf Achse"". Wasser an deine Füße kann nicht schaden. Als Anwalt Liebling Kreuzberg und ab 1984 im Hamburger Tatort. Endlich eine Rolle, die Eigensinn und Musiktalent in Einklang brachte. Einmal griff Krug daneben. Er wurde Werbegesicht der Telekom-Aktie. Anleger verloren Geld. Krug entschuldigte sich. 1998 war Schluss mit Fernsehen, mehr Zeit also für den Jazz. Preiswürdig und ausgezeichnet, dieses Leben, diese Stimme. # Denn wir hatten einander auserwählt # Zum Tod von Manfred Krug haben wir unser Programm geändert. Im Anschluss läuft die Dokumentation Abschied von Manfred Krug. $1(2016-10-28-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (28.10.2016) Heute im Studio: Linda Zervakis Guten Abend, ich begrüße Sie zur tagesschau. $1(2016-10-28-2) Die Unionsspitzen loten am Abend ihren Kurs in der Rentenpolitik aus. Neben Merkel und Seehofer, nehmen auch Finanzminister Schäuble, Fraktionschef Kauder und CSU-Landesgruppenchefin Hasselfeldt teil. Erwartet werden Weichenstellungen für die Rentenreformverhandlungen mit der SPD. Auf Widerstand bei der CDU stößt die CSU-Forderung nach Ausweitung der Mütterrente. Wie viel Rente bekomme ich mal? Viele, die unter 40 sind, können die Antwort nur schätzen. Was soll er erst sagen? Das Rentenniveau sinkt von Jahr zu Jahr, weil alle länger leben. Viel weiter dürfe es nicht sinken, so die Arbeitsministerin. Wir brauchen eine Haltelinie und ein vernünftiges Rentenniveau. Ich kann nicht versprechen, dass die Bäume in den Himmel wachsen. Ihr könnt auf mich zählen, wenn es darum geht, die gesetzliche Rentenversicherung zukunftsfest zu machen. Das ist wohl erst nach der Bundestagswahl zu klären. Zur Stunde sitzen CDU und CSU im Kanzleramt, um zu besprechen, was bis zur Wahl noch passieren soll. Bayern will die Mütterrente noch mal erhöhen. Die CDU ist dagegen. Wir reden über 6 bis 7 Mrd. Euro. Wir müssen uns fragen: Was wollen wir mit den Euros erreichen? Ebenfalls teuer ist die Angleichung der Ost-Renten an das West-Niveau. Ein Vorschlag aus der Ost-CDU: Lohnangleichung Ost-West bringt Rentenangleichung Ost-West. Um diese Formel geht es. Alles andere führt zu neuen Ungerechtigkeiten im Rentensystem. Bei der Rentenangleichung muss es eine Einigung geben, denn der Punkt steht im Koalitionsvertrag. Bei der Mütterrente dürfte die CSU es schwer haben sich durchzusetzen, denn CDU und SPD sind gegen eine Erhöhung. Die Teilnehmer rechnen mit langen Verhandlungen. Notfalls soll es morgen Vormittag weitergehen. Einen Hintergrundbericht zur Rentendiskussion finden Sie auf tagesschau.de Dort analysieren wir auch das Verhältnis zwischen CDU und CSU. $1(2016-10-28-3) Das Regionalparlament der Wallonie hat dem Handelsabkommen CETA zwischen der EU und Kanada zugestimmt. In einer Zusatzvereinbarung sicherte die belgische Nationalregierung zu, dass die Frage der Schiedsgerichte vom EuGH überprüft wird. Der Zusatzvereinbarung sollen bis Mitternacht alle EU-Staaten zustimmen. Dann wäre CETA unterschriftsreif. Debut du vote. Die Abstimmung beginnt - Europas Spitzenbeamte haben lange auf diesen Moment gewartet. Die Abgeordneten der Wallonie sagen Ja zu CETA. Am Ende sind 58 Parlamentarier dafür, nur fünf dagegen. Der Regierungschef Paul Magnette warb im Parlament für CETA, die Nachverhandlungen würden das Abkommen gerechter machen. Es gab einen CETA-Moment für die Demokratie in der Wallonie. Wer hätte das gedacht: Diese harten Verhandlungen waren wichtig für die Entwicklung und für den Einfluss der Zivilgesellschaft. Gerade mal 3,6 Mio. Einwohner zählt die Wallonie, doch ein Nein aus Namur hätte das Aus für CETA bedeuten können. Die Wallonen bekommen nun eine Ausstiegsklausel, falls CETA der Wirtschaft schaden sollte. EU-Kommissar Oettinger gehen die Mitbestimmungsrechte zu weit: Wir stehen vor neuen Verhandlungen mit Neuseeland, Australien und anderen aufstrebenden Märkten. Die Welt fragt sich: Kann man mit Europa noch verhandeln? Brüssel will den Vertrag nun schnell abschließen. Auf einem Gipfeltreffen zwischen der EU und Kanada soll das Freihandelsabkommen feierlich unterzeichnet werden. Dann müssen es die Nationalparlamente durchwinken. Das kann bis zu vier Jahre dauern. $1(2016-10-28-4) In der EU-Kommission steht ein Wechsel an: Der deutsche Kommissar Oettinger gibt das Ressort Digitalwirtschaft ab und wird ab 2017 für den Haushalt zuständig. Damit wird er Nachfolger der bulgarischen Kommissarin Georgiewa, die zur Weltbank wechselt. Wer das Digitalressort übernimmt, ist offen. $1(2016-10-28-5) Eine neue Bildungsstudie stellt Neuntklässler hierzulande ein gutes Zeugnis in Englisch aus. Sie hätten sich im Vergleich zum ersten Test 2008/2009 deutlich verbessert. In Deutsch blieb das Niveau unverändert, geht aus dem Länderreport der Kultusministerkonferenz hervor. Danach bleibt Bayern bei Bildungserfolgen an der Spitze. Bremen und Berlin sind weiter Schlusslichter. Deutsch und Englisch - wie gut sind Deutschlands Neuntklässler? Zeugnisnoten für die 16 Bundesländer. Wir verzeichnen eine positive Entwicklung. In Deutsch gibt es Stabilität, in einigen Ländern auch deutliche Verbesserungen. Dazu gehören Brandenburg und Schleswig-Holstein. Fast immer liegt Bayern vorn, etwa in der Schriftkompetenz Deutsch. Die Stadtstaaten Berlin und Bremen: häufig Schlusslichter. In allen Bundesländern gibt es Probleme, Kinder mit Migrationshintergrund auf hohen Bildungsstandard zu bringen. In den Stadtstaaten liegt der Anteil bei 40 bis 50 %. Abgerutscht ist Baden-Württemberg in Deutsch. Die letzten Schulreformen hätten zu viel Aufmerksamkeit gebunden, erklärt die Landesregierung. Verbessert haben sich die neuen Länder in Englisch. Der Unterricht ist dort moderner geworden. Erfolg oder Misserfolg - verantwortlich ist auch die Schulpolitik. Wir haben in den Bundesländern unterschiedlichste Entwicklungen. Die geben den Ländern Handreichungen zu sehen, was die anders machen, welche Folgen es hat. Mädchen sind weiter leistungsstärker als Jungs. Der internationale Vergleich steht noch aus. Im Dezember kommen die Ergebnisse der neuen PISA-Studie. $1(2016-10-28-6) Bundesgesundheitsminister Gröhe will den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten verbieten. Als Reaktion auf das jüngste Urteil des EuGH zur deutschen Preisbindung lässt er einen Gesetzentwurf vorbereiten. Ein Ministeriumssprecher sagte, nur so könne eine flächendeckende, wohnortnahe Versorgung mit Medikamenten sichergestellt werden. Das Gericht hatte entschieden: Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente verstößt gegen EU-Recht. $1(2016-10-28-7) Der Rundfunkbeitrag bleibt für die nächsten vier Jahre bei 17,50 Euro im Monat. Das haben die Ministerpräsidenten der Bundesländer beschlossen. Sie lehnten einen Vorschlag der unabhängigen Finanzkommission KEF ab, den Beitrag um 30 Cent zu senken. Das zusätzliche Geld dürfen ARD und ZDF aber nicht ausgeben. Es wird zurückgelegt, um damit künftige Erhöhungen zu dämpfen. V.a. die Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wollten den Monatsbeitrag um 30 Cent senken. Heute entschieden sie mit den anderen Ministerpräsidenten: Der Rundfunkbeitrag bleibt auch ab 2017 stabil. Wir waren uns nach langen Debatten einig: Die Bürger würden es wohl nicht richtig finden, wenn wir heute sagen, dass wir den Beitrag senken. Wir wissen aber, dass wir bei der nächsten Periode erhöhen müssen. Nach der Umstellung zum Beitragsmodell nahmen die öffentlich-rechtlichen Sender 560 Mio. Euro mehr ein als geplant. Dieses Geld können sie nun zurücklegen. Die Ministerpräsidenten mahnten aber Reformen an. Das Hauptargument: Die Sender müssen an ihre Strukturen gehen. Wir können deren sehr hohen Finanzbedarf nicht nachvollziehen. Sie müssen etwas tun. Von der Politik wurden heute keine Vorgaben gemacht, wie sich die Sender aufstellen sollen. Die ARD-Vorsitzende wies darauf hin, dass man schon begonnen habe, einzusparen und Strukturen zu ändern. Diesen Prozess wolle man eng begleiten, so die Politiker. Bis September 2017 sollen die Sender Pläne für Strukturreformen vorlegen. $1(2016-10-28-8) In Aleppo haben die Rebellengruppen wohl einen neuen Versuch gestartet, den Belagerungsring der Regierungstruppen zu durchbrechen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London teilte mit: Durch den Beschuss seien 15 Zivilisten getötet und über Hundert verletzt worden. Diese Angaben lassen sich von unabhängiger Seite kaum überprüfen. Die syrische Regierung kündigte in Moskau an, an der Rückeroberung Aleppos festzuhalten. Das sagte Außenminister al-Muallem nach Gesprächen mit seinen Kollegen aus Russland und dem Iran. Man werde Aleppo von den Terroristen befreien, so al-Muallem. Russlands Außenminister Lawrow forderte eine politische Lösung. Sanktionen gegen das Land würden die Zivilbevölkerung treffen. $1(2016-10-28-9) Russland ist nicht mehr Mitglied des UN-Menschenrechtsrates. Das Land bekam bei der Abstimmung der UN-Vollversammlung nicht genügend Stimmen. Das in Genf ansässige Gremium hat 47 Mitglieder. Menschenrechtsorganisationen und Hilfsorganisationen riefen dazu auf wegen der russischen Rolle im Syrien-Krieg, das Land nicht wiederzuwählen. $1(2016-10-28-10) Neue WikiLeaks-Enthüllungen setzen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Clinton unter Druck. E-Mails eines Ex-Beraters von Bill Clinton legen nahe: Der Ex-US-Präsident erhielt Zahlungen und teure Geschenke von Spendern der Clinton-Stiftung. Der republikanische Kandidat Trump warf den Clintons korrupte Machenschaften vor. Erstmals machen sie gemeinsam Wahlkampf: Hillary Clinton und Michelle Obama gestern in North Carolina. Auch dort ist das Rennen knapp. Sie ist bereit für den Posten als Oberkommandierende. Und ja: Sie ist eine Frau. Kein Wort von beiden zu den neuesten WikiLeaks-Enthüllungen. V.a. die Mails von Douglas Band sind brisant. Er organisierte für die gemeinnützige Stiftung der Clintons Spenden und sammelte wohl nicht nur für den guten Zweck. Er bewegte Spender wohl dazu, lukrative Jobs an Bill zu vergeben: Als Redner oder Berater. Aufträge, schreibt Band, für über 50 Mio. Dollar. Clinton war damals Außenministerin. Donald Trump kritisierte sie hart. Ich nenne so ein Gebaren ganz und gar korrupt. Clintons Wahlkampfteam wies die Vorwürfe zurück. Alle Zahlungen an Bill Clinton und die Stiftung seien in Steuererklärungen veröffentlicht. Die Finanzkontakte ihres Mannes hätten ihre Arbeit nicht beeinflusst. Es ist nicht das erste Mal, dass das Geflecht von Privatinteressen, Familienstiftung und Ämtern der Clintons kritisiert wird. Clintons Umfragewerten hat es kaum geschadet. Gefährlich könnte ihr werden: Vor einer Stunde gab das FBI bekannt, dass es wieder ermittelt im Fall des privaten E-Mail-Servers von Hillary Clinton. $1(2016-10-28-11) In der Antarktis soll das weltweit größte Meeresschutzgebiet entstehen: Nach langen Verhandlungen einigten sich EU und 24 Staaten auf eine Vereinbarung zum Schutz des Rossmeeres. Es liegt 3000 km südlich von Australien und Neuseeland und gilt als eines der letzten intakten Ökosysteme. Umweltschützer sprechen von einer historischen Entscheidung und kritisieren, dass der Schutz auf 35 Jahre befristet ist. Für viele Wissenschaftler ein einzigartiger Naturschatz. Das Rossmeer in der Antarktis gilt als noch weitestgehend unberührt. Pinguine leben hier, auch Robben, Wale, Delfine und viele Fischarten. Eine Vielfalt, die nun unter besonderem Schutz steht. Ich bin überglücklich, denn es ist ein riesiger Erfolg. Wir haben endlich einen sechs Jahre andauernden Verhandlungsmarathon und Beratungsmarathon beendet. Wir haben eine Lösung gefunden, die jeder mittragen kann. Jahrelang hatten 24 Staaten und die EU verhandelt. Lange scheiterten sie am Widerstand Russlands, weil es Nachteile für seine Fischereiflotte befürchtete. Die Freude über die Einigung war deshalb groß. Der Beschluss sieht die Errichtung eines Schutzgebiets vor. Auf einem Großteil der Fläche soll das kommerzielle Fischen verboten sein. Das schließt aber nicht aus, dass es illegale Fischerei überall auf der Welt gibt. Die wird es auch in der Antarktis geben. Maßnahmen müssen ergriffen werden, um das zu reduzieren. Für Experten ist die Errichtung dieser Schutzzone dennoch ein Durchbruch für den Meeresschutz. Ein Schutz, der zeitlich begrenzt ist: Auf zunächst 35 Jahre. $1(2016-10-28-12) Nun die Wettervorhersage für morgen, Samstag, den 29. Oktober. Morgen beschert uns Hochdruckeinfluss einen trockenen Mix aus Nebel, Wolken und Sonne. Heute Nacht fällt von der Mitte bis in den Südosten Regen, sonst trocken und v.a. im Nordosten sowie Südwesten teils klar. Am Tag im Südosten noch etwas Regen. Von den Küsten bis zur Lausitz Schauer, sonst Nebel, Wolken und Sonne. Am Sonntag im Nordosten und Südwesten sonnig, dazwischen stark bewölkt oder neblig-trüb und mitunter Regen. Ähnliches Wetter am Montag. Am Dienstag erreichen den Norden neue Regenwolken. Im sonnigen Südwesten bleibt es mild. $1(2016-10-28-13) Ingo Zamperoni meldet sich um 21.45 Uhr mit diesen Tagesthemen: Meinungsvielfalt in der Union - Streit über die Rente Lebensvielfalt mit Behinderung - Ausstellung zum Down-Syndrom Ihnen noch einen schönen Abend. Copyright Untertitel: NDR 2016 $1(2016-10-28-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. $1(2016-10-28-2) Ist heute der Tag, von dem man später sagen wird: Die Präsidentschaftskandidatur von Hillary Clinton ist da quasi in letzter Minute entgleist? Die Sache schien längst gegessen. Fast verzweifelt hatten die Republikaner und ihr Präsidentschaftskandidat Donald Trump es versucht: Mit der E-Mail-Affäre, Clinton zu Fall zu bringen. Sie habe als Außenministerin ungenehmigt ihre Korrespondenz über einen privaten Server in ihrem Keller laufen lassen. So habe sie fahrlässig Staatsgeheimnisse gefährdet. Als selbst das FBI die Ermittlungen einstellte, hoffte Clinton, die Sache überstanden zu haben. Doch jetzt nimmt das FBI die Ermittlungen wieder auf, wegen neu entdeckter E-Mails - anderthalb Wochen vor der Wahl. Als sie in Iowa landet, ist die Nachricht gerade raus. ""Was ist Ihre Reaktion auf die FBI-Ermittlung?"" Das ruft eine Reporterin. Sie schweigt. Das FBI gab heute überraschend bekannt, die Ermittlungen gegen Hillary Clinton wieder aufzunehmen. Sie hatte als Außenministerin einen privaten E-Mail-Server verwendet. Im Sommer hatte es eigentlich die Vermittlung wieder eingestellt. Da es keine ausreichenden Beweise für eine Straftat gab. Donald Trump macht das nun immer wieder zum Thema. Heute sah er sich bestätigt: Ich habe großen Respekt dafür, dass das FBI und das Justizministerium ihren Fehler nun korrigieren wollen. Für Hillary Clinton kommen die Ereignisse zu einem schlechten Zeitpunkt. Die neuen Ermittlungen könnten bei den Wählern Zweifel wecken. $1(2016-10-28-3) Prall gefüllte Kassen - dank Rekordsteuereinnahmen. 2017 eine Bundestagswahl. Was liegt näher, ein paar wichtige Wählergruppen zu umgarnen. Für die Große Koalition scheinen das v.a. die Älteren zu sein. Doch bei der Rente verfolgt jede Partei ihre eigenen Interessen. In Berlin haben die Unionsspitzen heute Abend versucht, die Streitpunkte aus dem Weg zu räumen. Das Thema ist trocken und kompliziert, doch es geht uns alle an. Die Frage ist: Weil künftig viel mehr Geld für viel mehr Rentner benötigt wird, wie geben wir das aus? Sonst ist er ja immer ganz sachlich. Doch bei dem Thema zeigt sich selbst ein Arbeitgeberpräsident von der privaten Seite: Die Rente betrifft jeden. Es ist ganz einfach. Meinen vier Kindern sag ich heute schon immer: Ihr dürft nicht davon ausgehen, dass ihr mit 65 oder 67 in Rente gehen könnt. Das geht mathematisch nicht auf. Stellt euch drauf ein, dass ihr länger arbeitet und wählt einen Weg, dass ihr das gesundheitlich gut und mit Freude machen könnt. Tja, ist so. Die Jungen sollen einen Job finden, der Spaß macht - so weit so gut. Unklar ist: Wie lang werden sie arbeiten müssen und wie wenig Rente bleibt ihnen am Ende? Gesetzliche Regelungen gibt es nur bis 2030 - und danach? Ich kann nicht versprechen, dass die Bäume in den Himmel wachsen. CDU und CSU wollen sich heute Abend verständigen. CSU-Chef Seehofer will eine Ausweitung der Mütterrente. Doch manchen in der Union ist das zu teuer. Am Ende müssen wir uns fragen: Was wollen wir mit den Euros erreichen? Wollen wir den Menschen helfen, die es wirklich schwer haben: Erwerbsgeminderte, Selbstständige, die später alle kaum Rente bekommen. Oder wollen wir das Geld für etwas ausgeben, was populär ist? Die SPD hingegen will die Angleichung von Ost-Renten und West-Renten. Dann müssten die Jüngeren die Zeche zahlen. Ein Gegenvorschlag aus der CDU. Die Antwort auf die Ost-West-Rentenangleichung ist die, dass es eine Lohnangleichung Ost-West geben muss. Warum sollten 26 Jahre danach die Leute im Osten für den gleichen Job immer noch unterschiedliches Geld bekommen? Daraus folgt Lohnangleichung und dann Rentenangleichung. Welchen Weg die Union einschlagen will, ist noch offen. Die CSU wollte sich heute nicht äußern. Thomas Baumann in Berlin. Gibt es schon Äußerungen? Wieso greift die Große Koalition das Thema Rente gerade jetzt auf? Äußerungen gibt es noch nicht. Vor einer Minute haben wir gehört: Das Treffen ist wohl zu Ende gegangen. Fraktionschef Kauder und Wolfgang Schäuble haben das Kanzleramt verlassen. Morgen Vormittag hat man für Gespräche reserviert. Wieso das Thema Rente gerade jetzt: Man versucht, das Thema aus dem Bundestagswahlkampf rauszuhalten. Man fürchtet, in einen Überbietungs-Wettbewerb mit Populisten zu kommen. Union und SPD wachen jetzt auf. Die Förderung der Betriebsrente, die Ost-Renten-Angleichung und die Lebensleistungsrente für Geringverdiener: All das steht im Koalitionsvertrag und gehört erledigt. Die umstrittene Mütterrente steht nicht im Koalitionsvertrag. Wieso macht die CSU da jetzt Druck? Die CSU möchte, dass Mütter, die vor 1992 Kinder bekommen haben, in den vollen Genuss der Rente kommen. Das macht für diese Mütter monatlich 30 Euro mehr. Das wäre gegenüber anderen Müttern, die drei Jahre Erziehungsleistung schon vergütet bekommen, gerecht. Das Thema ist also populär. Das würde den Staat aber 6,5 Million Euro kosten. Ein Beitrag gegen Altersarmut ist die Mütterrente nicht. Die Chancen, dass die CSU dieses nun durchsetzt, sind nicht hoch. $1(2016-10-28-4) Einen Tag später als geplant hat das Regionalparlament der Wallonie CETA nun doch zugestimmt. Mehr dazu jetzt in den Nachrichten. Die Zustimmung wurde ermöglicht durch eine Zusatzvereinbarung zum Vertrag. Darin hatte die belgische Nationalregierung u.a. zugesichert, dass die Frage der Schiedsgerichte vom EuGH überprüft wird. Bis Mitternacht sollen alle EU-Staaten der Zusatzvereinbarung zustimmen, sodass CETA unterschriftsreif wird. " $1(2016-10-28-5) In Aleppo haben die Rebellengruppen wohl erneut versucht, den Belagerungsring der Regierungstruppen zu durchbrechen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London teilte mit: Durch den Beschuss seien 15 Zivilisten getötet und über Hundert verletzt worden. Die Außenminister von Russland, Syrien und dem Iran bekräftigten ihren Willen, Aleppo von den Rebellen zurückzuerobern. " $1(2016-10-28-6) Der deutsche EU-Kommissar Oettinger gibt das Ressort Digitalwirtschaft ab und wird ab 2017 für den Haushalt zuständig. Er wird Nachfolger der bulgarischen Haushaltskommissarin Georgiewa, die zur Weltbank wechselt. Wer das Digitalressort übernimmt, ist noch offen. $1(2016-10-28-7) Gesundheitsminister Gröhe will den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten verbieten. Als Reaktion auf das Urteil des EuGH zur deutschen Preisbindung lässt er einen Gesetzentwurf vorbereiten. Nur so könne die Qualität einer flächendeckenden, wohnortnahen Versorgung sichergestellt werden. Die Pläne stießen auf Widerstand beim Koalitionspartner SPD. $1(2016-10-28-8) Der Rundfunkbeitrag bleibt für die nächsten vier Jahre bei 17,50 Euro im Monat. Das haben die Ministerpräsidenten der Bundesländer beschlossen. Sie lehnten einen Vorschlag der unabhängigen Finanzkommission KEF ab, den Beitrag um 30 Cent zu senken. Stattdessen müssen ARD und ZDF das Geld zurücklegen, um künftige Erhöhungen zu dämpfen. $1(2016-10-28-9) In der Antarktis soll das größte Meeresschutzgebiet der Erde entstehen. Die EU und 24 Staaten einigten sich nach jahrelangen Verhandlungen auf den Schutz des Rossmeeres. In dem Gebiet soll die Fischerei weitgehend verboten werden. Das Rossmeer in der Antarktis gilt als eines der letzten intakten Ökosysteme. $1(2016-10-28-10) Im Englischen werden Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung als challenged bezeichnet. Das lässt sich übersetzen mit herausgefordert. Das Schöne daran ist, dass dabei nicht von anders sein die Rede ist. Vielmehr sind die Herausforderungen im Alltag gemeint, die sie meistern müssen. Herausforderungen hat schließlich jeder. Dass Menschen mit Down-Syndrom Stärken, Schwächen und unglaubliche Fähigkeiten haben, zeigt nun eine Ausstellung in Bonn. Auch die heutigen Formen von Ausgrenzung. Vor 5000 Jahren waren sie schon mal da. Nun wollen die Außerirdischen mit Down-Syndrom Spuren der ersten Mission erkunden. Die Ausstellung als Forschungsreise - sie arbeiteten an dem Konzept mit, auch Anna-Lisa Plettenberg. In Workshops wurden Themen festgelegt und Exponate dazu gesucht, wie dieses von Markus Keuler. Für mich ist das eine Holzfigur und die heißt Etepetete. Die Welt von Menschen mit Down-Syndrom – ihr Alltag, ihre Wünsche dargestellt in Kunstwerken namhafter Künstler. Uns war wichtig, dass man bestimmte Aspekte im Leben von Menschen mit Down-Syndrom erzählt. Auch Leuten, die Berührungsängste oder Vorurteile haben, und ihnen klarmacht, wie sich die Realität abspielt. Down-Syndrom in verschiedenen Zeiten, in anderen Kulturen - ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung Touchdown. Plettenberg fasziniert der englische Arzt John Langdon-Down am meisten. Er fotografierte seine Patienten und beschrieb als erster wissenschaftlich das nach ihm benannte Syndrom. Von der Ermordung von Menschen mit Down-Syndrom im Dritten Reich, der Entnahme ihrer Gehirne zu Forschungszwecken. Davon zeugen diese Gläser aus einer Wiener Klinik. Auch mit moderner Genforschung und dem aktuellen Thema vorgeburtliche Diagnostik beschäftigt sich die Ausstellung. Wir möchten klarmachen, dass die Diskussion aktuell ist. Wird es in Zukunft noch viele mit Down-Syndrom geben? Das ist eine berechtigte Frage. Das ist die Drohung der zweiten Auslöschung. Ist das Leben auf der Erde lebenswert, fragen sich am Ende die Außerirdischen mit Down-Syndrom. Sollen sie gehen oder bleiben? Eine Frage, die meist andere für Menschen wie sie beantworten. $1(2016-10-28-11) Wir kommen zum Wetter. In Teilen Europas war es heute richtig warm. Bekommen wir davon auch was ab? Nicht so richtig. Die Temperaturen sind nicht so richtig tief, aber wir sind im Oktober. Hier sehen Sie das Tief. Es schaufelt warme Luft nach Portugal. Hochsommer Ende Oktober in Portugal. Winterlicher Verhältnisse im Norden Skandinaviens. In der kommenden Nacht dichte Wolken und Nieselregen. Im Nordosten glattes auf. Im Süden Nebel. Morgen Vormittag teils dichte Nebelfelder im Süden. Im Nordosten ist es sonnig. Im Süden reißt es auf. Im Vogtland bleibt es dicht. Die Aussichten: am Sonntag Wolken im Nordosten. Sonst wenig Änderung. Danke, Sven Plöger. " $1(2016-10-28-12) Das war es von uns. Hier geht es jetzt weiter mit Manfred Krug, anlässlich seines Todes - mit dem Tatort Stoevers Fall von 1992. Wir sehen uns morgen wieder. Der Tag, der Abend und ich verabschieden sich. " $1(2016-10-29-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (29.10.2016) Heute im Studio: Jens Riewa Guten Abend, ich begrüße Sie zur tagesschau." $1(2016-10-29-2) US-Präsidentschaftskandidatin Clinton hat das FBI aufgerufen, alle neuen Erkenntnisse zu ihrer E-Mail-Affäre zu veröffentlichen. Kurz vor der Wahl müsse die Bevölkerung umfassend informiert werden, sagte Clinton. Das FBI will wegen neu aufgetauchter Mails wieder ermitteln. Clinton hatte als Außenministerin einen privaten Server für dienstliche Zwecke genutzt und gegen Sicherheitsregeln verstoßen. Der Fall galt als juristisch abgehakt. Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig für Hillary Clinton: Elf Tage vor der Wahl kündigte das FBI an, weitere E-Mails zu untersuchen. Clinton fordert das FBI auf, schnell Ergebnisse zu liefern. Das amerikanische Volk hat das Recht, alle Fakten zu kennen. Das FBI hat erklärt, die Relevanz der Dokumente sei noch unklar. Ich bin sicher, dass sich nichts an den früheren Ermittlungsergebnissen ändern wird. Laut US-Medien stieß das FBI auf unbekannte E-Mails, die über den privaten Server von Hillary Clinton gelaufen seien. Die E-Mails tauchten auf im Zusammengang mit den Ermittlungen gegen den Ex-Kongress-Abgeordneten Weiner. Dieser hatte Nacktfotos an eine Minderjährige geschickt und musste seinen Sitz im Repräsentantenhaus abgeben. Weiner ist verheiratet mit der engsten Beraterin Clintons, Huma Abedin. Auf Weiners Laptop befanden sich offenbar auch Zehntausende Mails seiner Frau. Nach der FBI-Mitteilung richtete Donald Trump scharfe Töne Richtung Clinton: Hillary Clintons Korruption hat ein noch nie gesehenes Ausmaß. Wir dürfen ihr kriminelles System nicht das Weiße Haus übernehmen lassen. Dass diese E-Mails brisante Informationen enthalten könnten, halten Beobachter für eher unwahrscheinlich. Brisant ist jedoch der Zeitpunkt. Politisch wird es Clinton so kurz vor der Wahl schaden. Das zeigen aktuelle Umfragewerte. $1(2016-10-29-3) Die Isländer wählen heute ein neues Parlament. Umfragen sagen dem Regierungsbündnis aus Rechtsliberalen und Konservativen eine Niederlage voraus. Die Wahllokale schließen um 22 Uhr Ortszeit. Flächenmäßig ist die Inselrepublik ungefähr so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Mit 330.000 Einwohnern leben hier so viele Menschen wie in Bielefeld. Damit ist Island das am dünnsten besiedelte Land Europas. Wegen spekulativer Kreditgeschäfte stürzte das Land 2008 in eine schwere Bankenkrise und Wirtschaftskrise. Danach trug der Aufschwung des Tourismus dazu bei, Island aus dem Tief zu holen. Eine der Haupteinnahmequellen ist nach wie vor der Fischfang. Für den Premierminister und seine Fortschrittspartei sieht es nicht gut aus. Die Rechtsliberalen sind in den Umfragen eingebrochen. Aufgeben will Johannsson allerdings noch nicht: Ich bin optimistisch, zumal wir in den letzten Tagen wieder Aufwind gespürt haben. Es gibt aber Zweifel, dass die neue Unterstützung für die amtierende rechte Koalition reicht. So könnte Finanzminister Benediktsson in die Opposition wechseln müssen, obwohl in Umfragen seine konservative Unabhängigkeitspartei vorne liegt. Sie darf hoffen: Birgitta Jonsdottir von der Piratenpartei. In den Prognosen kommen die Piraten mit über 20 % auf Platz 2. Die Isländer sind Vetternwirtschaft und Korruption leid. Wir wollen auf die Menschen zugehen, auf die Weisheit der Massen hören und unser Land weiterentwickeln. Die Piraten wollen das marode Gesundheitssystem erneuern. Die wertvollen Fischereirechte neu ausschreiben, um mehr Geld in die Sozialpolitik investieren zu können. Und sie wollen eine Volksbefragung, um die Beziehungen mit der EU zu klären. Die Wahl wurde vorgezogen, nachdem die Panama-Papers bekannt wurden. Der damalige Premier Gunnlaugsson hatte Geld dort versteckt, und musste im April zurücktreten. Es geht bei dieser Wahl auch um Protest. V.a. bei den Jungen, die sich von den etablierten konservativen Parteien nicht mehr repräsentiert fühlen. Nach den Umfragen könnten v.a. die linken Parteien von diesem Protest profitieren. $1(2016-10-29-4) CDU-Chefin Merkel wird nicht am Parteitag der CSU teilnehmen. Das bestätigte ein CSU-Sprecher dem ARD-Hauptstadtstudio. Darauf hätten sich Merkel und der CSU-Vorsitzende Seehofer verständigt. Damit wird eine jahrzehntelange Tradition gebrochen. Ein Auftritt der Vorsitzenden an den Parteitagen der Schwesterpartei galt in der Union bislang als obligatorisch. Erst hieß es, die CSU entscheide am Montag über eine Einladung. Zu den Hintergründen jetzt live aus dem ARD-Hauptstadtstudio Thomas Baumann. Der Verzicht Merkels auf den CSU-Parteitag kommt nicht überraschend. Die CSU hält die Risiken für zu hoch. Man will nicht ausschließen, dass Merkel den Unmut einiger Delegierter zu spüren bekommt. Das möchte man auf offener Bühne vermeiden. Und man fürchtet, Merkels Auftritt könne mehr Aufmerksamkeit bekommen als der Parteitag. Die Spannungen zwischen CDU und CSU dauern an. Hauptstreitpunkt bleibt die Obergrenze für Flüchtlinge. Die CDU lehnt das ab. CDU-Obere haben demonstrativ gelassen reagiert. Solche Besuche seien nicht so wichtig. Entscheidend sei der gemeinsame Kampf gegen Rot-Rot-Grün." $1(2016-10-29-5) Die EU und Kanada wollen ihr Freihandelsabkommen CETA morgen in Brüssel unterzeichnen - drei Tage später als geplant. Als letztes Land stimmte Belgien dem umstrittenen Vertrag zu. Das Regionalparlament der belgischen Wallonie hatte seinen Widerstand nach Zusatzerklärungen aufgegeben. In Kraft tritt CETA erst, wenn auch das Europaparlament und die nationalen Parlamente der EU-Länder zugestimmt haben. $1(2016-10-29-6) 700 Demonstranten forderten in Lingen im Emsland die Abschaltung der Atomkraftwerke in Lingen und Grohnde. Sie verlangen auch die Stilllegung der Brennelementefabrik in Lingen und der Urananreicherungsanlage in Gronau. Die Atomkraftgegner kritisieren, dass die Unternehmen über den Atomausstieg hinaus Anlagen im Ausland beliefern können - z.B. das umstrittene Tihange in Belgien. $1(2016-10-29-7) Wochenlang hat er geschwiegen. Nun äußerte sich der US-Musiker Bob Dylan erstmals erfreut über die Auszeichnung mit dem Literatur-Nobelpreis. Dylan habe mitgeteilt, dass er die Auszeichnung natürlich akzeptiere, so eine Sprecherin der Schwedischen Akademie. Der britischen Zeitung The Telegraph sagte der 75-Jährige, er werde gerne zur Verleihung nach Stockholm kommen. $1(2016-10-29-8) In Chicago ist das Triebwerk einer American-Airlines-Maschine beim Start in Brand geraten. Die Piloten brachen den Start ab. Die 161 Passagiere und die Crew brachten sich über Notrutschen in Sicherheit. Dabei verletzten sich 21 Menschen leicht. Teile des Triebwerks der Boeing 767 seien nahe der Rollbahn gefunden worden, so der Nachrichtensender CNN. $1(2016-10-29-9) In der Fußball-Bundesliga bleibt RB Leipzig härtester Verfolger von Spitzenreiter Bayern München. Der Aufsteiger gewann in Darmstadt mit 2:0 und ist damit in dieser Saison ungeschlagen. Leipzig bleibt bester Aufsteiger in der Bundesliga-Geschichte. Die Führung gelingt erst in der 57. Minute. Bis dahin hält Darmstadts Abwehr. Werner serviert für Sabitzer. Der 6. Saison-Treffer eines eingewechselten Spielers: Da ist Leipzig Ligaspitze. Die Entscheidung in der 82. Minute wieder über die rechte Seite. Sabitzer mit dem 0:2. Der vierte Sieg in Folge ist perfekt. Leipzig ist ein Aufsteiger. Das wurde deutlich. Jeder Gegner ist eine neue Herausforderung. Die Mentalität müssen wir uns bewahren. Leipzig scheint ein Kandidat zu sein für die Europapokal-Plätze. Aufsteiger Freiburg feiert die ersten drei Auswärtspunkte der Saison. Die Freiburger (in Rot) gingen nach 29 Minuten durch Philipp in Führung. Es war sein fünftes Saison-Tor. Sieben Minuten vor der Pause wurde Freiburgs Guede von Werders Manneh umgerissen: Klare Sache: Elfmeter. Grifo zum 0:2-Pausenstand. Werders früherer Trainer Thomas Schaaf sah eine schwache Vorstellung der Bremer. Nach 67 Minuten aber das 1:2 durch Garcia. Wenige Minuten später die Entscheidung: Abrashi mit abgefälschtem Schuss zum 1:3. Freiburg gewinnt verdient - Frust in Bremen. Werder steckt mit nur 7 Punkten aus neun Spielen tief im Keller. Die weiteren Ergebnisse: $1(2016-10-29-10) Angelique Kerber hat beim WTA-Finale in Singapur das Endspiel erreicht. Sie besiegte die Titelverteidigerin Agnieszka Radwanska aus Polen mühelos in zwei Sätzen. Kerber könnte die seit 20 Jahren erste deutsche Gewinnerin des Saisonabschluss-Turnieres werden. 1996 holte Steffi Graf letztmals den inoffiziellen WM-Titel. Nach 75 Minuten ist es geschafft: Angelique Kerber bleibt die dominierende Spielerin beim WTA-Finale. Ich bin im Finale beim letzten Turnier im Jahr. Morgen hol ich alles aus mir raus. Das ist mein letztes Match im Jahr. Ich hoffe auf einen Sieg. Im Halbfinale war Kerbers Gegnerin Radwanska chancenlos. Die Weltranglistenerste spielte gewohnt aggressiv und gewann souverän mit 6:2 und 6:1. Im Finale morgen wartet die Slowakin Dominika Cibulkova. Nach den Erfolgen bei den Australian-Open und US-Open kann Kerber ihr Jahr mit dem dritten großen Titel krönen. $1(2016-10-29-11) Die Lottozahlen: $1(2016-10-29-12) In der Nacht ist es wieder so weit: Es gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit. So gibt es eine Stunde geschenkt. Nach einer Umfrage halten viele Menschen in Deutschland die Umstellung für sinnlos. Um 3 Uhr morgens werden die Uhren um eine Stunde auf 2 Uhr zurückgestellt. Eingeführt wurde die Zeitumstellung hierzulande 1980, um Energie zu sparen. $1(2016-10-29-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. Heute im Studio: Ingo Zamperoni Guten Abend, ich begrüße Sie zu den tagesthemen. $1(2016-10-29-2) Wenn ein Land monatelang keine offizielle Regierung hat und dennoch passabel dasteht, die Wirtschaft sogar anzieht - braucht sie dann eine? Zehn Monate führte der konservative Mariano Rajoy Spanien nur kommissarisch, nachdem er bei der Parlamentswahl Ende 2015 abgestraft wurde. Doch abgelöst wurde er nicht, weil sich selbst nach Neuwahlen im Juni keine politische Mehrheit fand. Die Parteien zerfleischten sich in Koalitionsverhandlungen und Rajoys Gegner gaben schließlich auf. Denn auch, wenn es in Spanien nicht schlecht läuft: Ganz ohne Regierung geht es nicht. Seit heute Abend hat Spanien eine, wenn auch eine schwache. Als die Parlamentspräsidentin das Ergebnis verkündet, ist klar: Spanien hat wieder einen Ministerpräsidenten, der nicht nur die Geschäfte führt. Der konservative Mariano Rajoy wird eine Minderheitsregierung bilden. Er ahnt, was auf ihn zukommt: ein harter Kampf um Mehrheiten. Spanien braucht mehr als nur diese Wahl. Es braucht eine Regierung, die auch regieren kann und nicht nur regiert wird. Aber ich bitte nicht, um einen Blanko-Scheck, das wissen Sie. Die Wahl Rajoys ermöglicht haben die Sozialisten. Sie haben sich von ihrem konsequenten Nein verabschiedet und sich in diesem Wahlgang mehrheitlich enthalten. Aber sie werden Druck auf diese Regierung machen. Herr Rajoy, Sie wissen es und die Bürger auch: Weder Sie noch Ihr Projekt haben unser Vertrauen. Sie sind nicht der Ministerpräsident, den dieses Land verdient hat. Aber noch weniger brauchen wir eine dritte Parlamentswahl. Das nennt man Staatsräson. Nicht alle Sozialisten wollten mitmachen. 15 Fraktionsmitglieder stimmten mit Nein. Der Ex-Parteivorsitzende Pedro Sanchez trat vor der Sitzung von seinem Abgeordnetenmandat zurück. Eine Enthaltung könne er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Ich möchte nicht versäumen zu sagen, wie schmerzlich die Entscheidung ist. Die Sozialisten gespalten, viele enttäuschte Wähler wieder auf der Straße. Nur wenige Hundert Meter vom Parlament entfernt auf der Puerta del Sol. Spanien hat wieder einen Ministerpräsidenten, der muss aber viele überzeugen, dass er der Richtige fürs Land ist. Frage an Jörg Rheinländer in Madrid: Wie schwer wird das für Rajoy als Chef einer Minderheitsregierung? Das wird verdammt schwierig. Die Zahlen klingen erst mal gut: 170 haben für ihn gestimmt, 68 haben sich enthalten. Das ist nicht so weit entfernt von einer absoluten Mehrheit. Aber die Minderheitsregierung kann sich nur auf 137 Parlamentarier seiner eigenen Partei stützen. Für jede Gesetzesinitiative muss er mit anderen reden, vor allem, wenn es um den Haushalt geht. Und er scheint kein sehr guter Kommunikator zu sein. Die Haushaltsverhandlungen werden wohl die Nagelprobe. Brüssel sagt, es muss viel gespart werden. Da wollen die Sozialisten nicht zustimmen. Rajoy wird in den nächsten Wochen spüren: Es geht nicht weiter wie bisher, mit einer Mehrheit. Vielen Dank, Jörg Rheinländer. $1(2016-10-29-3) Eine neue Regierung wird auch Island bekommen. Mehr dazu im Nachrichtenüberblick. Die Parlamentswahl könnte nach ersten Trendmeldungen einen Machtwechsel bringen. Die Mitte-Rechts-Regierung verliert massiv Stimmen an die Opposition. Die Wahl wurde sechs Monate vorgezogen, nachdem Ministerpräsident Gunnlaugsson zurückgetreten war. Sein Name war bei den Enthüllungen der ""Panama Papers"" zu Briefkastenfirmen aufgetaucht. $1(2016-10-29-4) Die EU und Kanada unterzeichnen morgen in Brüssel ihr Handelsabkommen CETA - drei Tage später als geplant. Als letztes EU-Land billigte Belgien den umstrittenen Vertrag. In Kraft tritt CETA erst, wenn das Europaparlament und die nationalen Parlamente der EU-Länder zugestimmt haben. $1(2016-10-29-5) CDU-Chefin Merkel wird nicht am Parteitag der CSU teilnehmen. Wie ein CSU-Sprecher dem ARD-Hauptstadtstudio bestätigte, verständigten sich die Kanzlerin und CSU-Vorsitzende Seehofer darauf. Die Entscheidung ist einen Bruch mit einer jahrzehntelangen Tradition. Zuerst hieß es, die CSU entscheide erst am Montag über eine Einladung. $1(2016-10-29-6) Nach wochenlangem Schweigen äußerte sich Bob Dylan erstmals erfreut über den Literatur-Nobelpreis. Eine Sprecherin der Schwedischen Akademie sagte, Dylan habe mitgeteilt, dass er die Ehrung annehme. " $1(2016-10-29-7) Thailand hat zwei Wochen nach dem Tod von König Bhumibol Abschied genommen. Erstmals öffneten sich die Tore zum Palast, in dem der Leichnam aufgebahrt ist. Zunächst sollte der Zugang auf 10.000 Menschen pro Tag beschränkt werden, am ersten Tag kamen aber schätzungsweise 100.000. " $1(2016-10-29-8) 30.000 Angreifer gegen 4000 Kämpfer der Terrormiliz IS. Seit eine Allianz vor zwei Wochen den Sturm auf Mossul begonnen hat, steht der IS mit dem Rücken zur Wand. Jetzt haben sich den irakischen Regierungstruppen und kurdischen Peschmerga auch schiitische Milizen angeschlossen. Die ganze Gegend im Nordirak um Mossul und Erbil ist in Aufruhr. Menschen fliehen. Familien, die auseinandergerissen wurden durch die IS-Herrschaft, suchen einander. Das Flüchtlingslager Chasir liegt mitten in diesen Kriegswirren. Alexander Stenzel hat berührende Momente des Wiedersehens miterlebt. Lange hat er gesucht. Jetzt entdeckt Jonus die Söhne seines Bruders in einem Lager in Mossul. 2,5 Jahre habe ich meine Mutter nicht gesehen. Der IS hat meinen Bruder getötet. Doch Jonus kommt nur bis zum Zaun: Nur Flüchtlinge dürfen ins Lager. Wir fragen die Peschmerga, ob eine Ausnahme möglich ist. Jonus darf rein. Sein Neffe ist zugleich die schmerzliche Erinnerung an seinen Bruder. Ein Freund versucht zu trösten. Jonus entdeckt einen weiteren Verwandten, der den IS-Terror überlebt hat: seinen Onkel. Das Zelt der Familie. Seine Schwestern sind dort und die Frau seines getöteten Bruders. Er war Polizist. Die Leute vom IS haben meinen Mann mitgenommen. Wir fanden ihn im Leichenschauhaus, sie haben ihn zu Tode gefoltert. Ich wusste nicht, ob und wen ich von meiner Familie wiedersehen würde. Doch bei aller Freude: Jonus hat seine Mutter noch nicht gefunden. Er geht sie suchen. Der Terror des IS hatte sie getrennt - bis jetzt. Ich will bei meiner Mutter bleiben, mit ihr in einem Haus leben. Ihr bei allem helfen, sie unterstützen. Jonus hat Glück gehabt. Viele andere suchen noch nach ihren Angehörigen. $1(2016-10-29-9) Familien, die es geschafft haben, vor Krieg und IS-Terror zu fliehen, sind letztes Jahr zu Zigtausenden nach Deutschland gekommen. Und haben unser Land vor große Herausforderungen gestellt. Die meisten von uns bekommen das nur indirekt mit. Anders sieht das aus bei den Mitarbeitern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Dort sind die Neuankömmlinge nicht irgendwelche anonymen Zahlen, sondern konkrete Schicksale. Die sitzen direkt und persönlich vor denen, die über diese Schicksale entscheiden müssen. Mein Vater ist verstorben. Er wurde getötet. Sein Gesicht, seine Tränen dürfen wir nicht zeigen, für ihn geht es um alles. Er hat Angst vor den Taliban. Was sie ihm angetan haben, erzählt der 16-jährige Afghane Birgit Hambsch. Bei der Anhörung mit dabei: sein Amtsvormund und ein Übersetzer. Personalie der Eltern: siehe Notiz. ""Mein Vater ist bereits verstorben."" Der Junge floh allein, gilt als Härtefall. Deswegen wird Birgit Hambsch über ihn entscheiden. Seit 30 Jahren ist sie Entscheiderin, kümmert sich um extreme Fälle. Frauen, die missbraucht wurden, oder Jugendliche, die alleine geflohen sind. Sie alle berichten detailliert. Mich berühren v.a. die Schicksale von Frauen, die vortragen, vergewaltigt worden zu sein, geschlagen worden zu sein. Aber man muss eine Routine an den Tag zu legen wie Ärzte und Krankenschwestern, um das auch beiseite zu legen. Wichtig, um objektiv entscheiden zu können. Wichtig, um die Wahrheit herauszufinden. Denn Afghanen gelten als komplexe Fälle. Um bleiben zu dürfen, müssen sie nachweisen, dass sie individuell verfolgt wurden und keine anderen Verwandten ihnen Schutz geben können. Danach wird untersucht, ob der Pass echt ist und ob alle Angaben glaubhaft sind. Erst dann entscheidet Frau Hambsch, wie es für den Flüchtling weitergeht. Es gibt Fälle, wo das Gesetz vorsieht, dass derjenige abgelehnt wird, wo man aber menschlich geneigt wäre, eine Anerkennung auszusprechen. Einfach aus Mitleid. Aber das ist nicht Sinn des Asylrechts. Der Sinn: Den Menschen Schutz zu geben, die ihn wirklich brauchen. Also individuell entscheiden auf der Grundlage von Gesetzen, die für alle gültig sind. Eine Gratwanderung. $1(2016-10-29-10) Wir kommen zum Sport, zur Fußball-Bundesliga. Da konnte sich der FC Bayern München noch nicht entscheidend absetzen. Und das ist v.a. einem Aufsteiger zu verdanken, Andreas Käckell. Wer hätte das gedacht? Nach neun Spieltagen hängen die Leipziger dem Tabellenführer weiter unbeirrt im Nacken: Nach dem nächsten verdienten Erfolg - dem 2:0 in Darmstadt - steht der Aufsteiger nur 2 Punkte schlechter da als der Rekordmeister. Nachdem sie den Darmstädtern heute die erste Heimpleite der Saison beigebracht haben, winkt die Einstellung eines 23 Jahre alten Rekords: In der Spielzeit 1993/94 blieb Aufsteiger Duisburg vom Start weg zehnmal ungeschlagen. Die Leipziger bislang neunmal. Leipzigs Sportdirektor Rangnick herzt Coach Hasenhüttl. Im Stil eines Spitzenteams überzeugt RB auch in Darmstadt. Nur die Ziele will der Tabellenzweite nicht nach oben schrauben. Wir wollten schnell in Bereiche, wo wir uns als Mannschaft entwickeln können. Das war von Anfang an der Fall, schon nach dem zweiten Spiel gegen Dortmund. So soll es bleiben, dann wird es eine schöne Saison. Gegen defensive Darmstädter brauchte Leipzig Geduld, bis sich die Überlegenheit auch in Toren zeigte. Werner über rechts, Sabitzer mit dem 0:1 nach einer knappen Stunde. Darmstadt blass und ohne Torchance, Leipzig hingegen supereffizient. Wieder über rechts, wieder Sabitzer zum 0:2-Endstand in der 82. Minute. Leipzig bleibt nach dem 9. Spieltag ungeschlagen in der Bundesliga. Wie weit es noch nach oben gehen kann? Hasenhüttl will nicht spekulieren. Dürfen Sie gerne machen. Wir wissen, wo wir herkommen und was wir erreichen können. Und das scheint eine ganze Menge zu sein. Auch der 2. Aufsteiger sorgt weiter für positiven Gesprächsstoff. Zwar ist der SC Freiburg punktemäßig nicht so erfolgreich gestartet wie die Leipziger Kollegen. Aber auch die Breisgauer zeigen, dass sie ohne Wenn und Aber ins Oberhaus gehören. Da, wo sie heute auch eine bisherige Schwäche beheben konnten. Mit dem 3:1 in Bremen gelang ihnen der erste Auswärtssieg der Saison. Vor Christian Streich ist keiner mehr sicher: Freiburg besiegt Bremen und schafft damit den ersten Auswärtssieg der Saison. Wir sind eine gute Mannschaft. Gegen uns kann man keine Punkte einplanen. Die Erwartungshaltung beim Bremer Publikum war eine andere als gegen Leverkusen oder Wolfsburg. Es ist nicht so leicht, gegen uns zu bestehen. Werder (in Grün) mit eklatanten Abwehrfehlern. Fast ohne Gegenwehr trifft Philipp zum 1:0 für Freiburg. Werder fahrlässig: Diese Aktion von Manneh an Guede führt zum Elfmeter für Freiburg. Grifo verwandelt zum 2:0 kurz vor der Pause. Bremen startet die Aufholjagd, doch Chancen sind selten. Aber Garcia trifft in der 67. Minute zum 1:2. Freiburg kaum geschockt: Abrashi zum 3:1-Endstand. Werders zweite Niederlage in Folge. Vielleicht haben wir gedacht, das geht von alleine. Freiburg hat auswärts noch nichts geholt. Werder ist wieder mitten im Abstiegskampf. Und hier die anderen Resultate: Mainz besiegt Ingolstadt 2:0, Wolfsburg unterliegt Leverkusen 1:2, Augsburg verliert gegen die Bayern 1:3, keine Tore im Revierderby zwischen Dortmund und Schalke, bereits gestern ein 0:0 in der Party Gladbach gegen Frankfurt, morgen trifft Hoffenheim auf Berlin und Köln empfängt den HSV. $1(2016-10-29-11) Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes vor Teamkollege Nico Rosberg und Max Verstappen im Red Bull. Das war das Ergebnis im Qualifying zum Großen Preis von Mexiko. Force-India-Pilot Nico Hülkenberg wird von Startplatz 5 aus ins Rennen morgen gehen. Sebastian Vettel im Ferrari erreichte nur Start-Position 7. Ebenfalls spannend wird's morgen in Singapur. $1(2016-10-29-12) Angelique Kerber wird als erste Deutsche seit Steffi Graf 1996 das Endspiel um die inoffizielle Tennis-WM bestreiten. Im Halbfinale heute besiegte Kerber Titelverteidigerin Radwanska in zwei Sätzen. Als nach nur 75 Minuten das Halbfinale zu Ende geht, ist Angelique Kerber überglücklich. Zum ersten Mal steht sie im Endspiel des WTA Finales. Jetzt bin ich im Finale, beim letzten Turnier des Jahres. Ich hole morgen alles aus mir raus. Das ist mein letztes Match dieses Jahr. Im Halbfinale ließ Kerber ihrer Gegnerin Radwanska keine Chance. Im Eiltempo gewann die Weltranglistenerste mit 6:2 und 6:1. Im Finale wartet die Slowakin Cibulkova, die Kerber während der Gruppenphase bezwingen konnte. Ich freue mich drauf. Es wird nicht einfach. Ich habe einen Satz gegen sie verloren im ersten Match. Sie hat nichts zu verlieren. Nach ihren Erfolgen bei den Australian und US Open kann Kerber das Jahr morgen mit dem dritten großen Titel krönen. " $1(2016-10-29-13) Jetzt vielleicht IHR erster großer Titel: der des Lottokönigs oder der Lottokönigin. Die Lottozahlen: 5 - 7 - 8 - 26 - 28 - 36 - Superzahl 8. Diese Angaben sind wie immer ohne Gewähr, weitere Gewinnzahlen finden sie auf tagesschau.de und im Ard Text ab Tafel 580. $1(2016-10-29-14) An alle, die Probleme mit der Zeitumstellung haben: Bis 1893 gab es in Deutschland noch gar keine einheitliche Zeit. Die Ortszeit richtete sich nach dem Stand der Sonne. Das war noch verwirrender. Und so werden wir heute Nacht um 3 Uhr alle gemeinsam die Uhren auf 2 Uhr zurückstellen. $1(2016-10-30-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. $1(2016-10-30-2) Zerstörte Kirchen und Häuser, Schuttberge und tiefe Risse: Mittelitalien wurde erneut von einem Erdbeben erschüttert. Es erreichte eine Stärke von bis zu 6,6 und war laut italienischem Zivilschutz das stärkste seit 1980. Das Epizentrum lag wieder in der Region um Perugia, und zwar in der Nähe von Norcia. 20 Menschen wurden verletzt. Laut Zivilschutz gibt es keine Toten. Das ist Amatrice. Der Ort, der beim Beben im August mit über 200 Todesopfern am schlimmsten betroffen war, ist nicht mehr. Nun ist auch die Kirche, die das erste Beben überstanden hatte, eingestürzt. Auch die Basilika in Norcia, dem Geburtsort des Ordensgründers Benedikt ist zerstört. Kirchenleute, die Vorbereitungen für Allerheiligen trafen, konnten gerettet werden. Die Zerstörungen sind diesmal verheerender als vergangene Woche. Das Beben heute Morgen in Mittelitalien war das stärkste seit den 80er-Jahren. Doch das Glück im Unglück: Wie schon vor einigen Tagen, gibt es auch diesmal keine Todesopfer zu beklagen. Die Rettungsmannschaften sind vor Ort und helfen sofort. Ministerpräsident Renzi versucht, der Bevölkerung Mut zu machen: Alles, was wir brauchen, um dieses Gebiet in Ordnung zu bringen, werden wir einsetzen. Wir sind auch in der Lage, den finanziellen Spielraum zu erweitern. Starke Worte in unsicheren Zeiten, in denen selbst Berge durch ein Erdbeben Risse bekommen. Experten warnen. Sie sind überzeugt, dass es zu weiteren Beben kommen wird, womöglich noch stärkere als heute schon. Sie empfehlen das Erdbebengebiet für längere Zeit zu meiden. Die Rettungskräfte haben heute begonnen, die Bevölkerung an die Küste in Sicherheit zu bringen. Doch noch weigern sich viele, ihre Heimat zu verlassen. Auf tagesschau.de finden Sie weitere Informationen zu dem Erdbeben in Italien. $1(2016-10-30-3) Nach jahrelangen Verhandlungen und einem Tauziehen in der EU ist das Freihandelsabkommen CETA mit Kanada besiegelt. Premier Trudeau und EU-Spitzenvertreter setzten heute ihre Unterschriften unter den Pakt. Er soll ihre Wirtschaftsbeziehungen auf neue Grundlage stellen: Nicht nur Zölle fallen weg. Die Dienstleistungsmärkte werden geöffnet, der Zugang zu öffentlichen Aufträgen soll nicht mehr beschränkt sein. Kritiker befürchten weiter den Abbau von Sozialstandards und Umweltstandards. Erleichterung nach sieben Jahren Verhandlung. Das Abkommen mit Kanada wäre beinahe gescheitert. Vor dem Sitz des Europäischen Rates ging der Protest weiter. Sie sind überzeugt, dass CETA nur den Interessen der großen Konzerne dient. Die Europäer waren Kanadas Regierungschef dankbar für seine Geduld. Es gibt Dinge, die sind schwierig, aber wir haben es geschafft, so Trudeau. Kein böses Wort fiel gegen die Wallonie. Die belgische Region hatte auf der Zielgeraden Veränderungen des Vertrages durchgesetzt. Es ist an uns, sicherzustellen, dass kleine Unternehmen und Industrie Vorteile ziehen aus dem Zugang zu neuen Märkten. Dass sie profitieren, indem sie sich erneuern und ihre Erfolgschancen verbessern. Optimismus auch bei Kanadas Handelsministerin, die vor einer Woche noch tief enttäuscht war. Ein Signal für die Zukunft: Wir setzen heute Standards, die die Globalisierung der nächsten Jahrzehnte bestimmen werden. Nichts in anderen Verträgen wird unter dieser Ebene bleiben können. Neue Standards, das betrifft zuerst TTIP. Hier hatte es in der Vergangenheit viel härtere Kritik gegeben. Aus zwei EU-Ländern kam nun die Forderung, die TTIP-Verhandlungen müssten ganz von vorne beginnen. $1(2016-10-30-4) In der SPD zeichnet sich eine rentenpolitische Kontroverse ab. Arbeitsministerin Nahles wandte sich gegen Überlegungen von Generalsekretärin Barley, im Zuge der geplanten Reform die Beitragsbemessungsgrenze abzuschaffen. Danach müssten Rentenbeiträge auf das komplette Arbeitseinkommen entrichtet werden. Nahles nannte den Vorschlag ungeeignet, das Absinken des Rentenniveaus zu verhindern. In der ARD verwies sie darauf, dass durch den Wegfall der Grenze die Beitragseinnahmen steigen würden. Die SPD will Zukunft schreiben, etwa bei der Rente. Dringend nötig, sagt die Arbeitsministerin, denn ohne Reform hat die Rente keine Zukunft. Wir brauchen 'ne doppelte Haltelinie. Das Rentenniveau darf nicht zur Rutschbahn werden. Das ist aber leider so, nach 2030 gibt's keine Haltelinie mehr. Wir brauchen aber auch eine Haltelinie für die Beiträge. Ihre Parteikollegin Barley schlug vor, die Beitragsbemessungsgrenze abzuschaffen. Kommt nicht infrage, sagt Nahles: Der Vorschlag verschärft das Problem. Wenn man Leuten die Beitragsbemessungsgrenze wegnimmt, entstehen daraus höhere Ansprüche. Stattdessen sollte der Bund den Steuerzuschuss in die Rente erhöhen, etwa durch eine höhere Progression beim Steuertarif. Auch in der Union gehen die Rentenvorstellungen auseinander. Etwa bei der Frage: Sollen auch Selbstständige in die Rente einzahlen? Grundsätzlich macht eine Pflicht zur Versicherung Sinn, damit auch dort Ansprüche in der Rente sind. Aber ein Kioskbesitzer, der 1000 Euro im Monat hat, wenn wir dem sagen, du musst noch 300 bis 400 Euro Rente zahlen: Dann kann er den Kiosk zumachen. Die Linke möchte die staatliche Rente weiter stärken, sie hält wenig von privater Vorsorge: Ein Absinken des Rentenniveaus muss verhindert werden. Wir müssen dahin kommen, dass das Rentenniveau wieder bei 53 % ist. Mitte November will die Bundesarbeitsministerin ihre Rentenpläne offenlegen. Im Bericht aus Berlin versprach sie, das Rentenniveau werde nach 2030 keinesfalls unter 43 % sinken. Die Große Koalition plant, die Reform noch vor der heißen Phase des Wahlkampfs 2017 abzuschließen. $1(2016-10-30-5) Nach der Parlamentswahl steht Island vor einer schwierigen Regierungsbildung. Die Regierung aus rechtsliberaler Fortschrittspartei und konservativer Unabhängigkeitspartei verlor ihre Mehrheit nach der Abstimmung. Trotz Zugewinnen der Piratenpartei hat ein von ihr angestrebtes linkes Bündnis keine Mehrheit im Parlament. Regierungschef Johannsson reichte seinen Rücktritt ein. Johannsson war im April ins Amt gekommen, nachdem sein Vorgänger wegen Enthüllungen der Panama Papers zurückgetreten war. Hier in Reykjavik konnte das linke Parteien-Bündnis gute Ergebnisse erzielen, fast so gut wie in den Umfragen. In kleinen Gemeinden auf dem Lande wählten viele Isländer wieder die rechten Parteien. Deshalb wird die konservative Unabhängigkeitspartei mit 29 % zur größten politischen Kraft Islands. Ihr Vorsitzender will neuer Regierungschef werden. Es wird nicht einfach, eine neue Regierung zu finden. Dazu sind drei Parteien nötig, aber ich traue mir das zu. Der amtierende Premierminister Johannsson von der Fortschrittspartei hat inzwischen seinen Rücktritt erklärt. Eine große Koalition zwischen Linken und Konservativen wird es nicht geben." $1(2016-10-30-6) Spanien hat nach zwei Wahlen und zehn Monaten unter einer Übergangsregierung wieder eine politische Führung. Das Parlament wählte gestern den Konservativen Rajoy zum neuen Ministerpräsidenten einer Minderheitsregierung. Die Sozialisten hatten dafür ihre Blockade aufgegeben und sich der Stimme enthalten. Zuvor hatten in Madrid Tausende gegen Rajoys Wahl protestiert. $1(2016-10-30-7) Die US-Demokraten reagieren mit Kritik auf die Ankündigung neuer FBI-Ermittlungen in Hillary Clintons E-Mail-Affäre. Im Zentrum steht dabei FBI-Chef Comey. Er soll die neuen Untersuchungen gegen den Wunsch des Justizministeriums öffentlich gemacht haben. Clinton sprach mit Blick auf den Zeitpunkt von einem bisher einmaligen Vorgang, der besorgniserregend sei. $1(2016-10-30-8) Zwei Wochen nach dem tödlichen Messerangriff auf einen Jugendlichen in Hamburg wird geprüft, ob es Verbindungen zum IS gibt. In der Hansestadt hat sich der Staatsschutz in die Ermittlungen eingeschaltet. Zuvor war im Internet eine Erklärung aufgetaucht, in der der IS die Tat für sich reklamiert. Am 16. Oktober war ein 16-Jähriger an der Alster getötet worden, seine Begleiterin blieb unverletzt. $1(2016-10-30-9) In Eisenach wurde heute die neue Luther-Bibel vorgestellt. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche übergab die Neuübersetzung an die Gemeinden. In fast 12.000 der rund 31.000 Verse gab es Änderungen. Margot Käßmann sagte in ihrer Predigt, die Bibel sei ein hohes Kulturgut. Auch Nicht-Christen sollten eine Ahnung davon haben. Am morgigen Reformationstag beginnt das Festjahr zur Erinnerung an Martin Luthers Thesen. $1(2016-10-30-10) In der Fußball-Bundesliga wartet der HSV weiter auf den ersten Sieg. Das Team von Trainer Gisdol unterlag in Köln mit 0:3. Die TSG Hoffenheim feierte den fünften Erfolg in Serie. Die Kraichgauer gewannen gegen Hertha BSC mit 1:0. Siege in Serie machen Spaß. Freude bei Hoffenheim nach einem 1:0 gegen Hertha BSC. Im Spitzenduell war Hoffenheim klar besser. Das Tor des Tages gelang Innenverteidiger Süle, als er Demirbays Freistoß per Kopf verwertet. Berlin kam nur zu wenigen Gelegenheiten. Die beste vergab Ibisevic kurz nach dem Wechsel. Er setzte sich gegen vier Gegenspieler durch. Auf der anderen Seite vergaben die Gäste beste Gelegenheiten, wie hier Wagner. Der Hertha-Keeper brachte Hoffenheim zur Verzweiflung. Auch die letzte Großchance pariert er prächtig. Jarstein war Berlins Bester. Insgesamt war Hoffenheim aber zu gut und steht nun auf Rang 3. $1(2016-10-30-11) Die Tabelle München 9 18 23 Leipzig 9 +11 21 Hoffenheim 9 +7 19 Köln 9 +10 18 Berlin 9 +4 17 Frankfurt 9 +5 15 Dortmund 9 +10 15 Freiburg 9 0 15 Mainz 9 +1 14 Leverkusen 9 0 13 Mönchengladbach 9 -2 12 Schalke 9 -1 8 Augsburg 9 -1 8 Darmstadt 9 -9 8 Bremen 9 -13 7 Wolfsburg 9 -7 6 Ingolstadt 9 -12 2 Hamburg 9 -16 2 $1(2016-10-30-12) Angelique Kerber hat den perfekten Saisonabschluss verpasst. Beim WTA-Finale unterlag sie der Slowakin Dominika Cibulkova. Der Traum vom perfekten Saisonfinale ist zerplatzt. Angelique Kerber, traurig und entkräftet nach dem verlorenen Endspiel von Singapur. Ich habe alles gegeben, das ist immer mein Ziel. Natürlich wollte ich das Finale gewinnen und 'n perfekten Abschluss machen. Aber sie hat sehr gut gespielt vom Anfang bis zum Ende und verdient gewonnen. Dominika Cibulkova übernahm heute von Anfang an das Kommando. Die Slowakin gewann den ersten Satz fast mühelos mit 6:3, wirkte frischer und entschlossener als Kerber. Cibulkova hatte nach einer Stunde und 16 Minuten Matchball. Kerber unterlag am Ende deutlich mit 3:6 und 4:6. Trotz des verlorenen WTA-Finales feiert Kerber 2016 das erfolgreichste Jahr ihrer Karriere. $1(2016-10-30-13) Und nun die Wettervorhersage für morgen, Montag, den 31. Oktober. Morgen bestimmt hoher Luftdruck unser Wetter. Im Norden und Osten ist die Luft feuchter und daher wolkenreicher. Im Nordosten und Südwesten ist es heute Nacht teils klar, später bildet sich Nebel. In dem Streifen dazwischen dichte Wolken, örtlich Regen. Im Westen und Süden morgen nach Auflösung der Nebelfelder sonnig, im Norden und Osten Wolken und stellenweise Regen. Am Dienstag im Norden Regenwolken, sonst teils trüb, teils sonnig. Mittwoch und Donnerstag wechselhafter und kühler. Im Bergland muss mit Schnee gerechnet werden. $1(2016-10-30-14) Ingo Zamperoni meldet sich um 22.45 Uhr mit den tagesthemen. Neben Informationen zum Erdbeben in Italien auch mit Berichten zu den Sonntagsspielen der Bundesliga. Ihnen noch einen schönen Abend. Copyright Untertitel: NDR 2016 $1(2016-10-30-1) Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen. Herzlich willkommen zur Live-Untertitelung des NDR (30.10.2016) Heute im Studio: Ingo Zamperoni Guten Abend, ich begrüße Sie zu den tagesthemen. " $1(2016-10-30-2) Schon wieder ein Erdbeben in Mittel-Italien. Diesmal das Schwerste seit 1980. Kein Wunder, dass es aussieht, wie in einem Kriegsgebiet. In einigen Orten steht kaum noch ein Stein auf dem anderen. Ein Wunder ist jedoch, dass es kaum Verletzte und keine Todesopfer gibt. Rund um Norcia haben aber Zehntausende ihr Zuhause verloren. Niemand soll in Norcia bleiben, denn es ist zu gefährlich. Hier bebte die Erde heute Morgen heftig. Sie kam bis zum Abend nicht zur Ruhe. Mit Bussen werden die Einheimischen in Notunterkünfte gebracht. Viele wollen aber lieber zu Hause bleiben. Mit Haus ist zum Glück nicht zerstört, aber drum herum alles. Zu Hause schlafen wir seit Tagen nicht mehr, sondern im Wohnmobil. Wir wollen nicht in einem Hotel übernachten. Deswegen bleiben wir hier. Hoffen wir, dass sich Norcia dieses Mal besser vom Erdbeben erholt. Sonst wird Norcia zu einer Phantomstadt und das wäre das Schlimmste für uns und die wirtschaftliche Entwicklung. Mit einer Stärke von 6,5 bebt es um 7.40 Uhr. Das Ausmaß der Katastrophe ist gewaltig. Verletzt sind bislang ca. 20 Menschen. Es ist das dritte Beben in Umbrien in fünf Tagen. Tausende sind nun obdachlos. Italiens Ministerpräsident erklärt, dass die Orte wieder aufgebaut werden. Alles was wir brauchen, um dieses Gebiet wieder aufzubauen, werden wir einsetzen. Wir sind auch in der Lage den finanziellen Spielraum zu erweitern. Auch das Krankenhaus musste evakuiert werden. Feuerwehr, Zivilschutz und Freiwillige tun alles, um die Opfer zu versorgen. $1(2016-10-30-3) Was für ein dickes Brett gebohrt wurde beim Freihandelsabkommen CETA, kann man allein daran sehen, was für ein Wälzer zur Unterschrift stand. Aber nach einer Woche des Ringens konnte Kanadas Premier Trudeau heute doch noch anreisen und CETA unterzeichnen. Damit es in Kraft tritt, müssen es nun die EU-Länder ratifizieren. Hindernisse auch noch am Tag der Unterzeichnung: Das Flugzeug des kanadischen Premiers hat technische Probleme und verspätet sich. Bei der Pressekonferenz kämpft Ratspräsident Tusk mit dem Mikro. Trotzdem zufriedene Gesichter in Brüssel. Bahnfrei für schrankenlosen Handel zwischen Europa und Kanada. CETA als Blaupause für weitere Abkommen. Wir setzen heute Standards, die die Globalisierung der nächsten Jahrzehnte bestimmen werden. Mit all seinen Zusatzanmerkungen ist der Vertrag sehr dick. Welche Auswirkungen er haben wird auf die kanadische und europäische Wirtschaft kann man erst sagen, wenn CETA umgesetzt wird. Die Arbeit beginnt jetzt erst. Wenn alle den Vertrag ratifiziert haben, müssen wir sicherstellen, dass die kleineren Unternehmen vom Zugang zu neuen Märkten profitieren. Fast wäre CETA auf den letzten Metern gescheitert am Widerstand der Wallonie. Ministerpräsident Magnette sagt in der ARD, er habe Vorteile für seine Landsleute erstritten. Diese Ausnahmen sieht er bei TTIP nicht. TTIP ist so, wie es jetzt ist, tot, weil wir die Wallonen es so nie akzeptieren werden. Sigmar Gabriel hat mir gesagt, dass er es auch nicht akzeptieren wird. Die deutsche Linke und die Franzosen auch nicht. Nach langwierigen Verhandlungen meinen viele in Brüssel, Kanada konnte bei Umweltstandards z.B. auf EU-Maß gezogen werden. Ob Amerika bei den TTIP-Verhandlungen ähnlich flexibel ist, ist fraglich. Deshalb die Frage an Arnim Stauth in Brüssel: Welche Folgen hat der Abschluss nun für TTIP? Für TTIP sieht es so, wie es bislang ausgehandelt wurde, nicht gut aus. Das, was Junker eben sagte, dass jetzt ein Standard mit CETA gesetzt wurde, unter den man nie wieder gehen wird in der EU: Das war auch die Meinung anderer prominenter EU-Vertreter. Es gab heute auch Berichte aus zwei Mitgliedsländern, dass dort gesagt wird: Die Verhandlungen für TTIP müssten eigentlich von vorn beginnen. Über TTIP ist hier also auch das Urteil gefallen: In der Form wird es nicht gehen. Das ist auch der Verdienst der Menschen in der Wallonie, die sich als kleine Gegend gegen die große EU durchgesetzt haben. Vielen Dank für diese Informationen. $1(2016-10-30-4) In Island ist Regierungschef Johannsson zurückgetreten. Johannssons rechtsliberale Fortschrittspartei musste deutliche Stimmenverluste hinnehmen. Die von ihr geführte Mitte-Rechts-Koalition büßte ihre Mehrheit ein. Da aber auch die Mitte-Links-Allianz trotz Zugewinne keine Mehrheit bekam, steht Island vor einer schwierigen Regierungsbildung. $1(2016-10-30-5) Comey kündigte am Freitag neue Führende US-Demokraten forderten FBI-Chef Comey auf, Details zum Inhalt neuaufgetauchter E-Mails von Clinton zu nennen. Sein Schweigen öffne in der Schlussphase des Wahlkampfs Spekulationen Tür und Tor. Medienberichten zufolge waren die E-Mails dem FBI bereits seit Wochen bekannt. Comey kündigte am Freitag neue Untersuchungen gegen Clinton an. $1(2016-10-30-6) Zwei Wochen nach dem tödlichen Messerangriff in Hamburg prüfen die Sicherheitsbehörden, ob es Verbindungen zum IS geben könnte. Zuvor hatte der Islamische Staat die Tat für sich reklamiert. Ein 16-Jähriger wurde an der Alster von einem Unbekannten mit mehreren Messerstichen getötet. $1(2016-10-30-7)Der Deutsche Umweltpreis geht 2016 an zwei Unternehmer und eine Wissenschaftlerin. Angelika Mettke und Walter Feeß wurden von Bundespräsident Gauck für ihre Verdienste um die Wiederverwertung von Beton geehrt. Der Niederländer Bas van Abel bekam den Preis für die Entwicklung des Fairphones: Ein umweltverträglich produziertes Smartphones. $1(2016-10-30-8) Die neue Luther-Bibel wurde heute offiziell an Deutschlands Kirchen-Gemeinden übergeben. Die überarbeitete Ausgabe lehnt sich nah an die Übersetzung des Reformators Martin Luther an. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche sagte beim Festgottesdienst, die Bibel enthalte Botschaften, die die Welt dringend brauche. $1(2016-10-30-9) Auch wenn ihr Spötter den Titel Volkspartei aberkennen wollen, eins kann der SPD niemand nehmen: Sie ist die älteste Partei im Bundestag. Man kann der altehrwürdigen Sozialdemokratie nicht vorwerfen, sie habe es nicht versucht, sich immer neu zu erfinden. Immerhin hatte sie mit Parteichef Gabriel mal einen Popkultur-Beauftragten. Auch heute machte sich die SPD wieder auf die Suche nach Nachwuchs mit einem Zukunftskongress in Berlin. Ein Experiment: Open SPD, offenes Haus – alte Partei, neu gedacht: Die sonst dröge Parteizentrale, heute stylisch als Gesprächsforum. SPD-TV, Facebook, Twitter inklusive. Das Motto: Wir schreiben Zukunft. Welche Zukunft er sich für die SPD vorstellt, macht der Vorsitzende mit Blick auf den Dauerstreit in der Union klar: Deutschland bleibt unter seinen Möglichkeiten unter der Zerstrittenheit von Merkel und Seehofer. Daher braucht unser Land eine andere Führung und eine andere Richtung. Und das geht nur mit der Sozialdemokratie. Im Publikum: 800 Besucher, Partei-Mitglieder, Nichtmitglieder, Interessierte, gekommen um mit den Prominenten der Partei zu diskutieren. Über die Zukunft, auch die Zukunft der SPD. Ich seh die Zukunft der SPD bei Rot-Rot-Grün. Mittelfristig seh ich keine andere Zukunft als momentan. Ich wünsche mir keine CDU und keine SPD in einer Koalition. Keine leichte Aufgabe. Die SPD hat dramatisch an Mitgliedern und Wählern verloren. Die Partei will mit Veranstaltungen wie dieser Ideen für ihr Wahlprogramm sammeln und neue Anhänger. 2017 wird gewählt. Die SPD kämpft darum, Regierungspartei zu bleiben - Ausgang offen. $1(2016-10-30-10) Wir kommen zum Sport, zur Fußball-Bundesliga. Die Lage für den HSV wird immer dramatischer, Andreas Käckell. Das ist erschreckend, was sich da tut bei den Hamburgern. Ein Fortschritt ist nicht zu erkennen: 0:3 in Köln, heißt: Die nächste bittere Packung, das nächste Spiel ohne Treffer. Was jetzt schon seit 662 Minuten so geht in der Liga. Der Trainerwechsel - sonst oft eine Initialzündung - ist in Hamburg wirkungslos verpufft. Die Spieler des HSV stehen sich weiter selbst im Weg. Wenn's dann wieder dicke kommt, dann auch gleich richtig. Der Moment, in dem alles den Bach runtergeht. Die 58. Minute in Köln. Hamburgs Wood rammt dem Kölner Heintz den Ellbogen in den Bauch. Er muss mit Rot vom Platz. Damit geht der Spieler, der die bisher einzigen HSV-Tore erzielt hat. Und auch die Hoffnung der Norddeutschen. Wir hatten uns was ausgerechnet. Die rote Karte hat uns nicht in die Karten gespielt. Die Situation war blöd. Die Mannschaft hat bis dahin vernünftig gespielt. Es sah gar nicht so schlecht aus, was der HSV gegen die Kölner machte. Allerdings funktioniert die Abstimmung überhaupt nicht. Wie hier bei der Aktion von Kostic. Wenn wir uns cleverer anstellen und Filip den Ball besser reinlegt, dann gehen wir in Führung. Das fehlt, dass wir nicht in Führung gehen. Dabei hat der HSV Glück, als Modeste diesen Elfer verschießt. Die letzte halbe Stunde ist ein Desaster. Nach drei Minuten in Überzahl klingelt es für die Gäste. Modeste reicht eine winzige Berührung zum 0:1. Danach geht es nieder mit dem HSV. Auch wegen Modeste, er beweist mal wieder den Durchblick und baut seine Führung in der Torjägerliste aus. Er wurde einst vom heutigen HSV-Trainer entdeckt. Weil der HSV ein dankbarer Gegner ist, darf Modeste weiter treffen. Er markiert das 3:0. Köln feiert ein Fest mit Modeste. Wir haben spielerisch einen Schritt nach vorne gemacht. Das tut uns gut und wir sind flexibel. Am Ende konnten wir es gegen zehn Mann gut ausspielen. Köln berauscht und dem HSV bleibt nur der Griff zur Flasche. Nach der Rückkehr von Beiersdorfer 2014 hat der HSV 91 Mio. Euro für neue Spieler ausgegeben. Köln hat nur ein Drittel dieser Summe investiert. Die Lage des HSV ist im Herbst 2016 dramatisch. Dass ein Klub, der zuletzt gegen den Abstieg gespielt hat, in dieser Spielzeit ein Spitzenteam sein kann - dafür sind die Hoffenheimer das beste Beispiel. Das 1:0 gegen Hertha BSC war schon der fünfte Sieg in Folge für die Mannschaft von Julian Nagelsmann. Julian Nagelsmann und die TSG Hoffenheim mischen die Liga auf. Trotz des Höhenflugs und Platz 3 bleibt man im Kraichgau realistisch. Jeder darf träumen. Wir müssen arbeiten. Wir machen so weiter wie bisher, lassen nicht nach. Dann kommen die Ergebnisse. Wir genießen es und wollen da oben bleiben. Für die bislang formstarke Hertha war es die erste Niederlage seit Mitte September. Vielleicht war es die Zeit, mal zu verlieren. Einen großen Vorwurf kann ich der Mannschaft nicht machen. Das Spiel zwischen Hoffenheim und der Hertha begann zäh. Torchancen entstanden zunächst meist zufällig, wie hier beim Tschechen Kaderabek. Berlin agierte zaghaft, Hoffenheim nutzte das in der 31. Minute aus. Süle mit mehr Power als Pekarik – das 1:0. Ein Tor der Willenskraft. Vorausgegangen war eine Vorlage von Demirbay. Ich hab Kerim vorher gesagt, er soll ihn auf den zweiten Pfosten hauen. Hat super geklappt. Die TSG vor der Halbzeit mit mehr Zug zum Tor. Alleine Berlins Torhüter Jarstein sorgte dafür, dass es nur mit 0:1 in die Pause ging. Pal Dardai sah auch im zweiten Durchgang nur wenige zwingende Offensivaktionen seines Teams. Auch Vedad Ibisevic, schon sechsmal in dieser Saison erfolgreich, blieb heute blass. Hoffenheim verpasste es, für klare Verhältnisse zu sorgen. Sandro Wagner scheiterte nach 71 Minuten an Jarstein. Der Pfosten musste als Wut-Ableiter herhalten. Kurz vor dem Spielende hatte Kramaric das 2:0 auf dem Fuß. Der verschwenderische Umgang mit den Großchancen blieb für Hoffenheim aber folgenlos. Dem Andre mach ich keinen Vorwurf. Das hat der Keeper gut gehalten. Solange wir gewinnen, ist das kein Vorwurf. In der Bundesliga ist Hoffenheim noch ungeschlagen. Heute gab es den 5. Sieg in Serie. Am kommenden Wochenende geht es nach München; Es war nicht ihr Tag: Angelique Kerber, mit viel Hoffnung ins WM-Finale gegangen, verlor letztlich klar in Singapur. 3:6, 4:6 gegen Dominika Cibulkova aus der Slowakei. Der Gang zur Siegerehrung fällt Angelique Kerber schwer. Riesenenttäuschung bei der Weltranglistenersten nach dem verlorenen Finale von Singapur. Ich hab alles gegeben, das ist immer mein Ziel. Ich wollte das Finale gewinnen. Heute war Dominika Cilbulkova zu stark für Kerber. Die Slowakin hatte nach einer Stunde und 16 Minuten Matchball und gewann am Ende mit 6:3 und 6:4. Trotz des verlorenen WTA-Finales feiert Kerber 2016 das erfolgreichste Jahr ihrer Karriere. Angelique Kerber ist knapp gescheitert; Ein anderer deutscher Sportler steht womöglich vor dem größten Erfolg seiner Karriere: Formel-1-Pilot Nico Rosberg könnte sich beim Brasilien-GP vorzeitig den Weltmeistertitel holen. Die Chance dazu hat er sich heute erkämpft. Ein Aufreger kurz nach dem Start: Hamilton verteidigt seine Führung, ist aber in der ersten Kurve zu schnell. Verstappen greift Rosberg an, die Berührung bleibt ohne Folgen. Danach beruhigt sich das Feld. Hamilton bestimmt das Rennen vor Rosberg. Im letzten Drittel versucht Verstappen erneut, an Rosberg vorbeizukommen, das klappt wieder nicht. Verstappen behindert Vettel und drängt ihn in einen Zweikampf mit seinem Teamkollegen. Am Ende erhält Verstappen eine Zeitstrafe. Vettel wird Dritter. Hamilton hält seine Chancen auf eine Titelverteidigung offen. $1(2016-10-30-11) Damit zum Wetter: Wie geht's in die neue Woche, Sven Plöger? Mit Abkühlung. Die Temperaturen gehen zurück. In Kiel sieht man das: Es wird novembertypisch kalt. Nebel wird auch morgen ein Thema sein. Am Vormittag dichtere Wolken. Von der Nordsee bis zum Erzgebirge vereinzelt Tropfen. Die Aussichten: Am Dienstag die ersten Tropfen im Norden. Deutlich kälter wird es im Süden. $1(2016-10-30-12) Dem schließen wir uns an. Morgen begrüßt Sie Caren Miosga. Mir bleibt nur noch eins: Danke für die vielen Vorschläge bei der Schlusssatzsuche. Aber, ich bleib dabei: Ich hab erst mal keinen. Zum Ende meiner Wochen gibt's weiter welche von Ihnen. In diesem Sinne: Die Erde dreht sich trotzdem weiter. Tschüss. Copyright Untertitel: NDR 2016